Full text : 32.1927 (0032)

nach dem jeweiligen Geschäftsgang bemessen kann. Er wird
mn guten jahren mehr zurücklegen, in schlechten weniger.
Er läßt vor allen Dingen das Geld im Betriebe arbeiten,
während er es bei der Versicherung ihm entziehen muß.
Gewiß ist in letzterem Falle der Betrag sichergestellt, aber
der Industrielle erkauft diese Sicherstellung auch mit höheren
Opfern. Für eine zwanzigjährige Versicherungsdauer berechnet
 sich die Prämie mit 5,7 Prozent. Das sind schon
Beträge, die aus dem Betrieb zu nehmen, gerade in unserer
<apitalarmen Zeit der einzelne Unternehmer sich häufig
scheuen wird. Auf die Möglichkeit, auf dem Wege über
die Versicherung steuerfreie Rücklagen zu machen, möchte
h angesichts der Ungeklärtheit der Frage nicht näher eingehen,

Wie steht es mit den großen Betrieben? Im Großbetrieb
werden nicht alle Maschinen an einem Tage angeschafft,
sondern in dem Maße, wie er sich entwickeit, immer neue
Maschinen eingestellt. Sobald eine neue Erfindung gemacht,
sine Verbesserung entdeckt wird, werden alte Maschinen ausrangiert.
 Wenn es eben die Geschäftslage zuläßt, sucht der
Betrieb sich fortgesetzt zu erneuern. Er wartet den Eintritt
jer vollkommenen Abnutzung in den seltensten Fällen ab
Aus dem Grund aber läßt sich für den einzelnen Betrieb
überhaupt nicht von vornherein ein genauer Plan aufstellen,
wann and wie die Maschinen zu erneuern sind, Man wird
gewisse Abschreibungen vornehmen und Rücklagen machen,
um übrigen aber dafür sorgen müssen, daß der Betrieb stets
naschine!ll ‚auf der Höhe ist. Es ist nicht recht einzusehen,
wie eine Versicherung den Großbetrieben diese Aufgabe abyehmen
 könnte, zumal hier die aus dem Betrieb zu ziehenden
Summen außerordentlich hoch sind.
Nun aber macht die Werkermneuerungsversicherung ueuerdings
 darauf aufmerksam, daß auf dem Wege über diese
Versicherungsart sich ein Problem lösen lasse, das heute
lie Wirtschaft stark beschäftige, nämlich die Neuwertversiche-"ung.
 Wenn Zweck der Versicherung die Werkerhaltung
st, so müssen im Falle einer Zerstörung oder Beschädigung
tie vollen Wiederaufbatut- oder Neuanschaffungskosten ohne
Abzug neu für alt ersetzt werden, wenn anders die Werkerneuerungsversicherung
 Sinn haben soll. Aber hier stößt
die Werkerneuerungsversicherung auf die Bedenken der Feuerversicherung,
 die eine ungünstige Beeinflussung des subjekven
 Risikos befürchtet. Man hat deshalb folgenden Ausweg
aingeschlagen. Man unterscheidet diejenigen Versicherungen,
bei denen von vornherein der Neuwert versichert wird.
Entweder handeit es sich um eine gerade neu gehaute Fabrik,
der um eine bestehende, bei der aber der Versicherungsıehmer
 bei Abschluß der Versicherung einen Betrag einzahlt,
der der Prämienreserve entspricht, die angesamme:t worden
wäre, wenn die Versicherung abgeschlossen worden wäre,
als die Fabrik errichtet wurde. Im Schadensfall kann dann
aus dieser technsichen Reserve, soweit sie vorhanden ist,
Jie Abnutzung bezahlt werden. Sieht man näher zu, So
Hindet man, daß der Versicherungsnehmer hier die Differenz
lediglich aus seiner eigenen Rücklage erhält. Daß schon
länger bestehende Betriebe bei Abschluß der Versicherung
alötzlich diese ganze Rücklage an eine Versicherungsgesellschaft
 aushändigen, wird wohl kaum zu erwarten sein.
Aber auch im anderen Falle, der seltener ist, wird durch
eigene Rückstellung dasselbe erreicht werden können. Der
zweite Fall ist der, daß eine schon länger bestehende Anlage
versichert wird, ohne daß eine Einzahlung der notwendigen
Prämienreserve auf einmal erfolgt. Ist ein solcher Fall vorhanden,
 und das wird der typische sein, so wird die Leistung
um den fehlenden Ausgleichsbetrag gekürzt. Die Oesellschaft
verpflichtet sich aber, den Betrag der Kürzung bis zu
25 Prozent der Versicherungssumme unter folgenden Be-Zingungen
 als Darlehen zu geben:
Li. Voraussetzung ist die Fortführung der Versicherung. auch
für die als Ersatz für die zerstörten anzuschaffenden
Ibjekte,
Soweit der Betrag des Darlehens dıe für die ganze
Versicherung vorhandene technische Schadensreserve überst2igt,
 muß eine Sicherstellung erfolgen.
Ueber die Höhe der Zinsen wird in der mir vorliegenden
Abhandlung nichts gesagt. Auch dies ist nicht eine Lösung
des Froblems. Der größere Betrieb wird heute in den
meisten Fällen einen Kredit bekommen können, um wieder
aufzubauen, wenn er nicht ‚aus flüssigen Mitteln die ganzen
Reparaturen durchführt.
Immerhin ist es sehr wertvoll, daß dıe Frage der Neuwertversicherung
 auf diesem Wege angegriffen wird. Aber
man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß das Ganze
och außerordentlich kompliziert ist. Der Gedanke der
Werkerhaltung ist ein glücklicher und richtiger, aber er
muß meines Erachtens auf die Fälle beschränkt werden, für
die ein a a Bedürfnis nach Versicherung
besteht. Das ist der Fall der plötzlichen Zerstörung oder
Beschädigung eines Fabrikgebäudes oder einer maschinellen
Anlage. Warum mehrere Versicherungen nebeneinander: eine

2.

“euerversicherung, neben der eine Werkerneuerungsversicheung
 versucht, den Neuwert zu decken, und eıne Maschinenwruchversicherung?
 Warum nicht, wie wir es in der Einheits-‚versicherung
 für die bewegliche Habe haben, eine Vericherung
 von Gebäuden und Maschinen gegen plötzliche
Zerstörung oder Beschädigung, aus welchem Grunde auch
mmer, mit der Zusicherung, daß bei Wiederherstellung die
‚ollen Reparatur- und Neuanschaffungskosten ersetzt werden?
Vach dieser Richtung hin gehen die Bedürfnisse der Wirtchaft,
 Entwickelt sich die Werkerhaltungsversicherung nach
lieser Richtung hin, so wird sie der Wirtschaft wertvolle
Dienste leisten können.
(Mitgeteilt vom Deutschen Versicherungsschutzverband e. V.
erlin.})

Die Aussteller auf den deutschen Großmessen
1925,26.
Das Ausstellungs- und Messeamt der Deutschen Industrie
ibt in allernächster Zeit ais Heft 1 seiner Veröffentlichungen
ine Schrift über „Die Aussteller auf den deutschen Großnessen
 1023,26“ heraus. Die Schrift verspricht mit ihrem
tatistischen und allgemeinen Materia! die bisher noch fehlenien
 Uebersichten über die tatsächliche “Beteiligung der verchiedenen
 Industriezweige am Messewesen zu bieten. Sie
türfte deshalb als Verhandlungsgrundlage für die Gestalung
les Messewesens wertvoll sein. Der Preis des Heftes im
Imfange von zirka 50 Seiten mit Tabellen beträgt 2 RM,
zei baldıger Aufgabe von Besteliungen sind wir in der Lage,
len Bezug dieses Heftes mit einem Rabatt von 25% zu vernıtteln


Mailänder Messe.
Das Ausstellungs- und Messeamt der Deutschen Industrie
jat die Absicht, auf der Mailänder Messe vom 11. bis
"7. April dieses Jahres eine Auskunftsstelle einzurichten.
Die Auskunftsstellen sollen als Ergänzung der deutschen
Zeteiligung aufgefaßt werden und einen zentralen Treffpunkt
{es Deutschtums auf der Ausstellung bilden. Die Ergänzung
ler Beteiligung durch direkte Ausstellung von Waren wird
n einer Katalogsammlung derjenigen Firmen bestehen, welche
nteresse am Export nach Italien haben. Um möglichst zahleichen
 Firmen die Gelegenheit hierzu zu bieten, hat sich
las Ausstellungs- und Messeamt der Deutschen Industrie
ntschlossen, nicht nur den ihm angeschlossenen Firmen, sonlern
 sämtlichen Mitgliedern des Reichsverbandes die Möpgichkeit
 zur Beteiligung an der Auskunftssteile zu geben. Da
uf der Mailänder Messe der Verein Deutscher Maschinenbau-\nstalten
 eine eigene Auskunftsstelle errichtet und in dieser
lie Kataloge der Maschinen und Apparate bauenden Firmen
ammelt, bittet das Ausstellungs- und Messeamt nur solche
"Firmen, die dem Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten
ıicht angehören, sich an das Ausstellungs- und Messeamt der
deutschen Industrie zu wenden.
Für die Auskunftserteilung wird eine Reihe von Fachauten
 und Dolmetschern zur Verfügung stehen. Die von den
“irmen zu leistenden Unkostenbeiträge halten sich in gleicher
löhe wie die des Vereins Deutscher Maschinenbau-Anstalten.
Die Gebühren sind wie folgt gestaffelt:
Beschäftigte (Arbeiter, Anfruppe
 gestellte und Beamte) RM.

ı—50
51—100
101—250
25 RM
50
iO
1501
300 ıüber


&)
75
&
125
175
250
350
500

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kebr. Holer A.-&., Völklingen - Saarbrücken.
            
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