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Saar: Wirtjdhaftsgeitung.
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fragen. Das ist einfach zu beantworten, wenn man
sich vor Augen häit, was der Mensch alles für
sein tägliches Leben braucht. Das sind nicht 100,
nicht 1000, aber mehr als 100000 Sachen. Diese
wollen alle gekannt, bearbeitet, bewertet, gekauft,
zyelagert, gepackt, versandt usw. werden und was
sonst noch alles damit zusammenhängt. Viele, gaı
sehr viele Sachen lassen sich nur in einem bestimmten
Kreis verwerten, sie sind hier gesucht,
und dort nicht zu gebrauchen. Die Eigenart, die
Mode, der Geschmack usw., alles übt seinen Ein-Fluß
aus. Wollte man alles dieses durch die Einkaufsverbände
regeln, welche Zergliederung bis
ns Kleinste würde da erforderlich sein. Der
Apparat würde schließlich nicht billiger, aber
teurer wirtschaften, als der ehrsam solide Großhändler
es in seinem Spezialfach bis jetzt getan
nat und die Folge würde nicht die gesuchte Verilligung,
wohl aber die Verteuerung der Ware
sein. In Nr. 15 der Südwestdeutschen Industrie-Zeitung
vom 12. 7. 19 steht auf der Seite 207 zu
lesen, daß es längst kein Geheimnis mehr war,
daß die Reichsbekleidungsstelle mit 35—40%0 kalkuliert
hat, daß durch den Kriegs-Deckenverband
sogar ein Aufschlag von 50° vorgeschrieben war.
In demselben Artikel ist aber auch zu lesen, daß
Dei Sachverständigen Uebereinstimmung herrschte,
daß in Friedenszeit im Großhandel ein Preisaufschlag
von 15% bis 20% angemessen und üblich
war. Solche festgestellte Tatsachen mögen
nanchem Anhänger der Einkaufsverbände die
Augen Öffnen. Die Bestrebungen führen auf einen
Weg, der sich ausläuft, nicht aber zu einer glücklichen
Lösung der sozialwirtschaftlichen Verhältıisse.
Die Führer dieser Bestrebungen sollen das
jedenken. Sie sollen die Auswüchse, die sich
ramentlich in den letzten Jahren des Krieges so
breit gemacht haben, bekämpfen und ausrotten
helfen, aber gleichzeitig den soliden für die Volkswirtschaft
unentbehrlichen Zwischenhandel -—- den
Großhandel — stützen.
ach die Arbeitsyemeinschatt der holzgewerblichen Arbeitzeber
und Arbeitnehmer Deutschlands verkörpert, als dic
yeeignetst erscheinende Stelle mit der Vermittiung 7u betrauen.
Die technische Durcharbeitung der bereits vorliegenden Pläne
ür 60000 als Notwohnungen gedachten Baracken mit der
1otwendigen Inneneinrichtung sollen bereits von einer besonjerein
Kommission der Arbeitskammer in Angriff genommen
sein. Alle Interessenten, Organisationen wie Einzelficrmen
<önnen sich zwecks Erlangung von Aufträgen an die Argeitskammer
für das deutsche Holzgewerbe,
Berlin SO 16. Am Köllnischen Park 2, wenden.
v »„
Einkaufsverbände
und Großhandelsbetriebe.
Zu dieser die Existenz des Großhandels aufs
tiefste berührenden Frage gehen uns aus den
Kreisen des Großhandels folgende bemerkenswerte
Ausführungen zu:
Bereits vor dem Kriege waren die Bestrebunzen
der damals allerdings noch nicht zahlreichen
Einkaufsverbände auf den unmittelbaren Verkehr
les Einzelhandels mit dem Produzenten gerichtet.
Die Einkaufsverbände fingen langsam an, sich beim
Großhandel fühlbar zu machen. Unter Ausnutzung
Jer sozialwirtschaftlichen Verhältnisse während des
Krieges, noch mehr nach Beendigung des Krieges
versuchten gewisse Kreise das Heil der sozialen
Volkswirtschaft nur in der Schaffung der Einkaufsverbände
zu suchen, Sie glaubten, hier könne
die Not des Volkes ausgetilgt werden. Die mit
zanzer Kraft aufgenommene Propaganda wurde
bei der arbeitenden Kiasse unseres Volkes als bare
Münze aufgenommen, und dadurch kam es, daß
breite Schichten des Volkes einig wurden in dem
Gedanken, nur der unmittelbare gemeinsame Einkauf
verbillige die Ware. Dieser Gedanke würde
ein gutes Stück Wahrheit in sich bergen, wenn
wir das Leben nur betrachten, wie es sich heute
abspielt. Wer ist nicht alles Händler und Großhändler
gewerden? War es doch niemals leichter,
jank unserer lückenhaften Gesetzesbestimmungen
als die Not der Kriegszeit und ihre Folgen auszunutzen
und einen Handel zu beginnen. Das Wer
Schieber ist erst aufgetaucht, als Bekleidungs- unc
Genußmittel dem regulären freien Handel durch
Jie Knappheit entzogen waren und im Verborzenen
ein Handelsgebahren einsetzte, das dem echrbaren
Kaufmann stets wider Willen gewesen jst.
Nach solchen Vorkommnissen ist das Volk leicht
zeneigt, zur Selbsthilfe zu schreiten und alles aus-‚uschalten,
was Zwischenhandel bedeutet, und das
mit vollem Recht. Wir alle sehnen uns danach,
die früheren soliden Zeiten wieder zu finden, wo
es noch hieß: Ehrlich im Handel. Aus der Unnöglichkeit
heraus, den Verkehr zwischen Produzenten
und Einzelhandel vorteilhaft zu gestalten,
nat sich der Großhandel im Laufe der Zeit gebiljet.
Er stellt eine Verbindungsbrücke dar, die
jeder nicht selbst für sich bauen kann. Die Absicht
besteht nun, daß mehrere im Zusammenschluß
diese Brücke bauen wollen. Dieser Gedanke ist
is zu einer gewissen Grenze durchführbar;
jarüber hinaus aber nicht. Würde man beabsichigen,
den Gedanken im Rahmen der Durchführaarkeit
zu verwirklichen, so würde sich am Schlusse
zenau dasselbe Bild ergeben, das wir vor dem
Kriege in dem guten soliden Großhandei vor Augen
aatten. Ebensoviele Einkaufsverbände würden auftauchen
müssen als Großhandelsgeschäfte dagewesen
sind. Aber weshalb das, wird mancher
Tagung des DBeutfchen
Kriegswirft[chafismuseums.
Vor kurzem traten zum ersten Male nach der
im Januar d. J. erfolgten Genehmigung der Satzung
des Deutschen Kriegswirtschaftsmuseums, die in ihr
vorgeschenen offiziellen Organe (Vorstand, Arbeitsausschuß
und Verwaltungsrat) in den Räumen der
Leipziger Handelskammer zu einer Sitzung zusammen.
Die Reichsleitung und die sächsische
Staatsregierung, die dem Unternehmen, namentlich
n seiner Entwicklung zu einem allgemeinen Deutschen
Wirtschaftsmuseum, nach wie vor lebhaftes
nteresse entgegenbringen, waren durch die Herren
Ministerialdirektor Müller vom Reichswirtschaftsninisterium
und Geheimer Rat Dr. Klien vom
sächsischen Wirtschaftsministerium vertreten, die
Stadt Leipzig durch Herrn Stadtrat Baurat Franke
and das Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums
Herrn Dr. Kunath, der Deutsche Industrie- und
Aandelstag durch Herrn Generalsekretär Dr. So et-Deer
und die Kreishauptmaunschaft durch Herrn
Oberregierungsrat Dr. Bartsch. Außerdem nahm
an der Sitzung des Verwaltungsrates eine Anzahl
Ehrenförderer ı°s Museums teil. Den Vorsitz
*ührte satzungsgemäß der Vorsitzende der Handelskammer,
Herr Geheimer Kommerzienral
Schmidt. Der Sitzung war am Tage vorher