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Der deutsch-saarländische Warenaustausch
im ersten Halbjahr 1927.
Wenn wir nachstehend mit einiger, aus techmischen
Gründen bedingten Verzögerung die vom
Statistischen Reichsamt herausgegebene Außenhandelsstatistik
über den Warenverwkehr des Saargebietes
mit dem Reichszollgebiet für das erste Halbjahr
1927 veröffentlichen, so glauben wir, daß diese
Statistik, insbesondere durch die Gegenüberstellung
mit den Vergleichszahlen für den gleichen Zeitraum
des Jahres 1926, deshalb keineswegs auf vermindertes
Interesse rechnen darf. Ist doch angesichts des
schwerwiegenden Mangels einer die gesamte Einund
Ausfuhr unseres Wirtschaftsgebietes erfassenden
Außenhandelsstatistik die amtliche deutsche
Statistik vorläufig eine der wichtigsten Grundlagen
für die Durchführung einer Konjunkturbeobachtung,
die bekanntlich im Saargebiet noch in den ersten
Anfängen steckt. Man darf hoffen, daß das demnächstige
Erscheinen der von der Eisenbahndirektion
geführten Statistik über die Güterbewegung
auf den Saarbahnen, für deren Veröffentlichung
sich die Handelskammer seit geraumer Zeit einsetzt,
weitere wertvolle Aufschlüsse über die wirtschaftspolitische
Entwicklung des Sdargebietes in den
letzten Jahren bringen wird. Es wird sich alsdanı
vielleicht die Möglichkeit ergeben, den allerdings
sehr wesentlichen Sektor, den die amtliche deutsch?
Statistik hinsichtlich des Güteraustausches des Saargebietes
mit anderen Wirtschaftsgebieten widergibt,
zu einem Gesamtbild abzurunden.
Vergleichen wir, um zunächst .die große Linie
der Entwicklung des deutsch-saarländischen Güteraustausches
festzulegen, die Ein- und Ausfuhrzahlen
der letzten drei Halbjahre, so ergibt sich hieraus
folgendes Bild:
Mengenstatistik (in Tonnen):
Einfuhr:
Ausfuhr:
1. Halbjahr | 2, Halbjahr | 1. Halbjahr
1926 1926 1 1997
‚obende Tiere .......,
‚ebensmittel u, Getränke
Zohstoffe und halbiertige
Waren........ -
Fertige Waren....
50old und Silber. ...
Insgesamt : 25 5501 28 686] 36 116
Aus vorstehender Aufstellung folgt, daß die Ein-'uhr
aus dem Saargebiet in das Reichszollgebiet,
die gegenüber dem ersten Halbjahr
im zweiten Halbjahr 1926 aus noch zu erörternden
Gründen eine relativ sehr geringe Steigerung erfahren
hat, im ersten Halbjahr 1927 um etwa 30 %
n die Höhe geschnellt ist. Wertmäßig ist die Stei-Zzerung
sogar noch größer. Zurückzuführen istdiese
vermehrte Aktivität in entscheidendem Maße auf
lie bemerkenswerte Aufwärtsbewegung der Ein-‘uhr
von Fertigfabrikaten. Während mengen- und
vertmäßig die Einfuhr von Lebensmitteln und Geränken
in dauerndem Rückgang begriffen ist, die-‚enige
von Rohstoffen und Halbfabrikaten eine zwar
ıicht unwesentliche, aber doch in mäßigen Grenzen
sich haltende Aufwärtsbewegung zu verzeichnen hat,
hat sich die Einfuhr von Fertigerzeugnissen sprunghaft
nach oben entwickelt. Wertmäßig beträgt der
Sprung vom ersten Halbjahr 1926 zum ersten Halb-'ahr
1927 weit über 100%, was wohl als Beweis
lafür gewertet werden darf, in welch erfreulichem
Ausmaße die Saarindustrie an der deutschen Konjunktur
teilnehmen konnte. Insgesamt errechnet sich
lie Steigerung des Wertes. unserer Ausfuhr nach
dem übrigen Deutschland, als der für die Beurteiung
unserer Zahlungsbilanz entscheidenden Größe,
auf rund 80%. Die Aktivität unserer Handels-Dilanz
mit dem Reichszollgebiet, die im ersten
Halbjahr 1926 34,7 Millionen Reichsmark betrug,
stieg im zweiten Halbjahr bereits auf 49,7 Millionen
Reichsmark, um schließlich in der ersten Hälfte
des laufenden. Jahres die stattliche Summe von
73,4 Millionen Reichsmark zu erreichen. An der
Gesamteinfuhr waren die Fertigfabrikate dem Wierte
nach im laufenden Jahre mit nicht weniger als
70% beteiligt, während die Vergleichszahlen für
EA u — 1025 63% und für 1926 66% lauten. Die stete
1. Halbjahr | 2, Halbjahr | 1. Halbjahr Steigerung, die sich in dieser letzten Zahlenreihe
1026 WE 6 ausdrückt, besagt, daß die Wiedereingliederung der
5.90 93.900 Saarindustrie in den deutschen Innenmarkt, die ja
0% 1454720 für die Hauptindustrien als längst vollzogen gelten
5 38 699 darf, in gesunder Fortentwicklung begriffen ist und
Mr S0 rl damit die Gewähr dafür bietet, daß aus der Auf--
_— hebung der Zollgrenze wesentliche Schwierigkeiten
499 691.10] .:560270| 47051860 für die Saarindustrie kaum mehr zu befürchten
sind. Es ist zu hoffen, daß das demnächst abzu-Wertstatistik
(in 1000 RM.): schließende Saarzollabkommen dazu beitragen wird,
Einfuhr: — —— die letzten noch bestehenden Lücken zu schließen
— Halbjahr | Z. Halbjahr und auch für die bis jetzt unberücksichtigten Teile
1926 1927 _ der Saarindustrie ihre allmähliche Wiederverschmel-2
zung mit dem deutschen Absatzmarkt sicherzustel-5
len. An der Einfuhrsteigerung sind in der Gruppe
9874 »Rohstoffe und halbfertige Waren“ fol-79535
gende Waren besonders beteiligt, wobei wir die
i— Vergleichszahlen des Vorjahres in Klammern bei-109519
fügen:
146
4675
Lebende Tiere........ 295,80 99 40 —
Lebensmittel u Getränke 2.503.30- 7 197.40 1844.10
Rohstoffe und halbfertige
Waren. ............ 656 142,40 605 488,80) 725 218.30
Fertige Waren........ 233 697,30) 2321034 30' 1486 738.—
Gold und Silber ...... 0.08 - —
Insgesamt : 892 638.80. 928819,90| 1213 800,40
Ausfuhr:
Lebende Tiere. ......
Lebensmittel u, Getränke
Rohstoffe und halbfertige
Waren ............
Sonstige Waren .....
Gold und Silber ....
Insgesamt :
Lebende Tiere . ......
Lebensmittel u, Getränke
Rohstoffe und halbfertige
Waren..........
Fertige Waren..... .
Gold und Silber.......
Insgesamt: