Full text : 32.1927 (0032)

Big Roheisen- und Stahlerzeugung von Deutschland, Saargebiet
Frankreich, Luxemburg und Belgien.

Zur Beurteilung des Kräfteverhältnisses der an
der Europäischen Rohstahlgemeinschaft beteiligten
Länder ist es zweckmäßig, die Roheisen- und Rohstahlproduktion
 dieser Länder in ihrer Entwicklung
seit dem Jahre 1913 zu prüfen. Die beiden folgenden
 Tabellen geben einen Ueberblick über die tatsächliche
 Produktion von Deutschland, Saargebiet,
Frankreich, Luxemburg und Belgien für die Jahre
1913 bis 1926: .
Tabelle I. Roheisenerzeugung der Länder der E.R.G. in den
Jahren 1913 bis 1926.
Deutschland Saargebiet Frankreich Luxemburg
1913 16761311 1370980 5207000 2547 861
1914 12 562 051 0"' 738 2736000 1! 827270
1915 10.199 158 7 584 000 590 773
1916 11 334 224 > 730 311000 950514
1917 11 613 382 308 350 408000 1528 865
1918 05096 851 804 231 ! 203000 1266 671 _
1919 6 283 873 531065 2447000 617 422 251 000
1920 7043617 972407 3344 000 692935 1116000
1921 7845 346 419410 3447 G00 970 336 872 000
1922 9 305 670 156550 5277000 1679318 1613 000
1923 4936340 2020391 5431787 1406666 2147950
1924 7812231 389117 7693018 2157170 2843 920
1925 10176699 11453056 84718900 2363253 2541730
1926 96413519 1638051 9302017 2511561 33909 260
Tabelle II. Rohstahlerzeugung der Länder der E.R.G. in den
Jahren 1913 bis 1926.
Deutschland Saargebiet Frankreich
1913 17598826 72070825 41687000
1914 13 809 725 248 802 000
1915 12279 2095 175 111000
1916 [4873 091 147 784000
1917 15.505 692 67 293 990 000
1918 14122 771 ‘14614 800 0600
1919 7 847 356 715261 2156000
1920 9 277 882 575050 2706 000
1921 9 9006 538 320052 3099000
1922 11714 302 262038 4538000
1923 6 305 250 996 821 5109517
1924 9835255 1416540 6900310
1925 12194 5011) 1574 687 7415072
1026 12341 636?) 1 734 161 83386 249
Davon geschätzt: 1} 105052: 2) 02 790

Belgien
2484 600
1 454 490
68 150
127 825
7 900

Die Gesamt-Roheisenerzeugung der Länder
 der E.R.G. ist hiernach von rund 27 Millionen
Tonnen im Jahre 1913 auf rund 10230000 t im
Jahre 1919 zurückgegangen, um wieder auf
26585000 t im Jahre 1926 zu steigen. Gegen.
über der Welterzeugung an Roheisen ergibt sich
hieraus folgender prozentualer Anteil der Länder
der E.R.G.:
Tabelle III. Anteil der E.R.G. an der Gesamt-Welterzeugung.
Roheisen:
Gesamtwelterzeugung Erzeugung der ERG prozentualer An-(in
 Tonnen) teil der ERG
1913 79 600 000 27 000 862 33,92 %
1919 52 000 000 10230 360 19,67 %
1926 78 500 000 26 585 308 33,86 %
Wenn somit die Länder der E.R.G. die letzte
Vorkriegsproduktion noch nicht vollkommen wieder
erreichen konnten, so war ‚es doch möglich, den
auf 19,67 % gefallenen Anteil an‘ der Welt-Roheisenerzeugung
 wieder bis auf 33,86 %, d. h. fast den
Vorkriegsstand, zu heben.
Auch in der Rohstahlerzeugung ging die
Gesamtproduktion der fünf Länder von rund
26 088 000 t im Jahre 1913 auf 11418000 t im Jahre
1919 zurück. Im Jahre 1926 konnte jedoch die

Rohstahlerzeugung des letzten Vorkriegsjahres bereits
 um rund 1814000 t übertroffen werden.
Gemessen an der Welterzeugung, ist jedoch das
Rohstahlergebnis der Länder der E. R.G., nicht ganz
so günstig wie das Roheisenergebnis. Die Weltgewinnung
 an Rohstahl konnte von rund 76500 000 t
im Jahre 1913 und von 57000000 t im Jahre 1919
im Jahre 1926 auf 91000000 t gesteigert werden.
Der Anteil der E.R.G. an der Welterzeugung ist jedoch
 von 34,10% im Jahre 1913 auf 20,03 % im
Jahre 1919 und auf 30,66 % im Jahre 1926 gefallen.
wie aus folgender Aufstellung hervorgeht:
Tabelle IV. Anteil der E.R.G. an der Gesamt-Welterzeugung.
Rohstahl:
Gesambwelteszeugeng an der ERG Beni An
1913 76 500 000 26 088 719 34,10 00
1919 57 000 000 11 418818 20,03 00
1926 91 000 000 27 902 618 30,66 %
Selbstverständlich sind innerhalb der E. R.G. weitzehende
 Veränderungen in der tatsächlich erzielten
 Produktion und vor allem in dem gegenseitigen
Verhältnis durch die Auswirkungen des Vertrages
von Versailles eingetreten. Die frühere Vormachtstellung
 der deutschen Eisen- und Stahlgewinnung
im Kreise der fünf beteiligten Länder ist sehr stark
zugunsten Frankreichs zurückgegangen. Das nähere
ist folgender Tabelle zu entnehmen:
Tabelle V. Anteil der einzelnen Länder der E.R.G. an der
Roheisengewinmung in den Jahren 1913, 1919 und 1926.
1913 % 1919 % 1926 %
571°") 62.1 6283873 14 9648519 36.3
631 065 7 1638051 61
447 000 9392917 35.3
618 422 2511561 9,5
251000 275 3399260 128
27000862 100.0 1023038360 100.0 26 585308 100.0
1) Deutschland 1913 einschließlich Saargebiet.
Der Anteil Deutschlands an der Roheisenerzeuzung
 der fünf Länder ist hiernach von 62,1% im
Jahre 1913 auf 36,3% im Jahre 1926 gefallen.
Selbst wenn man die Erzeugung des Saargebietes
mit zum deutschen Wirtschaftsgebiete rechnet, ist
das deutsche Wirtschaftsgebiet doch nur noch mit
12,4% oder zwei Drittel seiner früheren Quote
beteiligt. Frankreich ist durch den Zuwachs der
elsaß-lothringischen Erzeugung 1926 mit 35,3 % statt
19,3 % beteiligt. Die luxemburgische Quote ist mit
9,4% im Jahre 1913 und 9,5% im Jahre 1926 ungefähr
 gleich geblieben. Bedeutend ist die Steigerung
 der belgischen Quote, die als reine Produktlonssteigerung
 aufzufassen ist. Sie hat sich von
9,2% im Jahre 1913 auf 12,8 % im Jahre 1926,
d. h. um ein gutes Drittel, in den letzten 13 Jahren
gehoben.
Tabelle VI. Anteil der einzelnen Länder der E.R.G. an der
Rohstahlgewinnung in den Jahren 1913, 1919 und 1926.
1913 % 1919 % 1926 %
17598 82€". 657,5 7847356 68.7 12341636 442
715261 63 1734161 6.2
“a 2156000 18.9 8386249 30.1
1 366231 3.2 2243722 8.0
Le 5 334 000 29 3196850 11.5
26 088 719 1000 11418848 100.0 27902 618 1000
1) Deutschland 1913 einschließlich Saargebiet.

Deutschland
Saargebiet
Frankreich
Luxemburg
Belgien

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