Stelhung im Erwerbsleben bei Abwägung ihrer Aufgaben
und Interessen nicht entziehen kann.“
Diese Entscheidung enthält, wie der Reichsfinanzminister
in einem Schreiben an die Reichsgeschäftsstelle der Hindenburgspende
mitgeteilt hat, keine Besonderheiten für Aktien-AR
sondern. gilt in gleicher Weise für alle
‚ewerbebetriebe, mögen sie in Form von Körperschaften,
Offenen Handelsgesellschaften oder Einzelpersonen betrieben
werden. Aus demselben Schreiben geht hervor,
daß zu solchen abzugsfähigen Zuwendungen vor allen
Dingen die Hindenburgspende gehört, obwohl in dem
neuen Einkommensteuergesetz vom 10. August 1925 — im
Gegensatz zum Einkommensteuergesetz von 1920 ($ 13 Nr. 7)
die Abzugsfähigkeit von Beträgen für mikitätige und gemeinnützige
Zwecke nicht ‚ausdrücklich vorgeschen ist.
Die Handelskammer empfiehlt den Firmen, die Hindenburgspenden
und ähnliche Ausgaben für mildtätige oder
wohltätige Zwecke als unter 8 61 Einkommensteuerverordnung
fallend zu betrachten und die betreffenden
Beträge vom gewerblichen Einkommen in Abzug zu
bringen.
K
{1
Keine Erhöhung der Leipziger Messmieten,
Die beim Rat der Stadt Leipzig bestehende Schiedsstelle
für Meßsachen, die aus Vertretern der Vermieter Sowic
der Aussteller (Mieter) paritätisch zusammengesetzt ist,
hat in ihrer Sitzung am 19. November beschlossen, die
Mieten für die Leipziger Frühjahrsmesse 1928 unverändert
zu lassen. Dieser Beschluß ist im Interesse der Aussteller
um so mehr zu begrüßen, als sich in der Zwischenzeit die
gesetzliche Miete erhöht hat. Wie zur Herbstmesse 1027
kostet also 1 qm Ausstellungsraum einschließlich Werkteistungsbeitrag
in einem Hause III. Klasse 18,45 RM.
II. Klasse 21,70 RM., I. Klasse 24,75 RM., in Sonderklasse
31 RM., ein laufendes Meter in einem Hause
I. Klasse 36,90 RM., II. Klasse 43,40 RM., I. Klasse
19,50 RM., der Sonderklasse 62 RM.
Mitte‘
Ver:
AT
Ro
Esperanto und nationale Sprache.
Bekanntlich ist von schlecht informierter oder übelwollender
Seite her den Esperantisten schon der unbegründete
Vorwurf gemacht worden, als zielten sie darauf
ab, Esperanto als einzige menschliche Verkehrssprache
an die Stelle der Nationalsprachen zu setzen.
Nichts ist unsinniger als. diese Behauptung. Jeder mit
der Esperantobewegung Vertraute weiß, daß die Esperantisten
ihr Esperanto stets nur als Welthilfssprachee
bezeichnen und al solche verwendet wissen wollen. Im
Gegenteil: Nirgends mehr als in esperantistischen Kreisen
gedeiht, gefördert durch die Vertiefung in das Wesen
der Sprachen als Verständigungsmittel, eine so bewußte
Wertschätzung der Muttersprache. Aber gerade die von
prominenten Esperantisten betriebenen Sprachstudien haben
ganz zwingend erwiesen, daß keine der verbreitetsten
nationalen Sprachen die Rolle eines Weltverständigungsmittels
zu übernehmen geeignet ist.
Ganz abgesehen davon, daß der Nationalkstolz keiner
Großmacht es zulassen könnte, daß eine fremde Nationalsprache
zur Weltsprache erwählt und damit dem betreffenden
Volke ein in seiner Bedeutung gar nicht zu
ermessendes Geschenk an politischem und wirtschaftkichem
Prestige gemacht würde, verbietet sich die Wahl einer
Nationalsprache durch deren unregelmäßige Grammatik,
Syntax sowie Schwierigkeiten der Ortographie und Aussprache.
Sehr treffend und interessant berichtet in dieser Hinsicht
Jr. Privat, Dozent an- der Genfer Hochschule, wie er auf
‚jner Reise durch Skandinavien recht eigenartige Erfahrunven
mit dem Gebrauch und der Beliebtheit der National-‚prachen
machen mußte, Zuerst fiel es ihm auf, daß
uf einem internationalen Kongreß, an dem er teilnahm,
schon von vorneherein erklärt wurde, daß man auf
Jebersetzungen in der nach seiner Ansicht überall veryreiteten
und verstandenen französischen Sprache verzichte,
la keiner der Teilnehmer sie verstehe. Auf einem anderen
;twas größeren Kongreß sei sie nur an dritter Stelle,
ınd seinem Gefühl nach nur mit Rücksicht auf den
ranzösischen Vertreter zugelassen worden.
Im den ersten Tagen habe Englisch derart vorgeherrscht,
aß man hätte annehmen können, englisch sel Bere die
rkorene Weltsprache. Dann aber habe der Gebrauch der
teutschen Sprache immer mehr und mehr Platz gegriffen.
Er findet den Grund ausschließlich in der Aussprache.
lach seinen Erfahrungen können sich zwei Nichtengländer
nittels der englischen Sprache kaum oder nur unter den
zrößten Schwierigkeiten verständigen, weil eben jeder
ine andere, seinem Partner fremde Aussprache hat.
Deutsch würde Dr. Privat wegen seiner viel einfacheren
‚aute für bedeutend zweckmäßiger erachten, wenn micht
{ie ungeheure Schwierigkeit der Cirammatik, Satzbildung
ınd verschiedenen Artikel wäre.
Alle diese Schwierigkeiten hat Dr. Privat auf inter-‚ationalen
Esperanto-Kongressen nie bemerkt. Esperanto
st aus Lauten zusammengesetzt, die in jedem Falle einleutig
sind und nur im einer bestimmt festgelegten Weise
ıısgesprochen werden. Deshalb spricht jeder Esperantist,
ler seine Welthilfssprache beherrscht, so korrekt und
ichtig, daß ihn jeder andere mühelos verstehen kann.
isperanto ist zudem vermöge seines einfachen logischen
ufbaues so leicht zu erlernen, daß ein Redner nicht
ıurch den Zwang, grobe Sprachschnitzer zu vermeiden,
m freien Vortrag seiner Gedanken behindert wird. Er
sraucht sich nicht, wie Dr. Privat kunig bemerkt, dar-‘ber
Kopfzerbrechen zu machen, ob der Mond ein Herr
ı'nd die Sonne eine Dame ist oder umgekehrt.
Dr. Privat schließt seine interessanten Ausführungen mit
‚em Hinweis, daß im Sommer 1928 drei internationale
Tagungen stattfinden werden, auf denen Esperanto die
;jinzige Uebersetzungssprache sein soll. Sein Wunsch,
laß es solcher Tagungen im Jahre 1929 sechs sein
nögen, ist auch der unsrige. Fz.
| sitteiluroen der Produktenbörse
Saarbrücken.
Die Preisgestaltung des Produktenhandels
des Saargebiefes im zweiten Halbjahr 1927.
Wenn auch m der Berichtszeit Schwankungen von 100
ranken je 100 kg, wie sie im gleichen Zeitraum des
‚ahres 1926 vorkamen, diesmal nicht zu verzeichnen waren,
x waren doch auch im letzten Halbjahr Einflüsse genug
‚orhanden, die den Ruf des Gretreide- und Mehlhandels als
nen der riskantesten des Handels überhaupt nicht Lügen
strafte.
Die in die Berichtszeit fallende zweimalige Erhöhung
ter französischen Getreide- und Mehlzöle bildete ein
H4auptmoment der Beunruhigung, besonders um deswillen,
weil ‚die Erhöhungen jedesmal überraschend in Kraft
resetzt wurden, ohne daß man den Interessenten eine Mögichkeit
schuf, ihre bereits getätigten Abschlüsse im Ausandsygetreide
oder die auf Grund dieser Abschlüsse Kalzulerten
Mehlverkäufe noch abzuwickeln.
Den Bemühungen der interessierten Mühlen, eine Uebersangsfrist
bewilligt zu erhalten, war kein Erfolg beschieden.
Die Zollerhöhung vom 3. September 1927, die
den Weizenzolt von 18,20 Fr. auf 25 Fr. und den Roggen-