Full text : 32.1927 (0032)

Amtlicher Teil.

Einladung zu der zweiten Vollsitzung der Handelskammer
 am 21. März 1927.

Der Präsident unserer Handelskammer, Herr Luitwin von
Boch, Mettlach, hat auf Montag, den 21. März
1927, nachmittags 4% Uhr, eme im Sitzungssaale
des Hauses Saarindustrie, Königin-Luisen-Straße 33, Sstattfindende
 Vollsitzung anberaumt. Der Herr Präsident behält
sich vor, die nachstehende, zunächst unverbind!iche Tagesordhung
 gegebenenfalls noch durch diejenigen Punkte zu erweitern,
 die am Tage der Sitzung selbst dringlich und wichig
 erscheinen sollten. Als Tagesordnung kann schon festyelegt
 werden:
1. Genehmigung der Niederschrift über die letzte Sitzung.
2. Genehmigung des Jahresabschlusses für 1926 und des
Haushaltplanes für 1927, Beschiußfassung über den im
jahre 1927 zu erhebenden Zuschlag zur Gewerbestener.
Deutsch-französische Handelsvertragspolitik und Saarzollverhandlungen.
 Der neue französische Zol!tarif.
.. Bericht über die allgemeine Wirtschaftslage (Kohlenpreise,
Frachten, Steuern).
3. Feingoldhypotheken, Aufwertungsfragen, Fragen der Goldbilanzierung.

6. Vereidigung von Sachverständigen,
7. Verschiedenes.
Im Hinblick auf die Wichtigkeit der stattfindenden Beratungen
 dürfen wir der Bitte um möglichst vollzähliges Erscheinen
 Ausdruck geben.
Handelskammer zu Saarbrücken.
1. A.: Lütke.

b

Verlängerung der deutschen Zollsfundungen Tür das
Saargebiet.
Der Herr Reichsminister der Finanzen hat sich
durch Erlaß vom 12. März 1927 P H HI 9931
erneut damit einverstanden erklärt, daß dieienigen
Zollbeträge, für welche saarländischen Firmen Aufschub
 gewährt worden ist, auf Antrag unter dem
Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs vorläufig noch
einen weiteren Monat (zusammen also bis zu 22
Monaten) über das Ende der Aufschubfrist hinaus
gestundet werden. Die Waren der Liste B des
Saarzollabkommens vom 5. August 1926 und der
Listen Bl, B2 und B3 des Saarzollabkommens
vom 6. November 1926 kommen, wie bisher, für
diese Verlängerung der Zollstundungen nicht mehr
in Frage.

Eisenbahntechnische Schwierigkeiten beim Warenbezug
 aus Frankreich. — Schreiben der Handelskammer
 an die Regierungskommission.
Die sich bei dem Bezug französischer Waren erzebenden
 Schwierigkeiten haben die Handelskammer
 veranlaßt, unter dem 16. Februar 1927 folgendes
 Schreiben an die Direktion für wirtschaftliche
Angelegenheiten beim Generalsekretariat der Regierungskommission
 zu richten:
„Wie uns seitens der Eisenbahndirektion des Saargebietes
 gelegentlich der allgemeinen großen Besprechung
 von Verkehrsfragen am 24. Januar dieses
Jahres mitgeteilt wurde, leidet der VUebergangsverkehr
 von Frankreich nach dem Saargebiet nach
wie vor unter bedauerlichen Unregelmäßigkeiten,
die den Warenbezug aus. Frankreich nicht unerheblich
 erschweren. Diese Unregelmäßigkeiten sind
nach Angabe der Eisenbahndirektion darauf zurückzuführen,
 daß auf den französischen Bahnen Gut

ınd Frachtbriefe getrennt laufen. Die Frachtbriefe
verden von der Versandstation unter Briefumschlag
ın die Bestimmungsstationen oder die Grenzüberzangsstationen
 gesandt. Das Gut: wird auf Grund
2öines besonderen Ladescheines befördert. Trotzdem
ıun dieses Verfahren nur für den französischen
3innenverkehr zugelassen und im internationalen
/erkehr verboten ist, wird es immer wieder im
Verkehr nach dem Saargebiet angewandt und hat
ur Foige, daß die Güter lediglich mit Ladescheinen
ınkommen, während die Frachtbriefe fehlen. Da
ıun aber die Eisenbahnverwaltung nicht in der Lage
st, die eingetroffenen Güter den Empfängern vor
Zingang der Frachtbriefe auszuhändigen, entstehen
1äufig Verzögerungen in der Ablieferung der Waen,
 die nicht nur für die Eisenbahnverwaltung,
jondern auch für die Empfänger höchst unliebamer
 Natur sind.
Wir wären der Direktion für wirtschaftliche Anzelegenheiten
 zu besonderem Danke verpflichtet,
venn sie sich für eine baldmögliche Beseitigung der
vorstehend gekennzeichneten Mißstände im Interesse
äines reibungslosen Güterbezugs aus Frankreich einjetzen
 würde.
Handelskammer zu Saarbrücken.
I. A.: Martin.“
Wie die Direktion für wirtschaftliche Angelegen-‚eiten
 der Handelskammer auf dieses Schreiben
ınter dem 14. März mitteilt, hat die Eisenbahnlirektion
 des Saargebietes inzwischen unter Fühlungı1ahme
 mit der Regierungskommission die notwenligen
 Schritte unternommen, die von letzterer bei
lien französischen Stellen unterstützt werden. Es
st daher zu hoffen, daß eine baldige Besserung
ler gegenwärtigen Mißstände eintritt.

Anleihealtbesitz und Barablösung.

Der Verein für das Bankgewerbe im Saargebiet weist darauf
in, daß die Barablösung des Anleihea!tbesitzes nur im Laufe
les Monats März 1927 beim zuständigen Bürgermeisteramt
‚eantragt werden kann. Altbesitzer von WEST als 1000 Mk.
leichs- und Staatsanleihe — also von mindestens 100 Mk.
ınd höchstens 900 Mk. Anleihe — müssen ihren Besitz in der
Zeit bis zum 31. März 1927 beim Bürgermeisteramt auf vorreschriebenem
 Vordruck anmelden, wenn sie im Jahre 1926
in Einkommen unter 11250 Fr. hatten und jetzt für die
Anleihen Barzahlungen haben wollen. Die Bürgermeistereien
ind über alles weitere unterrichtet,
Wer im ganzen weniger als 1000 Mk. Reichs- und Staatsnleihen
 besitzt und diese Anleihen noch jetzt bei einer Bank
ıder Sparkasse liegen hat, muß selbst die Anmeldung vor-‚ehmen
 und die Anleihen bei der Bank bzw. Sparkasse hierfür
bholen. Diese Stellen sind nicht in der Lage, die Anneldung
 vorzunehmen, weil sie über die Einkommensverhältıisse
 der Altbesitzer nicht unterrichtet sind, also nicht wissen
-önnen, ob ijene berechtigt sind, Barablösung zu beantragen.

Mietpreisteuerungszahl für den Monat März 1927.
Die Regierungskommission hat beschlossen, die Mietpreisauerungszahl
 für den Monat März auf der für die letzten
Monate festgesetzten Höhe von 3,55 Fr. für 1 Mk. Friedensniete
 zu belassen.

Konkurseröffnungen im Saargebiet.
/erstorbener Fuhrunternehmer Peter Hellbrück, Saarbrücken 2.
Eröffnungstermin: 10. März 10927, vormittags 1114 Uhr.
Konkursverwalter: Rechtsanwalt Dr. Tempel, Saarbrücken.
-irma Bohle & Co., Saarbrücken 3, Zweigniederlassung der
in Köln unter gleicher Firma bestehenden Hauptniederlassung,
 einziger Inhaber Kaufmann Fritz Bohle in Köln;
°irma Saarwerkstätten für Holzerzeugnisse Fritz Bohle in
Dudweiler. Eröffnungstermin: 11. März 1927, mittags
            
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