ceine finanziellen Reserven, die Arbeiter hatten keine
Zrsparnisse, die Währungsumwälzungen erschwerten
mmobiliengeschäfte auf lange Sicht, und zudem hatte
Jer Stillstand im Baugewerbe während des Krieges
ainen großen Mangel an Arbeiterwohnungen verursacht.
Der französische Staat hat es deshalb als
seine Pflicht den Arbeilern gegenüber erachtet, für
je Häuser zu errichten. In den ersten Jahren unserer
Ausbeutung haben wir eine ziemlich große Zahl davon
arrichiet. Diese Arbeiten ‚sind jedoch heute beendet,
und der Nulzen wird insofern geringer, als eine große
Zahl von Häusern im Laufe der letzten Jahre dank
der Initiative Privater und der Gemeinden erstellt
worden ist.
Die nachstehende Aufstellung zeigt die Ergebnisse
u Förderung und Leistung wie auch die Veränderunjen
im Stande der von den Steinkohlengruben des
saargebietes beschäftigten Belegschaft, Die zwei Kurven
der Jährlichen und arbeitstäglichen Förderung,
lie parallel sein müßlen, sind dies nicht, und die
Abweichungen erklären sich aus gelegentlichen Veringerungen
der Zahl der Arbeitstage. Der Ausfall von
Arbeitstagen kann von Streiks herrühren, wie bei
anserem großen 100tägigen Streik, der im Jahre 1923
zur Unterstützung des passiven Widerstandes der Deutschen
im Augenblick der Ruhrbesetzung ausbrach.
Eine ähnliche Erscheinung zeigte sich im Jahre 1925,
wo der Monat Juli einen durch Aussperrungen vervollständiglen
Streik, dann einen gewöhnlichen Streik
drachte. Ein Ausfall von Arbeitstagen kann sich auch
aus Feierschichten ergeben, die durch Ahsatz- oder
Transportkrisen bedingt werden. Auf diese Ursachen
sind die Stockungen im ‚Jahre 1921 zurückzuführen
und in gewissem Ausmaße auch die in den Jahren
1923 und 1925. Zu bemerken ist, daß die Tages-Förderung
seit 1924 den Vorkriegsstand deutlich überschritten
hat.
Jährliche * Arbeitstägl.
Steinkohlen- Steinkohlen-‘örderung
in förderung
1000 Tonnen in Tonnen
Leistung pro
Tag und
Arbeiter
in ka
Durchschnittsstand
ler eingeschr.
Belegschaft
1
1913
1919
1920
1921 )
1922
1923
1924 |
1925
[926
10a
13219
8981
9410
9575
'1240
9192
14 032
12 990
13 681
31
31
34
36
Du
4
J
O0
- 80
1530
77 600
76 600
76 080
76575
Cr“
+ 595
45 690
) 149048
[LM
380
692
730
b\ 8 Monate
Die Leistungskurve geht von einem im Vergleich
‚um Vorkriegsstand sehr niedrigen Stand aus. Das
Ansleigen ist bis zum Jahre 1924 regelmäßig. In den
Jahren 1925 bis 1926 macht sich ein Sinken infolge
von Arbeitsschwierigkeiten bemerkbar. Hauptursache
war das Anwachsen der Lebenshaltungskosten, das im
Saargebiet sich stärker als in Frankreich sich auswirkle
und denjenigen Teil unserer Arbeiter, die in
Deutschland wohnen, besonders empfindlich traf. Hierzu
kam noch eine lebhafte Beunruhigung unserer Arbeiter
angesichts der Entwertung des Franken, die
sie ähnliche Erscheinungen wie seinerzeit beim Sturz
der Mark befürchten ließ. Die Wiederherstellung der
Finanzlage Frankreichs, das Ende des englischen
Streiks und die Festigung der Lebenshaltungskosten
ı1aben die Ruhe wiederhergestellt, und die Aufwärts-Jewegung
der Leistung setzt sich im Jahre 1927 fort.
Die Leistung bleibt aber trotzdem geringer als vor dem
Kriege, doch beträgt der Ausfall weniger als die Ver-"ngerung
der tatsächlichen Arbeitszeit an der Arbeitsstätte.
die rund 15% ausmacht. Was den Stand
ler Belegschaft anbelangt, so hat sich dieser in den
ersten Jahren rasch vergrößert, um seit 1921 sich in
Zemlich engen Grenzen zu halten: er ist gegehwärtig
n starker Abnahme begriffen, damit die Erhöhung der
‚eistung nicht zu Fördermengen führt, die in keinem
/erhältnis zu den Absalzmöglichkeiten der Saarkohle
:tehen.
Die Saargruben haben wie die Gruben anderer
‚änder seit 1919 den sogenannten Achtstundentag.
Joch ist der Begriff ‚„‚Arbeitsdauer‘“ bei den Bergırbeilern
in den verschiedenen Ländern nicht derselbe.
n Amerika versteht man unter Achtstundentag eine
atsächliche Arbeitsdauer von acht Stunden auf der
ırbeitsstätte. In Frankreich versteht man unter Acht-:tundentag
eine Dauer von acht Stunden zwischen
ijem Zeitpunki, wo der erste Arbeiter der Belegschaft
n die Grube einfährt und der letzte Arbeiter der
3Zelegschaft wieder ausfährt, was nur etwa 61, Stunden
atsächliche Arbeit auf der Arbeitsstätte ergibt, das
reißt 114 Stunde weniger als in den Vereinigien Staaan.
Im Saargebiet, wo man als Arbeitsdauer die Anvesenheitszeit
jedes Arbeiters bezeichnet und wo die
ırbeiler in der gleichen Reihenfolge, in der sie ein-‚efahren
sind, wieder ausfahren, hat man einen 71%-‚ündigen
Arbeitsiag eingeführt, um ungefähr die
leiche tatsächliche Arbeitsdauer wie in Frankreich
zu haben. das heißt 611 Stunden. In Deutschland hat
nan seit 1924 und in England seit dem Streik im
ahre 1926 die Arbeitszeit verlängert, und acht Stunjen
Arbeit bedeuten dort nunmehr ein Mittelding
‚wischen dem Achtstundentag in Amerika bzw. in
°rankreich, Die Steinkohlenbergwerke des Saarge-»etes
wie die Frankreichs befinden sich demnach
jei weniger günsligen Abbauverhältnissen und kürzerer
yrbeitszeil in einer schwierigen Lage gegenüber den
teutschen und englischen Bergwerken.
Die gewöhnliche Arbeitsordnung sieht zwei aufeininderfolge
Förderschichten vor, worauf eine Reparaurschicht
folgt. doch haben mehrere Gruben nur
ine Förderschicht. Ein Arbeitstag kostet uns heute
lurchschnitllich 42,50 Fr. Diese Summe setzt sich
vie folgt zusammen:
KEigentlicher Lohn W „2. 34,00 Fr.
Familienzulage ;1,50 Fr. für die Frau und
1,50 Fr. pro Kind} . 0.0.00... 2,72 Fr.
Bezahlter Urlaub ‘höchstens 6 Tage im
Jahr) KL 0,71 Fr.
Beiträge für die sozialen Einrichtungen . 3,90 Fr.
Deputalkohlen zu ermäßigtem Preis. . 1,17 Fr.
Der eigentliche Lohn, der sich für den Durchschnittsarbeiter
einschließlich Kinder auf 34 Fr. be-‘äuft,
erreicht beim Durchschnittshauer 38.50 Fr. Die
aruben beschäftigen keine Frauen. Die jungen Burschen
werden mit 14 Jahren angelegt und dürfen
arst nit 16 Jahren einfahren.
Die Bergarbeiter des Saargebietes genießen sehr
ımfangreiche Wohlfahrtseinrichtungen mit zahlreichen
ınd gut geleiteten Krankenhäusern. Das Arbeitsfeld
lieser Einrichtungen beschränkt sich auf das Saarjebiet
und die Bergarbeiter; im Jahre 1920 wurden
je von ähnlichen deutschen Einrichtungen abgetrennt
ınd sind vollständig. Es bestehen insgesamt vier
{assen: eine Pensionskasse, eine Invalidenkasse, deren
Zeträge zu der der Pensionskasse hinzukommen, eine
irankenkasse und schließlich eine Unfallkasse. Diese
etztere wird einzig und allein von Beiträgen seitens
ler Arbeitgeber unterhalten und wird von den Arjeitgebern
verwaltet, Die drei anderen Kassen werden
u gleichen Teilen von den Arbeitgebern und Arbeitıehmern
unterhalten und von Ausschüssen verwaltet,
'ie aus der gleichen Anzahl von Arbeitgebern und
ırbeilnehmern bestehen. Der Bergarbeiter wird penioniert,
wenn er zur Grubenarbeit als unfähig erklärt
vird; im Durchschnitt wird er mit 50 Jahren pensioäert
nach 30jähriger Arbeitszeit, und seine Penion
beläuft sich durchschnittlich auf 2376 Fr. jährich.
Wenn später seine Arbeitsunfähigkeit einen weiteen
Grad erreicht, durchschnittlich bei 55 Jahren,
rhält er dazu die Invalidenrente, was zuzüglich der
'ension einen Gesamtbetrag von 3360 Fr. ergibt. Diese
iffern nähern sich dem Pensionsbetrag von 3000 Fr.,
ijer dem Bergarbeiter in Frankreich im Alter von
35 Jahren nach 30jähriger Dienstzeit gewährt wird