Devisennotierungen in Paris und Berlin
vom 9. bis 15. Juni 1927,
Saarbrücker Asbest - Fußboden - Werke
Gegründet 1907 G. m. b. H. Telephon 2273
Saarbrücken 3
Büro: Königin-Luisenstr. 57, Fabrik u. Lager: Meerwiesertalweg 13
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Fugenlose Fußböden für Bauten jeder Art.
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Mitteilungen de:
lichen Vereins.
I 3
nl el
Niederschrift über die Vorstandssitzung des Wirtschaftlichen
Vereins am 2. Juni 1927.
5. Die Ermäßigung der Nebenklassen ist dringend notwendig.
Die Einführung einer oder zweier meuen Klassen
zwischen D und E, gegebenenfalls zwischen E und F
würde zu begrüßen sein unter der Voraussetzung,
daß Auftarifierungen unterbleiben. Das gleiche gilt
„für die Einführung einer dritten Stückgutklasse.“
Die Entschließung sei dem Herrn Reichsverkehrsminister
jer Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft
‚owie den Herren Mitgliedern des Ausschusses der Verkehrsnteressenten
übermittelt worden.
Punkt 4 der Tagesordnung: „Der Stand der saarändischen
Aufwertungsfrage.‘“ Der Generalseckretä:
zibt davon: Kenntnis, daß die Regelung der Aufwertungsfrage
'm Saargebiet wohl in Kürze zu erwarten sei. Er erinnerf
laran, daß gerade der Wirtschaftliche Verein zusammen mil
jer Handelskammer sich um diese Regelung bemüht habe.
Zei den verschiedenen Aussprachen ist man sich darüber
<zlar, daß man bei der Regelung im Saargebiet auf die
leutsche Aufwertungsgesetzgebung zurückgreifen müsse. Das
;chließe nicht aus, Aenderungen mit Rücksicht auf die hieigen
Verhältnisse eintreten zır lassen, Wesentlich für die
Jebernahme der deutschen Aufwertungsgesetzgebung sei auch
lie Tatsache, daß wir nunmehr schon über zwei Jahre
Draxis verfügen. Dem Wunsche auf baldige gesetzliche
legelung in der Aufwertungsfrage wird von der Versammlung
inmütig zugestimmt. Hierbei wird nochmals besonders zum
\usdruck gebracht, daß man gleich ganze Arbeit machen
nüsse und nicht nur Teillösungen versuchen.
Zu Punkt 5 der Tagesordnung: „Steuerfragen‘‘
verichtet Herr Knoblauch kurz über den Stand der Ver-1andlungen
mit dem Reich wegen Beseitigung der Doppelyesteuerung.
Diese Verhandlungen seien im Gange, seit das
Saargebiet der Steuerpflicht des Deutschen Reiches entzogen
jei und infolgedessen als Steuerausland gelte.
Bezüglich der Einkommensteuer sei ein Gegen-‚eitigkeitsabkommen
schon 1921 getroffen worden, das ohne
Zücksicht auf die bestehenden Gesetze bestimme, daß Eincommen
aus Grundvermögen und Betriebsvermögen in dem
‚ande zu versteuern sei, in welchem das Grund- und Betriebs-‚ermögen
liege, alles andere Einkommen sei in dem Lande
u versteuern, in welchem der Nutznießer wohne. Dieses Ab-<ommen
habe insofern größere Bedeutung gewonnen, als im
ibrigen Deutschland auch das Einkommen, welches durch
lie vermittelnde Tätigkeit ständiger Vertreter saarländischer
7irmen in Deutschland erzielt wird, grundsätzlich drüben
;teuerpflichtig sei, im Hinblick auf das Abkommen aber
wicht zur Versteuerung herangezogen würde. Trotz des Abzommens
würden aber im übrigen Deutschland Dividenden,
Zinkünfte aus der Beteiligung aus einem Handelsgewerbe als
;tiller Gesellschafter ımd sonstige Kapitalzinsen mit 100%
versteuert, wenn der Sitz oder Ort der Leitung des Schuld-1ers
in Deutschland läge. Dadurch, daß die restlichen 90 %
mier im Saargebiet einkommensteuerpflichtig sind, liege tatsächlich
eine Doppelbesteuerung vor, für deren Beseitigung
man eintreten müsse, Es sei bis heute leider noch kein Weg
zefunden worden, der zur Befreiung geführt hätte. Solange
Jeutschland den Steuerabzug vom Kapitalertrag vornähme
salite wenigstens im Saargehiet die hereits gezahlte Stetrer
(Fortsetzung.)
Punkt3der Tagesordnung: „Verkehrs- und Tariffragen.
Neufestlegung des deutschen Eisenbahntarifsystems
und die Forderungen der Saarwirtschaft.‘“ Der Vorsitzende
weist einleitend darauf hin, daß er auf Veranlassung
des Arbeitsausschusses zusammen mit Herrn Dr. Zirker
von der Geschäftsführung der gemeinsamen Verkehrs:
ausschuß-Sitzung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
und des Deutschen Industrie- und Handelstages beigewohnt
habe, in der man ein letztes Mal über die Neuregelung
des Normalgütertarifes sprechen und zu einer einmütigen
Stellungnahme habe kommen wollen. Nachdem nun,
wenn auch in bescheidenem Umfange, direkte Tarife zwischen
jer Saarbahn und der Reichsbahn erstellt seien, habe auch
die Wirtschaft im Saargebiet ein Interesse an der Gestaltung
der Tarifverhältnisse bei der Reichsbahn. Darüber hinaus
sollten die Wünsche des Saargebietes auf Ausgestaltung
dieser direkten Tarife zwischen Saarbahn und Reichsbahn
dort zum Ausdruck gebracht werden, Dies sei durch Herrn
Dr. von Vopelius erfolgt. Seine Anregung findet einmütige
Zustimmung, Ein Vertreter der Reichsbahnverwaltung stellt
die baldige Erfüllung in Aussicht.
Ueber den Verlauf und das Ergebnis der Besprechung
arstattet dann Herr Dr. Zirkler Bericht. Besonders von
Interesse seien verschiedene Zahlenangaben über die Be-'riebsentwicklung
und die finanziellen Ergebnisse bei der
Reichsbahn gewesen. Im der Entschließung habe man sich
darauf beschränkt, nur das festzuhalten, dessen Erfüllung
im Augenblick besonders dringend erschienen sei. Das Erzebnis
der Beratungen sei wie folgt zusammengefaßt worden:
„Der Verkehrsausschuß .des Deutschen Industrie- und
Handelstages und des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
sind unter dem Vorsitz des Herrn Geheimrat
Dr. Haeuser am 31. Mai im Leipzig zusammengetreten,
Auf Grund eines eingehenden Referates des Vorsitzenden
des Verkehrsausschusses des Reichsverbandes der Deutschen
Industrie, Herrn Generaldirektor Waibel, und einer
ausgedehnten Aussprache konnte als ‚einhellige Meinung der
Ausschüsse zu der von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft
beabsichtigten Bereinigung des (iitertarifs folgendes
festgestellt werden:
Zu einer Tariferhöhung liegt trotz etwa steigender
Ausgaben bei der gegenwärtigen Finanz- und Verxehrslage
nicht der geringste Anlaß vor. Sie würde sich
für die Entwickelung unserer gesamten Wirtschaftslage
aufs schädlichste auswirken.
Trotz dieser Feststellung muß anerkannt werden, daß
m Augenblick nur die dringendsten Wünsche, deren
Srfülhumng für die gesamte Wirtschaft notwendig erscheint,
erhoben werden sollten.
Unter dieser Voraussetzung erscheint die Ermäßigung
der Nahentfernungen und hiermit gekoppelt die Herabsetzung
der Klassen A—N als die dringendste Fordemung,
Nach eingehender Prüfung wird es für das zweckmäßigste
gehalten, die Ermäßigung der Nahstaffeln
durch Einführung einer Staffelung der Abfertigungszehlühren
oleichmäßig für die Klassen durchzufühnren