Devisennotierungen in Berlin und Paris
vom 3. bis 9. März 1927.
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Reiseindrücke aus U. S. A.
Der bei der letzten Hauptversammlung des Wirtschaftlichen
Vereins am 7. Dezember 1926 von Herrn
Direktor Siegfried in Firma Saar-Brown-Boveri
A.-G., Saarbrücken, gehaltene Vortrag über seine
Reiseeindrücke in Amerika ist vor einigen Tagen
als Heft 2 der „Saar-Wirtschaftsfragen, Flugschriften
der Handelskammer zu Saarbrücken und
des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen
Interessen im Saargebiet‘ erschienen.
Den Mitgliedern des Wirtschaftlichen Vereins wird
mit dem nächsten Rundschreiben ein Exemplar zugestellt
werden. Uebrige Interessenten werden geseten,
sich an die Bücherei der Handelskammer zu
wenden.
Jahresversammlung des Schutzvereins für Handel
und Gewerbe im Saargebiet.
Der Schutzverein für Handel und Gewerbe im Saargebiet
ıielt am 7. März 1927 seine Jahresversammlung ab. Nach
ler Rechnungslegung, der Wiederwahl des Kassenführers und
les Vorstandes ergriff Herr Dr. Keuth zu längeren Aus-;ührungen
über die Frage der „Steuererleichterungen‘ das
Wort. Die Forderungen des Vortragenden wurden in folzender
an die Regierungskommission gerichteten Entschließung
zusammengefaßt:
„Nachdem wir seit Monaten eine Stabilisierung de facto
des Franken zu verzeichnen haben, und nachdem sich
immer stärkere Zeichen einer Stabilisierungskrisis in der
Saarwirtschaft bemerkbar machen, muß seitens der Regierungskommission
und der Gemeinden alles getan werden,
um der Wirtschaft das Durchhalten in dieser Krisis zu ermöglichen.
Vor allem bedarf das saarländische Steuerzystem
mit Rücksicht auf die grundlegende Aenderung der
Währungs- und Wirtschaftslage einer eingehenden Prüfung.
Alle Steuern, die als Inflationsmaßnahme gedacht oder nur
während der Inflationszeit erträglich waren, bedürfen einer
sofortigen Reform.
Dies gilt insbesondere von der saarländischen Umsatzsteuer,
Der derzeitige Steuersatz von 1,6% ist für die
gesamte Wirtschaft viel zu hoch und läßt sich nicht mehr
verantworten. Ein Abbau der unwirtschaftlichen Umsatzsteuer
bis auf den deutschen Satz von 0,75% ist unedingt
erforderlich.
Außerdem muß eine Anpassung der Preisgrenzen in der
saarländischen Luxussteuerliste an die Frankenentwertung
und Preissteigerung umgehend durchgeführt werden. Zu
diesem Zweck ist mindestens eine Verdoppelung der Preisgrenzen,
wie sie im Dezember 1923 festgesetzt wurden,
arforderlich.
Dringend notwendig ist auch eine Reform der saarlänlischen
Gewerbesteuer. Der derzeitige Steuertarif ist un-‘agbar
und ungerecht.
Diese Fehler sind durch eine starke Erhöhung der Einjommensgrenzen
zu beseitigen. Gleichzeitig ist darauf zu
ıchten, daß die Gewerbesteuer als Sondersteuer nicht mit
iberspannten Steuersätzen arbeitet. Bezüglich des Umsatzes
als Hilfsmaßstab ist die Versammlung der Ansicht, daß
sich diese Regelung nicht bewährt hat. An sich ist die
Umsatzsteuer schon unerträglich. Um so schwerer muß
die Gewerbesteuer, wenn sie als zusätzliche Umsatzsteuer
erhoben wird, die Steuerpflichtigen treffen. Es wird deshalb
vorgeschlagen, daß statt des Umsatzes ein anderer
Hilfsmaßstab, z. B. das Anlage- und Betriebskapital, gewählt
wird.
Endlich bittet die Versammlung auch noch dringend
Jarum, daß das ganze Steuerveranlagungsverfahren ratio-2eller
und vor allem mit größerer Schnelligkeit durchzeführt
wird. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt,
jaß die Steuererklärung des Steuerpflichtigen wieder zur
maßgebenden Grundlage des Veranlagungsverfahrens genacht
wird. Ueberschätzungen seitens der Veranlagungsjehörden,
die in keinem Verhältnis zu der Steuererklärung
ınd auch zu den Verdienstmöglichkeiten in der betreffenlen
Wirtschaftsgruppe stehen, müssen für die Zukunft un->edingt
vermieden werden.
Die Versammlung richtet an die Regierungskommission
le dringende Bitte, die vorstehenden Forderungen, die
die gesamte Saarwirtschaft schon seit länger als einem Jahr
erhoben hat, möglichst bald zu verwirklichen.“
Diese Entschließung wurde von der Versammlung eintimmig
gutgeheißen, und es wurde der Wunsch ausgedrückt,
laß ihr ein voller Erfolg beschieden sein möchte.
Als Redner des Abends war Herr Staatssekretär a. D.
)rofessor Hirsch gewonnen worden, dessen Vortrag „Die
ıeueste Entwickelung des Groß- und Einzelhandels unter
jesonderer Berücksichtigung ausländischer Verhältnisse“ von
len. zahlreichen Zuhörern mit lebhaftem Beifall aufgenommen
vurde.
Verko
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Eisenbahn:
Ermäßigung der saarländischen Eisenbahnfarite,
Wie schon in der Oeffentlichkeit mitgeteilt, wird
lie angekündigte Ermäßigung der Saarbahntarife
ım 15. März eintreten. Wir sind heute in der Lage,
ıuf Grund von Mitteilungen der Eisenbahndirektion
Ne in Aussicht genommenen Ermäßigungen mitzu-‚eilen.
Die Ermäßigungen sollen bei Kohle betragen
1,3%, d. h. ebenso viel wie die letzte Erhöhung
ler Tarife vom 1. Dezember v. Js. betragen hat.
Die Eisenbahndirektion verweist dabei darauf, daß
ler Kohlenverkehr 66% des gesamten saarlänlischen
Verkehrs ausmacht.
Im übrigen sollen die Ermäßigungen betragen
für die Tarifklasse W 'V
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?ür Kokskohle soll mit Rücksicht darauf, daß für
liese bislang ein 15 % billigerer Tarif bestand, die
Zrmäßigung nur 4% betragen. Für die Ausı1ahmetarife
soll eine prozentuale Ermäßigung
eweils in dem Maße eintreten, wie sie für die
Tarifklassen, in denen die betreffenden Güter ur-;prünglich
eintarifiert waren, vorgesehen ist.
Bei dem direkten Kohlentarif nach
Frankreich fallen die bei der letzten Tarifer-1öhung
eingeführten Zuschläge für die Saar-»ahnstrecke
entsprechend der Rückgängigmachung
ler Erhöhung des Kohlentarifs wieder weg. Im
übrigen bleiben die direkten Tarife nach Frankreich
unverändert.
Wegen der direkten Tarife im Verkehr mit
der Reichsbahn sind die Verhandlungen über