zaben übernommen und zur Durchführung gebracht worden,
lie weit über das hinausgingen, was sonst eine Handelsxammer
und eine freie wirtschaftliche Interessenvertretung
‚egelmäßig zu leisten haben, eine Erscheinung, die ein
Ausfluß der Abtrennung des Saargebietes und seiner besonderen
Verwaltung sei. Es sei bei der jetzigen finanziellen
Anspannung im allgemeinen und im einzelnen zu prüfen,
vie weit hier ein Abbau ins Auge gefaßt werden könne.
Der Voranschlag, der schon unter Vorbehalt einer Abinderung
in der Hauptversammlung am 7. Dezember 1925
zenehmigt sei, ergebe folgendes Bild:
Für das Geschäftsjahr 1927.
Einnahmen: Ausgaben:
Körperschaften Allgem. Unkosten 250 000 Fr.
Beiträge .
Steuerberatung _
120000 Fr,
120600 Tr.
250.000 Fr. 250000 Fr.
Dieser Voranschlag sei vorsichtig aufgestellt, und man
noffe, daß noch eine gewisse Erhöhung der Einnahmen eintreten
könne. Andererseits hänge, wie schon ausgeführt,
ler für die allgemeinen Unkosten eingesetzte Betrag, der
imı wesentlichen eine Beitragsleistung an die Handelskammer
Jarstelle, noch völlig in der Luft. Der Generalsekretär bittet,
den Abschluß zu genehmigen, ebenso den Voranschlag unter
Vorbehalt einer späteren Abänderung auf Grund der bei der
Handelskammer noch zır fassenden Entschließungen.
Der Vorsitzende stellt den Abschluß und den Voranschlag
und die Erläuterung des Generalsekretärs zur Diskussion
und betont die Ausführungen des Vorredners über die
jangen Sorgen, die man für die künftige finanzielle Ge-Jarung
des Vereins sowie der Handelskammer hegen müsse.
n der anschließenden Aussprache wird allseitig lebhaft
ınterstrichen, daß ein Abbau der von der gemeinsamen
Geschäftsführung übernommenen Aufgaben allgemein
nicht in Frage kommen könne, was natürlich eine Nachorüfung
einzelner Aufgaben nicht ausschließe. Es wird dabei
ı1ervorgehohen, daß die politischen Faktoren des Saarge-»ietes
bei der Kleinheit der Verhältnisse gar nicht in der
_age sind, wirtschaftliche Fragen so eingehend vorzubereiten,
wie es ihnen bei ihrer überragenden Bedeutung geziemt,
Daher erscheine es notwendig, gerade in der Organisation
jes Wirtschaftslebens ein Instrument zu besitzen, das den
nolitischen Faktoren auf allen Gebieten ihre Tätigkeit ereichtere.
Es könne darum ganz allgemein nicht daran gedacht
werden, den Aufgabenkreis, der nun einmal nach Lage der
Dinge der saarländischen Wirtschaftsorganisation zufalle.
zu verkleinern.
Die Versammlung beschließt hierauf einstimmig, den Abschluß
und den Voranschlag zu genehmigen, letzteren unter
dem vom Generalsekretär vorgeschlagenen Vorbehalt einer
späteren eventuellen Abänderung.
Zu Punkt 2 der Tagesordnung: „Aussprache
über die wirtschaftliche Lage“ geht der Generalsekre-:är.zunächst
in längeren Ausführungen auf das saarlänlische
Kreditproblem ein. Er bezeichnet es als dringend
arforderlich, die Feingoldhypothekenregelung
4urch Zulassung von Markteingoldhypotheken so zu gestalten,
jaß das Saargebiet nicht vom deutschen Kapitalmarkt und
der auf diesem gegebenen Zinslage ausgeschlossen bleibt.
Weiter legt er die Möglichkeiten dar, neben dem Handel
auch der Industrie, vor allem den mittleren und
xleineren Betrieben, die unbedingt notwendigen Realkredite
zu vermitteln. Es sei leider feststehend, daß es bei
der Lage der Verhältnisse im Saargebiet kaum möglich erscheine,
die Regelung dieser Kreditfrage auf privatem Wege
zu erlangen. Unter diesen Umständen müsse ein Eingreiten
der öffentlichen Hand gefordert werden, und es sei Selbstverständlich
oberste Pflicht der Regierungskommission, hier
zu helfen. Sie könne dabei wohl am zweckmäßigsten vorgehen,
wenn sie sich mit den maßgeblichsten Stellen im
Reich zusammentue und eine gemeinsame Aktion in die Wege
leite. Im Reich nehme man das Problem seitens der öffentlichen
Hand schon in Angriff, aber die Lösung werde sicher
ı1och einige Zeit auf sich warten lassen. Die Saarwirtschaft
andererseits könne nicht mehr warten, und man müsse daher
2ine Zwischenlösung ins Auge fassen. In dieser Be-‚iehung
sei auf das Vorbild der Pfalz zu verweisen, der
man auf dem Wege über die Pfälzische Wirtschaftsbank
industriekredit mit dem Charakter eines Zwischenkredits
zegeben habe. In der anschließenden Aussprache wird die
von dem Berichterstatter erhobene Forderung nach Schafhung
einer Zwischenlösung allseits unterstrichen und dabei
auch zum Ausdruck gebracht, die schnellste Hilfe könnte
gebracht werden, wenn man sich an die in der Pfalz geschaffene
Institution anlehne. Die Geschäftsführung wird
beauftragt, sofort alle erforderlichen Schritte zur Herbei-‘ührung
einer Zwischenlösung zu tun
Der Generalsekretär berichtet dann weiter über die
°rachtlage und bezeichnet es unter Zustimmung deı
/ersammlung als unbedingt notwendig, daß eine weitere
rhebliche Senkung der Gütertarife und der Nebenzebühren
erfolge. Die bisherige Senkung könne als nicht
zenügend bezeichnet werden. Es sei der Eisenbahn auch
nöglich, die Senkung aller Gestehungskosten zu einer Tarifarmäßigung
auszumünzen, auch wenn die Senkung der Ge-;stehungskosten
noch nicht in vollem Umfange eingetreten,
‚sondern nur mit Bestimmtheit zu erwarten sei. Man müsse
‚erlangen, daß die Eisenbahn diese Senkung schon im voraus
<alkuliere und der Wirtschaft zugute kommen lasse. Der
zedner gibt weiter Kenntnis über den Stand der Frage
lirekter Tarife im Verkehr mit der Reichsbahn. Leideı
ei eine Verzögerung eingetreten, so daß erst zum Ende
lieses Monats mit der Erstellung der Tarife gerechnet werlen
könne. Man müsse hoffen, daß in dieser Frage, die von
ıllergrößter Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der
'aarländischen Wirtschaft sei, nun endlich die lang erehnte
Lösung gefunden werde. In der anschließenden Ausprache
weist Herr Kommerzienrat Dr. Hermann Röchling
nsbesondere auf die Frage hin, ob nicht eine weitere erıebliche
Frachtverbilligung für Kohlentransporte durch Ratioıalisierung
der Kohlenzufuhr auf dem Wege geschlos-‚ener
Transporte für Großabnehmer möglich
;ei. Er verweist auf das Beispiel der französischen Bahnen,
lie sich dieses Verfahrens schon seit Jahren mit Erfolg belienten
und dadurch in der Lage seien, den Großabnehmern
vsanz besondere Frachtvergünstigyungen einzuräumen. Die Ge-.chäftsführung
wird beauftragt, gerade auch diese für die
jaarwirtschaft hochwichtige Frage weiter zu verfolgen.
Der Generalsekretär weist zur Abrundung des Bildes über
lie augenblickliche Wirtschaftslage darauf hin, daß ein
veiterer Abbau der Kohlenpreise, der immer wieder
refordert werden müsse, eine unerläßliche Voraussetzung
ür die Behebung der augenblicklichen Schwierigkeiten sei
Zr kann sich dabei auf die bekannten Aeußerungen des
ranzösischen Ministers Tardieu in der französischen
<ammer berufen, der die Notwendigkeit einer Kohlenpreis-‚rmäßigung
ausdrücklich betont und ein Programm von
jer französischen Regierung der zu diesem Zwecke gefaßten
Aaßnahmen entwickelt hat.
Herr Bergassessor Teshmar gibt alsdann auf Anregung
les Herrn Vorsitzenden eine längere Darstellung der histoischen
Entwicklung, die die Lohnfrage des Saargebietes im
Zusammenhang mit der Kohlenpreisfrage in der letzten Zeit
zenommen hat.
Punkt 3 der Tagesordnung: „Bericht über die
leutsch-französischen Zollverhandiungen‘‘. Da sich die von
dern Martin gemachten Ausführungen im wesentlichen
nit dem in Nr. 14 der „Saar-Wirtschaftszeitung“ veröffentichten
Ueberblick über das deutsch-französische Zusatz:
ıbkommen vom 31. März 1927 decken, glauben wir von
hrer nochmaligen Wiedergabe an dieser Stelle abseher
zw können.
Herr Assessor Lütke betont in seinen ergänzenden Aus:
ührungen auch seinerseits, daß der Abschluß des Zusatzıbkommens
insofern zu begrüßen sei, als auf diese Weise
an nach jeder Richtung hin höchst bedenkliches Vacuum
n den deutsch-saarländischen Wirtschaftsbeziehungen vernieden
worden sei. Abgesehen von dieser grundsätzlichen
7eststellung könne indes das Zusatzabkommen vom Standyunkt
der Saarwirtschaft sehr wenig befriedigen. Die Tatache,
daß erst im letzten Moment überhaupt über Saarragen
verhandelt worden sei, zeige, wie sehr diese hinteı
len übrigen Fragen zurückträten, woraus sich naturgemäß
lie nachteiligsten Auswirkungen ergeben müßten. Zum Zuatzabkommen
selbst verweist Herr Lütke auf den Vorteil, deı
ür die Frankreich gewährten Zugeständnisse darin liege,
laß das Weinkontingent bis zum 30. Juni voll ausgenutzi
verden könne und wohl auch mit Sicherheit ausgenutzt
verde, während umgekehrt mit einer Ausnutzung der deı
leutschen Elektrotechnik und Maschinenindustrie gewährten
/ergünstigungen während der zur Verfügung stehenden Zeil
caum gerechnet werden könne, Sehr unbefriedigend sei auch
He für ‚das saarländische Müllereigewerbe erfolgte Regeung,
da der vereinbarte Zwischensatz viel zu hoch benessen
sei, Gerade dieses Vorkommnis zeige erneut, daß
jaarzollverhandlungen unmöglich geführt werden dürften ohne
Anhörung der unmittelbar Beteiligten, nämlich der Vertreter
ler Saarwirtschaft. Darüber hinaus aber sei erneut und gerade
ıuf Grund der gemachten Erfahrungen der grundsätzlichen
7orderung Ausdruck zu verleihen, daß für die Regelung deı
jaarzollfragzen besondere Verhandlungen eingeleite!
verden, deren Durchführung einer deutsch-französischen
Jnterkommission zu übertragen sei,
Der Herr Vorsitzende stellt abschließend test, daß deı
Vorstand des Wirtschaftlichen Vereins mit außerordentlichem
3edauern davon Kenntnis genommen habe. daß wichtige und