Full text : 32.1927 (0032)

tags 20 und Sonntags 19 Personenzüge in beiden Rich:
tungen, dazu kommen noch 5 Personenüberführungszüge
die zwischen Homburg und Limbach verkehren.
Bahnhof Homburg Güterzoll, der teilweise schon
am 1. Oktober 1925 in Betrieb genommen wurde, wurde am
15. Mai 1926 in seiner Gesamtheit dem Betriebe übergeben.
Es werden dort sämtliche zollamtliche Behandlungen der
Frachtgutladungen und Frachtstückgutladungen im Eingang
und im Ausgang über die Grenzen Schöneberg-Kübelberg,
Bruchmühlbach und Zweibrücken vorgenommen. Die tägliche
Durchschnittsbelastung für Monat Dezember betrug:
a) im Eingang 1046 Wagen,
b) im Ausgang 1035 Wagen.
Der Ablaufverkehr über die Rangierbefge betrug täglich
lurchschnittlich 1611 Wagen,
Von größeren Unfällen ist die Eisenbahndirektion im
verflossenen Jahre glücklicherweise verschont geblieben.
Kleinere Unfälle, Entgleisungen, Rangierunfälle erheblichere)
Art und Ueberfahren von Fuhrwerken usw. fanden statt.
im Jahre 1921 zusammen 54, im Jahre 1925 zusammen 27.
hierbei wurden getötet oder verletzt: im Jahre 1921 =
26 Reisende und 55 Eisenbahnbedienstete und fremde Personen,
 im Jahre 1925 = 1 Reisender und 16 Eisenbahnbedienstete
 und fremde Personen. Auf 400 km Betriebslänge
des Bezirks wurden bei einer Leistung von rund 6293000
Zugkilometer im Jahre 1925 = 17 Personen getötet und
verletzt. Dies ergibt auf 1 Million Zugkilometer = rund
2,7 Personen, die getötet oder verletzt wurden.
Die Anzahl der beförderten Reisenden betrug im Jahre
1925 = 62172246 Personen.
Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft hat nach dem bedauerlichen
 Unglücksfalle bei Leiferde im Bezirk Hannover
eingehende Maßnahmen getroffen, um verbrecherische Anschläge
 gegen Eisenbahnzüge zu bekämpfen. Die Eisenbahndirektion
 Saarbrücken hat sich diesen Anordnungen im allgemeinen
 angeschlossen und den bereits bestehenden Ueber
wachungsdienst durch einen besonderen Streifdienst
ebenfalls ergänzt. Die Stärke dieses Dienstes liegt in der
unvermuteten Kontrolle und in der Beobachtung Verdächtiger
durch geübte und sachverständige Streifdienstbeamte. Diese
Bediensteten sind im einzelne Gruppen eingeteilt, die ausgewählten
 Führern unterstehen. Die Beamten sind entsprechend
 ausgerüstet und begehen nach bestimmten Plänen
die einzelnen Strecken bei Tag und Nacht. Dem Streifdienst
 ist auch die Ueberwachung und Aufrechterhaltung der
Ordnung in den Zügen mitübertragen. Der schon seit Jahren
bestehende regelmäßige Streckenbegang durch Beamte ist
hierdurch nicht aufgehoben.
Die Sicherungsanlagen, Block- und Signalanlagen, sind auch
in unserem Bezirk überall durchgeführt. Sämtliche Hauptstrecken
 besitzen Streckenblockanlagen. Um auf unübersichtlichen
 Strecken dem Lokomotivführer das Herannahen eines
Vorsignals anzukündigen, ist, wie bei der Reichsbahngesellschaft,
 auch bei uns die Aufstellung von Baken vor dem
Vorsignal angeordnet worden. Sie bestehen aus rechteckigen
weiß gestrichenen Pfählen, die mit 1, 2 und 2 ansteigenden
schwarzen Strichen versehen sind und in Abständen von
100, 75 und 75 m vor dem Vorsignal aufgestellt sind. Es
soll damit verhütet werden, daß der Lokomotivführer ein
auf Halt stehendes Vorsignal überfährt.
Weitere Maßnahmen sind bei Eintritt eines Unfalles neu
angeordnet worden. Die Hilfszüge, dıe seither innerhalb
30 Minuten bei Tag und 45 Minuten bei Nacht zur Unfallstelle
 abzufahren haben, müssen jetzt, auch wenn der Arzt
und sonstige Beamte nicht rechtzeitig zur Stelle sind, schon
nach 15 Minuten abgelassen werden. Arzt und das übrige
Personal werden gegebenenfalls mit einem zweıten Hilfszug
nachgeführt. Es wird dadurch erreicht, daß die an der
Unglücksstelle aus der Nähe herbeigeeilten Aerzte sofort den
im Hilfszug befindlichen Aerztewagen zur Hand haben.
B. Güterverkehr.
‚ Die Gesamtzahl der pro Tag gefahrenen Güterzüge
vetrug 250 Züge im Jahre 1926 (245 im Jahre 10923), Sie
schwankte monatlich zwischen 6300 und 7120 Zügen.
Die Leistungen der über die Rangierberge abgelaufenen
Wagen betrugen täglich: im Rangierbahnhof Saarbrücken
3800 Wagen, in Neunkirchen 1800 Wagen, in Homburg 1600
Wagen.
a) An Zugkilometern wurden gefahren durchschnittlich
 monatlich:
1925 1926
370 461 380 525
124 785 126 082
Zusammen: 495 246 507 507

im Personenverkehr
im Güterverkehr

b) An Wagenachskilometern wurden durch
schnittlich monatlich gefahren:
1925 1926
im Personenverkehr 11 595 143 11 569 421
im Güterverkehr 9704 776 10 246 593
Zusammen: 21299919 21 816 C14
c) An Achskilometern der beladenen Güter
wagen wurden ermittelt monatiich:
1925 1926
5721276 6248 048
d) Auf einen Güterzug entfielen durch
schnittlich an Achsen:
1925 1926
1. auf Hauptbahnen 82 841
2. auf Nebenbahnen 56 509
Das Nettogewicht (Ladungsgewicht) eines Güterzuges auf
1 Zugkilometer betrug:
1925 1926
1. auf Haupthbahnen 379 390
2. auf Nebenbahnen 207 226
Der Gesamtverkehr betrug (im monatlichen Durchschnitt)
1925 1926
in Tonnen 1 616 940 1 720 360
in t/’km in Eilgüter- und Güterzügen
 45838705 46811 054
in t,km pro Achs/km 4,70 4,73
Aus diesen Angahen ist zu entnehmen, daß der Güter-‚erkehr
 im Jahre 1926 allgemein angewachsen ist, daß die
Auslastung der in unserem Bezirk gefahrenen Güterzüge
sich verbessert hat und wirtschaftliche gestaltet ist. Im
übrigen gleicht er auch den Durchschnittszahlen der im
Reichsbahngebiet gefahrenen Züge. Dabei darf nicht überzehen
 werden, daß in unserem Netz durch die Zuführung
des Leermaterials zu den Gruben eine große Zahl der
gefahrenen Züge aus leeren Wagen besteht.
I. Personenzugfahrplan.
Herr Oberregierungs- und Baurat Berlinghoff gibt solann
 einen Ueberblick über die Gestaltung des Personenzugahrplans.

Die durchgehenden Personenzug- und Schnellzugverbindungen
 dürften im Sommer 19% allen billigen Anforderungen
genügt haben. Im Winterfahrplan sind indessen gewisse
Einschränkungen eingetreten. Im Herbst 1925 bereits und
im Winter 1925/26 hatte der Personenzugverkehr nach dem
Reich und auf der Reichsbahn wesentlich nachgelassen. Die
Reichsbahn ließ daher im Sommer 1926 eine Reihe von
Zügen ausfallen, wodurch unser Gebiet aber nicht berührt
wurde, Mit Eintritt des Winterfahrplans sind jedoch die
Nachtverbindung nach und von München und die durchzehende
 Verbindung nach Dresden fortgefallen. Letztere wird
voraussichtlich zum Fahrplanwechsel am 15. Mai wieder
:ingelegt, während erstere schon für einen früheren Termin
deantragt ist. Da der Schlafwagen 2./3. Klasse in den
Zügen 3956 nur wenig benutzt wurde, wird wahrscheinlich
bei Wiedereinlegung der Züge mit einem Schlafwagen 1./2./3.
Klasse ein Versuch gemacht, ob ein Schlafwagen in dieser
Verbindung überhaupt lebensfähig ist.
Mit dem Winterfahrplan wurde ferner die Frühverbindung
nach Köln verschlechtert. Es steht zu erwarten, daß auch
diese zum 15. Mai, wie im vorigen Jahre, wieder hergestellt
wird. Hinzugekommen ist im Februar 1926 eine Schnellzugverbindung
 von Wiesbaden über Saarbrücken nach Calais
iber die Nahe und zurück über Homburg, die auf Veranassung
 der englischen Besetzung eingelegt worden ist. Am
12. Februar wird sie wegen geringer Besetzung wegfallen.
Dafür wird ein Kurswagen 1., 2. und 3. Klasse in den
Zügen 104, 148/ und 16/147 Wiesbaden—Ostende und zurück
verkehren: Saarbrücken ab 23,05, Brüssel 7,37, Ostende
2,49, London an 16,30 Uhr; London ab 14,00, Ostende
20,30, Brüssel 23,06, Saarbrücken an 8,09 Uhr. Die Verbindungen
 nach Paris sind nicht wesentlich geändert. Zu
arwähnen ist, daß die D-Züge 147 und 141, die im vorigen
Jahre unpünktlich verkehrten, in diesem Jahre besser laufen.
Zur Sicherstellung des Ueberganges unserer Kurswagen in
diesen Zügen in Frankfurt ist mit der Reichsbahn die
Vereinbarung getroffen, daß bei größeren Verspätungen Vorzüge
 gefahren werden. Der D-Zug 148, der im vorigen
Sommer vielfach mit größeren Verspätungen verkehrte, ist in
seinen Fahrzeiten auf der Reichsbahn gestreckt, so daß
künftig Verspätungen voraussichtlich nicht mehr eintreten
werden, es sei denn, daß die Zollabfertigung in Homburg
eine Ueberschreitung des Aufenthaltes erfordert. Es ist versucht,
 eine planmäßige spätere Abfahrt in Saarbrücken zu
erreichen, da der Zug für die Reisenden mit dem Ziel
DYaris dort reichlich früh eintrifft. Die französischen Verwalungen
 haben aber aus Rücksicht auf den Berufsverkehr und
            
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