großer industrie!ler Unternehmen. In einem weiteren Ausbau
wird sich Dnjeprostroi zum Kraftzentrum der ukrainischen
Großindustrie überhaupt entwickeln.
Kaum weniger bedeutsam sind die Perspektiven, die sich
aus der Regulierung des Dnjepr ergeben und die den Strom
mit einem Schlage, neben der Woiga, zu einer der wichtigsten
Wasserstraßen der Sowjetunion machen wird. Bisher
ist die Schiffahrt sowohl auf dem Ober- als dem Unterlaufe
des Flusses nur bis zu den Stromschnellen möglich. Sowie
die Beschieusung betriebsfertig ist, ändert sich das Bild
vollkommen. Nach den Berechnungen des Volkskommissariats
für Verkehrswesen ist sofort mit einem jährlichen Transitverkehr
von viereinhalb Millionen Tonnen zu rechnen. Strom:
abwärts werden vor allem Holz und Getreide, stromaufwärts
Naphta und andere Güter gehen. Im Unterlauf des Dnjepr
so'l die Regulierung des Flusses dann mit einer großen
Bewässungsan.age in Verbindung gebracht werden, durch die
in der Trockenzone der südlichen Ukraine etwa 2 Mill
fruchtbaren Bodens bewässert und vor Dürrekatastrophern
bewahrt bieiben können.
Die Kosten für die Anlage des Großkraftwerks allein
belaufen sich auf 120 Mill. Rbl.; die Baudauer ist mit fünf
Jahren angesetzt.
Von ähnlicher Bedeutung für die gesamte Wirtschaft großer
Gebietsteiie der UdSSR. ist der von der Staatsp!ankommission
als zweites Projekt besch!ossene Bau der Semiretschensker
Eisenbahnlinie, die das Baumwollgebiet
Zentralasiens mit dem sibirischen Getreidegebiet verbinden
soil. Die Länge der projektierten Strecke Frunse (Pischpek)—
Almata—linskoje—Semipalatinsk ‘beträgt 1200 Werst; die
Kosten des auf fünf Jahre veranschlagten Baus sind mit rund
30 Mill. Rbl. angesetzt,
Die geplante Strecke ist in erster Linie für die Entwick'ung
des Baumwollanbaues in Zentralasien und Kasakstan
von größter Bedeutung, darüber hinaus aber auch für die
Rohstoffversorgung der gesamten Textilindustrie der Sowjetunion.
Die Baumwolleinfuhr der UdSSR. beziffert sich jährlich
auf über 200 MIl. Rbl., während Zentra!asien und
Transkaukasien bei voller Ausnützung ihrer natürlichen Bedingungen
nach den Berechnungen des Hauptbaumwo!lkomitees
in der Lage sind, 83,5 % des gesamten Baumwollbedarfs
der Sowjetunion zu decken. Die Entwick'ung des
Baumwollanbaus in Zentra'asiens scheiterte bisher jedoch an
den Schwierigkeiten der Getreideversorgung. Erst der Bau
der Semiretschensker Strecke ermöglicht die Versorgung
Zentralasiens mit billigem sibirischen Getreide und damit
zugleich die Ablösung der zentralasiatischen Getreidekulturen
durch die ungleich wertvollere Baumwollkultur.
A
Amftlicher Teil.
mr
Inhalt des Amtsblattes der Regierungskommission
Nr. 3 vom 18. Januar 1927.
Amtliches,
Verwaltung des Innern. -
Verordnung betr, die Einführung der Reichsverordnung zur
Behebung der dringendsten Wohnungsnot.
Verordnung betr. Zusammensetzung und Aufgaben der Pacht
einigungsämter zur Nachprüfung der Preise bei landwirt:
schaft’ichen und Gartengrundstücken sowie bei Jagd- um
Fischereipachtverträgen.
Bey echung betr. Veriust von Führerscheinen (1363
6671).
Oeffentliche Arbeiten, Eisenbahnund
Postwesen.
Bekanntmachung betr. Güterverkehr ‚der Saarbahnen. Aus:
1ahmetarif für minera’ische Brennstoffe zwischen Frankreich
and dem Saargebiet P. V. Nr. 207.
Sozialversicherung.
Bekanntmachung betr. die Wahl der Versichertenbeisitzer
bei dem Oberversicherungsamt für das Saargebiet.
. Privatversicherung.
Bekanntmachung über eine im Saargebiet aufgelöste Sterbekasse
umd über einen Viehversicherungsverein,
Bekanntmachung betr. Genehmigung von Geschäftsp'anänderungen
. ausländischer Versicherungsunternehmungen.
In zweiter Linie fiele der Semiretschensker Eisermbahn die
Versorgung des walidarmen Zentralasiens mit Holz zu, als
aner,äßliche Voraussetzung für den Ausbau des Bewässungssystems
der Baumwollkuituren; ferner die Versorgung mit
Arbeitsvieh und Viehzuchtprodukten. Der Bedarf Zentralasiens
allein an Arbeitsvieh beläuft sich jährlich auf 80000
Stück, die aus Westchina und der Mongolei angetrieben
werden. Erst die geregelte Versorgung Zentralasiens mit
Getreide, Holz und Arbeitsvieh auf dem nächsten und billigsten
Wege über die Strecke Turkestan-—Sibirien schafft die
Vorbedingungen für die weitere Entwicklung des Baumwollanbaus.
Außerdem durchquert die projektierte Strecke die wich-Higsten
‘landwirtschaftlichen Gebiete Kasakstans und Kirgisziens,
so daß hier mit einem mächtigen Aufschwung der
Warenproduktion im Ackerbau und der Viehzucht zu
rechnen ist. Namentlich wird die neue Strecke zur Auslehnung
der Anbaufläche in den sich dem Baumwollgebiet
ıähernden fruchtbaren Tälern der Flüsse Ili und Tschu
beitragen.
Auch für die Hüttenindustrie Kasakstans und Kirgisiens
verspricht die Semiretschensker Strecke der Ausgangspunkt
ziner neuen planmäßigen Entwicklung zu werden. In den
Gouvernements Semipalatinsk und Akmolinsk legen Kohlenager,
die auf Hunderte Milliarden Pud geschätzt werden.
Außerdem befinden sich in diesen Gouvernements sowie in
lem nördlichen Teil von Dshetyssu mächtige Erzlager von
Nichteisenmeta!len, beispie'sweise die Ridder-Gruben, deren
volle Erschließung nicht nur für die Union, sondern von
nternationa:er Bedeutung ist. Nach den Berechnungen Urq-1arts
versprechen die dortigen Kupferlager eine jährliche
Ausbeute von 9 Mill. Pud., d. h. viermal so viel, wie
m Rekordjahr 1913 in ganz Ruß!'and gewonnen wurde.
Achnliche Perspektiven eröffnen sich auch für die übrigen
Metalle, Besonders charakteristisch für den Bergbaurayon
‚on Kasakstan und Kirgisien ist die enge lokale Verbundenheit
von Kohle und Erz.
Abgesehen davon befinden sich in der künftigen Eisenbahnzone
mächtige Salzlager, an denen namentlich das
westliche Sibirien interessiert ist.
Eine große Role ist der Eisenbahnverbindung Sibirien—
Zentralasien auch im Warenaustausch mit dem westlichen
China und der westlichen Mongolei vorbehalten.
Alles in allem genommen ste'lt das Projekt der Semiretschensker
Eisenbahn’inie eine äußerst glückliche Kombination
dar zwischen den Interessen der Industrie!asıerung des Landes
und der Entwick'ung der Landwirtschaft, und zwar auf dem
Wege ihrer Intensivierung “
Verlängerung der Verordnung betr. die Einführung
der Reichsverordnung zur Behebung der dringendsten
Wohnungsnot.
Durch Verordnung der Regierungskommission vom 6. Januaı
1927 (Amtsb'att Nr. 33 vom 18. Januar 1927) wird der 8 %
der Verordnung vom 15. Januar 1921 betreffend die Ein-Führung
der Reichsverordnung zur Behebung der dringend:
sten Wohnungsnot vom 15. Januar 1919 dahin abgeändert,
daß die Geltungsdauer der Verordnung bis zum 31. De:
zember 1929 erstreckt wird.
Im 8 4 der Verordnung vom 15, Januar 1921 (Amtsbl, 1021
Seite 153) war bestimmt worden, daß die Verordnung bis
zum 1. Januar 1924 gelten sollte,
Die Mietpreisteuerungszahl für Januar 1927.
Die Regierungskommission hat in ihrer Sitzung vom 14
Januar beschlossen, den Umrechnungsfaktor für den Monat
Januar 1927 auf der gleichen Höhe wie für den Monat
Dezember zu lassen, daß also 1 RM. Friedensmiete gleich
3,55 Fr. berechnet wird.
Vebersicht über die Förderung der französischen
Saargruben im Monat November 1926.
Im Vergleich mit dem Vormonat ist die Förderung der Saargruben
zurückgegangen. Trotzdem ist die Tagesleistung in kg
pro Kopt des Arbeiters unter und über Tage von 692 auf
702 gestiegen, womit die Rekordzahl für 1926 erreicht ist
Auch eine Verminderung der Haldenbestände ist eingetreten