jier Ingenieure erforderlich waren. Neuerdings ist eine scharfe
Dreitekung der Arbeit eingeführt worden, und zwar kurz-'ristige
Untersuchung (alle 14 Jahr bis 1 Jahr), regelmäßige
Ausbesserung (alle 3 Jahre) und große, regelmäßige Ausbesserung,
d. h. Aufarbeitung auf den Neuzustand (alle
5 Jahre). Durch diese Bestimmung werden die auszubessernden
Personenwagen, ebenso wie dies bei den Güterwagen
ınd Lokomotiven zwecks Einordnung in ‘die verschiedenen
Bahnen der Arbeitsorganisation der Fall ist, in mehrere
Schadengruppen eingeteilt. Diese Einteilung bringt bei Ueberwachung
der Fristen und des Kostenaufwandes den Vorteil
zrößerer Durchsichtigkeit. Ferner wird nach Fühlungnahme
mit dem Fahrbetrieb und dem Verkehr bestimmt, welche
Fahrzeuggattungen zuerst zu bearbeiten sınd. Die Hauptwerkstätte
Burbach wird angewiesen, weichen Prozentsatz der
eweils bei ihr befindlichen Wagen sie an offenen Wagen,
zedeckten Wagen usw. halten soll. Danach richtet sıe ihre
Maßnahmen ein.
Hier setzt weiterhin eine Tätigkeit ein, die ich im Gegensatz
zu der Rationalisierung der Ausbesserung die
Rationalisierung der Abnutzung nennen möchte. Ist es
rüher häufig vorgekommen, daß ein Wagen oder eine Lokomotive
wegen Ablaufs der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit
der Werkstätte zugeführt wurden, ohne daß sie die nötige
Zahl von Kilometern abgelaufen hatten, so wird neuer-Jings
dafür gesorgt, daß im Betriebe eine entsprechende
Auswechselung der mehr oder weniger abgenutzten Fahrzeuge
n den verschiedenen Laufplänen eintritt, so daß sie im
Augenblick der Zuführung zur Werkstätte die gleiche Abautzung
aufweisen. Der Sinn ist also der, unnötige Ausjesserungen
zurückzustellen, bis ihre Zeit gekommen ist.
Dieser Grundsatz wird sowohl bei Lokomotiven als auch bei
Personen- und Güterwagen durchgeführt; was er bedeutet,
xann man ermessen an der Tatsache, daß jeder Güterwagen
z. B. im Jahre vier-, fünfmal die Haupt- una Betriebswerkstätten
anläuft.
Um die richtige Verteilung der Güterwagen auf die Hauptınd
Betriebswerkstätten zu erreichen, sind auf dem Güter-Dahnhof
Saarbrücken, dem Hauptanfallspunkt der Schadwagen,
seit Jahren besondere Verteiler tätig. Im übrigen ist bei
allen Maßnahmen über Verteilung und Behandiung von Fahr-‚eugen
in den Werkstätten die Fühlungnahme mit dem Fahrbetrieb
oberstes Grundgesetz tür die Leitung des Ausjesserungswesens.
Diese Leitung, sowohl die örtliche in den Werkstätten wie
ne zentrale bei der Eisenbahndirektion,* ist ein So ausschlaggebender
Teil der Arbeitsorganisation, daß hierüber
2inige Ausführungen zu machen sind.
Während früher in den Hauptwerkstätten Saarbrücken und
Burbach je zwei Amtsvorstände nebeneinander tätig waren,
die unterstützt von je einem Betriebsingenieur die gesamten
:echnischen und Verwaltungsarbeiten in allen Einzelheiten
‚eiteten, haben wir jetzt diese Arbeiten sachlich in Abieilungen
ge'liedert, an deren Spitze je ein Abteilungsleiter
nit umfangreichen Befugnissen steht, der Dienstvorgesetzter
ler gesamten Abteilung mit ihren Büros und Meisterschaften
st.
Den Abteilungsleitern sind zur Ausführung ihrer Geschäfte
)beringenieure und Ingenieure beigegeben, und ihnen unterstehen
die Meisterschaften. Als Kräfte mit besonderen Aufzaben
sind zu erwähnen: Zeitstudienmeister, Stoffprüfer, zur
Abnahme gel'ieferter Werkstoffe, Zeitermittler zur Feststelung
der Gedinge, Arbeitsprüfer zur Nachprüfung der Gelingearbeiten,
Lagerverwa'ter u. a. Die Abteilungen werden
‚on einem einzigen Oberleiter (Amtsvorstand, bei der Reichsbahn
„Werkdirektor‘“ genannt) geleitet, Er ist durch die
Veuordnung erheb'ich von Kleinarbeit entlastet.
Es ist wohl von Interesse, darauf hinzuweisen, daß schon
‚or der Einführung dieser Neuorganisation beı der Reichs-»ahn
ähnliche Grundsätze bei einer Hauptwerkstätte des
;aargebietes, nämlich in Burbach, selbständig versuchsweise
ingeführt waren.
Die Amtsvorstände erhalten ihre Weisungen von der Eisen-‚ahndirektion.
Dort sind in der Hand des Werkstätten-Jezernenten
alle Befugnisse tür die Zuteilung der Arbeit,
lie Bestimmung über die Art ihrer Ausführung und die
Jeberwachung der Verwendung der Geldmittel, sowohlfür
lie Haupt- wie für die Betriebswerkstätten,
'ereinigt. Die Zusammenfassung der Haupt- und Betriebsverkstätten
ist bei der heutigen engen Verquickung der Aryjeiten
dieser beiden Werkstättenarten von großer Bedeutung.
\us diesem Grunde ist auch angeordnet, daß eine Uebervachung
der technischen Arbeiten der Betriebswerkstätten
lurch Organe der Hauptwerkstätten erfolgt.
Dem Werkstättendezernenten sind mehrere Hilfskräfte bei-‚egeben,
von denen ein Hilfsdezernent die Lagerverwaltung
ınd die Beschaffungsgrundlagen, ein Regierungsbaumeister
lie Verteilung der Fahrzeuge, Verbesserung der Arbeitsırganisation
und ein Betriebsingenieur die Angelegenheiten
ler Betriebswerkstätten bearbeitet. Dem gleichen Dezernenten
ind die mit der Ausbesserung im engsten Zusammenhang
tehenden Angelegenheiten der Fahrzeugbauart, der Wärmevirtschaft
und der Versorgung des gesamten Bezirks mit
Jlektrischer Kraft übertragen. Hierfür ist ihm ein elektroechnischer
Kontrolleur beigegeben. Auf beıden letzteren Geieten
ist ebenfalls eine weitgehende Rationalisierung durch
/erwendung der Abwärme, durch Beschaffung von Heizdampf
us Anzapfturbinen, durch Verwendung minderwertiger Brenntoffe,
Ersatz offener Schmiedefeuer durch Schmiedeöfen usw.
lurchgeführt. Alle diese Aufgaben werden mit Hilfe der
ler Büros der Eisenbanndirektion bearbeitet.
Der Zweck der gesamten Ritonal!isierung ist dıe Erzielung
on Ersparnissen. Um hierüber ein einwandfreies Bild zu
rhalten, ist eine verschärfte Nachrechnung der Selbstkosten
‚urchgeführt, wodurch namentlich die Höhe der allgemeinen
Costen (Generalkosten) im ganzen Werkbetriebe, in den
Feilbetrieben und für Einzelaufträge ermittelt werden soll.
je wird demnächst vervollkommnet durch Einführung der
ıuch bei der Reichsbahngesellschaft beabsichtigten betriebsvirtschaft'ichen
Vollabrechnung, welche Kontenbildung, Jahresilanz
und Rechnungsautstellung an alle Auftraggeber vorieht.
Nur sie allein kann eine Handhabe für die Beurteilung
ler Wirtschaftlichkeit und eine Vergieichsmöglichkeit mit
nderen Betrieben bieten.
Das Ziel der Rationalisierung, eine Verminderung der Aus-‚aben
für Stoffe, Löhne, Verwaltung, Kapitaldienst und Allremeinkosten
wird, wie meine Austührungen gezeigt haben,
nit größtem Ernste angestrebt, und es sind schon namhafte
Zrfolge erzielt worden. Dabei dart nicht außeracht gelassen
verden, wie viel schwerer es für einen Ausbesserungsy>etrieb
ist als für einen Neuwerteschaffungs-1etrieb,
dem Außenstehenden und dem Betriebsleiter einen
Jachweis der Wirkung der Rationalisierung zu bringen, da es
jei dem Ausbesserungsbetrieb an einem einwandfreien Maß-‚tab
für die Leistung fehlt, den jede Gruhenverwaltung in
ler Zahl der geförderten Tonnen, jedes Hüttenwerk
n der Zahl der gelieferten Tonnen, jede Fabrik in
ler Zahl der erzeugten Gegenstände usw. besitzt. Aber
uch hier sind wir auf Grund von statistischen Ermittelungen
uf dem Wege, wenigstens eine Art Relativ-Leistungseinheit
u finden.
Zum Schluß darf ich wohl die Hoffnung aussprechen, durch
neine Ausführungen die Ueberzeugung geweckt zu haben,
laß in dem Kampf um den Fortschritt und die Rationali-;jierung
der Bau und die Unterhaltung der Fahrzeuge bei
jer Eisenbahndirektion des Saargebietes keineswegs zurückyebliehen
ist, sondern daß wissenschaft'iche und wirtschaftiche
Betriebsführung rastlos an der Arbeit sind.
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