Full text : 32.1927 (0032)

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Der Vollständigkeit halber lassen wir noch eine
ziffernmäßige Zusammenstellung foigen, wobei bemerkt
 sei, daß die Absatzziffern von 1913 der amtlichen
 preußischen Statistik und die der Jahre
1920/26 den entsprechenden französischen Statistiken
entnommen sind:
Saarkohlenabsatz (in 1000 Tonnen):
1913 1920 1921 1922 1923 19224 1925 1926
Saargebiet........... 4034 2790 2840 3627 2914 38839 3758 4258
Fraukreich von 1914... 959 4067 2551 3110 2703 4283 3788 4241
Elsass-Lothringen . Ay) 561 705 808 882 1140 %2 1169
Deutschand ... > 7- 2501182 3721061 938 778
Schweiz........ 236 325 380 513 454. 360
Beigien u. Luxembur; 104 349 322 4:0 339 317
Oesterreich u, Ungarn 261 502 193 220 178 d
[talien .....0..0.000000 46 25 275 518 507 517
Schaubild und Tabelle zeigen die Umkehrung der
Verhältnisse auf den Absatzmärkten der Saarkohle
seit 1913. Frankreich ohne Elsaß-Lothringen hat
1926 ebenso viel! Saarkohle bezogen wie Deutschland
 ohne Elsaß-Lothringen 1913. Der Bezug in
Höhe von 4,2 Millionen Tonnen bleibt um nur
10000 Tonnen hinter dem Bezug von 1924 zurück,
in welchem Jahre die Förderung der Saargruben
einen seitdem nicht wieder erzielten Höchststand
von 14,1 Millionen Tonnen (1926 dagegen 13,7
Milkonen Tonnen) erreichte und dementsprechend
auch die Ausfuhr nach Frankreich stieg. Der Anteil
Elsaß-Lothringens hat die alte Höhe noch
nicht wieder erreicht, bei der rapiden Förderungssteigerung
 der lothringischen Gruben ist auch damit
 nicht zu rechnen. Annähernd gleichmäßig entwickelt
 hat sich nur der Selbstverbrauch des Saargebietes,
 dem ja durch den Versailler Vertrag die
volle Deckung seines’ Bedarfs gewährleistet ist. Im
Jahre 1926 hat der Saarabsatz erstmalig 4 Millionen
Tonnen und damit das Friedensergebnis überschritten.
 Die Erhöhung gegenüber 1925 dürfte in erster
Linie auf den gesteigerten Bedarf der Saareisenindustrie
 zurückzuführen sein, deren Erzeugung von
1925 auf 1926 um 175 000 t Roheisen bzw. 158 000 t
Rohstahl gestiegen ist. Der Absatz der Saargruben
nach dem übrigen Deutschland bietet ein
Bild stärkster Schwankungen. Setzt man die im
Jahre 1913 auf dem deutschen Markt abgesetzten
4278 000 t gleich 100, so ergibt sich für den Absatz
der Nachkriegsjahre folgender Prozentsatz:
Saarkohlenabsatz ins Reich (in Prozent):
1913 1920 1921 1922 10923 192} 1925 1026
100 17 59 276 87 248 219 182
In diesen wenigen Ziffern kennzeichnet sich am
drastischsten die in dem nach Deutschland gerichteten
 Absatz der Saarkohle eingetretene Planlosigkeit.
 Die im Jahre 1926 ins Reich gelieferten
778000 t stellen nur fast ein Sechstel des Absatzes
von 1913 dar. Im Oktober 1926, als die vom englischen
 Bergarbeiterstreik ausstrahlende Konjunkturwelle
 ihren Höhepunkt erreichte, glaubte Frankreich
die Saarkohlenausfuhr nach Deutschland auf ein
Drittel der an sich schon. geringfügigen Liefermengen
 kontingentieren zu können, heute kämpft
man wieder um den freiwillig aufgegebenen Markt.
Was das Ausland anbelangt, so ist besonders
der Rückgang der Saarkohle in der Schweiz bemerkenswert.
 ‚Hier zeigt sich der Einfluß des siegreichen
 Vordringens der weißen Kohle. Auch nach
der Schweiz sind im Herbst 1926 die Lieferungen
gedrosselt worden, ebenso wie nach Halien. Halien
und die beigisch-luxemburgische Zollunion sind die
einzigen Gebiete, die ihren Verbrauch an Saarkohle
 gegenüber 1913 gesteigert haben. B'e Igien-Luxemburg
 hat in den Jahren 1922/26 durchschnittlich

 etwa 350000 t im Jahre von der Saar
bezogen, gegenüber 141000 t in 1913. Italien
weist eine Erhöhung von 183000 t in 1913 auf
rund 500000 t in den letzten drei Jahren auf. Der
Absatz nach Oesterreich-Ungarn, der
mehrere Jahre hindurch mit gewissem Erfolg betrieben
 wurde, ist 1926 auf ein Minimum gesunken.
Für 1927 dürfte sich wiederum ein ganz
verändertes Bild ergeben. Der Absatznach
Frankreich ist im Rückgang begriffen. Einschließlich
 Elsaß-Lothringen stellt sich die Belieferung
 in den ‚Jahren 1920/26 und in den ersten
fünf Monaten des Jahres 1927 wie folgt:
Saarkohlenabsatz nach Frankreich
(einschließlich Elsaß-Lothringen):
Monats-Tonnen
 durchschnitt
1627 400 385 600
75" 900 271 300
+ 300 326 500
200 38 800
100 452 000
700 000 392 000
5410 000 451 000

im Jahre 1927
Januar 439 100
Februar 421 000
März 377000
April 324 700
Mai 374 000
Insgesamt hat Frankreich seit Uebernahme
 der Saargruben im Jahre 1920 bis
Ende 1926 30920000 t Kohle von der Saar
eingeführt. Das ergibt im Jahresdurchschnitt
 4417200 Tonnen, im Monatsdurchschnitt
 368000 Tonnen. Das Jahr
1926 hat der französischen Staatskasse aus den
Saargruben noch einmal dank außergewöhnlicher
Verhältnisse einen stattlichen Gewinn gebracht.
112580220 Fr. weist die Bilanz an Reingewinn aus
gegenüber 10059541 Fr. in 1925 und 34543561 Fr
in 1924. Wie aber wird die Bilanz des Jahres 1927
und die der folgenden Jahre aussehen? Das ist
die große Frage, die sich für Frankreich erhebt.
Das Kernproblem, dessen Lösung allein die Prosperität
 der Saargruben auf lange Sicht hin verbürgt,
 besteht in der Wiedergewinnung des
deutschen Absatzmarktes. Das aber wird
in vollem Umfange nur möglich sein unter gleichzeitiger
 Rückgabe der Gruben an ihren früheren
Besitzer und traditionellen Hauptabnehmer. —nl.

Saarländisches Stahlwerk
® ®
Dingler, Karcher & Cie 6.m.b.H.
Saarbrücken 3,
v v
Siemrns-Martin- und
Bu” winer-Stahlguss
für Berg- und Hüttenwerke, Brückenbau-Anstalten, KEisenbahnen,
 Maschinenfabriken und Hartzerkleinerungs-Industrie,
Snezialitäf: E
Rollenradsatze, Glühgeräte, Kammwalzen, Achslagerkasten,
 Waggonbeschlagteile, Lokomotivteile,
Radsterne, Stirn- und Kegelräder, Panzerplatten.

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