Full text : 32.1927 (0032)

Zur Anwendung des neuen französischen Zolltarifs,
Auf eine Anfrage des Zolldirektors in Mülhausen, welches
Datum hinsichtlich der Anwendbarkeit des Tarifs auf den
für die Verzollung vorgelegten Deklarationen angegeben
werden soll, hat nach Mitteilung im „Bulletin Douanier“
Nr, 506 von 1927 die Generalzolldirektion in Paris folgende
Auskunfi erteilt:
Außer in dem Falle, wo der Text, auf Grund dessem der
Tarif geändert wird, eine Ausnahme von den in Betracht
kommenden Regelungen vorsieht, müssen diese Regein im
Einzelfalle angewandt werden. Infolgedessen können die
derartige nach Schließung des Zollamtes vorgeführte Waren
betreffenden Deklarationen erst am folgenden Tag, sofort
nach Oeffnung des Büros angenommen werden, und der neue
Tarif muß auf diese Waren zur Anwendung kommen, ohne
Rücksicht auf das Datum ihrer Vorführung, da diese außerhalb
 der gesetzlichen Dienststunden nur aus reiner Gefäiligkeit
 und im alleinigen Interesse des Handels gestattet werden
kann,

Verlängerung des franzt-sısch-aegyptlschen
Handelsveritrages,
Der am 26. Oktober 1927 eigentlich ablautende Handelsvertrag
 zwischen Frankreich und Aegypten aus dem Jahre
1902 ist nach gemeinsamer Vereinbarung um ein Jahr verjängert
 worden. Diese Verlängerung bringt die weitere
gegenseitige Meistbegünstigung mit sich. Nach dem 20. Oktober
 1928 wird der Vertrag von Jahr zu Jahr stillschweigend
verlängert, wobei beide Regierungen die Möglichkeit haben,
ihn mit vierteljährlicher Frist zu kündigen. (J. O. Nr. 250
vom 27. Oktober 1927.)

Mitteilun«:«

[=7



'Auktenbörs-


 Lage im Produktenhandel.,
Saarbrücken, den 10. November 1927.
Die seit Wochen rückläutige Konjunktur im Getreide- und
Mehlhandel hat anscheinend ihren Stillstand noch nicht erreicht.
 Seit dem Marktfähigwerden der neuen Ernte hat
sich ein stetiger Abbau der Preise vollzogen, der sich naturgemäß
 auch sofort auf dem hiesigen Markt durchsetzte. Die
qualitative geringe Inlandsernte ließ zu Beginn der Ernte
viel eher eine Hausse als wahrscheinlich voraussehen. Wenn
jetzt das Gegnteil eingetreten ist, so ist dies auf die außerordentlich
 günstige Welternte zurückzuführen, die mengenmäßig
 in den meisten Ländern höher ist als im vergangenen
Erntejahr, so z. B. in Deutschland, Frankreich und England.
Wie weit natürlich die geernteten Getreidemengen zur Vermahlung
 geeignet sind, läßt sich statistisch nicht erfassen,
jedenfalls wird ein weit größerer Teil der Ernte als in
normalen Jahren zur Verfütterung benutzt werden müssen.
Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß diese
Mengen da sind und auf den Preis drücken; es wird eben
vielleicht mehr als sonst mahlfähize Ware importiert werden
müssen, während der Import von Futtergetreide eine wesentliche
 Verringerung erfahren dürfte.
Das römische Ackerbauinstitut veröffentlicht jetzt eine Berechnung
 des Ergebnisses der nördlichen Erdhälfte, die wir
dem „Getreide-, Saaten-, Dünger- und Futtermarkt‘“, Berlin,
entnehmen,
Nach dieser Veröffentlichung betrug das Ernteergebnis in
22 Staaten (ohne Rußland):

1927 1926
an Weizen 81,99 Mille ts, 77,06 Mille ts.
Roggen 2265 „2 19,76
„ Hafer 40,50 „2 4904 „
„ Gerste 25,74 „ 2» 2511 „oe
Für alle Getreidearten, besonders jedoch für Roggen, Mehrerträgnisse
 auf der nördlichen Erdhälfte. Eine wesentliche
Beeinflussung des Preises ist jetzt nur noch von dem Ausfall
der argentinischen Ernte zu erwarten.
Die Meldungen über Schäden im den nördlichen Anbaugebieten
 Argentiniens haben gerade in den letzten Tagen
eine kleine Befestigung der internationalen Notierungen bewirkt,
 ohne jedoch Einfluß auf die europäischen Verhältnisse
zu haben, Nur die späterem Sichten haben sich erholt. Die
matiere Stimmung hat indessen nach 2 Tagen wieder Oberhand
 bekommen, so daß die Kursgewinne zum Teil wieder
verloren gingen,
Die Getreide- und Mehlpreise sind im Saargebiet nach
und nach im Uebereinstimmung ‚mit der allgemeinen Marktlage
 gewichen. Es notieren heute:

100 kg
Weizenmehl Basis fleur 2 Fr.
Roggenmehl 0 218 54
Roggenmehl 01 198 1.
vereinzelt sind draußen noch niedrigere Preise festzusteilen.
loch dürfte cs sich hier um Verkäufe und mittlerweile
zu touer gewordene Ware handeln, die unter allen Um-;tänden
 losgeschlagen werden soll, auch wenn der Verkäufer
Verluste dabei erleidet,
Futtermittel mußten naturgemäß der allgemeinen Tendenz
ich anpassen, der Abschlag ist jedoch infolge der ständig
zesicherten Nachfrage kaum ins Gewicht fallend. Das Anzebot
 an Inlandsgetreide ist nicht gerade reichlich zu nennen,
1a die Landwirtschaft sowohl im Frankreich als auch in
Deutschland in der Hoffmung auf bessere Preise wenig Ware
auf dun Markt bringt. Die Mühlen decken sich daher zur
Zeit vorwiegend: mit Auslandsgetreide ein.
Kartoffeln. Die deutsche Ernte wird auf 36 Millionen
Tonnen geschätzt, ein Mehr gegenüber 1926 um 5 Millionen
Tonnen. Die Einkellerung ist durchgängig beendet. Die
Jauptzufuhren stammten aus Elsaß und Polen, verhältnisnäßig
 wenig aus Deutschland. Infolge. der Beendigung der
Vinterversorgung konnten in den letzten Tagen zahlreiche
Vagen kein Unterkommen finden. Sie stehen entweder auf
len Bahnhöfen, wo sie mit großen Verlusten verschleudert
verden, oder müssen vom Handel auf Lager genommen
verden,
Thomasmcehl. Die Preise sind unter dem Druck der
D;eispolitik der deutschen Thomasmehlerzeuger herabgesetzt.
Man notiert zirka 21 Pfg. pro kg %o citron franko Saargrenze.
Ein nennenswertes Exportgeschäft liegt nicht vor, da der
Dreis hierzu keinen Anreiz bietet, Der Markt im Reich ist
Jurch Schleuderei ziemlich gesättigt, ob allerdings die Liefe-‚anten
 bei diesen Preisen auf ihre Kosten kommen, muß
zezweitelt werden,
Notierungen der Saarbrücker Produktenbörse.
Offizielle Preise der Produktenbörse zu Saarbrücken
per 100 kg waggonfrei Saarbrücken für den Großhandel

95 AM:

4
x

Nov,
Fr.

Mühlenfabrikate:
Tendenz: ruhig,
Weizenmehl, Basis fl,
Weir-- 1, Super,
Weizen. hl, innerfr. .
Zogger* hl 0, 4
koggenmehl 01 .
Weizenkleie, fein. :
Weizenkleie, grco
zoggenkleie .... e
Neizenfuttermehl.. . 2.0.0...
Zoggenfuttermehl.. ..........00..
Getreide:
Tendenz : ruhig.
Weizen, einheimischer ... ..
Weizen, französischer... -
Roggen, einheimischer .. ä
loggen, französischer. - ..
zoggen, deutscher . 5x
3Zraugerste ......-. vs.
Futtergerste ... .
Jafer, neuer . Seen
\uslandshafer . MERAN
\uslandsweizen. .e0000
PlaLarais aa rar rare R nen
Dfälzer Roggen .. ...... 0.0004

246
238

242 m.Sack
232

223
203
83
87
85
116
120

218
198
82
85
83
113
118

150 147 0. Sack
156 153 .
128 . 125 T
132 130 .
132 — .
140—145| 140—150
128 — 135| 125—135 m Sack
120—130|118—125
163—174 | 163—174 m, Sack
122 122

Rauhfutter, Kartoffeln usw.
Tendenz: Rauhfutter unverändert,
Kartoffeln flauer

Wiesenheu, lose...... Wen.
Wiesenheu, gepresst ...... .....
Luzernheu, gepresst, südfranz, ..
% lose ........ :
jetreidepresstroh. .
Setreidelangstroh. ;
Kartoffeln 1926 . .
Kartoffeln weisse .
Kartoffeln, rot® ...... 0.0.0004
Kartoffeln Industrie ...........-.
xunkelrüben .. 5 BEER
7 wiebeln

50
60
70
62
32

51
60
70
62
32
40
40
6
RC

42
40
46
an

1
            
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