nachstehende Ziffern dienen, die den amtlichen
Statistiken der Straßburger Hafenverwaltung entnommen
sind:
Straßburger Hafenverkehr (in 1000 t):
Jahr BEinfubr Ausfuhr Insges. Jahr Einfuhr Ausfuhr Insges
1901 549 21 570 1922 1348 556 1.904
1910 1124 77 201 1923 1358 A446 1894
1913 165% 33 989 1924 1 940 788 2728
1919 891 163 054 1925 1879 17 25%6
1920 1161 89 „450 1926 2139 AM 3579
1921 312 123 435
Bei diesen Ziffern handelt es sich, wie gesagt,
nur um den Verkehr auf dem Rhein. Rechnet man
den Kanalverkehr hinzu, der aus dem Rhein-Marne-Kanal,
dem Saarkohlenkanal und dem Rhein-Rhone-Kanal
in Straßburg zuzsammenkommt, so ergibt
sich ein zusätzlicher Verkehr von 733000 t
im Jahre 1913 und 981 000 t im Jahre 1926, für den
Rhein- und Kanalverkehr zusammen also 2722 000
bzw. 4560000 t.
Unter den Einfuhrgütern behauptet die
Kohle den ersten Platz. Hauptlieferant ist das
Ruhrgebiet. Der Gesamtempfang des Straßburger
Hafens an Kohle betrug 1922 1021099 t,
1923 795697 t (Ruhreinbruch!), 1924 1374255 t,
1925 1329803 t und 1926 1519333 t. Davon entfielen
1926 1480242 t auf deutsche Lieferungen,
der Rest von 39911 t kam aus Belgien und Holland.
Ein weiteres wichtiges Einfuhrgut ist Getreide,
das auf dem Wege über die holländisch-belgischen
Seehäfen hereingelangt und von der großen Straßburger
Mühlenindustrie verarbeitet wird. Die Tonnage
erreichte 1926 403018 t gegen 346859 t in
1925. Unter den Ausfuhrgütern war bisher
das Kali der obereisässischen Kaligruben das wichtigste.
Es wurden verschifft 1921 19838 t, 1922
426 974 t, 1923 237614 t, 1924 306 194 t, 1925 330 867
Tonnen und 1926 264423 t. Bestimmungsland ist
vornehmlich Belgien und Holland, d. h. dort findet
der Umschlag in Ueberseedampfer statt. In Antwerpen
hat die Eisässische Kalihandelsgesellschaft
ein großes Kalidepot errichtet, ebenso sind im Straßburger
Hafen Verladungseinrichtungen für Kali geschaffen.
Neuerdings wird der Kaliexport überflügelt
vom Erzexport, der mit Erstellung geeigneter
Erzverladeanlagen einen überraschend
schnellen Aufschwung nimmt: 1924 erstmalig
143 788 t, 1925 118528 t und 1926 bereits 732679 t!
Diese Entwicklung, die bereits vor dem Kriege der
deutsche Großindustrielle Thyssen anzubahnen
suchte, verspricht für den zukünftigen Absatz der
lothringischen Minette bedeutungsvoll zu werden.
Auch der Wasserversand von Eisenerzeugnissen
hat 1924 mit 66524 t eingesetzt und 1926
63081 t erreicht. Weiterhin spielt das Soda der
Salvaywerke in Saaralben eine Rolle, der Versand
über Straßburg beläuft sich auf 85885 t in 1924,
108 176 t in 1925 und 130643 t im 1926. Im einzeinen
ergibt sich für die Waren-Ein- und -Ausfuhr des
Straßburger Hafens im Jahre 1926 unter Angabe
der Versand- bzw. Empfangsländer folgendes Bild:
Warenverkehr des Straßburger Hafens im Jahre 1926
(in Tonnen):
Einfuhr aus Deutsch- Belgien u,
land Holland Schweiz Insgesamt
Kohlen. ..... ..... 148022 39911 — 1519333
Getreide .......... 20095 ©” 3852 055 968 403 018
Eisen......... ... 7918 7181 3006 18115
Verschiedene Waren 68 980 114 081 14.270 198 240
Zusammen... 157754 TED 17601 2138 706
H
(5
Schweiz Insgesamt
Kali .. 1.240 264 422
Soda. . — 130 643
Kohlen. 35 18 60 655
Getreide . 2997 72 896
Zisenerze .. 732679
Zisenprodukte 8 394 83 081
7erschiedene Wal... 19112 115511
Zusammen. ., 501 433 112261 1439887
Die Ziffern zeigen, daß vielleicht die Zeit nicht
nehr fern ist, wo der Hafen von Straßburg seine
Rolle als Einfuhrhafen mit der eines
\usfuhrhafens vertauscht. Eine wesentliche
Steigerung der Einfuhr steht vorläufig nicht zu
arwarten. Die Kohleneinfuhr, die den Haupt-»rozentsatz
ausmacht, bleibt ziemlich stabil.
In diesem Sinne dürfte auch ein in Vorbereitung beindliches
Abkommen zwischen dem Kohlensyndikat
ınd der von den neun im Straßburger Hafen ansässigen
Kohlenhandelsfirmen gebildeten Gruppe
‚Imporchar‘“ wirken, das eine vertragliche
„ieferung von 1200000 t jährlich bzw
100000 t monatlich an den Straßburger Hafen vorzieht.
Daß die Kohleneinfuhr aus Belgien und Holand
in größerem Ausmaße steigen sollte, ist anzesichts
.der zunehmenden Eigenförderung der lothringischen
und innerfranzösischen Gruben nicht zu
ıu erwarten. Zu berücksichtigen bieibt übersee-‚sches
Petroleum, dessen voraussichtlicher
Jmschlag auf 100000 bis 150000 t jährlich geschätzt
wird. Auf der anderen Seite ist die Ausuhr
lothringischer Erze auf dem Waszerwege
erst im Anfangsstadium. Sollte Ende
lieses Jahres tatsächlich die seit Jahren erwartete
Kanalisierung der Mosel zwischen Metz und Diedenaofen
in Angriff genommen und damit das Erzbecken
unmittelbar erschlossen werden, so dürfte
ıach Fertigstellung der Kanalverbindung Diedenı1ofen—Straßburg
die Erzverschiffung auf dem Rhein
nen großen Aufschwung nehmen. Auch der
Nasserversand von elsässischem Kali erscheint steizerungsfähig,
wenngleich die französischen Seehäfen
wie Dünkirchen in schärfster Konkurrenz zu Antwerpen
stehen und das Kali durch billige Eisenbahntarife
an sich zu ziehen versuchen. Eine gewisse
Belebung schließlich ist auch für den Eisen,
‚ersand zu erwarten, der durch den Anschluß
der lothringischen Hüttenwerke an das Kanalnetz
gefördert wird.
Alles in allem muß der Ausbau des Straßburger
Hafens als einer der wichtigsten Faktoren für die
zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Elsaß-Lothringens
angesehen werden. Insbesondere erhält die
Berg- und Hüttenindustrie Elsaß-Lothringens dadurch
ein wertvolles Instrument zur Gewinnung
neuer Absatzmärkte, so daß sich ihr Vorsprung
zegenüber dem benachbarten Saargebiet noch weiter
vergrößern dürfte.
Ausfuhr nach Deutschland
7135
2.587
5 063
Belgien u.
Holland
256 017
128 05€
1074
76
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