Patente, Beziehungen, Vertreterorganisationen. Die
Gesellschaft erhält für das Einbringen der Anlagewerte
einschließlich der Patente und der gesamten
Organisation nom. 4500000 Reichsmark Aktien der
Demag Aktiengesellschaft sowie nom. 13000000
Reichsmark Genußscheine, die mit denselben Rechten
wie die Aktien sowohl am Gewinn als auch am
Vermögen der neuen Gesellschaft beteiligt sind
Die Uebernahme der Materialien, Halb- und Fertig
fabrikate erfolgt gegen Barvergütung. Die Abwicke
lung der Debitoren und Kreditoren wird durgh dic
aiten Gesellschaften vorgenommen. Die Gründung
der Demag Aktiengeselischaft ist am 12. August
1926 erfolgt.
Die Leistungsfähigkeit der Gründerfirmen deı
Vereinigten Stahlwerke A.-G. und die tatsächliche
Produktion 1925 erreichte in tausend Tonnen folgende
Ziffern:
Jährliche Leistungsfähigkeit
Kohle Koks Roheisen Rohstah
11688 2%2 1015 1b
5100 0° 9 “322 1200
500 72 880
' 40 200 2100
a 0 ‘2
a8
7
"65
Gelsenk, Bergweık,
Deut-ch-Luxe ‚burg
Bo: humer Verein
Thyssen
Phönix
Van der Zypen
Rheinstahl
Fa
7“
Produktion 1925
Koks Roheisen
1620 396 72
451 807 822
+33 4:3 423
374 1397 1332
43 992 1313
_ 123 161
- 261 648 792
22.885 6784 ATI 4.920
Hierzu tritt die Leistungsfähigke’t und Produktior
der Aipinen Montan-Geselischaft und der Gewerk-:
schaft Emscher Lippe mit folgenden Ziffern:
Jährliche Leistungsfähigkeit
Kohle Koks Roheisen Rohstah
in Tonnen
Alp’ne-Mo-”tan-Gesell-chaft 1059010 81000 2720000 505 00(
Gewerkschatt Emscher Lipve 2490000 950400 —
Produktion 1925
Koks Roheisen Rohstah!l
in Tonnen
Alpine-Montan-Ges-Hschaft 1003900 71000 380000 304000
Gewerkschaft Emscher Lippe 110,991 409206 —
Die Erzförderung der Alpinen Montan-Gesellschaft
im Jahre 1925 hat 1025035 t betragen.
(Fortsetzung fo!gt.)
Die Bauprojekte Sowjet-Pußlands.
Danieprostroi und Semiretschensker Eisenbahn.
Dem Heft Nr. 22 der von der Handelsvertretung der
UdSSR. in Deutschland herausgegebenen Zeitschrift „Die
Vo:kswirtschaft der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“
entnehmen wir auszugsweise die nachstehenden üieraus
interessanten Ausführungen über die P!äne der Russen zur
Erschließung ihres Ricsenreiches in verkehrstechnischer und
industrieller Hinsicht. Die Verwirklichung des Baues der
Eisenbahn:inie von Trunse nach Semipalatinsk, durch die
das Baumwollgebiet Zentralasiens mit dem sibirischen Getreidegebiet
ver. unden werden so'l, der Bau des Großkraftwerks
am Dnjepr, mit dessen Verwirklichung der Ausbau
und die Regwierung des Dnjepr eng zusammen hängt, sowie
die anderen, im fo genden nicht aufgeführten späteren Pläne
des Wo'ga-Don-Kanals und des Ausbaues des Naphthareviers
in Emba, sind nicht nur für die Wirtschaft Ruß.ands, sondern
auch für die Europas und Asiens von hervorragender
Bedeutung.
„In seiner Sitzung vom 3. Dezember 1926 hat der Rat
für Arbeit und Verteidigung einen Beschluß gefaßt, der
Für die vo!'kswirtschaftliche Entwicklung der Union von
größter Bedeutung ist, und der bestimmt, daß im laufenden
Wirtschaftsjahre zwei große Bauprojekte — Dnjeprostroi und
Semiretschensker Eisenbahn — in Angriff zu nehmen sind.
Bei Dnjeprostroi hande't es sich um einen Komplex von
Bauten, in deren Mitte'punkt ein riesiges Wasserkraltwerk
steht und die außerdem große Brückenan'agen, Eisenbahnstrecken
u. a. umfassen. Die Semiretschensker Eisenbahn
verbindet Turkestan mit Sibirien und ist von entscheidender
Bedeutung für die Hebung der mitte'asıatischen Industrie
und Landwirtschaft sowie für den Absatz der sikirischen
Produkte. Jedes Projekt sieht einen ungefähren Kostenaufwand
von 140 Mill. Rbl. vor, die sich. auf vier bis
fünf Jahre verteilen sollen. In diesem Jahre kann die Regierung
für beide Projekte zusammen 40 Mill. RE. auswerfen.
Der Besch'uß des Rates für Arbeit und Verteidigung kennzeichnet
den historischen Wendepunkt, an dem sich die Wirtschaft
der UdSSR. ‘befindet. In der Vergangenheit galt es
wiederaufzubauen, die vorhandenen An’agen betriebsfähig
zu machen. In der neuen Periode der Erweiterung der Wirtschaft
auf neuer technischer Basis gi't es, über den Rahmen
des Alten hinauszugehen, Neues zu schaffen. Natürlich sind
auch in den letzten Jahren ‘bereits neue Anlagen gebaut
worden (vor allem große Elektrowerke, wie die Werke
Schatura, Kaschira, Wo!chowstro‘); aber die Mittel, die in
ihnen investiert wurden, waren trotz re’ativer Erhebl'ichkeit
nur ein Burchteil gegenüber jenen Summen, die für die
Wiederingangsetzung der übernommenen Produktionsbasis
verwandt wurden.
Die Investierung in neue produktive oder der Produktion
dienende Anlagen geht zwei Wege. Einmal handelt es sich
um Anlagen, die einen einzelnen Industriezweig erweitern
und zur Erfüllung der ihm gestellten Aufgaben be:
‘ähigen. Hierher gehören neue Fabriken, lokale Ejektrowerke,
moderne Maschinerie für einzeine Betriebe usw.
Aur der anderen Seite hande!t es sich um solche Anlagen,
die nicht erst mitte!bar, sondern unmittelbar das volkswirt-;chaftiiche
Leben in seiner Gesamtheit bereichern und entlalten.
Hierher gehören neue Transportwege, die einen
>isher behinderten Warenaustausch ermög ichen, zentrale Elckrizitätsaniagen
zur vielseiligen Entwickiung ganzer Industrie:
zebiete und Aehnäches.
Das Großkraftwerk am Dnjepr, dessen Pläne in allen
Einze’heiten fertig ausgearbeitet vorliegen, wird das größte
aydroelektrische Kraftwerk der UdSSR. bilden. Seine Anage
ist untrennbar mit der Regulierung und dem Ausbau des
Jnjepr a!s Großschiffahrisstraße verbunden. Das geplante
Werk liegt im S.roms:hnellengebiet des Dniepr bei Saporcsliije,
südiich von Jekaterinos'aw. Voraussetzung für die Gesamtan’age
ist die Errichtung einer Talsperre von 720 m Länge
ind 37 m Höhe bei Saporoshje etwas oberhalb der Insel)
Chortizy; dazu kommt eine Schl!eusenan'age zum Durch-;chieusen
der Schiffe aus dem Stausee nach dem Unterlauf
les Flusses und umgekehrt. Am rechten Ufer des Flusses
;chießt sich der Damm der Ta'sperre an das Kraltwerk an.
Die Leistungsfähigkeit des Werkes ist anfänglich auf
‚50C00_ PS festgesetzt und wird in dem Maße, als sich
ı1eue Großabnehmer für den erzeugten Strom einfinden,
zur 350000 PS ausgebaut. Die Selbstkosten des Stroms
ıuf den Samme'schienen des Dnjeprostroi be'aufen sich bei
150000 PS auf 1 Kop. pro KW und bei 353000 PS auf
nme halbe Kop. pro KW. Die ersten Alnehmer des Stroms
verden sein: die Stadt Jekaterinos'aw, die Metallindustrie
‚on Jekaterinos'aw und Umgegend, ferner die Eisenerzgruben
les Kriwoi Rog-Reviers. Darüber hinaus alter wird das
jroßkraftwerk bei Saporoshje und die Reguijerung des
Stroms die gesamte industrie'le Entwicklung Südruß!ands aussch'aggebend
beeinflussen. Das Kraftwerk wird vier große
Aütten mit einer Roheisengewinnung von 3 Millionen Tonnen
mit Strom zu versorgen haben, Dementsprechend muß auch
der Ausbau der Stah!- und Ferromangangewinnung sowie der
zisen- und stah!verarbeitenden Industrie Schritt ha'ten. Die
’eichen Bodenschätze des Gebiets in Ver'indung mit dem
lligen hydro-elektrischen Strom ermög'ichen ferner die Anuage
eines Alıminium- und eines Messingwerkes, einer Kalziumkarbid-
und einer Ammoniumphosphat’ahrik, eines Betriebs
für Hochspannungsisolatoren und einer Reihe sonstiger