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Saar-Wirtschaftszeitung
Nr. 29
Der Kleinhandelsausschuß muß sich daher dagegen
verwahren, daß immer nur von seinen Preisen
und‘ nicht gleichzeitig auch von den Seinen
Verkaufspreisen zugrundeliegenden Erzeugerprei:
sen gesprochen wird.
hin, Wege für die Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen
zwischen den beiden Ländern
anzubahnen, stellte die Handelskammer
erforderlich erscheinende .Erhebungen an.
Der reelle Handelgegen die Schieber,
Der Kleinhandelsausschuß der Handelskammer
zu Saarbrücken hat einstimmig in seiner Sitzung
am 17. ds. Mits. die nachstehende Erklärung gum
Beschluß erhoben:
Der Kleinhandelsausschuß der Handelskamıner
zu Saarbrücken beklagt aufs tiefste das bedauerliche
Anwachsen des Schiebertums und des
Schleichhandels. Er schließt sich der scharten
Verurteilung, die diese häßlichen Auswüchse
des reellen Handels überall finden, in vollem Umfang
an. Der Kleinhandelsausschuß legt aber den
zrößten Wert auf die Feststellung, daß der ehrliche
Kaufmannsstand, der seine volkswirtschaftliche
Aufgabe darin. sieht, der Vermittler zwischen Projuzent
und Konsument zu sein und durch diese
volkswirtschaftlich notwendige und nützliche Tätigkeit
für sich und zahlreiche Angestellte und
Arbeiter Arbeitsgelegenheit schafft, mit dem Schiebertum,
das durch seine Unmoralität vergiftend
und zerstörend wirkt, nichts gemein hat und nichts
zemein haben will. Um diese Pest mit allen Machtmitteln
nachdrücklichst zu bekämpfen, erklärt sich
der Kleinhandelsausschuß der Handelskammer zu
Saarbrücken bereit, den Schieber, dessen Streben
ungemessener Gewirn ist, als schädliches Parasitengebilde
am Wirtschaftskörper beseitigen zu
helfen. Zu diesem Zweck erachtet der Kleinhandelsausschuß
eine Gemeinschaftsarbeit namentlich
mit den berufenen Führern und
Vertreterndes Arbeiterstandes für uner
läßlich.
Im Hinblick auf die Dringlichkeit, die der Kleinhandelsausschuß
einem verständnisvollen Zusammenarbeiten
mit den Arbeitführern beilegt, isi
schon. für den 21. Oktober 1919 die erste gemeinsame
Aussprache über die Frage in Aussicht genommen,
auf welche Weise sich ein Abbau der
Preise erzielen ließe. Voraussetzung für ein erfolgreiches
Zusammenarbeiten ist allerdings nach
Auffassung: des Kleinhandelsausschusses die Erkenntnis,
daß die Angriffe und Verdächtigungen gegen
den reellen Handel, der vielfach mit dem Schieber
in einem Atem genannt wird, aufhören müssen.
Auch die Art und Weise, wie vielfach der berechtigte
Kampf gegen das Schiebertum geführi
wird, zwingt den Kleinhandelsausschuß zu einem
Einspruch. Wenn man das Schiebertum
treffen will, so darf man nichtdenlegalen
Handel in kleinlicher. Weise ‚auf
Grund von Verordnungenschikanieren,
durch deren Maschen der Schieber ohne weiteres
entschlüpft. Der Kleinhandelsausschuß des Saargebietes
ist sich seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung
und der Notwendigkeit bewußt, mit allen
Kräften und mit redlichem, ernstem Willen an der
Schaffung erträglicher Lebensbedingungen
mitzuarbeiten. Er fordert aber mit vollem
Recht und mit vollem Bewußtsein der mit seiner
Tätigkeit verbundenen Verantwortung, daß ihm
aicht als dem letzten Gliede die Schuld an den
außerordentlichen Preissteigerungen beigelegt
wird. Die gewaltig gestiegenen Erzeugungskosten
sind im Zusammenhang mit der Entwertung
des Geldes die hauptsächlichsten Ursachen für die
heklagenswerte Verteuerung der Lehenshaltung
Kurzer Gericht
über die am 23. September 1919 stattgehabte
Hauptver[ammlung
der Südwestlichen Gruppe des Vereins deutscher
Eisen- und Stahlindustrieller,
des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen Wwirtschaftlichen
Interessen der Saarindustrie,
des Arbeitgeberverbandes der Saarindustrie
und
des Südwestdeutschen Verbandes zur Wahrung der
Interessen der Betriebskrankenkassen.
Geleitet wurde die Versammlung, auf der nahezu sämtliche
Mitgliedswerke vertreten waren, von dem stellv. Vor-;itzenden
des Wirtschaftlichen Vereins, Herrn Generaldirek-‘or
Müller, Neunkirchen. Vor Eintritt in die Tagesord-1ung
ergriff Herr Generaldirektor Müller das Wort zu einem
warm empfundenen Nachruf für die im abgelaufenen Ge-;chäftsjahr
verstorbenen Vorstandsmitglieder, Herr Kommerrienrat
Eduard Adt, Ensheim und Herr Kommerzienrat
Major d. R. Rennen, Oberhomburg. Die Versammlung
arhebt sich zu Ehren der teuren Heimgegangenen, die sich
mmer mit besonderem Interesse und unter Einsatz ihrer
zanzen Persönlichkeit tür die Aufgaben der wirtschaftlichen
Körperschaften zur Verfügung gestellt haben, von den Plätzen.
1. Geschäftsbericht 1918/19.
Den Geschäftsbericht 1918/19 erstattet der Gene-‚alsekretär.
Mit Rücksicht auf die Vertraulichxeit
verschiedener im Geschäftsbericht _behandelnder
Fragen wird von einer eingehenderen Berichterstattung
Abstand genommen. Die in der Saar-Wirtschaftszeitung un-‚er
der Ueberschrift „Wichtigere Vorgänge aus der laufenden
Geschäftstätigkeit“ erfolgenden Veröffentlichungen geben im
übrigen ein ausreichendes Bild über die Geschäftstätizkeit
zelbst. Den seit der letzten Hauptversammlung aus der
Geschäftsführung ausgeschiedenen Herren Assessor Dr. Fischer,
Dr. Maschner, Dr. Göller, Dr. Jakob und
Dr. Meier widmet der Generalsekretär Worte des Dankes
und der Anerkennung für die dem südwestlichen Wirtschaftsleben
geleisteten Dienste. Herzliche Worte des Abschieds
zelten vor allem dem langjährigen Mitarbeiter Herrn Assussor
Dr. Fischer, der mit dem Geschäftsführer seit dem Jahre
1910 in treuer und aufopfernder Kameradschaft verbunden
war. Würdigung finden weiter die großen Verdienste, die
sich Herr Dr. Maschner durch die zielbewußte Führung
der verschiedenen kriegswirtschaftlichen Organisationen erworben
hat. In die Lücken, die durch das Ausscheiden dieser
Herren Mitarbeiter, die im wesentlichen Tätigkeitsgebiete
im rechtsrheinischen Deutschland übernommen haben, entstanden
sind, rückten neu ein die Herren Dr. Wieneke,
Zeferendar Zirkler, Assessor Lütke, und Paul
Wentzel. — Nach einem Hinweis auf die Iinnige wirt:
schaftliche Verflechtung gerade von Rheinland und Westlalen,
sowie dem Saargebiet einerseits mit Elsaß-Lothringen
andererseits, die im einzelnen durch die Zahlen des Güterverkehrs
belegt wird, wird die künftige wirtschaftliche Lage
des Saargebiets in großen Strichen geschildert. Es wird
dargetan, daß eine Zerreißung der bisherigen wirtschaftlichen
Beziehungen des Saargebiets sich nicht ohne schwerste
vielleicht verhängnisvolle Erschütterungen des ganzen Wirtschaftslebens
abspielen kann. Eingehende Betrachtungen werden
einer etwaigen Zollgrenze am Rhein, sowie der Erhebung
der Zölle in Gold gewidmet, die zunächst für das besetzte
Qehiet untersaot ist. Einen hreiten Rahmen in den Auvs-