Full text : 24.1919 (0024)

Jix. 25
*olgendes eingetragen worden: An Stelle des verstorbenen
3Zücherrevisors Hans Hildesheim ist der Bücherrevisor Gustav
Scholz in Saarbrücken gerichtlich zum alleinigen Liquidator
arnagnt.

Saar-Wirtfihaftisgettung. 337
die „Deutsche Konfektion“ veranlaßt, auf folgende Tatsıchen
aufmerksam zu machen.
Die hohen Preise für Baumwollwaren werden in Fachkreisen
 mit steigender Aufmerksamkeit verfolgt. Seit drei
Monaten hat eine starke Aufwärtsbewegung
der Preise eingesetzt, und die Notierungen reichen
bereits nahe an die ungewöhnlich hohen Preise im letzten
Herbst heran. Garn notierte kurz vor Abschluß des‘ Waffen-;tillstandes
 32er mule twist 52—54 d. Das war die höchste
Notierung im letzten Jahre. In der vergangenen Woche
wurden 423/, bis 45%/, d bezahlt, also nur 91/,—8!/, weniger als
der höchste Preis des Vorjahres. Deutlicher zeizt sich das
Verhältnis bei den Stoffen. Im November notierte Shirting
— 81/‚b 29sh 3d bis 37sh 9d, in der vergangenen Woche
wurde erzielt 27 sh 9d bis 30 sh 9d, eine Differenz also
gegenüber den teuersten Preisen von 1 sh 6d in den gerinzeren
 und 7 sh in den teueren Waren. Auch die Preise der
101 b Shirtings reichen mit ihren heutigen Notierungen von
32/6—35/6 sehr nahe an die Novemberpreise von 37—40 sh
heran. Eine sehr gangbare Sorte bedruckter Kattune (125
Yards 17x17 32er bis 40er) erzielte ihre Höchstpreise im
November mit 89—91 sh; jetzt kosten sie 74—78 sh.
Versucht man, die Ursache dieser Preissteigerunzen der
etzten drei Monate festzustellen, der bekanntlich eine eben-;olche
 Periode sinkender Preise vorausging, so ist zunächst
‘estzustellen, daß die Schwankungen der Rohstoffp. damit nur
lirekt und teilweise in Verbindung gebracht werden können.
Der Unterschied zwischen den Preisen für amerikanische
Baumwolle im November v. }. und heute ist nur sehr gering.
Good middling Texas stand damals 22,95 d, in der vergangenen
 Woche 22,36 d, also 39 Punkte weniger als 1ırüher
-— Eine größere Rolle spielen entschieden die verteuer-.
ten Produktionskosten infolge der inzwischen erolgten
 Steige rung der Löhne, Verringerung der
Arbeitszeit, verteuerten Kohlen usw. Ausschlaggebend
 jedoch dürfte für die ungewöhnlichen Steigerungen
 die überaus starke Nachfrage nach Tuchen und Garnen
 im Vergleich zu dem Angebot der Lancashire-Produk-*ion
 sein. Die Lancashire-Industrie ist im Augenblick mit
Aufträgen überhäuft. Alle Fabriken sind für Monate hinaus
voll beschäftigt. Lieferung wird vor dem Frühjahr nicht
mehr zugesagt, und mehrere der bedeutenderen Mäuser nehnen
 Aufträge nicht mehr entgegen. Diese starke Nach-*rage
 ist wohl in erster Linie für die bedeutende Preissteizerung
 für Tuche und Garn verantwortlich. Alle Ursachen
zind aber mehr oder minder datuernder Natur und wahrscheinlich
 in allernächster Zeit nicht zu ändern. In Fachkreisen
rechnet man deshalb auch mit einem Preisrückgang
 zunächst nicht, selbst für den Fall, daß
der Preis für amerikanische Baumwolle infolge einer guten
Ernte nachlassen sollte. Man ist vielmehr der Meinung,
daß die starke Nachfrage anhalten und für den Preis bestimmend
 sein wird, daß insbesondere der indische Bedarf
sich in den nächsten Monaten noch mehr als bisher gel
tend machen wird.

v v v
Wirt[chafflicher Teil
Gefchäftsverkehr mit Schweden.
Dem Handelsvertragsverein wird von seinem Vertrauensmann
 in Stockholm folgendes geschrieben: Fabrikan-‚en
 und Grossisten sollten unbedingt vermeiden, Kriegswaren
und sonstige minderwertige Surrogate nach dem Auslande
als Normalwaren anzubieten. Sie müssen stets ausdrücklich
als Kriegsware bezeichnet werden. Die Angebote haben
am besten in Mark zu erfolgen. Es ist für allerbeste Verpackung
 Sorge zu tragen, und man darf schlecnte Verpackung
 nicht mit Materialmangel usw. entschuldigen. Kann
eine Ware nicht in der üblichen Friedensverpackung geliefert
 werden, so ist das beim Angebot ausdrücklich zu bemerken.
 Infolge übler Praktiken während des Krieges haben
lie deutschen Firmen vielfach den Ruf geschäftlicher Korrektheit
 eingebüßt und sind dadurch in schweren Nachteil
‚egenüber der ausländischen Konkurrenz gekommen. ÖGejrnete
 Vertreter für deutsche Ausfuhrfirmen sind am besten
Jurch entsprechende Inserate in angesehenen schwedischen
Zeitungen zu erhalten. Die Kosten würden, wenn sich
mehrere Firmen bestimmter Branchen zusammentun, nicht
zu hoch sein.
Vorbereitung eines neuen Zolltarifs
in Italien.
Mit Rücksicht darauf, daß am 20. September d. J. die
‚lurch den Krieg nicht ohnehin erloschenen Handelsverträge
italiens ablaufen, befindet sich ein neuer italienischer Zoll-:arif
 in Vorbereitung, der durchweg wesentlich erhöhte
Zölle aufweist. Von den maßgebenden Interessentenkreisen,
in erster Linie dem Großindustriellen, wird ein autonomer
Doppeltarif nach dem Muster Frankreichs gefordert. Der
srhöhte Schutz soll sich in erster Linie gegen die befürchtete
UVeberschwemmung des Marktes mit deutschen Ware® rich-‘en,
 dürfte jedoch mindestens ebensosehr die Einfuhr aus
den Vereinigten Staaten und Frankreich treffen. Da es
unmöglich ist, bis zum 20. September einen endgültigen
Zolltarif fertigzustellen, so wird bis auf weiteres ein proviso-»ischer
 Tarif in. Kraft treten.
Nachdem durch Verordnung vom 24. Juli grundsätzlich
die Einfuhrfreiheit ausländischer Waren nach Italien wieder
 hergestellt ist, bedarf nur noch die Einfuhr aus Deutschland,
 Ungarn und Rußland für die sonst einfuhrfreien Waren
der Genehmigung — in Paketen ist die Einfuhr auch aus
diesen Staaten seit dem 16. August frei.
Durch zahlreiche Einfuhrverbote wird die italienische
Industrie auch weiter ausreichend gegen die ausländische
Konkurrenz geschützt.
Das italienische Amtsblatt hat am 28. Juli zwei Listen
von Waren veröffentlicht, von denen die erste Waren enthält,
die nur mit besonderer Genehmigung eingeführt werden
dürfen, die zweite Liste Waren, die ausschließlich vom Staat
bezogen werden. Die Listen liegen im Büro des Handelsvertragsvereins
 (Berlin W 9, Köthener Straße 28/29) aus und
<önnen auf Wunsch auch versandt werden.
Für die Waren, deren Einfuhr gestattet ist, gelten nach
Wegfall der früheren Handelsverträge ebenso wie für die
Zinfuhr aus anderen. Staaten zurzeit noch die Sätze des
italienischen Generaltarifs.

Unterbringung von
Kriegsgefangenen, Kriegsverletztza
und ausgef[chiedenzn Heeresangehörigen.

Wir nehmen Veranlassung, unsere Mitgliedsfirmen unter
 dieser Ueberschrift regelmäßig auf Fälle aufmerksam
zu machen, in denen die Handelskammer bezw. die Saarindustrie-Vereinigungen
 von Kriegsverletzten, Kriegsgetangenen
 und ehemaligen aktiven, unter dem Zwang der Umstände
 ausgeschiedenen Heeresangehörigen um Arbeitsver;
mittlung angegangen worden sind. Es bedarf wohl keines
besonderen Hinweises auf die moralisch-vaterl!än.
dische Pilicht aller Kreise, jenen verdienten Volks

Erhöhte Preife für engli[che
Baumwollwaren,
Um der vielfach verbreiteten Ansicht, ein Preissturtz
ür Textilwaren stehe bevor. entgegenzutreten. sieht sich
            
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