Die Einfuhr von Glas nach dem Reichszollgebiet
nält sich mit 13712 t gegenüber 13463 t leicht über
der Zahl des Vorjahres. Bei Glas ist jedoch nach
der Dezember-Einfuhrzahl mit einer wesentlichen
Steigerung für das laufende Jahr zu rechnen. Man
wird hierin zum Teil den Erfolg der technischen
Umstellung in der saarländischen Tafelglasindustrie,
weiter aber auch die Auswirkung der im August
erfolgten Zollregelung zu suchen haben.
Die Einfuhr sonstiger Erzeugnisse von der Saar
nach dem Reichszollgebiet, vor allem der Absatz
von Erzeugnissen der saarländischen weiterverarbeitenden
Eisenindustrie ist fast allgemein im Rückyang.
Nur der Absatz elektrischer Maschinen einschließlich
Teile hat sich mit 1263 t gegen 1265 t
einigermaßen auf der Höhe des Vorjahres gehalten.
Dagegen ist der Absatz von landwirtschaftlichen
Maschinen von 176 t auf 63 t, von sonstigen Maschinen
von 1503 t auf 1289 t, von elektrotechnischen
Erzeugnissen von 98 t auf 64 t, von Kraft-Fahrzeugen
von 752 t auf 313 t im Rückgang.
Der Bezug von deutschen Fertigerzeugnissen hat,
wie bereits oben in anderem Zusammenhang erwähnt,
außerordentlich stark nachgelassen. Vor
ıllem ist die Ausfuhr deutscher Textilien,
einschließlich Kleidung und Wäsche, auf zum Teil
minimale Zahlen verringert. Die Ausfuhr von
Schuhwaren ging von 74 t auf 14 t, von Paraffin
ınd Waren aus Wachs oder Fetten von 1477 t auf
[230 t, der Bezug deutscher Möbel von 1897 t auf
‘189 t, der Bezug von deutschem Papier und Papiervaren
von 3967 t auf 38388 t und die Ausfuhr
leutscher Farben und Lacke von 711 t auf 170 t,
‚on Glas und Glaswaren von 522 t auf 152 t, von
zöhren und Walzen von 1054 t auf 362 t, Eisen-»ahnoberbaumaterial
von 1241 t auf 376 t, von
<essel, Teilen und Zubehör von Maschinen von
379 t auf 536 t, von sonstigen Eisenwaren von
53324 t auf 1454 t zurück, Stark gelitten hat weiter
lie Ausfuhr von deutschen Maschinen, z.B. Textilnaschinen
von 93 t statt 149 t, Dampflokomotiven,
7ender 43 t statt 1350 t, Werkzeugmaschinen 332 t
tatt 714 t, sonstige Maschinen 787 t statt 1046 t,
»Jektrische Maschinen 171 statt 771 t, elektrotechılsche
Erzeugnisse 205 t statt 652 t, Kraftfahrzeuge
3 t statt 129 t im Jahre 1925. Besonders stark
st weiter der Rückgang im Bezuge sonstiger fertiver
Erzeugnisse von 8551 t im Jahre 1925 auf
7092 t im Jahre 1926. Nur bei 3 Positionen der
„iste der Fertigerzeugnisse war es möglich, den
3ezug deutscher Waren nach dem Saargebiet zu
:teigern. Die Ausfuhr von sonstigen chemischen
ınd pharmazeutischen Erzeugnissen stieg von 1129 t
auf 1302 t, der Bezug deutscher Ton- und Porzellanwaren
von 907 t auf 1128 t und der Bezug von
deutschen Kupferwaren von 200 t auf 212 t.
D
Die ©
HE
nhre
Küng
er
Förderergebnis 1926 höher als 1925 und 1913, jedoch geringer als 1924. — Rückgang bei den verpachteten Gruben. —
Spitzenleistungen bei Förderung pro Monat und Arbeitstag. — Geringere Kokserzeugung. — Einfluß des englischen Bergarbeiterstreiks
und Haldenbestände. — Wiederaufnahme der Briketterzeugung, jedoch in kleinstem Umfange. — Verstirkung
der Belegschaft,
Von Dr. W. Cartellieri, Saarbrücken,
Die Förderung der Saargruben im Jahre 1926 hat sich
normal entwickelt. Streiks waren nicht zu verzeichnen. Das
maßgebliche Ereignis in der internationalen Kohlenwirtschaft,
der englische Bergarbeiterstreik, hat sich indirekt auch auf
die Saargruben ausgewirkt. Das zweite Halbjahr 1926 war
gekennzeichnet durch zeitweise Kohlenknappheit und Beschränkung
der Saarkohlenausfuhr. Trotz der dem Kohlenbergbau
allgemein günstigen Konjunktur hat eine der vermehrten
Nachfrage entsprechende Steigerung der Förderung
nicht stattgefunden. Die Gesamtförderung des Saarkohlenbeckens
im Jahre 1926 beläuft sich auf 1368)874 t (netto)
und stellt sich damit als die zweithöchste Förderziffer dar,
die unter französischer Verwaltung erzielt worden. ist. Sie
bleibt hinter der Spitzenleistung von 14032118 t im Jahre
1924 um 35124 t zurück, übertrifft aber andererseits die
Förderung des Jahres 1925 von 12989849 t, dıe durch einen
ainwöchigen Generalstreik beeinträchtigt wurde, um 691 023 t.
Das Ergebnis des letzten Friedensjahres 1913 mit 13316309 t
st gleichfalls überschritten, wie bereits in 1924.
Von der Förderung des Jahres 1926 entfallen 13318819 t
auf die französischen Staatsgruben und 362055 t auf die
verpachteten Gruben. Bemerkenswert ist der Rückgang der
öörderung bei den verpachteten Gruben (Grube Frankenholz)
m Vergleich zu 1925 mit 392733 t und 1924 mit 381072 t.
Die staatlichen Gruben dagegen weisen gegenüber 1925 mit
12597116 t eine Förderzunahme um 721703 t auf.
Bei 2990,43 Arbeitstagen erreichte die durchschnittliche
Tagesförderung 45690 t gegenüber 45393 t bei 286,19 Ar-Deitstagen
in 1925, Das beste Ergebnis wurde im Dezember
1926 mit 48541 t arbeitstäglich erzielt, eine Leistung, die bisher
nicht erreicht worden ist. Das Jahr 1926 hat noch eine
andere Spitzenleistung gebracht, indem die Märzförderung
von 1266877 t die höchste bisher erzielte Monatsförderung
larstellt.
Im einzelnen ergibt sich folgendes Bild für die Kohlen-Örderung
(ausgelesen und gewaschen) und Kokserzeugung
1926 (in Tonnen):
Monatsdurchschn.
1913
16
Staatliche
Gr he:
/erpacht.
Teuhen
Gesamtörderung
101235
© 3
WD2 487
Kohserz.
Heinitz
1079227 33431 22 249
10705293 31543 19 4C0
1232417 34460 21 588
1049856 22379 19 300
10280741 26656 22 258
10643140 290912 20.155
150255 31 933 21 498
1107311 27739 21 82
098937 27253 21 219
139615 29108 22 499)
002252 32706 21 239
1297006 34845 22 392
13418819 367.055 13680874 255270
12597116 392733 129809819 272352
13678046 381072 14032118 216 09
- 12375 140 341169 13216309 250410
Die Kokserzeugung der staatlichen Kokerei Heinitz ist in
926 gegenüber 1925 um 17082 t zurückgeblieben und fast
«uf der Höhe von 1913 angelangt. Im März 1926 ist die
eit 1921 eingestellte Brikettfabrikation wieder aufgenommen
vorden, vorläufig allerdings in bescheidenstem Umfange und
nit größeren Unterbrechungen. Es wurden erzeugt im März
7, Juni 74, August 145, September 238 und November 202 t,
ısgesamt 746 t, während 1920 immerhin 33461 t und
921 27841 t Briketts hergestellt wurden. Bei den obigen
irgebnissen dürfte es sich wohl mehr um Versuche handeln.
besondere Bedeutung hat die Briketterzeugung auch früher
ıicht gehabt, so war sie von 1939 bis zum Kriege ganz
‘ingestellt,
Von der Förderung des Jahres 1926 wurden 1050136 t
m eigenen Grubenbetrieb (einschl. elektr. Zentralen) ver-