Nr. 23
‘ührungen des Geschäftsführers nehmen schließlich die im
Laufe des Geschäftsjahres in den Vordergrund getretenen
Arbeiterfragen ein. Die Tätigkeit der „Arbeitsgemeinschaft“,
Are Entstehung, ihr Zusammenhang mit der „Zentral-Arbeitsgemeinschaft‘,
mit der „Reichs-Arbeitsgemeinschaft für
die Eisen- und Stahlindustrie‘, die sich aus der Eisen schafienden
Industrie, der Metall schaffenden Industrie und der
Fisen und Metall verarbeitenden Industrie zusammensetzt,
linden eine kurze Kennzeichnung. Besonderes Interesse erwecken
in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der Arbeiten
des Vorsitzenden des Direktoriums der Allgem. Elek-'rizitäts-Gesellschaft,
Herrn Geheimrat Deutsch, dem es ge-'ungen
ist, einen ausgezeichneten Beitrag zu der Frage der
Rentabilität von Aktiengesellschaften zu liefern. Das auf
ajnwandfreie Unterlagen gestützte Ergebnis, nach dem auf
die Arbeiter der in Betracht gezogenen 66 gut rentierenden
Unternehmungen in dem Augenblick, in dem die Aktionäre
auf jede Verzinsung ihres Besitzes Verzicht leisten, nur
Mk, 270,00 pro Jahr und Kopf entfallen würden, verdient
lestgehalten zu werden. Auch die zu ähnlichen Ergebnissen
zelangende Zusammenstellung des Vereins für die bergbaulichen
Interessen in Essen findet entsprechende Würdigung.
'm übrigen wird noch anhand der Feststellungen des Herrn
Geheimrat Deutsch der Nachweis dafür erbracht, daß das
Gros des deutschen Aktienkapitals sich tatsächlich bereits
in unzähligen Händen befindet, also schon so gut wie Sorialisiert
ist. Nach einem Hinweis auf die Denkschrift
des Reichswirtschafts-Ministeriums, Planwirtschaft betreffend,
die entschiedene Ablehnung findet, sowie nach einer kurzen
Schilderung der Gedanken des Gesetzentwurfes über Be-Iriebsräte,
dessen schwere und ernsthafte Gefahren eben-'alls
angedeutet werden, schließt der Geschäftsbericht mit
der Mahnung an alle Kreise des erwerbstätigen Bürgerums,
sich vom ersten bis zum letzten Mann innig und fest
zusammenzuschließen, da nur dadurch einer erbarmungsoosen
Zermalmung des Bürgertums wirksam entgegenge-Iireten
werden könnte.
Saar-Wirtschaftszeitung .
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schaftlichen Vereins ins Auge gefaßt. Dagegen wären die Vorstände
der Ueberzeugung, daß die Südwestliche Gruppe des
Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller in irgend
einer Form erhalten bieiben müsse, Ein endgültiger
Beschluß sei jedoch in dieser Frage noch .nicht
zefaßt, es bestehe nur völlige Vebereinstimmung nach
jer Richtung, daß auf eine Zusammenfassung der Saar-Fisenindustrie
— etwa in einer besonderen Fachzruppe -—
nicht verzichtet werden könnte. Ob diese Fachgruppe für
Fisen und Stahl als besondere Organisation künftiz neben
der Handelskammer — mit der Handelskammer jedoch durch
die gemeinsame Geschäftsführung verbunden --- bestehen.
bleibt oder ob sich die Handelskammer einen besonderen
Fachausschuß für die Eisen- und Stahlindustrie
angliedert, würde später noch festzulegen sein. — Die Versammlung
erklärt sich mit den Ausführungen des Herrn Generaldirektor
Müller in allen Teilen einverstanden.
3. Genehmigung eines Abkommens mi\ı der Handelskammer
über den gemeinsamen Besitz,
Da die Handelskammer mit dem Verein zur Wah-‚ung
der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der
Saarindustrie sowohl wie auch mit der Südwestlichep
Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller
vemeinsamen Besitz unterhält, ist gegebenenfalls ein
besonderes Abkommen ins Auge zu fassen, durch das diese
gemeinsamen Besitzverhältnisse zweifelsfrei geregelt werden,
Die Hauptversammlung beschränkt sich darauf, von dieser
Sachlage Kenntnis zu nehmen, ist im übrigen aber damit
einverstanden, daß die endgültige Klärung der gemeinsamen
Besitzverhältnisse solange hinausgeschoben wird, bis sich
die künftigen Geschicke des wirtschaftlichen Vereins und
der Südwestlichen Gruppe klar abzeichnen.
4. Beschlußtassung über eine beabsichtigte Abänderung der
Satzungen der Südwestlichen Gruppe. sowie des
Arbeitgeberverbandes.
Da die Voraussetzungen, die im wesentlichen dem
Inhalt der Satzungen sowohl der Südwestlichen Gruppe,
wie auch des Arbeitgeber-Verbandes zugrunde liegen,
eine durchgreifende Umgestaltung erfahren haben, beschließt
die Hauptversammlung, besondere Ausschüsse einzusetzen,
jenen die Aufgabe übertragen wird, Form und Inhalt der
Satzungen der veränderten Sachlage anzupassen. Der Auszschuß,
der sich mit der Prüfung und Neubearbeitung der
Satzungen der Südwestlichen Gruppe zu befassen hat, setzf
sich neben dem Geschättsführer aus den nachstehenden Herren
zusammen:
Generaldirektor Müller, Gebr. Stumm, GO. m. b. H..
Neunkirchen,
Generaldirektor Naumann, Halbergerhütte, Brebach,
Generaldirektor Schleitenbaum, Akt. Ges. der Dillinger
Hüttenwerke, Dillingen,
* Direktor Kugener, Burbacherhütte, Saarbrücken,
Eduard Röchling, Röchling’sche Eisen- u. Stahlwerke
Völklingen,
Direktor Kupffer, Mannesmannröhren-Werke, Saarbrücken.
Direktor Schwartz, Dingler’sche Maschinenfabrik,
Zweibrücken.
Als weiteres Arbeitsgebiet wird diesem Ausschuß die
Prüfung der Frage zugewiesen, ob und in welcher Form
der Wirtschaftliche Verein einem Abbau entgegengeführt
werden könnte. Für die Beratung der Satzungen des Ar
beitgeber-Verbandes sowie für die gleichzeitige Neu-Festsetzung
der Satzungen des Betriebskrankenkassen- Verban:
des wird folgender Ausschuß bestimmt:
Herr Generaldirektor Böhm, Gebr. Stumm G. m. bb. H.
Neunkirchen,
Herr Direktor Hanisch, Röchling’sche Eisen- u. Stahlwerke
Völklingen,
Herr Dr. Max von Vopelius, Vopelius’sche u.
Wentzel’sche Glashütten, Sulzbach,
Herr Luitwin von Boch. Villeroy 1. Boch. Mettlach
2. Neuordnung der Geschäftsführung,
Der Vorsitzende, Herr Generaldirektor Müller,
Neunkirchen, begründet die Notwendigkeit, den Arbeitgeberverband
der Saarindustrie künftig auf eigene Füße
m stellen. Mit Rücksicht auf den Zusammenhang, der
wischen den Aufgaben des Arbeitgeberverbandes und dea
Aufgaben des Betriebskrankenkassen-Verbandes bestent, ericheint
die Zusammenfassung beider Verbände unter einzeitlicher
Geschäftsführung zweckmäßig. Auf Grund der
Ausführungen des Herrn Generaldirektor Müller beschließt
lie Hauptversammlung einstimmig, Herrn Bergassessor
Teshmar mit der Geschättsführung des Arbeitgeber-Vernandes
und des Betriebskrankenkassen-Verbandes zu berauen,
Dem bisherigen Geschäftsführer, Herrn Dr. Schlen«
ker, der seine Arbeitskraft beiden Vereinen seit Anfang 1913
ehrenamtlich zur Verfügung gestellt hat, wird unter dem
ajnmütigen Beifall der Versammlung der lebhafteste Dank
'ür seine bisherige Tätigkeit zum Ausdruck gebracht. Herr
Generaldirektor Müller macht weiter davon Mitteilung, daß
die Handelskammer Herrn Dr. Schlenker unkündbar anf
Lebensdauer angestellt habe und daß Herr Dr. Schlenkeır
das Anrecht auf Ruhegehalt, sowie auf Hinterbliebenenversorgung
nach Maßgabe der für die Kommunalbeamten gel.
tenden Bestimmungen zuerkannt sei. Die veränderte Sach-‚age
im Saargebiet ergebe vor allem die Notwendigkeit, die
Handelskammer zu einem kraftvollen und bedeutungsvollen
Gebilde auszugestalten. Im Hinblick auf die erheblich gesteigerte
Bedeutung, die der Handelskammer künttig zu-’allen
dürfte, wäre die Frage aufzuwerfen, ob es noch
arforderlich erscheine, den Verein zur Wahrung der gemein
samen wirtschaftlichen Interessen der Saarindustrie beizubehalten.
Die gemeinsamen Vorstände der wirtschattlichen
Verhände hätten bereits eine allmähliche Auflösung des wirt