Full text : 32.1927 (0032)

Jarf auf das Aktienkapital eine Dividende von höchstens 5%
entrichtet werden. Die Zinssätze wurden in der Folge entsprechend
 der Senkung des Reichsbankdiskonts ermäßigt. Zur
Zeit beträgt die dem Schuldner obliegende laufende Gesamt:
'eistung 534%.
Die Darlehen werden in bar ausgezahlt unter Abzug
»ines einmaligen Kostenbeitrags von durchschnittlich 2%/,%.
In .Höhe eines Teilbetrages von 6°/,% der Darlehnssumme
wird der Darlehnsnehmer durch Aushändigung eines entsprechenden
 Betrages von Aktien der Bank am Kapitalaufbringen
 der Bank beteiligt.
Die Darlehen werden gegen regelmäßig erststellige Hypohek
 gewährt. 30% des von der Bank ermittelten Grundstückswertes
 dürfen durch ein Darlehen nicht überschritten
werden. Zur Bewilligung von Darlehen von mehr als 20 000
zeichsmark ist eine Beleihungskommission gebildet, die aus
Jen Vorstandsmitgliedern, dem Syndikus der Gesellschaft und
lirei vom Aufsichtsrat aus seiner Mitte benannten ehrenamtlich
 tätigen Mitgliedern besteht. Gegen die Stimme des
staatskommissärs, des Vertreters der finanziellen Belange
des Staates, oder gegen die Stimmen der Vorstandsmitglieder
darf ein Darlehen nicht bewilligt werden. Die vom Vorstand
nn eigener: Zuständigkeit bewilligten Darlehen sind der Beıehungskommission
 bei dem jeweils nächsten Zusammentritt
mitzuteilen,
Die Gesamtzahl der im Berichtsjahr eingelaufenen Kreditzesuche
 betrug 256 und erreichte einen Betrag von 28 764 000
xeichsmark. Auf 149 Gesuche konnten von dem Vorstand und
der Beleihungskommission zusammen 17203600 RM. zugesagt
werden, Hiervon sind 18 Darlehen mit zusammen 2540200
Reichsmark im Laufe der Abwickelungsverhandlungen gescheitert,
 so daß 131 Darlehen mit zusammen 14654400 RM.
verblieben sind, Von diesen sind laut Bilanz im Berichtsjahre
13278000 RM., verteilt in 123 Einzeldarlehen, und im laufen-Jen
 Jahre 1375500 RM. ausgezahlt worden.
Ueber den Rest des zur Verfügung stehenden Kreditbetrags
st im laufenden Jahre durch Darlehnsbewillizungen verfügt
vorden.
Der Größenzahl nach verteilen sich die ausgezahlten Dar-;ehen


im Gesamtbetrage vor
nit 33 auf die Gruppe von bis zu RM 20,000.— RM 1447,900.—
33 „ „von RM 20,001.— 50,000.— . 1.164,000. —
23T # » » 50,001. — 100,000. — ., 2.004,000.-—
30 . „  überRM 100,000. — 0.4 9,663,000, —
123 RM 13,278,900.—
Die Darlehen verteilen sich auf den gesamten Regierungsbezirk
 einschließlich der durch den Versailler Vertrag vor-.äufig
 abgetrennten und der Verwaltung des Völkerbundes
ınterstellten Teile, Es ist selbstverständlich, daß die in
höherem Grade industrialisierten Bezirke in den Ausleihungen
zegenüber den Bezirken überwiegen, in denen Industrie und
Gewerbe vor anderen Arten wirtschaftlicher Betätigung zırückstehen.

Unter den mit Krediten bedachten Industrien steht voran
das Bekleidungsgewerbe mit 21 Krediten und einer Kreditsumme
 von 1348500 RM. Ihm folgem 14 Kredite an Unternehmungen
 des Holz- und Schnitzstoffgewerbes mit 1379000
Reichsmark. Die Maschinenindustrie ist mit 12 Krediten im
Zetrage von 3802000 RM. bedacht und die Industrie der
Steine und Erden mit gleichfalls 12 Krediten im Umfange von
2004500 RM. Die übrigen Kredite verteilen sich auf 7
Gruppen der 23 Gruppen der amtlichen Gewerbestatistik.
Weiter wurden an 16 Handwerksbetriebe 275 400 RM. aus:
geliehen. Vom Handel, der in besonderen Fällen als Kreditıehmer
 in Betracht zu kommen hatte, erhielten 7 Betriebe
zusammen 214000 RM. Darlehen.

Öffentüche Kundgekung des rheinisch-wesfiälischen
Einzelhandels
gegen die Bevorzugung der Konsumvereine und die Duldung
des Beamtenhandels — gegen die Werkskonsumanstalten —
gegen die privatwirtschaftliche Betätigung der Gemeinden
und öffentlichen Hand.
_Anläßlich seiner diesjährigen Generalversammlung hatte der
Einzelhandelsverband für Rheinland und Westfalen e, V.,
Sitz Köln, am Dienstag, den 10. Mai 1927, zu einer großen
3ifentlichen Kundgebung nach Dortmund 'einzeladen.
 Der Vorsitzende, Herr J. van Norden, Köln,
konnte im Ufa-Palast, wo die Versammlung stattfand, neben
den Vertreterm der Behörden, der Parlamentarier und der
Presse eine große Zahl Delegierter des Einzelhandels begrüßen.
 Er betonte, daß der Einzelhandel ‚keine Interessen-Dalitik
 treihen wolle enndern nur Farderungen aufstellte

lie im Allgemeininteresse lägen und billigerweise erfülh
verden müßten, Der Einzelhandel wolle eng mit den übrigen
/erbänden der Wirtschaft wie bisher weiter arbeiten. In
:inem besonderen Mahnwort an die Presse wies der Voritzende
 darauf hin, daß erfreulicherweise festgestellt werden
<önnte, daß heute mit dem Einzelhandel gerechnet werde
ınd auch die: Presse mehr als dies früher der Fall gewesen
‚el dem Einzelhandel ihre Aufmerksamkeit schenke.
Als erster Redner behandelte sodann Herr Oberregierungsrat
Dr. Tüburtius, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der
lauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, das Thema
‚Konsumvereine und Beamtenhandel“,
Er wies darauf hin, daß hinsichtlich der Konsumvereine
‚eute in gelehrten Abhandlungen nicht nur von einer bloßen
Zusammenballung von Konsumenten gesprochen werde, son:
lern von einem Teir praktischem Sozialismus, die mit den
Bestrebungen auf Umbirdung der jetzigen Wirtschaftsordıung
 vieles gemein hätten. Von dem Gesamtumsatz im
Zimzelhandel, der mit rund 30 Milliarden Mark pro Jahr
'u veranschlagen sei, entfiele rund 1 Milliarde auf die von
ien. Konsumvereinen erzielten Umsätze. Auf den Lebensmittel-;inzelhandel
 bezogen, machen die Konsumvereinsumsätze rund
',15 aus. Der Mitgliederbestand in den Konsumvereinen sel
zegenüber den Vorkriegsjahren gestiegen, doch sei gegenüber
len Inflationsjahren ein Rückgang festzustellen. Der Einzel
ıandel brauche deshalb durchaus nicht kleinmütig zu sein,
lenn die Zahlen bewiesen, daß der Einzer-1andel
 doch mach wie vor der Hauptwaren-‚erteiler
 geblieben sei. Wogegen man sich jedoch
venden müsse, sei die Art, mit der für die Konsum:
‚ereine Propaganda zu machen versucht werde.
‘Die in den letzten Jahren u. a. vom internationalen Arbeitsımt
 in Genf genannten Beispiele, wonach die Konsumvereine
xlliger sein sollen als der Einzelhandel, seien nicht nur
lurch eine erhebliche Zahl Beispiele, die genau das Gegenteil
zesagen, zu widerlegen, sondern auch die Methode selbst, auf
3rund deren die Beispiele errechnet werden, sei als unge:
jgnet abzulehnen, Es müßten vor allem auch die Quali-‘äten
 der Waren in Betracht gezogen werden. Auch
lürften nicht nur die Geldpreise, sondern vor allem die
.‚eistungen berücksichtigt werden,
Erstaunlich sei es auch, daß, trotzdem die Konsumvereine
‚inen großen Teil der von ihnen verkauften Waren in eigenen
7abriken erzeugten und neben dem billigen Betriebskapital
such noch eine Reihe Steuererleichterungen genössen, Sie
ticht billiger seien als der übrige Einzelhandel. Danach
nüsse man doch wohl sagen, daß der volkswirtschaft-‘liche
 Wert der Konsumvereine nicht so groß
‚ein könne, Der Einzelhandel müsse sich strikte gegen
‘Ne unberechtigten Vergünstigungen wehren, die die Konsum:
‚ereine heute noch genießen, Er verlange lediglich die
terstellung ‚einer gleichen Konkurrenzlage.
Auch “hinsichtlich des Beamtenhandels müsse der Einzellandel
 eine Reihe Forderungen erheben. Es. sei zwar schon
eles besser geworden, Doch warte noch der Handel der
Zeamten-Ehefrauen auf ‚eine endgültige Regelung im neuen
Zeamtenrecht, damit Umgehungen der jetzt erlassenen Ver-»ote
 nicht mehr möglich seien. Sehr zu begrüßen sei es,
venn die Kommunalverwaltungen gleichfalls den Beamtenıandel
 verbieten würden. Es müsse dabei auch auf einen
Jesinnungswandel gegenüber dem Einzelhandel ‘hingezielt
verden, wie dies von dem Oberbürgermeister einer west:
leutschen Stadt erfreulicherweise getan worden sel.
Zum Thema Beamtemhandel verlangt der Einzelhandel ab
ichließend, daß der Beamte sichlediglichauf seine
Zerufsarbeiten beschränkt und die Waren:
‘ersorgung dem Einzelhandel überläßt.
Der zweite Redner, Herr Dr. Scholand, Dortmund,
hm auftragsgemäß zu der Frage der Werkskonsumınstalten
 Stellung. Er wies die Behauptung zurück, daß
ler Einzelhandel einen Preisregulator nötig 'habe. Der Einzelıandel
 verfüge über eine so große Erfahrung, daß er die
:um Teil noch recht jungen Werkskonsumanstalten nicht
ıls Lehrmeister anerkennen könne, zudem sorge der Kon-<urrenzkampf
 ja auch für den niedrigsten Preis. Man müsse
unter den Werkskonsumanstalten das Bestreben der Industrie-‚erwaltungen
 erblicken, den an die Belegschaften gezahlten
„Ohm möglichst schnell wieder für den Betrieb zurückzuholen.
Die von den Unternehmern vielfach benutzten Mittel, um
nen großen Umsatz in den Werkskonsumanstalten zu er
elen, könnten nicht gutgeheißen werden. Die in den Werksconsumanstalten
 gegebene Möglichkeit, zu borgen, wirke
lem Bestreben, den Sparsinn im Volke zu ‘heben, direkt
antgegen. Bei den ‘hohen Rückvergütungen, die manchma)
us zu 14% von den Werkskonsumanstalten gewährt würden
nüsse die Ehrlichkeit der Kalkulationsgrund-‚age
 angezweifelt werden. Man müsse vermuten
iaß erhebliche Teile der Selbstkosten in den Preisen deı
srachırierten Cuiter einkalkırliert und sn die Kasten Für die
            
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