Full text : 32.1927 (0032)

Betrieb und Verkehr im Bezirk der Eisenbahndirektion
 des Saargebietes während des
Monats Juni 1927.
Der Personenverkehr hat sich weiter günstig ent:
wickelt. Der Pfingstverkehr, der Eucharistische Kongreß in
Dillingen und Sonntagsveranstaltungen — wie Sportfeste und
dergleichen — brachten reges Leben auf die Bahnhöfe. Von
den Stationen des Bezirks wurden 1336232 Fahrkarten (im
Vormonat 1307107 Stück) verkauft, was einem Tagesdurchschnitt
 von etwa 44541 Karten entspricht. In Saarbrücken
Hbf. wurden 278231 Fahrkarten (täglich etwa 9275 Stück)
verkauft. Zur Bewältigung des Verkehrs wurden außer den
Fahrplanmäßigen Zügen 42 Sonderzüge gefahren, während in
288 Fällen Zugverstärkungen erforderlich waren.
Auch im Gepäck- und Expreßgutverkehr hat
sich die aufsteigende Linie behauptet. In Saarbrücken Hbf,
wurden 23165 Gepäcksendungen im Versand und Empfang
mit einem Gewicht von 725 t behandelt, während 25373 Expreßgutsendungen
 mit einem Gewicht von insgesamt 489 |
im Versand und Empfang abgefertigt bzw. zugestellt wurden
Außerdem wurden 738 t Gepäck und Expreßgüter in Saarbrücken
 Hbf. umgeladen (Durchgangsverkehr) und 12681
Gepäckstücke bei der dortigen Gepäckaufbewahrungsstelle
hinterlegt.
Der Güterverkehr ist gegenüber dem Vormonat etwas
zurückgegangen, bewegte sich jedoch immer noch auf dem
bisherigen Durchschnitt.
Es wurden insgesamt 133218 Wagen (1330911 Wagen im
Vormonat) an 24 Arbeitstagen gestellt, was einem arbeitstäglichen
 Durchschnitt von 5550 Wagen entspricht. Von
den gestellten Wagen entfallen für Kohlen insgesamt 90 646.
im arbeitstäglichen Durchschnitt (eier Berücksichtigung der
von der Grubenverwaltung eingelegten zwei Feierschichten,
4120 Wagen. Nicht rechtzeitig gestellt wurden insgesam
700 Wagen.
An Gütern wurden insgesamt 1750835 t (1776635 t ir
Vormonat) befördert; 'hiervon entfallen 12735 t auf Stückgut.
Die Abnahme um 16800 t ist auf die geringere Zahl der
Arbeitstage (24 gegenüber 25 Tagen) zurückzuführen. Im
Bergbau wurden infolge Absatzschwierigkeiten zwei Feierschichten
 eingelegt. Ausgeführt wurden im Berichtsmonat insgesamt
 777187 t; hiervon entfallen auf Kohlen 576432 t
auf sorstige Wagenladungsgüter 198999 t und auf Stück:
güter 1756 t. Eingeführt wurden an Kohlen 39734 t, an
sonstigen Wagenladungsgütern 393276 t und an Stückgütern
5600 t, insgesamt 43700 t. Gegenüber dem Vormonat hat
sich die Ausfuhr um 452418 t und die Einfuhr um 2322 t
gesteigert. Dagegen ist im Binnenverkehr ein Rückgang
von 64370 t (hiervon 46337 t Kohlen) festzustellen. Insgesamt
 wurden im Binnenverkehr 538948 t bewegt; ‘hiervon
entfallen auf Kohlen 350340 t, auf sonstige Wagenladungs:
güter 183319 t und auf Stückgüter 5289 t.
Die Betriebslage während des Berichtsmonats wat
befriedigend. Der Bewältigung des Personenverkehrs dienten
388 869 Zugkilometer und 11751472 Wagenachskilometer;
der Bewältigung des Güterverkehrs 126322 Zugkilometer und
105725410 Wavenachskilometer.

Deutsche Reichsbahn.
Fahrpreisermäßigung der deutschen Reichsbahn
zum Besuche anerkannter Mustermessen
im Ausland,
Die deutsche Reichsbahnverwaltung hat neue Bestimmungen
über die Gewährung von Fahrpreisermäßigung zum Besuche
anerkannter Mustermessen im Auslande mit erheblichen Erleichterungen
 gegenüber dem bisherigen Stande eingeführt.
Für den Bereich der Saarbahnen sind solche ebenfalls mit
dem 1. August 1927 in Kraft getreten. Im Anschluß an
diese Veröffentlichung in Nr. 31 der „Saar-Wirtschaftszeitung“
geben wir nachfolgend die neuen Bestimmungen der deutschen
Reichsbahn bekannt:
1. Den ‚deutschen und ausländischen Besuchern anerkannter
Mustermessen im Auslande kann auf den Strecken der Deutschen
 Reichsbahn-Gesellschaft für Hin- und Rückfahrt eine
Ermäßigung von 25 v.H. des Fahrpreises der 1., 2. und
3. Klasse ‚des allgemeinen Verkehrs (auch in Schnellzügen)
gewährt werden, und zwar sowohl beim Antritt der Reise
in Deutschland als auch zur Durchfahrt durch Deutschland.
Die deutsche Reichsbahn veröffentlicht im Einzelfalle besonders,
 für welche ausländische Messe und für welche
Zeit die Fahrpreisermäßigung angewendet wird.
2. Die Ermäßigung wird für Hin- und Rückfahrt zusammen
vewährt. Es wird zwar für iede Fahrt ie eine besandere

Karte ausgegeben, die Karte zur Rückreise ist jedoch schon
ei der Hinfahrt mit zu lösen, sie kann aber über einen
ınderen Weg oder auch von. einer anderen deutschen Ueberzangsstation
 ab gelten.
Für Hin- oder Rückfahrt allein besteht keine Ermäßigung.
3. Die Fahrkarten können gelten: .
a) zur Hinfahrt frühestens vom fünften Tage vor Messebeginn
 bis spätestens zum vierten Messetage;
b) zur Rückreise vom ersten Messetage ab längstens
14 Tage.
4. Die Fahrkarten werden gegen Vorzeigung eines Ausweises
 der ausländischen Messeleitung verabfolgt und gelten
nur in Verbindung mit diesem Messeausweis, der mit der
7ahrkarte vorzuzeigen ist.
Der Messeausweis soll in deutscher Sprache den Namen
des Inhabers, den Zweck der Reise und die Dauer der
Messe (den ersten und letzten Messetag) enthalten,
5. Kinder unter 10 Jahren genießen keine weitere Fahrpreisermäßigung.

6. Fahrtunterbrechung ist je einmal auf der Hin- und
Rückreise gestattet.
7. Bei Benutzung von FD-Zügen, Expreß- und Luxuszügen
sind die vollen tarifmäßigen Zuschläge zu bezahlen.
8. Der Uebergang in eine höhere Wagenklasse ist zugelassen.
 Bei Berechnung des Preises der Uebergangskarte
gilt die ermäßigte Karte als Fahrkarte des allgemeinen Verkehrs.

9. ‚Diese Verfügung tritt sofort in Kraft, Die Vergünstigung
ist gemäß 8 6 5 der EVO. genehmigt, sie wird versuchsweise
 gewährt.

Lieferfristenzuschläge im deutsch-polnischen
Güterverkehr,
Verschiedene Anfragen gaben der Handelskammer Anlaß,
lie im :deutsch-polnischen Güterverkehr bestehenden Liefer-‚ristenzuschläge
 festzustellen. Zur Unterrichtung der Verirachter
 geben wir dieselben nachstehend bekannt:
L Deutschland: keine besonderen Zuschlagsfristen.
N. Polen: 2
a) für Stationen Ilowo, Grudziadz, Torun, Przedm,
Bydhoszcz, Chojnice, Laskowice, Tczew und Zajaczkowo
 Tez:
für Eilgut, ausgenommen beschleunigtes
Eilgut 1 Tag
für Frachtgut, ausg. lebende Tiere 2 Tage
b) für die Strecke Skierniewice — Warszawa -— Ilowo
nach Danzig:
für Eilgut in Wagenladungen 2 Tage
für Frachtgut in Wagenladungen 2 Tage
c) für die Station Leszno: für alle Stückgutsendungen
 (Eil- und Frachtgut) 10 Tage
Il. Oesterreich: Für alle im Bereich der Oester-'eichischen
 Bundesbahnen, der Eisenbahn Wien—Aspang und
ter Aktien-Gesellschaft der Wiener Lokalbahnen zur Auf- und
Abgabe kommenden oder die Strecken dieser Bahnverwalungen
 durchlaufenden Sendungen sind folgende Zuschlagsiristen
 festgesetzt:
1. Für Frachtstückgut, ausgenommen lebende
und tote Tiere, Bier und Fleisch, ohne Rücksicht
 auf die Entfernung
für Eilgut, ausgenommen lebende Tiere, das
in Bahnhöfen zur Auf- oder Abgabe gelangt
die nicht an den die Wiener Bahnhöfe ver:
bindenden Bahnlinien gelegen sind, und das
über diese Linien gemäß den Verkehrs:
‚eitungsvorschriften oder gemäß einer Vor
schrift des Absenders im Frachtbriefe be-‘ördert
 wird
IV. Tschechoslowakei:
1. für Eilstückgüter 1 Tag
2. für Frachtstückgüter: für die ersten 300 km 2 Tage
und für die weiteren Entfernungen noch einen
weiteren Tag;
Für Sendungen aller Art, die über die nachbezeichneten
Stationen befördert oder in ihnen zur Beförderung aufgegeben
 oder durch sie ausgeliefert werden:
a) Bohumin, Bratislava hl. nardr., Brno, Ceske€ Budejovice,
 C. Lipa vsechna nadr., Jihlava mestsk& nadr.,
Kosice. Liberec Vsechna nadr.. Obrnice, Plzen. Pol-Tap


            
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