Full text : 32.1927 (0032)

auf die Reisenden, die Anschlüsse in Paris erreichen wollen
nicht zustimmen können.
Die Verbindungen über Straßburg nach der Schweiz und
Italien sind verbessert. Insbesondere wird eine Frühverbindung
 von Basel sichergestellt werden. Es ist auch die
Führung eines Kurswagen in einem Zugpaare nach Basel
beantragt, die zugesagt worden ist. Die Verwaltung Straßburg
 hat sich jedoch noch nicht endgültig entschieden, in
welchen Zügen sie den Wagen führen wird.
Die Reichsbahnverwaltung hat mit Rücksicht darauf, daß
das UVeberstellen der Kurswagen auf aen Knotenpunkten erhebliche
 Betriebserschwernisse und Kosten verursacht, auch
Anlaß zu Aufenthaltsverlängerungen und Zugverspätungen
giht, eine Prüfung angeregt, ob una welche Kurswagen wegfallen
 können. Die Eisenbahndirektion Saarbrücken wird, da
ihre Kurswagen im allgemeinen nicht gut besetzt sind, Mühe
haben, die Kurswagenverbindungen aufrecht zu erhalten.
Im Nahverkehr erfordert die Regelung der Berufszüge dıe
größte Aufmerksamkeit. Jeder Arbeiter bzw. Angestellte muß
zur Früh-, Mittag- oder Nachtschicht pünktlich an- und ababbefördert
 werden. Leistet er gebrochenen Dienst, fährt er
auch zum Mittagessen heim. Da die Arbeitszeit auf den
Werken durchweg gleichzeitig beginnt und endigt, kommen
 naturgemäß die Züge für die eine Station zu früh, für
die anderen zu spät an. Die Vertreter der einzeinen Werke
der Angestellten und Arbeiter drängen aber mit Nachdruck
auf Erfüllung gerade ihrer Fahrplanwünsche, dıe zur Folge
haben würde, daß für jedes einzelne Werk besondere Züge
gefahren werden müßten. Für Schüler und zum Besuche
von Theatern und Konzerten werden besondere Züge ver
langt. Soweit es irgend möglich ist, wird versucht, alle
dringlichen Bedürfnisse zu befriedigen, wobei aber die Wirt
schaftlichkeit nicht ganz außeracht gelassen werden darf.
Die Eisenhahndircktion ist soweit gegangen, Züge für eine
gewisse Zeit versuchsweise emzulegen. In mehreren Fällen
war es jedoch nötig, diese Züge wieder ausfallen zu lassen,
weil sie allzu schwach besetzt waren.

Die Besetzung der hauptsächlich dem Berufsverkehr dienen
den Züge wechselt auf den einzelnen Streckenabschnitten sehr
stark. Vielfach wird über UVeberfüllung dıeser Züge geklagt
In Einzelfällen mag Grund zur Klage vorhegen. In der
Hauptsache ist die Ueberfüllung einzelner Wagen darauj
zurückzuführen, daß die Züge nicht gleichmäßig, sondern
in erster Linie die Wagen besetzt werden, die beim Abgang
am nächsten der Sperre stehen.
Es sind auch Klagen laut geworden, daß Reisende in der
4. Klasse stehen müßten. Die Wagen 4. Klasse sind zwar
durchweg mit Bänken ausgerüstet, es sind aber auch noch
Stehplätze in ihnen vorgesehen. Außerdem laufen in einiger
Zügen auch Reichsbahnwagen, die nicht so weitgehend mi
Bänken ausgerüstet sind wie die Wagen des hiesigen Bezirks
jedenfalls kann die Vorhaltung von Sitzplätzen für alle
eisenden 4. Klasse nicht beansprucht werden.
Zur Entlastung der auf größere Entfernung verkehrenden
Züge sind hauptsächlich von Saarbrücken aus eine Reihe
von sogenannten Vorortszügen eingelegt. Dem Wunsche der
weiter gelegenen Orte, diese Züge fortzusetzen, kann nur
entsprochen werden, wenn ein Bedürfnis hierfür nachgewiesen
ist. Man würde sonst zur Doppelführung von Zügen kommen,
die nur auf Teilstrecken besetzt sind.
Während, wie oben erwähnt, die Reichsbahn die Zugzah‘
eingeschränkt hat und erst etwa 80% Zugkilometer der
Vorkriegszeit fährt, leistet der Bezirk Saarbrücken erheblich
mehr Zugkilometer als vor dem Kriege. Im Dezember 1926
sind durchschnittlich täglich 12630 km im Personenzugdienst
gefahren, das sind auf alle Strecken gleichmäßig verteilt
16 Zugpaare.
An Sonderleistungen sind hervorzuheben:
Christihimmelfahrt, am 13. Mai 192%6 = 19 Zugpaare mit
rund 20000 Personen für den Christlichen Bergarbeiterverband,
 und am 4. Juli = 16 Zugpaare für die Freien Gewerkschaften
 mit 19000 Personen. Obwohl die Ankunft
der Züge in 11% Stunden und die Abfahrt in 11%—2 Stunden
erfolgte, ist der Sonderzugverkehr an beiden Tagen reibungs
los und ohne Unfall verlaufen.
Zu Beginn der Ferien sind 4 Sommersonderzüge zu ermäßigten
 Preisen nach Hamburg, Berlin, München und
Schlesien gefahren. Ein Zug, der nach Konstanz und Base‘
vorgesehen war, mußte wegen geringer Beteiligung ausfallen
In Einzeltransporten wurden rund 2000 erholungsbedürftige
Kinder mit Aufsichtspersonen aus dem Saargebiet zu ermäßigten
 Preisen, hauptsächlich mit Schnellzügen aufs Land
an die See oder ins Gebirge befördert.
Für eine Reihe von Fahrplanwünschen wurde die Erfüllung
zum Fahrplanwechsel in Aussicht gestellt, für andere mußte
nähere Prüfung vorbehalten werden.

Herr Lütke bittet um Einstellung eines Speisewagens
n den D 166 von Köln nach Saarbrücken, desgleichen um
Einstellung eines Schlafwagens in den D 141° von Saar
rücken nach Berlin.
Herr Abteilungsdirektor Nicklaus macht geltend, daß
die bisherige Benutzung der Schlafwagen in Koblenz und
Frankfurt a. M. nach Berlin nur sehr gering gewesen sei.
Nach den Aufschreibungen des Reisebüros seien die
Wagen täglich "durchschnittlich nur von 1 Person aus dem
5aargebiet benutzt worden.
Herr Freiherr Dr. v., Gemmingen bittet, nochmals die
"rage der Zusammenlegung der deutschen und französischen
a Sen bei den D-Zügen nach einem Bahnhof zu
prüfen. =

Herr Oberregierungs- und Baurat Berlinghoff erwidert.
laß z. B. beim Eingang der Züge von der Reichsbahn die
Aufenthalte der D-Züge auf den deutschen Grenzstationen
bereits erheblich gekürzt sind. Beim Uebergang der Züge
nach der Reichsbahn war die Prütung der Frage angeregt,
die deutschen Zollbeamten nach den Zollstationen im Saargebiet
 zur Abholung der Züge und Vornahme der Zollrevision
während der Fahrt abzuordnen. Die deutsche Zollbehörde
hat sich jedoch ablehnend verhalten. angeblich wegen der
Personalkosten.
Herr Martin fragt an, ob eine Kürzung des Aufenthaltes
bei dem D148 in Homburg (Saar) nicht möglich sei.
Herr Oberregierungs- und Baurat Berlinghoff sagt
Prüfung zu.
Herr Dr. v. Gartzen bittet noch um Verbesserung einiger
Anschlüsse von Saargemünd nach dem Bliestal über Reinı1eim
 (Saar) und umgekehrt an den D14 von Homburg
'Saar) nach den Stationen des Bliestals. Auch wurde die
Einlegung eines besonderen Spätabendzuges von Zweibrücken
ı1ach Homburg (Saar), wenigstens an bestimmten Tagen,
an denen in Zweibrücken kulturelle Veranstaltungen statt-‘inden,
 angeregt.
Herr Dr. Keuth schneidet die Frage der Einrichtung eines
Triebwagenverkehrs auf einzelnen Strecken an.
Herr Präsident Dr. Fischer erwidert, daß die Triebvagen
 der Saarbahnen zur Zeit außer Betrieb gesetzt sind
ınd die Instandsetzung längere Zeit beanspruche, auch
zroße Kosten verursache. Anstelle der Triebwagen würden
zur Zeit leichte Dampfzüge gefahren; die Prüfung der Frage
jer Beschaffung neuer Triebwagen sei noch nicht zum
Abschluß gekommen.
(Fortsetzung folgt.)

Uebersicht über die am 5. Januar 1927 gültigen
Verkehrssperren.
Dieses Sperrverzeichnis tritt an Stelle der bisher bekanntgegebenen
 Sperren. Alle in diesem Sperrverzeichnis nicht
mehr aufgeführten Sperren gelten als aufgehoben.

Oesterreich.
Gesperrt: Innsbruck-Scharnitz (Mittenwaldbahn) für Maszengutsendungen.
 Ausgenommen sind bis zu drei Wagen
täglich von einer Versandstation nach einer und derselben
Bestimmungsstation. Angeordnet am 18. 1. 24.

Italien,
Gesperrt ist die Annahme von Sammelgutsendungen, die
dem Zollamt Turin, Porta Susa zu stellen sind. Angeordne‘
am 10. 1. 25.
Gesperrt: Tarvis für die Neuaufgabe von Sendungen nach
Italien und für Sendungen mit Leitung über Tarvis nach
Jugoslawien. Angeordnet am 4, 4. 25.
Gesperrt: Como-Lago (Nord-Milan-Eisenbahn) für die An
nahme von Alteisensendungen, welche dazu bestimmt sind
1ach den anderen Stationen des Comer-Sees weiterversandzu
 werden. Angeordnet am 9. 3. 26.
Verboten ist: a) die Annahme von Gütern aller Art in
Wagenladungen für Orestrane-Mattegna mit Ausnahme von
Kohlen, Vieh, Getreide und Fisolen; b) die Neuaufgabe von
Wagenladungen in Piedicolle und Postumia Grotte. An:
reordnet am 3. 2. 1927

Frankreich,
Verboten ist die Annahme aller Sendungen nach Stationer
Bouffignereux, Roucy und Concevreux (Vorortbahn von Reims
und Umgegend). Angeardnet am 22. 6. 26
            
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