Uebersicht über die Tätigkeit des städt. Arbeitsnachweises
in den Monaten Oktober, November
und Dezember 1926.
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Zu Beginn des letzten Vierteljahres war das Gesamtbild
des Arbeitsmarktes der Jahreszeit entsprechend durchaus
befriedigend. Besonders gut war die Nachfrage nach Un:
gelernten, Bauhilfsarbeitern usw. Zeitweise war es nich‘
immer möglich, den geforderten Bedarf restlos zu stellen
Auch in der Schwerindustrie waren die Einste!lungen erheblich
größer als im Vormonat. Die Landwirtschaft zeigte naturgemäß
einen weiteren Rückgang an freien Stellen. Die gesteigerte
Nachfrage nach Ungelernten wirkte sich auch in
den übrigen handwerksmäßigen Berufsgruppen aus. So zeigte
das Angebot in der Metailverarbeitung ebenfalls einen leichten
Rückgang, während die Zahl der Vermitteiungen gegenüber
dem Vormonat etwas gestiegen ist. Im Hoizgewerbe waren
Angebot und Nachfrage ziem ich ausgeglichen, gegen Monatsschiuß
war das Angebot jedoch wieder etwas stärker. Eine
Verschlechterung machte sich im Nahrungsmittelgewerbe bemerkbar.
Im Baugewerbe trat ein Ueberangebot an Arbeits:
kräften, besonders in der letzten Monatshälfte in Erscheinung
Außerordentlich ungünstig ist immer noch die Lage für
Kaufleute und Büroangestellte. Die augenblicklich schlechte
Wirtschafts!age läßt eine Besserung in absehbarer Zeit auch
nicht erwarten.
In der weiblichen Abteilung ist gegenüber dem Vormonat
eine Steigerung der Arbeitsucherzahl festzustellen, trotzdem
konnten im Haushalt noch nicht alle oftenen Stellen besetzt
werden, da zumeist nur tüchtige, bereits ausgebildete Haus:
mädchen gesucht werden, während sich das Angebot vielfach
aus jüngeren, noch unerfahrenen Kräften zusammensetzt. Von
vielen Ärbeitsuchern wurden Arbeiten mit Stundeniohnzahlung
bevorzugt. Die Lage der kaufmännischen Angestellten ist
auch in diesem Monat ungünstig, obwohl die Zahl der Vermittelungen
etwas gestiegen ist. Im Gastwirtsgewerbe wurde
durchweg nur Küchenpersonal angefordert. Gute Hausschneiderinnen
sind stets vorgemerkt.
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Die Lage des Arbeitsmarktes hat sich im Berichtsmonat in
fast allen Berufsgruppen wesentlich verschlechtert. Die Zahl
der gemeldeten offenen Stellen und der Vermittelungen ist
gegenüber dem Vormonat fast um die Hälfte zurückgegangen.
Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitern war weiter
gering. In der Schwerindustrie wurden nur die normalen
Abgänge ergänzt. Auch im Meta!lverarbeitungsgewerbe waı
die Nachfrage ruhiger als im Vormonat. Im Holz- und im
Baugewerbe war das Angebot in der letzten Monatshälfte
besonders stark, die Nachfrage dagegen sehr gering. Auch
das Bekleidungsgewerbe zeigte trotz der Saison ein stärkeres
Angebot an Arbeitskräften als in den letzten Monaten
Ungünstig gestaltete sich auch dıe Lage im Gastwirtsgewerbe.,
Die Zahl der stellenlosen Kellner hat zugenommen.
Durch die Beendigung bzw. Einstellung der Bauarbeiten
hat die Zahl der Ungelernten erheblich zugenommen. Desgleichen
ist die Zahl der stellenlosen kaufmännischen Atgestellten
weiter im Steigen ‘begriffen. Infolge der geringen
Beschäftigungsmöglichkeit ist die Zahl der Erwerbslosen-Unterstützungs-Empfänger
gestiegen.
Weibliche Abteilung: Wie alljährlich vor Weihnachten ist
die Arbeitsucherzahl sowie die Unterbringungsmöglichkeit,
besonders für Hausangestellte, im Berichtsmonat zurückgegangen.
Nachfrage bestand nach gut empfonlenen Alleimädchen
und Stundenmädchen. Verhältnismäßig günstig war
die Unterbringung für Küchenmädchen im Gastwirtsgewerbe.,
Für ungelernte Arbeiterinnen bot sich meist nur vorübergehende
Beschäftigung. Die Lage für kaufmännisches Personal
blieb weiter ungünstig. Mehrere gut emptohlene Hausschneiderinnen
sind stellenlos gemeldet.
Berufsberatung: Offene Lehrstellen sind gemeldet, jedoch
ı1och nicht so viel, um alle zur Schulent!'assung kommenden
Knaben und Mädchen unterbringen zu können. An die Arbeitgeber
ergeht die dringende Bitte, schon jetzt die Lehrstellen
dem Berufsamt, Saarbrücken 3, Fürstenstraße 4, zu
melden. Meldungen können auch telephonisch erfolgen. Anschluß
über Rathauszentrale.
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Das Gesamtbild des Arbeitsmarktes im letzten Berichtsnonat
des abgeiaufenen Jahres war außerordentlich ungünstig.
Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen und der Vermittelungen
blieb weit hinter der des Vormonats zurück.
In allen Berufsgruppen war eine Steigerung der Arbeitsucherzahl
festzustellen. Der Bedarf der Landwirtschaft an Arjeitskräften
war sehr gering. Schwerindustrie und die Beriebe
der Metallverarbeitung ergänzten nur die normalen
Abgänge. Das Baugewerbe weist die meısten Stellenlosen
auf. Im Gastwirtsgewerbe hat sich die Lage vor und nach
den Feiertagen etwas gebessert, während kaufmännisches
Personal vor ‚den Feiertagen fast gar nicht verlangt wurde,
Entsprechend der Gesamtlage war auch die Inanspruchnahme
der Erwerbslosen-Fürsorge im Berichtsmonat erheblich stark.
Zur Zeit werden rund 600 Personen aus Mitteln der Er:
werbslosen-Fürsorge unterstützt.
In der weiblichen Abteilung war die Gesamtlage ruhig.
Auch hier war vor den Feiertagen keine Nachfrage nach kauf
männischem Personal.
Berufsberatung: Das Berufsamt bittet die Arbeitgeber,
die freien Lehrstellen rechtzeitig zu melden. Lehrlingsstellen
im Schuhmacher-, Friseur-, Buchbinder-, Bäcker- und
Konditorhandwerk werden sehr gesucht. Stellen sind dagegen
wenig gemeldet. Es wird deshalb nochmals gebeten
alle freien Stellen rechtzeitig zu melden.
Konkurseröfinungen im Saargebiet.
Landesproduktenhändier Matthias Fries, Neunkirchen. Eröffnungstermin:
21. Januar 1927, mittags 12 Uhr. Konkurs:
verwalter: Rechtsanwalt Kohler, Neunkirchen.
Firma Hch. Blank & Othmar Curiger, G.m.b.H., Unternehmung
für Hoch- und Tiefbau in Saarbrücken 3
Bruchwiesenstraße 55. Eröffnungstermin: 26. Januar 1927
vormittags 11 Uhr. Konkursverwalter: Rechtsanwalt Wert
heimer, Saarbrücken.