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herrsche. Das deutsche Volk könne sich beglückwünschen,
wenn ihm eines Tages wieder Männer
wie Alfred Krupp, August Thyssen und Hugo
Stinnes erstehen würden. Freisetzung und Gleichrichtung
der vorwärtsstrebenden Kräfte sei die Aufgabe
der Stunde.‘
Nach dem Vorsitzenden, dessen Ausführungen
den lebhaftesten Beifall der Versammlung fanden,
machte der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts
für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik,
Prof. Dr. Eugen Fischer, Berlin, über „Rasse
und Vererbung in ihrer Bedeutung für Volk und
Wirtschaft‘ etwa folgende Ausführungen:
„Unter Rassetheorien versteht man nach den einleitenden
Darlegungen des Redners den Versuch,
den Ablauf kulturellen Geschehens nicht nur geschichtlich
und volkswirtschaftlich zu erklären, sondern
Unterschiede im körperlichen und vor allem
geistigen Habitus der betreffenden Menschen dafür
mitverantwortlich zu machen. Das bedeutet also,
daß es Rassenunterschiede, körperliche und geistige,
gibt, von denen neben anderen Faktoren das. historische
Geschehen, das Schicksal und die Leistungen
der Völker abhängen.
Die Berechtigung solcher Theorien ist außerordentlich
umstritten.
Wie der Redner weiter ausführte, bestand eine
bisherige Hauptschwierigkeit darin, daß wir von den
Rassen nur einfach beschreibende Definitionen hatten.
Man konnte nur an den vorhandenen menschlichen
Gruppen Merkmale beschreiben, die dann
dazu benutzt wurden, Gruppen, d. h. Rassen, abzugrenzen.
Und da gab es keine Einigkeit, Heute
ist das anders. Den Schlüssel gab die Erblichkeitsforschung.
Neben Anthropographie trat Anthropobiologie.
Untersuchungen über die Erblichkeit
der sogenannten Rassenmerkmale erst erweisen, ob
es solche sind. Die Rassenkreuzungsstudien, etwa
Davenports, Freets, vor allem die Bastardstudien,
die der Redner selbst in Süd-West-Afrika
anstellen konnte, gaben uns ein untrügliches Mittel,
zu erkennen, was Rassen sind. Heute zweifelt kein
ernster Forscher mehr an dem Vorhandensein von
erblichen Unterschieden, ganz einerlei, wie man
sie dann nennen und einteilen mag, das ist von
geringerer Bedeutung. Und nun die Rassentheorien
auf diesem neuen Boden! Kein Mensch kann die
Berechtigung folgender Fragen leugnen: Wirken auf
das Leben und den Bestand der Einzelwesen, die
eine soziale Gruppe bilden, irgendwelche Einrichtungen
eben dieser Gruppe ein? Dabei bedeutet „soziale
Gruppe“ hier jede menschliche Gruppe:
Horde, Stamm, Volk, soziale Schicht, Kaste usw.
Und umgekehrt: Wie wirkt die erbliche körperliche
und geistige Beschaffenheit der Glieder einer
Gruppe auf deren Schicksal? Die Fragen können
nur mit naturwissenschaftlichen Methoden geprüft
werden, weil es sich um Leben, Aussterben, Erbqualitäten
usw. handelt.
Redner legte nun an zwei Beispielen die Bedeutung
der Erbmasse der betreffenden Bevölkerung
dar. Einmal an der vorgeschichtlichen Bevölkerung
Vorderasiens, wo schon v. Luschan, ohne noch
etwas von Erbregeln ahnen zu können, gezeigt
hat, wie die alte Bevölkerung, das Volk der Hettiter
— heute sagen wir richtiger der Subaräer — zusammensetzte,
im Laufe der Geschichte als Volk
unterging, wie aber die körperlichen Merkmale
immer wieder hervortraten. Solange begabte semitische
Elemente dort Kultur schufen, gab es
solche. Als die alte Unterschicht wieder hochkam,
hörte sie auf. Und noch viel krasser läßt sich das
an den indogermanischen Völkern zeigen, an Griechen,
Römern, Germanen. Es ist z. B. nicht nur
die Lage, die England groß machte, Japan hat
kaum eine günstigere Lage als etwa die Sundanseln,
Korsika oder Sardinien liegen günstiger als
das alte Rom — überall waren es die Männer,
d. h. hier die Erbqualitäten, die Macht schufen
ınd Schicksale bestimmten. Und die geschichtlichen
Jntergänge von solchen Mächten und Kulturen
haben eine Aenderung der qualitativen Zusammensetzung
der betreffenden Völker zur Voraussetzung.
Man darf nicht Rassenschwärmer sein und etwa
einer bestimmten Rasse, z. B. der nordischen, alle
Leistungen der europäischen Geschichte zuschreiben,
aber ebenso fanatisch ist, wer etwa alle Rassenbedeutung
leugnen wollte. Die Anwendung auf
unser eigenes Volk sei dem Hörer überlassen, jedoch
nochmals betont, daß es sich dabei gar nicht
um eine bestimmte reine Rasse handeit, sondern
um die in einem gemischten Volk vorhandenen
arblichen guten Eigenschaften. Geistige Begabungen
sind erblich, Einbildungskraft, Willenskraft,
Entschlußfähigkeit, Intelligenz usw. sind nun einmal
verschieden verteilt, die Menschen sind nicht gleich.
Es wird im Leben jedes Volkes darauf ankommen,
laß die nötigen Erbqualitäten zur gegebenen Zeit
da sind und daß die minder begabte Menge sie walien
läßt. Geleugnet sind natürlich damit die Umveltfaktoren
nicht, sie spielen als geschichtliche
Kräfte eine gewaltige Rolle, als Lebensverhältnisse
beim einzelnen nicht minder, aber man soli ob
all dem nicht vergessen, daß das Ausschlaggebende
doch das Ererbte ist.“
Auch dieser Vortrag, wurde von der Versammlung, in
ljeren Namen der Vorsitzende dem Redner herzlichst
lankte, mit ungeteiltem Beifall aufgenommen.
Eigentliche Fachberichte über die Gegenstände aus der
Praxis und Wissenschaft des Eisenhütttenwesens, wie sie der
Verein deutscher Eisenhüttenleute sonst gewöhnlich am ersten
Tage seiner Hauptversammlung in mehreren Gruppensitzun-Jen
erstatten zu lassen pflegt, hatte die Tagesordnung nicht
vorgesehen, Sie sind alle in die große Reihe der Vorträge
jer Werkstofftagung eingegliedert worden und werden
vom 24, Oktober bis 2, November in der Technischen Hochschule
zu Charlottenburg gehalten. Dem ganzen Wesen
1er Veranstaltung entsprechend, werden die Vorträge Eisen
und Stahl als Werkstoff, ihre Eigenschaften, Prüfung und
Verwendung behandeln,
An die Versammlung in der Staatsoper schloß sich nachmittags
gegen 3,30 Uhr in .den Sälen des Zoologischen
Gartens ein gemeinsames Mittagessen an, das noch einmal
rund 1400 Eisenhüttenleute mit den Gästen des Vereins
zusammenführte und einen sehr befriediyzenden Verlauf nahm.
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