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Der In!andabsatz ist zweifellos noch steigerungsfähig
und zwar sowohl in Frankreich selbst
wie vor allem auch in den Kolonien. Interessant
ist festzusteilen, welche französischen Departements
die stärksten Kaliverbraucher sind. Nach den Ergebnissen
von 1926 steht in der Höhe des K,0-Verbrauchs
an erster Stelle das Departement Nord mit
183093 Tonnen, also die Region, wo der Gemüsebau
in großer Biüte steht. Erst in weiter Abstand folgt
Pas-de-Calais mit 9134 Tonnen an zweiter Stelle,
sodann das Marnedepartement mit 7392 Tonnen an
dritter Stelle. Verhältnismäßig geringfügig ist der
Verbrauch an Ort und Stelle, nämlich im Elsaß
zelbst, wo auf das Oberelsaß 1071 Tonnen und auf
las Untereisaß 2643 Tonnen entfallen. Das vorwiegend
industrielle Lothringen verbraucht nur 561
Tonnen.
Was schließlich die Verwaltung der elsäszischen
Kaligruben anbelangt, so steht so gut
wie fest, daß der Staat die Ausbeutung nicht aus der
Hand geben wird. Den Gedanken einer Verpachtung
an Privatuntermehmungen hat man wieder fallen lassen.
Die Gruben werden als Staatsbesitz verwaltet,
ähnlich wie Frankreich gegenwärtig die Saargruben
staatlich verwaltet. C
er Teil.
Ausfall der für den 10. Oktober vorgesehenen
Handelskammervolisitzung,
Die für Montag, den 10. Oktober 1927, vorgesehene Vollsitzung
der Handelskammer fällt auf Beschluß des Herrn
Präsidenten aus, der sich vorbehält, die für den 24. November
1927 angesetzte Sitzung nötigenfalls vorzuverlegen. Da die
wichtigsten Arbeiten, die die Handelskammer zur Zeit beschäftigen,
vor allem die Vorbereitungen für die Saarzollverhandlungen,
noch in Fluß sind, erscheint es unzweckmäßig,
für die in Gang befindlichen Angelegenheiten, über
die noch nichts Neues oder Abschließendes berichtet werden
kann, eine Beratung durch die Vollsitzung stattfinden zu
lassen.
Einfuhr von deutschen in einem arntlichen
Arzneibuch nicht aufgeführten Arznei.‘
mitteln in das Saargebiet.
Durch das deutsch-französische Handelsahkommen
vom 17. August 1927 ist die Einfuhr deutscher zusammengesetzter
Arzneimittel, die in einem amtlichen
Arzneibuch nicht aufgeführt sind, unter der
Bedingung gestattet worden, daß in gut sichtbarer
französischer Sprache sowohl auf dem Behälter
selbst als auch auf der äußeren Packung der gewöhnliche
Name und die Dosis der wirksamen Bestandteile
angebracht sind, mit Ausnahme der chemischen
Bezeichnungen und Formeln sowie des Namens
und der Adresse des Fabrikanten.
Nach einer Entscheidung der Zolldirektion in
Saarbrücken, Nr. 95318 vom 20. September 10927,
können diejenigen zusammengesetzten Arzneimittel
deutschen Ursprungs, deren Einfuhr in das Saargebiet
freigegeben worden ist, bis auf weiteres auch
ohne die oben angeführten Angaben zur Einfuhr
in das Saargebiet zugelassen werden, wenn sie
für den saarländischen Verbrauch bestimmt sind
Abendkurse
der Städtischen Höheren Handelsschule
in Saarbrücken.
Es ist beabsichtigt, in der Zeit vom 15. Oktober bis
31. März bef genügender Beteiligung folgende Kurse abzuhalten:
Sprachkurse:
Französisch (für Anfänger und Fortgeschrittene),
Englisch (für Anfänger und Fortgeschrittene).
Spanisch (für Anfänger).
Italienisch (für Anfänger).
Handelskunde:
Doppelte Buchführung und Abschlußtechnik,
kaufm. Rechnen, kaufm, Rechtskunde.
Stenographie:
Finheitskurzschrift (für Anfänger und Fortgeschr.);
Französische Stenographie,
Kosten für jeden Kursus: 120 Fr. FEinzeichnungslisten
wegen im Sekretariat der Cecilienschule (Schmollerstraße)
aus,
Persönliches.
Zum Tode des Herrn Oberbergrats Jacobs.
Mit überaus schmerzlichem Bedauern haben die Kreise
ler Wirtschaft das am 25. September erfolgte Hinscheiden
des Herrn Oberbergrats Jacobs aufgenommen. Ein Jahr lang
hat der lebensstarke und lebensfreudige Mann mit dem Tode
zerungen, in der ersten Zeit noch in der festen Zuversicht,
1aß sich die Krankheit zu neuem Gesunden überwinden lassen
nüsse, später hat auch er sich mit dem Gedanken vertraut
zemacht, daß es eine Heilung für ihn nicht mehr geben
<önne,
Auf Grund seiner glänzenden Begabungen und seiner tiefen
jeruflichen Kenntnisse war ihm von seiner Behörde das
außerordentlich schwierige Amt des Leiters der Verkaufsıbteilung
übertragen worden. Wer mit den Verhältnissen
ınserer Kohlenwirtschaft vertraut ist und wer vor allem auch
us seinem eigenen Mund gehört hat, welche Schwierigkeiten,
<leine und große, es immer wieder, Tag für Tag, zw überwinden
gab, wird seine besonderen Verdienste in dieser
Stellung richtig zu würdigen wissen. In dieser seiner berufichen
Eigenschaft hat er sich eine besonders tiefe Kenntnis
inserer wirtschaftlichen Verhältnisse im Saargebiet und ihrer
Zusammenhänge aneignen können, die gerade auch für die
<reise der Wirtschaft selbst von nicht zu unterschätzender
Zedeutung war. Die Aenderung der Verhältnisse, die mit
lem Waffenstillstand und dem Versailler Vertrag für das
5aargebiet kam, hat auch ihn, den alten treuen Bergknappen
ichwer getroffen, sie hat ihn jedoch in keinem Augenblick
Jlaranı denken lassen, seinen Posten im Saargebiet aufzuzeben,
Befestigt wurde dieser Wille in ihm vor allem auch
lurch die Tatsache, daß das Saargebict für ihn nicht nur beufliche
Wirkungsstätte, sondern ihm auch zur zweiten Heimat
‚eworden war. Mit besonderer Dankbarkeit sind vor allen
Jingen auch seine Verdienste anzuerkennen, die er sich in
ler Nachkriegszeit als Delegierter des Reichskohlenkommissars
m Saargebiet erworben hat. Den außerordentlichen Schwieigkeiten,
die auch hier vor allem in der ersten Zeit zu
‚berwinden waren, ist er in mie ‚ermüdender Arbeit
derr geworden. Seiner auf eingehender Kenntnis der wirtschaftlichen
Dinge beruhenden verständnisvollen Arbeit ist
es daher im der Hauptsache zu verdanken, wenn sich
der Bezug deutscher Kohle für das Saargebiet in den letzten
Jahren beinahe reibungslos vollzogen hat. Sein Hinscheiden
hat daher eine Lücke gerissen, die vollständig zu schließen
als unmöglich angesehen werden muß. An der Bahre des
Toten stehen daher auch im Kreise der Wirtschaft im tiefer
Trauer und Dankbarkeit für die Verdienste des Lebenden.