ler Saarwerke in ihren Kohlenselbstkosten eintritt, so muß
ioch darauf hingewiesen werden, daß auch nach dieser
Preisreduktion die Saarkohle noch immer wesentlich über
den deutschen Preisen liegt. Die Saarwirtschaft wird infolgedessen
gezwungen sein, ihre Bemühungen auf weitere Herabsetzung
und Anpassung an die Währungslage fortzusetzen.
Die mengenmäßige Belieferung hat sich in letzter Zeit
gebessert. Dasselbe gilt für die Erzausfuhr aus Lothringen
nach dem Saargebiet, nachdem in Lothringen eine Reihe
von Hochöfen gedämpft werden mußten. Die Preise für
<alkisches Erz mit 32 fe Gehalt stellen sich gegenwärtig
auf 1,25 bis 1,30 Dollar, also noch etwa 60 bis 70% über
jden Vorkriegspreis, Die Wasserfrachten für den Erzbezug
der saarländischen Werke haben etwas nachgelassen. Die
Frachtermäßigung dürfte mit dem Rückgang des Kohlenyeschäfts,
den zunehmenden Tageszeiten und dem günstigen
Wasserstand in Verbindung stehen. Dagegen wurden die
Eisenbahnfrachten noch nicht herabgesetzt; die Tarife sind
nach wie vor untragbar. Es wäre dringend zu wünschen,
daß die in Aussicht genommene Frachtermäßigung in aus-‚eichendem
Maße so bald als möglich durchgeführt würde.
In der Schrottversorgung sind anzichende Preise mit Rücksicht
auf die Materialknappheit auf dem französischen Markte
zu befürchten. Nur noch kleinere Mengen konnten zu den
alten Preisen bezogen werden.
Das Geschäft auf dem französischen Markt ist anhaltend
<lein zu unrentablen Preisen. Die völlig verfahrene Marktage
in Frankreich hat u. a. dazu geführt, daß teilweise
Knüppel billiger angeboten werden als Roheisen. Verschiedene
größere nordfranzösische Werke sollen größere Mengen
Formeisen — man spricht von mehreren tausend Tonnen —
auf Lager gewalzt haben und Bestände hieraus zu Preisen
abstoßen, die ganz wesentlich — bis zu 200 Fr. — unter
den Selbstkosten der Saarwerke liegen.
Im Exportgeschäft scheinen sich neuerdings die Preise
»twas zu bessern, da offenbar ein großer Teil der Händler
Aufträge auf Spekulation hereingenommen hat, die jetzt
untergebracht werden sollen. Für die Saarwerke ist allerdings
durch die ungünstige Frachtlage das Exportgeschäft
so gut wie abgeschnitten. Der Frachtnachteil, den die Saarwerke
gegenwärlig beim Stahlwerksverband mit 4 Mark zu
ıragen haben, läßt Exportlieferungen fast völlig zurücktreten.
Die Preise und Verhältnisse auf dem deutschen Markt
äind im wesentlichen unverändert. Das deutsch-französische
Abkommen über die Verlängerung der beiden Saarabkommen
und des deutsch-französischen Handelsprovisoriums bis zum
31. Mai kann als Verbesserung des bisherigen Zustandes kaum
angesprochen werden. Das der französischen Regierung zugestandene
Recht der Kündigung der Verträge am 21. auf
den 31. März ist nur geeignet, die bisherige Unsicherheit
über den Zustand im saarländisch-deutschen Verkehr zu
vermehren. Der Wiederaufnahme der deutsch-französischen
Verhandlungen zu Anfang des nächsten Monats wird infolgedessen
aus den Kreisen der Saarwirtschaft mit großem Interesse
entgegengesehen. Die Saarwerke verbinden hiermit
die Hoffnung, daß es gelingen werde, auf alle Fälle die
kontingentsmäßige Belieferung des deutschen Marktes im
Rahmen ihrer Beteiligung bei den deutschen Verbänden auch
über den 31. März hinaus aufrechtzuerhalten.
Statistische Mitteilungen.
Die Indexziffer für die Stadt Saarbrücken und das
Saargebiet im Monat Februar 1927.
Nach Mitteilung des Statistischen Amtes der Regierungs-<ommission
des Saargebietes stellen sich die Indexziffern für
die Stadt Saarbrücken und das Saargebiet im Monat Februar
1927 folgendermaßen:
Stadt
Saarhrücken Saargebiet
Gesamtlebenshaltungskosten 529,7 511
Gjesamtlebenshaltungskost. ohne Wohng. 704,1 681
Ernährung 553,8 53°
Wohnung 338,7 338,7
Heizung und Beleuchtung 722,2 575
Bekleidung 837,1 750
Sonstiger Bedarf und Verkehr 845,7 5A
Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung
und Bekleidung 607,6
Uebersicht über die Tätigkeit des städt. Arbeitsnachweises
im Monat Januar 1927.
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ESA1 8
253185
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Rest des
Zormonats
E
7
Dezember [no le
814
Januar
1285
mehr
471
weniger
Zn Ü N 108) 302
* [2461153] 399
0] 4 ol 97]
Die äußerst ungünstige Wirtschaftslage zeigte sich zu
jeginn des neuen Jahres in allen Berufsgruppen. Die Zahl
er Arbeitsucher stieg täglich. Die ganz geringen Einstelungen
in einigen Berufszweigen waren nur von kurzer
Dauer. Trotz der verhältnismäßig günstigen Witterung ruht
lie Bautätigkeit noch vollständig. Auch im Nahrungsmittelınd
Bekleidungsgewerbe macht sich die Stellenlosigkeit stärker
ühlbar. Eine weitere Verschärfung der Lage im kaufnännischen
und Handelsgewerbe brachte der weitere PDeronalabbau.
Die Aussichten auf Besserung des Arbeitsnarktes
sind gering. Entsprechend der Gesamtlage war auch
lie Inanspruchnahme der Erwerbslosenfürsorge äußerst stark.
Die Zahl der Unterstützungsempfänger hat die der früheren
ahre, mit Ausnahme der im vergangenen Winter durch
lie Aussperrung im Baugewerbe erreichten Höchstzahl, weentlich
überschritten.
Auch in der weiblichen Abteilung ist die Lage nicht beonders
günstig. Lediglich nach ausgebildeten Hausangetellten
wurde nachgefragt.
Das Berufsamt wird recht stark in Anspruch genommen.
‚eider können die Wünsche der Jugendlichen zum größten
Teil nicht erfüllt werden. Lehrstellen in den sogenannten
‚angbaren Berufen (Elektriker, Friseure, Schreiner) sind nicht
nehr frei gemeldet. Dagegen sind Lehrstellen im Bauhandverk
noch vorhanden. An alle Lehrherrn geht die wieder-1olte
Bitte, alle Lehrstellen dem Berufsamt zu melden.
Die lothringische Kohlenförderung im Jahre 1926.
Im lothringischen Kohlenrevier wurden im Jahre 1926
1323658 t Kohle gefördert und 152797 t Koks erzeugt, was
segenüber 1925 eine Zunahme um 44339 t Kohle bzw.
4285 t Koks bedeutet. Gegenüber 1913 mit einer
7örderung von 3795932 t ergibt sich freilich eine Zuı1ahme
von 1527725 t, also von 40% ! Nachstehend
lie Monatsergebnisse:
Förderung Kokserzeug. Belegschaft, Arbeiter
Tonren ınterTage üb.Tage insgesamt
151 480 22 °40 8264 30904
130 491 2z 71 8211 30382
192 417 A 8191 30030
418319 RA 29 701
413 900 29 330
447 021 29 239
432 224 28 187
419 780 5 29296
422 349 2 29441
452 897 3,9) 29868
456 099 „ 8382 3054
482 191 22634 8467 31101
1926: 5323658 1527097 22634 8167 31101
1925: 5279319 138512 22766 8211 300977
insgesamt wurden in Frankreich im Jahre 1926 51 421 579 t
Steinkohle gefördert. Der Anteil Lothringens beläuft sich
lemnach auf etwas über 10 %o. C.
.
Die elsässische Kaligewinnung im Jahre 1926.
Die elsässische Kaliindustrie hat im Jahre 1926 ihren
Aufschwung fortgesetzt und verzeichnet in der Kaligewinnung
neue Rekordziffern. Hatte das Jahr 1925 mit einem Ergebnis
von 1178578 t verarbeiteten Kalisalzen bzw. 310061 t K,O