Full text : 32.1927 (0032)

Die Saarkohle in $” "deutschlan«

Nachdruck verboten.
Die soeben von der Handelskammer zu Saarbrücken
 im Einvernehmen mit den wirtschaftlichen
und politischen Kreisen des Saargebietes herausgegebene
 Denkschrift über den Saar-Pfalz-Kanal
 hat eine Kernfrage der Saarwirtschaft aufgerollt:
 Das Absatzproblem der Saargruben.
 Das Schwergewicht des Problem liegt bei dem
süddeutschen Markt. Die umwälzenden Verinderungen,
 die seit Abtretung der Saargruben an
Frankreich dort vor sich gegangen sind, erhellen
aus der Gegenüberstellung, daß der Anteil Süddeutschlands
 am Gesamtabsatz der Saargruben von
3 Mill. Tonnen — 25 Prozent im Jahre 1913 auf
3,8 Mill. Tonnen == 6 Prozent im Jahre 1925 zurückgegangen
 ist. Auf die Grüfde dieser Erscheiaung
 braucht hier nicht näher eingegangen zu werden,
 sie liegen bekanntlich in der einseitigen Forzierung
 der Saarkohlenausfuhr nach Frankreich, die
auf der anderen Seite die Vernachlässigung des süddeutschen
 Marktes (und auch anderer Märkte), Unregelmäßigkeit
 der Belieferung und sogar Beschränxungen
 und Sperren der Kohlenausfuhr zur Folge
hat. Nur in Zeiten der Absatzkrise wendet man Südleutschland
 stärkere Beachtung zu.
Wie hat sich nun der Rückgang der
Saarkohle in Süddeutschland auf die
dortigen Absatzgebiet im einzelnen
ausgewirkt? Dies festzustellen, war bisher durch

jen Mangel diesbezüglicher statistischer Unterlagen
arschwert. Französischerseits liegen Ziffern über
den Absatz nach Süddeutschland nicht vor, wenig-;tens
 für die Oeffentlichkeit nicht. Diese Lücke
vird jedoch erfreulicherweise ausgefüllt durch die
rom Reichskohlenkommissar geführten monatlichen
\ufstellungen über die Verteilung der Saarkohle
m Reich, die uns ab Oktober 1925 vorliegen. Die
/ergleichsgrundlage für 1913 bietet die Eisenbahnerkehrsstatistik,
 aus der. der Versand des Saar-‚ebietes
 und der Pfalz an Steinkohlen nach Ver-‚ehrsbezirken
 geordnet zu entnehmen ist. Einer
/erwendung der für das Jahr 1926 ausgewiesenen
Coahlenabsatzziffern steht das Bedenken entgegen,
'aß die zweite Hälfte 1926 unter der Einwirkung
ıes englischen Bergarbeiterstreikes nicht als normal
jezeichnet werden kann, vor allem in Hinblick auf
lie im Oktober eingetretene Beschränkung der Saarzohlenausfuhr
 auf 30 Prozent. Ein Ausweg bietet
ich jedoch, wenn man das entsprechende vierte
/ierteljahr 1925 einsetzt und so ein annähernd nornales
 Jahr von Oktober 19253 bis September 1926
<onstruiert.
Demnach ergibt sich für den Saarkohlenabsatz
n Süddeutschland, gesondert nach Baden, Würt-'‚emberg,
 Bayern rechts des Rheines und Bayern
inks des Rheines folgendes Vergleichsbild für
1913 und 1923.26, wobei wir für 192526 auch die
einzelnen Monatsergebnisse folgen lassen:

Saarkohlenabsatz in Süddeutschland
(in Tonnen)

1913*

Preußische Saargruben .
Bayrische Saargruben .
Insgesamt 1913... .
Monatsdurchschnitt 1913 .

1925:26 **)
Französische Saargruben
1925 Oktober .
November .
„ Dezember
1926 Januar .
Februar .
März .
April .
Mai . .
Juni.
uli . .
August .
September

Insgesamt 1925/26
Rückgang gegenüber 191.
auf.

Baden
2inschl. Mannheim
Zheinau u. L’hafen

717438
75 vo
790.897

65 908

17 233
15.953
13.955
11185
19.082
12424
14 305
12452
12692
16815
180
N QEKN

Cn

Württemberg
und Hohenzollern

628 198
42 911

671 109

55926

10528
7170
3478
ı 680
665
472
‚2.903
999
472
185
>X

nk

2209%

Bavern

rechts des Rheins

' links des Rheins

627
ZZ Ja

869 425
108 625
178 050

“72991

30

‚46

x1 5041

5 425
6 385
(259
7850
7670
7673
3709
3395
3350
395
3720
7 aQ0N

57 827
17 486
39.142
29 243
27 549
34 486
28148
30 000
27 330
13499
39 690
43219
47619
37 302

JA RANQ

7 901

20.03%

15.76%

Süddeutschland


Inaesamt

2629 698
283 589
2913287
242774

92013
76 992
68 834
59 958
67 966
70 055
64 065
53.946
38 344
33 874
74.255
70667
360 969
71748

2955%

*) Nach Eisenbahnverkehrsstatistik 1913.
k*}) Nach Statistik des Reichskohlenkommissars.
            
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