Full text : 32.1927 (0032)

es zu glauben. Wir betrachten es ferner als ein
nicht ungünstiges Zusammentreffen, daß die Weltwirtschaftskonferenz
 zeitlich mit diesem Kampf um
den neuen französischen Zolltarif zusammenfällt.
Wenn wir auch gewiß weit davon entfernt sind, uns
über die Ergebnisse der Weltwirtschaftskonferenz
irgendwelchen weitgehenden Illusionen hinzugeben,
so möchten wir doch auch andererseits nicht in
den Fehler verfallen, ihre Bedeutung und ihren
Einfluß zu unterschätzen. Sie wird es als ihre
Aufgabe ansehen müssen, auf die öffentliche Meinung
 der Welt dahingehend einzuwirken, daß der
Wirtschaftsfriede keine Störungen von irgendeiner
Seite mehr erleiden kann. Einer der bedeutendsten
Wirtschaftsführer Frankreichs, Loucheur, ‚hat
seine kürzlich in Berlin gehaltene Rede mit den
Worten geschlossen:

„Es ist an der Zeit, alle Völker unseres Kontinents
 zu gemeinsamem Handeln aufzurufen, aber
nicht zum Kampf gegen einen anderen Kontinent.
 Europa muß sich vorbereiten und organisieren,
 nicht zum Kampf gegen Amerika, sondern
um Schulter an Schulter mit der neuen Welt
zusammenzuarbeiten für eine bessere Ausnützung
der Weltgüter, die in der Verganheit nur allzu
oft dem Kriegsruhm der törichten Ambitionen geopfert
 wurden. Diese Politik ist weder leicht,
noch kann sie je populär werden oder rasch zu
Lorbeeren führen; aber Arbeit am Volkswohl,
selbst gegen den Willen der Völker, das ist das
Los der Führer und der Staatsmänner, das ist
ihre Pflicht und ihre ehrenvolle Aufgabe.“
Soilen diese Gedanken nur Worte bleiben?
R.M.

Amftlicher Teil.

Niederschrift über die 3. Vollsitzung der Handelskammer
am 5. Mai 1927.
Die deutsch-französischen Handelsvertrags- und Saarzollverhandlungen. — Stellungnahme zu dem deutsch-französischen
Zusatzabkommen vom 31. März 1927. — Auswirkungen des französischen Zolltarifentwurfes. — Stellungnahme zu der
Forderung der Regierungskommission auf weiteren Preisabbau.
Anwesend waren unter dem Vorsitz des Herrn Präsidenten Herrn Dr. v. Mahs und gibt dem Wunsch und der
Luitwin von Boch, Mettlach, folgende Herren: Arn. Hoffnung Ausdruck, daß das bısherige gedeihliche Zusammen-Zecker,
 Saarbrücken; Rich, Becker, Saarbrücken; arbeiten zwischen dem Delegierten und den Wirtschaftskreisen
Bruch, St. Wendel; Dr. Frhr. v. Gemmingen, Völk- les Saargebietes auch in Zukunft erhalten bleibe. Gileichingen;
 Haas, Bous; H. Hausen, Saarlouis; Gg. Heckel, zeitig spricht er das Bedauern der Kammer aus, daß Herr
Saarbrücken; Korten, Burbach; Franz Kraemer, Merch- Ir. Dietrich das Saargebiet verlassen und nach dem
weiler; Krause-Wichmann, Saarbrücken; H. Lam- duhrgebiet übersiedeln werde, Er dankt im Namen der
pert, Saarbrücken; H. Levacher, Saarlouis; Middel- Jandelskammer und der saarländischen Wirtschaftskreise dem
dorff, St. Ingbert; E. Post, Saarbrücken; E. Röchling, »sherigen Delegierten für seine erfolgreiche Tätigkeit im Saar-Saarbrücken;
 H. Rothhaus, Saarbrücken; Rueß, Neun- rebiete und verbindet hıermit den Wunsch, daß auch von seinem
sirchen; E. Scheuer, Saarbrücken; B. Seibert, Saar- ı1euen Wirkungskreise aus die gegenseitigen vertrauensvollen
arücken; Hch. Simon, Sulzbach; Süßkind, Saarbrücken; Zeziehungen weitergepflegt würden. In seiner Erwiderung
Ch. Towae, Saarbrücken; K. Trapp, Neunkirchen; A. lankt Dr. Dietrich für die wertvollen Kenntnisse und Er-Wagner,
 St. Ingbert; H. Wahlster, Saarbrücken; L. ahrungen, die er während seiner 4jährigen Tätigkeit ım
Wentzel, Saarbrücken; K. Wildberger, Saarbrücken. jaargebiete sammeln durfte, und gibt der Hoffnung Raum,
Von der Geschäftsführung waren anwesend die Herren: iaß in nicht zu ferner Zeit die politischen Voraussetzungen
Assessor Lütke, Martin, Dr. Zirkler, Dr. Pfeil, Üür einen erfolgreichen Wiederaufbau der Saarwirtschaft ge-Dr.
 Rutsch, Dr. Schäfer, Knoblauch, Wal- chaffen würden,
Lacher. Punkt 1 der Tagesordnung: „Genehmigung der
Als Gäste nahmen an der Sitzung teil: Herr Dr. Frhr. Viederschrift über die letzte Sitzung‘‘. Die Niederschrift über
”. Mahs als Delegierter des Reichswirtschaftsministeriums ie letzte Vollsitzung der Handelskammer am 21. März
ın Saarbrücken; Herr Dr. Dietrich als bisheriger Dele- 1'927 ist in Nr. 12 und 13 der „Saar-Wirtschaftszeitung‘‘
zierter des Reichswirtschaftsministeriums in Saarbrücken; Herr ‚eröffentlicht worden. Einsprüche gegen Form und Inhalt
Dr. v. Gartzen, Breitfurt, als Mitglied des Handelsgre- dieser Niederschrift sind von keiner Seite erfolgt, so daß sie
miums Homburg; Herr Pfahler, St. Ingbert, als Mitglied ıuf Vorschlag des Herrn Präsidenten für genehmigt erklärt
des Handelsgremiums St. Ingbert und Herr Biltz, Homburg, vird,
als Geschäftsführer der Handelsgremien Homburg und St Zu Punkt 2 der Tagesordnung: „Genehmigung
Ingbert. - . les Jahresabschlusses‘“ erteilt der Präsident dem Syndikus
Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt der Herr Präsident las Wort, der in längeren Ausführungen den den Mitgliedern
von dem Wechsel in der Person des Delegierten des Reichs- Dereits schriftlich übermittelten Abschluß und den Voranschlag
wirtschaftsninisteriums in Saarbrücken Kenntnis, Er begrüßt rläutert. Der Abschluß stellt sich folgendermaßen dar:
Vermögensaufstellung der Handelskammer zu Saarbrücken per 31. Dezember 1926.

Aktiva:

Jaus, Inventar und Effekten
Kassen, Bank, Postscheck
ijutnaben Wirtsch, Verein
Xonto-Korrent-Konta
Avala

Soll (Aufwendungen):

Allgemeine Unkosten
”ariser Büro
”ensionen
\bschi eibungen
Yortrago

304 197 48
339 NN 66
3%

»
572 166,82
07 208 80

1—

7r. 669 472 62
Gewinn- und

1 204 706,61
55 432,55
62 500.-37
 109.19
38 576.02
= 7} 9308 294 27

Korto-Korrent-Konto
Rücklage aus früheren Jahren
Vortrag
Avala

Verlustrechnung:

Gebühren
Beiträge für 1925/26
Ertra- der Häuser, Zinsen, Div

Passiva:
285 294 24
345 606.36
38 576 092

98 800. —

Fr, 669 476,62

Haben (Erträgnisse :)
164 301.70
1 167 598.91
66492376

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