Full text : 33.1928 (0033)

uch für die Regelung ım Saargebiet zu übernehmen,
rgendwie /u ändern. Die Versammlung stimmt dieser
Auffassung einmütig zu.

vunkt 4 der Tagesordnung: „Verkehrs- und
Fariffragen; Bericht über die Besprechung mit der Eisenyahndirektion‘‘.
 Einleitend berichtet Herr Wallacher
iber die geplante Tariferhöhung der franzö-‚ischen
 Bahnen. Angesichts der in Frankreich selbst
1errschenden Ungewißheit über das Schicksal der von
jen französischen Eisenbahnen geplanten Tariterhöhung sei
as trotz aller Bemühungen nicht möglich gewesen, genaue
Zinzelheiten in Erfahrung zu bringen, Es stehe jedoch fest,
jaß die vielfach verbreiteten Nachrichten über eine 30- bis
{0proz. Erhöhung der französischen CGiütertarife keineswegs
 /utreffen. Aller Voraussicht nach werde sich
Jie Erhöhung auf 10 bis 12% der gegenwä rtig
gültigen Frachtsätze belaufen, wobei heute
joch nicht feststehe, ob es sich um eine einfache lineare
Srhöhung in diesem Ausmaße oder um eine grundlegende
Seuordnung des Tarifsystems handeln werde, Mit der
Einführung der Tariferhöhung müsse man schon zum
I. März dieses Jahres rechnen, Der oberste FEisenjahnrat
 werde anfangs kommender Woche zu der ge
olanten Tariferhöhung Stellung nehmen.
Anschließend berichtet der Referent über das Ergeb-1is
 der Besprechung von Eisenbahnverkehrsfragen
 bei der hiesigen Eisenbahndirektion am
>. Februar dieses Jahres, zu der von seiten der Geschäftsührung
 verschiedene Anträge gestellt worden waren, Auf
Zinzelheiten solle dabei nicht eingegangen, sondern nur ein
ıllgemeiner Ueberblick über die Entwicklung des Betriebs
ınd Verkehrs der Saarbahnen nach den eingehenden und
‘nteressanten Referaten der Herren Sachbearbeiter gegeben
werden.
Als Ergebnis der Besprechung sei festzustellen, dab die
Zieenbahndirektion im verflossenen Kalenderjahr, wie im
aäinzelnen noch näher dargelegt werde, ernstlich bestrebt
war, bei der Gestaltung des Betriebs und Verkehrs der
3aarbahnen den Verkehrsbedürfnissen und Wünschen der
Wirtschaft zu entsprechen. Wenn auch die Wirtschaft
m verflossenen Jahre sich genötigt sah, mancherlei Ver-<ehrswünsche
 geltend zu machen, so nehme sie auch heute
wiederum gerne Anlaß, in zusammengefaßter Darstellung
die eisenbahnseitig getroffenen Verbesserungen dankend
anzuerkennen.
Die Betriebslage des verflossenen Jahres, soweit
jer Personenverkehr in Frage komme, habe sich bei etwa
zleichbleibender Zahl der gefahrenen DPersonen- und
Schnellzüge ohne nennenswerte Störungen abgewickelt. Erweiterungen
 des stark eingeschränkten Hauptbahnhofes
4Yaben eine wesentliche Erleichterung des Personenverkehrs
zebracht. Mit Befriedigung sei auch festzustellen, daß
nit dem in Angriff genommenen Bau einer neuzeitlichen
Reinigungsanlage für Personenwagen eine gründlichere
Reinigung der Wagen erzielt werde.
An Verbesserungen des Personenzugfahrp lanes
;eien vor allen Dingen die Wiedereinführung der Nachtverbindungen
 nach München und zurück und der durchgehenden
 Schnellzugverbindung nach Dresden zu erwähnen.
Die Einlegung eines neuen FEilzugpaares auf der Strecke
Saarbrücken— Trier, das auch für den Winter beibehalten
wurde, habe eine wesentliche Verbesserung der Anschlüsse
1ach Koblenz und Köln gebracht. Im der Richtung Straßaurg—
 Basel seien ebenfalls nicht unerhebliche Verbesseungen
 der Verbindungen nach der Schweiz und Italien
jestzustellen. Die Zollaufenthalte habe man nach Möglichkeit
 verkürzt. Die Gesamtleistungen im Personenzugdienste
aetrügen trotz zahlreicher Feierschichten und des dadurch
bedingten Zugausfalles etwa 160000 Zugkilometer mehr
als im Vorjahre.
Verschiedene Aenderungen des am 15. Mai 1928 in
<raft tretenden neuen Fahrplanes werden eine Beschleunizung
 der Personen- und Schnellzüge bringen, deren
Höchstgeschwindigkeit auf 100 bzw. 150 km festgesetzt
zei. Neben den Vorteilen in der Kürzung der Reisezeit
auf größere Entfernungen ergäben sich auch gewisse Nachteile
 in der Verlängerung der Uebergangszeiten der Anschlußzüge
 von der Saar. Als wichtigste Aenderungen
seien folgende aufgeführt:
_Der bisher morgens in der Richtung Trier verkehrende
Zilzug. werde trotz späterer Abfahrt mit einer Abkürzung
von 23 Minuten in Köln schon um 13,51 Uhr eintreffen.
Auch die Frühverbindungen über die Nahe nach Köln

rhalten eine Abkürzung der Fahrzeit um 10 Minuten,
nd der nachmittags verkehrende D167, bisher Saarrücken
 ab 16,05 Uhr, werde ebenfalls eine um 23 Minuen
 verkürzte Fahrzeit erhalten. In umgekehrter Richtung
‚erkehre der bisher in Köln um 9,51 Uhr abgehende und
u Saarbrücken um 15,45 Uhr eintreffende D 156 eine
stunde und 20 Minuten früher. Auch der Eilzug 154
n Köln ab 20,50 Uhr werde um 35 Minuten bechleunigt.
 Größere Veränderungen seien in den Verbin-{ungen
 über die Nahe nach Frankfurt a. M. und darüber
ıunaus zu erwähnen. Die vegenwärtige Frühverbindung
-- Saarbrücken ab 6,14 Uhr — wird später gelegt --\bfahrt
 Saarbrücken 637 Uhr . Sie vermittelt einen
lirekten Verkehr zwischen Paris bzw. Calais in der Weise,
laß bei einer Abfahrt in Paris um 21,20 Uhr, Calais
ıb 19,25 Uhr, Anschluß von London 16 Uhr ab, Saarjrücken
 im Sommer 5,01 Uhr und Frankfurt um 11,17 Uhr
;rreicht wird. Der Gegenzug verläßt Frankfurt um 19,31
Ihr Saarbrücken an 0,18 Uhr, Paris an 8,57 Uhr, London
ın 15,30 Uhr. Der bisher 8,24 Uhr nach Frankfurt ver-‚ehrende
 D-Zug wird künftig unter Einstellung eines
;peisewagens und der Kurswagen Saarbrücken — Berlin und
\aarbrücken --München durch die Südpfalz geleitet. In
andau erreiche man den Anschluß nach Karlsruhe, wähend
 dieser D-Zug in Frankfurt 13,35 Uhr eintreffe und
jaselbst die Anschlüsse nach Berlin, Hamburg und Leipig
 vermittle, Ein neuer D-Zug 139 werde auf der Nahenie
 Saarbrücken ab 10,14 Uhr, Frankfurt an 14,08
°hr, mit Anschluß an FD 5, Berlin an 22,00 Uhr - die
chnellste Verbindung von Saarbrücken nach Berlin in
1 Stunden 46 Minuten darstellen. Eine Reihe weniger
‚edeutender Aenderungen wäre noch zu erwähnen. Der
ürze halber sei auf die von uns veröffentlichte Nicderchrift
 verwiesen.
Neben diesen Verbesserungen des Fahrplans
eien noch die Einrichtung eines neuen Haltepunktes für
ı1en Personenverkehr in Wiebelskirchen und die neuen
Yaltepunkte Rentrisch und Bildstock zu erwähnen,
Bezüglich der Personentarife sei festzustellen, daß
ljeren Tarifsätze im verflossenen Jahre im wesentlichen
mverändert geblieben seien. Im internationalen Verkehr
jabe man eine Reihe neuer Tarife nach belgischen Statiojen,
 niederländischen Stationen usw. eingeführt. Dem
veiteren Ausbau der internationalen Tarifverbindungen
olle auch ferner besondere Aufmerksamkeit geschenkt
verden. Die Zahl der ausgegebenen Fahrscheinhefte und
ler Sonntagskarten habe sich bedeutend gehoben. Die
veitere Ausdehnung der Sonntagsfahrkarten auf Stationen
nit größeren Entfernungen werde weiterhin angestrebt.
der Abschluß von Verhandlungen mit den benachbarten
/erwaltungen über die direkte Abfertigung des Ciepäcks
ler Flugzeugreisenden sei in Bälde zu erwarten.
Im Zusammenhang mit dem Personenverkehr sei auch
joch der Neuregelung des Expreßgutverkehrs gelacht,
 der sowohl im saarländischen Binnenverkehr als
ch im Verkehr mit der Deutschen Reichsbahn eine starke
Zunahme erfahren habe. Ob die eisenbahnseitig erhoffte
‚ünstige Weiterentwicklung des Exprebgutversands auf
irund des neuen Staffeltarifis sich erfüllen werde, ercheine
 uns fraglich, da in den Durchschnittsentfernungen
er Staffeltarif sich wesentlich verteuernd gegenüber den
-üheren Tarifen auswirke und bereits zu lebhaften Klagen
er Interessenten Anlaß gegeben habe.
Im Anschluß hieran seien Verbesserungen der Nachterbindungen
 mit Berlin und Paris, besonders der Schlafayenverkehr
 angeregt und eisenhahnseitig Verhandlungen
ut den beteiligten Eisenbahnverwaltungen hierüber in
\ussicht gestellt worden.
Bezüglich des Güterverkehrs könne man ebenfalls
ür das verflossene Jahr 1927 feststellen, daß er ohne
‚ennenswerte Störungen, selbst in der Streikzeit, sich volliehen
 konnte. And Hand zahlreichen statistischen Matejals
 ließe sich feststellen, daß der Ciüterverkehr gestiegen,
lie Auslastung der Güterzüge zugenommen und man eine
virtschaftlich bessere Ausnutzung der Güterzüge erreicht
1äabe, Die Steigerung des Gesamtverkehrs betrage etwa
bis 490. Die Errichtung einer weiteren Zollhalle für
len hiesigen Ortsgüterbahnhof, weitere Hallenvergrößerun-‚en
 für das zollfreie Gut im Ortsgüterbahnhof und bei der
Silgutabfertigung Saarbrücken sollen nach Möglichkeit
lurchgeführt werden, Auch dem von der Handelskammer
ınd dem Wirtschaftlichen Verein gestellten Antrage auf
3inrichtung einer Zollabfertigung auf der Eilgutabfertigung
‘aarbrücken hoffe man entsprechen zu können. Ob die als
            
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