Für die Einfuhr des deutschen Roggens wird
dies ‚eine empfindliche Mehrbelastung bedeuten, wenn
nicht gar die Einfuhr völlig unmöglich wird, da eine Spanne
zwischen deutscher . und französischer Ware bisher kaum
bestand. Deutsches Roggenmehl, das in letzter Zeit ‘hier
rentierte, dürfte hingegen die Erhöhung noch gerade vertragen
können, trotzdem bei den geringen. Verdiensten im Mehlhandel
oft schon ein Preisunterschied' von nur einem Franken
den Ausschlag geben kann.
Die Dienstagsbörse hat von diesen Einflüssen noch nichts
verspürt. Da die Straßburger Mühlen unveränderte Preise
hatten, war auch hier Weizenmehl unverändert, desgleichen
Roggenmehl und' Mühlenerzeugnisse.
Erstmalig war Saarweizen mit ‚164 Fr. pro 100 kg notiert.
Die Notiz versteht sich für trockenes Mahlgut mit etwa
76 kg Hektolitergewicht. Zufuhren in französischem Getreide
sind spärlich, wenigstens was. Qualitätsware anbelangt. Manche
Partien können wegen Auswuchs zum Mahlen keine Verwendurg
finden. Das Mehlgeschäft ist zufriedenstellend.
Der Absatz von Futtermitteln ist sehr rege. Die Mühlen
können die Nachfrage in manchen Artikeln nicht restlos befriedigen.
Kartoffeln. Die Zufuhren aus dem Elsaß sind infolge
des günstigen Erntewetters in den letzten Tagen nicht groß
gewesen, auch die Nachfrage bewegt sich ın bescheidenem
Rahmen bei unveränderten Preisen. Die Aussichten für die
Spätkartoffelernte werden allgemein als gut bezeichnet.
Getreidehandelstag in Nancy.
Am Montag, den 5. September, ist in Nancy der alljährlich
einmal stattfindende Getreidehandelstag abgehalten
worden, dem eine Bedeutung ähnlich dem deutschen Getreide:
handelstag in Magdeburg beizumessen ist. Durch die Einbeziehung
in das französische Zollgebiet hat auch das Saargebiet
an dieser Veranstaltung ein erhebliches Interesse, da
dort am deutlichsten die Ernteergebnisse und damit die
Aussichten für die künftige Preisgestaltung sich widerspiegeln.
Der Markt war denn auch sehr zahlreich besucht, auffallend
war die große Zahl deutscher und saarländischer
Firmen. Am Vormittag war — wie von
einem Teilnehmer berichtet wird — das Geschäft -nicht besonders
lebhaft, weil die Eigner von Waren glaubten, daß
die bevorstehende Zollerhöhung, von der immer gerüchtweise
gesprochen wurde, auch eine Erhöhung der Inlandspreise
mit sich bringen würde. Diese Hoffnung wurde indessen
durch die zögernde Haltung der Käufer (namentlich seitens
der Mühlen) enttäuscht, die Aufschläge nicht bewilligten.
in Weizen war das Angebot ziemlich dringend. Die Zollerhöhung
um 7 Fr. für diesen Artikel, die am Nachmittag als
beschlossen bekannt wurde, hatte keinen belebenden Einfluß
auf die Preisgestaltung; die Ware wurde gehandelt wie acht
Tage vorher in Dijon zu 155—160 Fr. pro 100 kg, je nach
Parität, und zwar sowohl disponibel wie später lieferbar.
Bei Roggen wirkte sich die Zollerhöhung von 3,20 Fr.
bereits aus, da hier die Einfuhr mehr eine Rolle spielt.
Die Preise waren darum mit 133—134 Fr. pro 100 kg für
Champagne-Roggen behauptet, geringere Provemienzen, wie
z. B, Bretagne, wurden mit 122—124 Fr. ab Station genannt.
In Hafer größeres Angebot. Es fanden sich vormittags
nur schwer Verkäufer, am Nachmittag dagegen wurden
Käufergebote gern akzeptiert.
Kleesamen, Gelbklee. Auf diesen Artikel konzentrierte sich
in der Hauptsache das Interesse der deutschen Firmen. Da
die Preise im den letzten Tagen stark nach oben getrieben
waren, wie man sagt, auf die Nachfrage aus Deutschland
her, zeigten sich die Käufer sehr zurückhaltend. Der Hauptunsatz
dürfte daher auf das Inlandsgeschäft entfallen. Man
notierte Gelbklee in Kappen 210—212 Fr. Im Gegensatz
hierzu wurde ‚enthülste Ware zu dem verhältnismäßig billigen
Preis von 340—360 Fr. gehandelt. Dadurch trat auch das
Geschäft in Kappen zurück und lag zuletzt recht flau.
Für Rotklee lagen noch keine Muster vor, da der Regen
den Ausdrusch verzögerte. Die Tendenz war nicht einheitlich.
Die Notierung lautete 1000—1100 Fr. pro 100 kg.
Italienische Luzerne wertete 40—41 Dollar franko Grenze,
Provencer Luzerne wurde mit 49—50 Dollar gehandelt.
Braugerste, Hier haben deutsche Käufer viel Ware aus der
Sorte zu 122—123 Fı. je 100 kg aus dem Markt genommen,
Ausschreibungen.
Indien.
Sauth Indian Railway Co., Ltd., London S. W. 1,
Detty France 91: 19. September: Brückenbaustahl.
Jnterlagen gegen 10 sh. Zeichnungen von Robert White
and Partners, London Westminster S. W. 1, Victoria Street 3.
Jugoslawien.
15. September: Eisenbahndirektion Sarajewo
(Nr. 25019): Elektrisches Material laut Verzeichnis.
20. September: Eisenbahndirektion Belgrad
(Nr, 52905/27): 53000 kg Eisenblech.
28. September: Eisenbahndirektion Zagreb
(Nr. 35767/27): 167574 Stück Schrauben für Holz und
Spezialschrauben, außerdem 2725 kg Schrauben.
Nähere Unterlagen gegen Angabe der Referenzmummern (in
Klammern) von der ausschreibenden Stelle.
Sicherheitsleistung bei allen Verdingungen 10 %.
Dänemark.
Ohne Termin: Die Beleuchtungswerke der
Stadt Kopenhagen vergeben demnächst die Lieferung
von 20600 m Röhren und einer größeren Menge Fittings.
Nähere Bedingungen durch die Ausschreibungsstelle.
Redaktionsschluß: Mittwoch, den 7. September 1027.
Auf einen zweifarbig gedruckten Prospekt der Maschinenlabrik
Reppert & Cie., Saarbrücken, betr. Ventilatorenbau,
1er der heutigen Gesamtauflage der „Saar-Wirtschaftszeitung“
’eiliegt, machen wir unsere Leser noch besonders aufmerksam.
KRE En
KR Zi
7 ALLE
ZWECKE u EOPOFRUSHEN
EHRHARDT u. SEHMER
SAARBRÜCKEN