Full text : 32.1927 (0032)

Das Sagreebief im deutschen Außenhandel im Jahre 1926.

Wir veröffentlichen nachstehend die amtliche
deutsche Außenhandelsstatistik für den Warenverkehr
 zwischen dem Saargebiet und dem Reichszollgebiet
 mit den Vergleichszahlen für das Jahr
1925 nach der Gruppeneinteilung des Internationalen
Verzeichnisses. Zusammenfassend ergibt sich hieraus
 folgendes Bild:
Mengenstatistik (in Tonnen):
Einfuhr >
1925 1926
Lebende Tiere 106 305
Lebensmittel und Getränke
 £ 3666 701
Rohstoffe und halbfertige
 Waren 1377106 1261631
Fertige Waren 430003 59470
Sold und Silber -
Insgesamt: 1811781 1821 459 981920 1046294
Wertstatistik (in 1000 RM.):
Einfuhr
1925 1926
093 #82

Ausfuhr
1925 1926
47 76
“X 33 462
301 756
21 000

Ausfuhr
1925 1926
120 83
‘6286
3 ‚3 26940
520 2. “7 20927
; 2
Insgesamt: 133951 138 750 70711 54236
Im Gesamtergebnis hat sich die Einfuhr aus
dem Saargebiet nach dem übrigen
Deutschland gegenüber 1925 leicht gehoben.
Statt 1811781 t im Jahre 1925 wurden im Jahre
1926 knapp 10000 t mehr, insgesamt 1821459 t
singeführt. Die leichte Steigerung hält sich auch
dem Werte nach in ungefähr diesem Ausmaße. Sie
'st von 133954000 RM. auf 138750000 RM. gestiegen.
 Es haben jedoch in den einzelnen Gruppen
wesentliche Verschiebungen Platz gegriffen. Die
Einfuhr von lebenden Tieren hat sich der Menge
nach fast vervierfacht. Die Einfuhr von Lebensmitteln
 und Getränken ist um rund 28 % gestiegen
and die Einfuhr von Fertigwaren ebenfalls um rund
29 0%. Dagegen zeigt die Eintuhr von Rohstoffen und
halbfertigen Waren einen Rückgang um 8%. Allgemein
 gesprochen, hat somit eine Verschiebung
zugunsten der Fertigwaren stattgefunden, wenngleich
 die Rohstoffe und. halbfertigen Waren, darunter
 vornehmlich die Kohlen, nach wie vor mengenmäßig
 im Vordergrund stehen. Die vorherrschende
Stellung von fertigen Waren bei der Einfuhr saar-‘ändischer.
 Erzeugnisse geht besonders deutlich aus
ler Wertstatistik hervor. An der Gesamteinfuhr des
Jahres 1925 waren die ‘Fertigwaren dem Werte
nach mit 63 %, dagegen im Jahre 1926 mit 660.
beteiligt.

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Die Ausfuhr deutscher Erzeugnisse
nach dem Saargebiet zeigt mengenmäßig ebenfalls
 eine Steigerung von 981920 t auf 1046294 t.
Dagegen ist die Ausfuhr deutscher Erzeugnisse nach
ler Saar dem Werte nach von 70711 000 auf 54 236 000
RM. zurückgegangen. Der Grund für diesen wertmäßigen
 Rückgang der deutschen Ausfuhr nach dem
Saargebiet ist in dem stärkeren Rückgang bei der
Ausfuhr deutscher Fertigerzeugnisse und deutscher
Lebensmittel nach dem Saargebiet zu suchen. Die

Ausfuhr von Fertigerzeugnissen ist von 34452 t im
ıahre 1925 auf 21000 t im Jahre 1926 zurückyegangen.
 Die Ausfuhr von Lebensmitteln zeigt
»nen Rückgang von 50000 t auf 33462 t. Dem
Werte nach ist der Rückgang an Fertigerzeugnissen
ı1och stärker. Sie sind von 37297000 RM. auf
20927000 RM. zurückgegangen. An der Gesamtıusfuhr
 gemessen; betrug die Ausfuhr deutscher
Fertigerzeugnisse nach dem Saargebiet im Jahre
1925 noch 53%, dagegen 1926 nur noch 39%.
Während somit die Einfuhr saarländischer Fertigarzeugnisse
 nach dem Reichszollgebiet sowohl absout
 als relativ ansteigt, ist die Ausfuhr deutscher
Fertigerzeugnisse nach der Saar absolut und relativ
stark zurückgegangen. Die vorläufig nur teilweise
zelöste saarländische Zollfrage findet hierin ihren
zahlenmäßig belegten Ausdruck. Wohl ist es der
zaarländischen Industrie vermöge der Zollstundunzen
 und in verstärktem Maße durch die Saarıbkommen
 vom August und, November 1926 möglich
zewesen, den deutschen Markt wieder höher
zu beliefern, dagegen hat sich die prohibitive Wirkung
 der französischen Zölle im Jahre 1926 noch
stärker ausgewirkt als im Jahre 19253. Zu beachten
 wird hierbei im Jahre 1925 die Tatsache
sein, daß zu Beginn dieses Jahres wenigstens noch
10 Tage die Möglichkeit bestand, das Saargebiet
zollfrei mit deutschen Waren zu versorgen.
Selbstverständlich wirken sich diese Zusammenı1änge
 auch in der Außenhandelsbilanz des Saarzebietes
 im Verkehr mit dem übrigen Deutschland
antsprechend, aus. Die Bilanz des Saargebietes ist
zegenüber dem Reichszollgebiete noch stärker aktiv,
 als dies bereits im Jahre 1925 der Fall war.
Der Ausfuhrüberschuß des Saargebietes ist von
53243000 RM. auf 84514 000 RM. gestiegen.
Diese Erhöhung des Ausfuhrüberschusses um
21271000 RM. entspricht einer Steigerung um rund
34%. Leider ist es mangels einer allgemeinen
Außenhandelsstatistik des Saargebietes nicht mögich,
 einen Ueberblick über die Verhältnisse auf den
;onstigen Absatzmärkten der Saarwirtschaft zu gevinnen.
 Vor allem macht sich immer stärker der
Mangel einer Statistik über die saarländisch-fran-Ösischen
 Warenbeziehungen bemerkbar. Man wird
edoch nicht fehlgehen in der allgemeinen Annahme,
laß der verstärkten Belieferung des deutschen
Marktes eine Entlastung des französischen Marktes
ron saarländischen Erzeugnissen gegenübersteht.
Andererseits dürfte die wesentlich geringere Bejeferung
 des Saargebietes mit deutschen Erzeugıissen
 zum überwiegenden Teil Frankreich zugute
:ommen. Es bestätigt sich hierin die französische
Virtschaftspolitik in ihrem Streben gegenüber dem
5aargebiet, die Absatzmöglichkeiten für die französische
 Industrie auf dem Saarmarkt zu erhalten
ind zu verstärken, aber gleichzeitig den französischen
 Markt von dem Zufluß saarländischer Eisenınd
 Stahlerzeugnisse und saarländischer Glas- und
Keramwaren freizuhalten.
Wegen der weiteren Einzelheiten für die Entwickung
 des deutsch-saarländischen Warenverkehrs sei
auf die nachstehenden Uebersichten verwiesen:
            
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