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Trägerin der Ausstellung zu machen. Herr Kommerzienrat
Weisdorff wird gebeten, die der Handelskammer
im Zusammenhang mit den Eröffnungsfeierlichkeiten
zufallenden Verpflichtungen
reundlichst übernehmen zu wollen. Hinsichtlich
der zu erlassenden Einladungen an Ehrengäste
und sonstige Persönlichkeiten ‚erklärt sich die
Handelskammer mit den bestehenden Absichten
einverstanden.
7. Vorbereitung der Ergänzungs- und
Ersatzwahlen.
Nach einer kurzen Erörterung des derzeitigen
Mitgliederbestandes faßt die Handelskammer ins
Auge, im Spätherbst die erforderlichen Ergyänzungs-
und Ersatzwahlen innerhalb der Kreise
Saarbrücken -Stadt und -Land, Saarlouis, Ottweiler
und St. Wendel nach Maßgabe der Bestimmungen
des bisher in Geltung befindlichen Wahlstatuts
vornehmen zu lassen. Zur Vorbereitung
dieser Wahlen, sowie zur eingehenden Prüfung
der Frage, ob und inwieweit eine Abänderung des
augenblicklichen Wahlstatuts zweckmäßig erscheint,
wird eine besondere Kommission eingesetzt,
die sich aus den Herren Generaldirektor
Müller, Neunkirchen, Großkaufmann Lampert,
Saarbrücken, Glashüttenbesitzer Leo Weoentzel,
Sulzbach, Luitwin von Boch, Mettlach, sowie
Bürgermeister Friedrich, St. Wendel zusammensetzt.
Da dieser Kommission auch die Aufgabe
zufällt, das Wahlstatut für die durch die Schaffung
des Saarstaates neu hinzukommenden Gebietsteile
aufzustellen, wird der Kommission das Recht zuerkannt,
sich in jeder ihr geeignet und zweckmäßig
erscheinenden Wieise zu verstärken.
3. Endgültige Kraftlos-Erklärung des
Notgeldes in Abschnitten von 5, 10 und
20 Mark.
Da durch eine große Zahl von Bekannts
machungen sowohl in den Zeitungen des Bezirks,
wie auch in den rechtsrheinischen Organen — u.a.
auch im Reichsanzeiger — das von der Handelskammer
herausgegebene Notgeld in Abschnitten
von 5, 10 und 20 Mark bereits mit Wirkung vom
]. August endgültig für kraftlos erklärt wurde,
beschließt die Handelskammer, die entgegenkommender
Weise immer noch geübte Einlösungstätigkeit
am 1. Oktober endgültig einzustellen. Für
diesen Beschluß ist vor allem auch die Erwägung
maßgebend, daß nun schon seit dem 1. März 1919
— die Scheine tragen im übrigen den roten Vermerk
„Letzter Einziehungstermin 1. Februar 1919“
— der endgültige Abschluß der Angelegenheit
immer wieder hinausgerückt wurde, Da die Handelskammer
aber einmal das Einlösungsgeschäft
endgültig einzustellen genötigt ist, soll nunmehr
am 1. Oktober mit aller Bestimmtheit festgehalten
werden. Im übrigen wird der schon früher gejaßte
Beschluß bestätigt, nach dem die Ausgabe
von Großgeld von der Ausgabe von Kleingeld
nicht zu trennen ist. Etwaige Ueberschüsse, die
bei dem Abschluß des Kontos Großgeld erwachsen
sollten, sind daher vor allem zur Deckung von
Verlusten heranzuziehen, die möglicherweise beim
Kleingeldkonto auf Grund des sehr starken Bestandes
an Kriegsanleihe entstehen könnten.
9. Verschiedenes.
Nachdem noch von einigen geschäftlichen Vorrängen
kurz Kenntnis gegeben wurde. bringt Herr
Saar-Wirtschaftszeitung
Wir. 27/28
Generaldirektor Müller zum Ausdruck, daß es —
auch im Interesse einer ausreichenden Fühlung
der Industrie mit den Vertretern des Handels —
in hohem Maße erwünscht erscheine, die Sitzungen
der Handelskammer künftig möglichst häufig abzuhalten.
Die Anregung findet beifällige Zustimmung
und es wird auch im Hinblick darauf, daß
die Erschwerungen, die in den letzten Monaten
der Abhaltung‘ derartiger Sitzungen entgegenstanden,
nunmehr in Wegfall gekommen sind, einmütig
beschlossen, die Sitzungen der Handelskammer
künftig wieder in kürzenen Zwischenständen
folgen zu lassen.
Handelskammer zu Saarbrücken.
Der 2. stellv. Vorsitzende: Der Syndikus:
gez. Weisdorff. gez. Dr. Schlenker.
Eröffnung
der Saarbrücker Austellung,
Am Samstag, den 27. September, zwei Uhr nachmittags,
erfolgte in Gegenwart von Vertretern der französischen
Besatzungsbehörde, an ihrer Spitze Herr General
Andlauer, von Abgeordneten der deutschen Verwaltungsund
verwandten Behörden sowie von Vertretern der an der
Ausste'lung beteiligten Industrien und Gewerbe, die teierliche
Eröffnung der Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in
den Deren Sälen der Tonhalle, die von künstlerischer Hand
unter Verwendung von wertvollen alten französischen Gobelins
aufs würdigste für den Empfang der Gäste hergerichtet
warcn,.
Nachdem die Klänge des die Feier einleitenden Musikstückes
verrauscht waren, wandte sich Herr Generaldirektor
Müller von Gebr. Stumm-Neunkirchen im Namerr der Handeiskammer
ar die Erschienenen mit folgender Ansprache:
„Im Auftrage der Handelskammer Saarbrücken habe
ich die Ehre, dem Herrn General Andlauer zu danken für
das große Interesse, welches er der jetzt eröffneten Ausstellung,
die Sie gleich besichtigen werden, entgegenbringt.
Als die Saarbrücker Handelskammer sich entschloß, dieser
Ausstellung ihre tatkräftige Unterstützung zuteil werden
zu lassen, ging sie dabei von dem Gedanken aus, daß es
1otwendig sei, die durch einen fünfjährigen Krieg unterbrochenen
Handels- und Wirtschaftsbeziehungen wieder aufrichten
zu helfen, da ohne solche Kultur und Zivilisation
nicht auf der Höhe zu halten sind.
Durch die Friedensbedingungen ist dem Saarlande eine
eigenartige Stellung in der Weltgeschichte zugewiesen worden,
Wenn es daher seine firühere wirtschaftliche Bedeutung,
von der es im Laufe des letzten Jahres ganz wesentlich
aingehbüßt hat, wiedergewinnen will, so bleibt ihm nichts
anderes übrig, als den veränderten Verhältnissen Rechnung
zu tragen.
Die jetzt erötfnete Ausstellung möge in dieser Beziehung
einen Wendepunkt für die Geschicke des Saarlandes und
seiner schönen Hauptstadt Saarbrücken bedeuten. Sie möge
als Funmdament für die Wiederaufrichtunz ihrer Industrie
und für die Anknüpfung neuer Welthandelsbeziehunzen diemen.
In diesem Sinne begrüßen wir den Völkerbund als
micjenize Instanz, welche nach dem Willen des Friedensvertrages
die zukünftigen Cieschicke des Saarlandes leiten
zoll.
Ich heiße namens der Saarbrücker Handelskammer die
anwesenden Vertreter aller Staaten, insbesondere diejenigen
des benachbarten Frankreich, sowie die Vertreter der hiesigen
Behörden herzlich willkommen und hoffe, daß Sie
von der Ausstellung einen bleibenden, guten Eindruck mit
nach Hause nehmen.“
Hierauf widmete auch Herr General Andlauer den Erschienener
in $ran7zösiecher Snrache herzlichen Willkommen-