Full text : 32.1927 (0032)

Nur die hauptsächlichsten Ein- und Ausfuhrwaren
können in diesem Zusammenhang noch etwas näher
erörtert werden.
An der stärkeren Belebung der Einfuhr nach
dem Reichszollgebiet ist vor allem die Einfuhr
 von lebenden Tieren mit 33727 Stück,
yegenüber 27752 Stück im Jahre 1925, beteiigt.
 Dagegen ist die Ausfuhr von lebenden Tieren
nach dem Saargebiet fast vollkommen zurückgeyangen.
 Dieser Rückgang betrifft insbesondere die
Ausfuhr von Rindvieh von 3964 auf 96 Stück und
von Schweinen von 2304 auf 35 Stück. An der verstärkten
 Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken
aus dem Saargebiet sind vor allem die Erzeugnisse
der saarländischen Getreidemühlen mit einer Einfuhr
 von 3877 t gegenüber 2222 t im Jahre 1925
beteiligt. Die Einfuhr von Malz ist von 150 t auf
300 t, die Einfuhr von Bier von 90 t auf 217 t
gestiegen, dagegen ist die Einfuhr von deutschem
Obst von 296 t auf 115 t, von deutschen Küchengewächsen
 von 95 t auf 30 t, von Branntwein von
436 t auf 2 t, von Wein und Most von 143 t auf
3 t gefallen. Die Ausfuhr von deutschen Lebensmitteln
 und Getränken, die um 16538 t = 31%
zegen 1925 zurückgegangen ist, zeigt trotzdem
steigende Zahlen für Weizen von 1223 t auf 1983 t,
Roggen von 715 t auf 2592 t, Hafer von 136 auf
261 t, Mehl, Graupen und sonstige Müllereierzeugnisse
 von 279 auf 1035 t, Küchengewächse von
1733 auf 2133 t. Ausschlaggebend für den Rückzang
 im Bezuge deutscher Lebensmittel und Ge-:ränke
 ist jedoch der starke Rückschlag im Bezuge
Jeutscher Kartoffeln von 21222 t statt 37868 t und
von Zucker in Höhe von 374 t gegenüber 2612 t
im Jahre 1925. Auch der Bezug von deutschem
Fleisch und Fischen, Wein, Most und Bier hat zum
Teil sehr stark nachgelassen. Der Käsebezug des
Saargebietes hält sich mit 836 t auf der Höhe des
Vorjahres.

Röhren und Walzen
Stab- und Formeisen
Blech und Draht .
Eisenbahn-Oberbau-Materıal U. Hr mh m
Kessel, Teile und Zubehörteile von Maschinen .
Sonstige Eisenwaren

Die Einfuhr von Fertigerzeugnissen der Ssaarländischen
 Eisen- und Stahlindustrie hat hiernach
von 387000 t im Jahre 1925 auf 514000 t im Jahre
1926 zugenommen. Mit dieser Steigerung um rund
127000 t = 33% wird die Umstellung der saar-‚ändischen
 Schwerindustrie in der Absatzrichtung
ihrer Erzeugnisse maßgeblich unterstrichen. Diese
Wiedereingliederung der saarländischen Schwerinlustrie
 in die deutsche- Eisenwirtschaft, die allmählich
 durch die Aufnahme der Zollstundungen
eingeleitet, durch den Beitritt der saarländischen
Werke zu den deutschen Verbänden und schließlich
durch den Abschluß des Berliner Saarabkommens
vom 6. November 1926 weiter fortgeführt wurde,
ist noch in vollem Gange. Der Nachweis hierfür
ist aus der Gegenüberstellung der Monatsdurchschnitte
 1925/26 und der Dezembereinfuhr 1926 ohne
weiteres zu erkennen. Aber selbst bei der Dezembereinfuhr
 von rund 64000 t im Monat = 768 000 t
im Jahr bleibt der Absatz saarländischer Eisen- und
Stahlprodukte noch wesentlich hinter den Absatzzahlen
 des Jahres 1913, die sich nach der Reichs-Der

 Rückgang in der Einfuhr saarländischer Roh-;toffe
 und halbfertiger Waren nach dem Reichs-‚ollgebiet
 ist ausschlaggebend durch die Minderjelieferung
 des deutschen Marktes mit: saarlänlischen
 Steinkohlen beeinflußt. Statt 1092210 t im
ahre 1925 wurden im Jahre 1926 nur noch 930 220
Ponnen, also rund 162000 t weniger geliefert. Die
Ainderbelieferung des deutschen Marktes mit Saar-:;Ohle,
 die im November 1926 mit 34000 t gegen
31000 t im Monatsdurchschnitt 1925 den niedrigsten
;tand erreichte, steht bekanntlich mit der stärkeren
Zelieferung des französischen Marktes mit Saar-:;ohle
 während des englischen Bergarbeiterstreiks
n allerengstem Zusammenhang. — Auch der Verand
 von saarländischen Bau- und Nutzhölzern und
aarländischem Roheisen nach dem Reiche hat nachrelassen.
 Dagegen hat sich der Absatz von Eisen-1albzeug
 von 34173 t auf 55877 t, von Steinkohleneer,
 Oelen und Derivaten von 28538 t auf 348853 t
ınd die Einfuhr von Metallasche von 3696 t auf
9844 t gehoben. Auch die Einfuhr von Thomasnehl
 zeigt mit 125953 t gegenüber 120555 t eine
eichte Erhöhung. Diese Entwicklung dürfte sich
edoch noch verstärken.
An dem erhöhten Bezug deutscher Rohstoffe und
ıalbfertiger Waren ist vor allen Dingen die Ausuhr
 von 163276 t Bau- und Nutzholz gegenüber
55478 t im Jahre 1925 beteiligt. Die Holzkontinzente
 der beiden Saarabkommen dürften hier mit-;prechen.
 Die sonstigen Rohstoffe und Halbfabri-<ate
 zeigen zum Teil (Preßkohlen, Zement, son-;tige
 Steine und Erden, Eisenerz, sonstige Erze und
Metallasche) erhöhte, zum Teil (Steinkohle, Koks,
Roheisen) verminderte Ausfuhrzahlen.
Für den Absatz saarländischer Fertigerzeugnisse
auf dem deutschen Markte ergibt sich hinsichtlich
der Hauptgruppen saarländischer Eisen- und Stahlwaren
 folgendes Bild:

Ge---Monatsdurchschnitt

 | Dezember
1926

u

‘496

5323
24 638
10 547
20773
7
_ 2383
38704 | 514466 © 282 ı 63821
verkehrsstatistik auf rund 1,5 Millionen Tonnen berechnen,
 zurück. Auch die im Saarabkommen vom
5. November 1926 mit Wirkung ab 1. Dezember
‚926 vorgesehenen Kontingente für die Einfuhr saarändischer
 Eisen- und Stahlerzeugnisse nach dem
teichszollgebiete von rund 1450000 t wird selbst
lurch die erhöhte Dezemberziffer mit kaum 55%
arreicht. Die entsprechende Entwicklung für die
:inzelnen Gruppen von saarländischen Eisen- und
;tahlerzeugnissen ist aus der vorstehenden Uebericht
 zu entnehmen.
Für die Einfuhr saarländischer Keram- und Glasarzeugnisse
 ergibt sich folgende Entwicklung:
Gesamteinfuhr Monatsdurchschnitt Dezemb.
1925 1926 1925 1926 1926
<eram-Erzeugnisse , 22.906 20.980 1.909 1718 1950
3las . —_—_- 13463 13712 1122 1143 2957

Der Absatz Ssaarländischer Keramerzeug-1ıisse
 auf dem deutschen Markt hat hiernach um
726 t nachgelassen. Jedoch lassen die Dezemberzahlen
 der Hoffnung Raum, daß allmählich wieder
eine bessere Zahl erreicht wird.
            
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