Da
lange nicht in Betracht kommen, als die wirtschaftlichen
Verhältnisse der einzelnen Staaten sich nicht einigermaßen
übersehen lassen. Heute aber kann noch kein Staat sagen,
wie seine wirtschaftlichen, insbesondere seine außenwirtschaftlichen
Verhältnisse sich in nächster Zeit entwickeln
werden. Vor allen Dingen läßt sich in keiner Weise voraussehen,
wie die wirtschaftliche Entwickelung Deutsch-'ands
und seiner Beziehungen zum Auslande und zwar
such zu den bisher feindlichen Staaten sich gestalten wird.
Solange aber diese Unklarheit besteht, kann es eich nur
um den Abschluß eines Provisoriums auf Grundlage der
Meistbegünstigung handeln und ich würde es für eine nutzlose
Inanspruchnahme von Arbeitszeit und -Kraft halten,
wenn man den Handel und die Industrie zu einer Stellungnahme
in der Frage der Gestaltung eines neuen Handelsvertrages
mit der Schweiz veranlaßt. Wünsche und Anregungen,
die heute vom Handel und der Industrie in
lieser Richtung vorgebracht würden, könnten nur einen
sehr vorübergehenden Wert besitzen, da sie voraussichtlich
bald durch die Ereignisse überholt werden würden.‘
Saar-Wirtschaftszeituug
Nr. 37/38
Aufträge ihrer Häuser zu vergeben. Zweck ihres Bezuches
ist, festzustellen, ob der deutsche Markt in der Lage ist,
japanische Waren aufzunehmen und ob es möglich ist,
seinen Warenaustausch herbeizuführen, besonders Maschinen
einzutauschen. Es liegt Japan namentlich daran, den Handel
in Niederländisch-Indien, Siam, China und den Straite
Settlements, der früher in deutschen Händen war, durch
Verkauf deutscher Waren, die sie in ihren eizenen Schiffes
ıls Rückfracht befördern wollen, an sich zu reißen. Da
jedoch einstweilen die japanischen Banken nicht gewillt
;ind, Kredite zu gewähren, so bleibt diese Angelegenheit
zunächst eine Frage näherer Vereinbarung. Japan möchte
such, daß Deutschland mit Großbritannien und Amerike
in Wettbewerb trete zwecks Deckung seines eigenen Bedarfs
an Maschinen. Beispielsweise fertigt die Textilmaschinenindustrie
im Wuppertal alle Arten der wichtizsten Textilmaschinen
an, nicht nur eiserne Webstühle mit Krattantrieb,
sondern alle anderen großen und kleinen Maschinen,
die beim Weben gebraucht werden; desgl. die verschiedenen
Arten von Maschinen, die zum Färben, Bedrucken und
Fertigmachen der Fabrikate nötig sind. Japan benötigt
Maschinen für Baumwollspinnerei und -weberei drinzend,
Bis jetzt hat England den japanischen Markt versorgt, doch
ıcheint es augenblicklich nicht in der Lage zu sein, die
Nachfrage zu befriedigen. Amerika hat sich ernsthaft bemüht,
sich den Markt zu sichern, jedoch ist das Geschätt
an den Preisen gescheitert. Deutsche Ausfuhrfirmen werden
für Aufträge der Japaner in Wettbewerb treten. . .‘ 608
„The Board of Trade Journal“, London, vom 6. Nov. 1919
* (Ww. N.)
Oesterreich.
Oesterreichische Kontrollbank tür Isndwsirie
und Handet Durch die Entstehung der neuem
Nationalstaaten auf dem Boden des ehemaligen Oesterreich
sieht sich mancher Vermögensbesitzer ohne sein Zutun vor
die Tatsache gestellt, in verschiedenen Ländern, derzn Gesetzgebung
und Verwaltung er nicht kennt und über deres
wirtschaftliche Möglichkeiten er in vielen Fällen nicht ausreichend
unterrichtet ist, Vermögen zu besitzen. Dies erscheint
umso bedenklicher, als die einzelnen Nationalstaaten
auf Grund verschiedener Akte der Gesetzzebung und
Verwaltung das Vermögen in dieser oder jener Weise zu
srfassen suchen und Formvorschriften aufgestellt haben, die
dem Einzelnen in der Regel unbekannt sind. Die Oesterreichische
Kontrollbank für Industrie und Handel, Wien,
Franzenring 20, eine gemeinsame Gründung der maßgebendenm
Wiener Finanz-Institute, hat daher eine Stelle zeschaffen,
die dem Publikum bei allen Maßnahmen, welche von den
einzelnen Vermögensbesitzern zu treffen sind, als sacnverständiges
Organ zur Seite steht. Um jedem einzelnen Vermögensbesitzer
Gelegenheit zu geben, die ihn betretfendem
Vorschriften automatisch mitgeteilt zu erhalten, hat die Bank
»n Abonnementsystem eingeführt, bei welchem jeder Abonnent
von allen finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnahmee
der Gesetzgebung und Verwaltung in den einzelnen Nationalitaaten
fortlaufend unterrichtet wird, soweit diese der
Deffentlichkeit zugänglich gemacht wurden und vine Bexanntgabe
möglich ist. Das Abonnement, das jederzeit
>egonnen werden kann, wird mit Mk. 50.— pro Semester
berechnet.
Deutfche HandelskammerinUruguay
Die Deutsche Handelskammer in Uruguay schreibt uns:
„Die Verfolgungen, welcher der deutsche Handel im Auslande
während der Kriegszeit ausgesetzt gewesen ist, waren
so schamloser Natur und zielten bis ins Kleinste hinein,
durch Vergewaltigung, Verleumdung und Verhetzung derartig
auf vollkommene Vernichtung alles deutschen Han:
dels hin, daß die Wiederherstellung aufrichtiger Beziehungen
zu Handelskreisen unserer Gegner, wie sie früher bestanden
haben, nur schwer möglich und nicht einmal sehr wünschenswert
sem wira
Bulgarien.
Einfuhrfreie Waren. Einfuhrfrei sind: Farben,
Arzneimittel und Heilkräuter, Zement, Töpferwaren, Glas
und Glaswaren, Papier und Pappe, Drucksachen, fertige
Web- und Manufakturwaren, Metallwaren einschließlich
Solinger Waren, Töpfe, Instrumente, Werkzeuge, Maschisen,
Eisenbahnbetriebsgegenstände und Lastkraitwagen. 36
„Konsularkorrespondenz‘, Wien, vom 25. November 1919.
(\Ww. N.)
Schweden,
Warenmesse in Gothenburg 1920. „Der zuf
der diesjährigen Handelskammertagung eingesetzte Ausschuß
zur Regelung der Warenmessen hat eine Umitrage
veranstaltet, bei der sich die überwältigende Mehrheit dahim
aussprach, daß künftig in Schweden nur eine Messe und
zwar in Gothenburg im Hochsommer veranstaltet werden
soll... Laut Beschluß wird diese vom 5. bis 11. Juli
abgehalten werden. ... Die Messe dieses Jahres hat ein
besonders glänzendes Ergebnis erzielt, indem der Umsatz den
3etrag von 20 Millionen Kronen erreichte. Inszesamt waren
(057 Aussteller aus ganz Schweden mit Ausnahme von
Gothland vertreten. Im Jahre vorher betrux die Anzahl
der Aussteller 544 und der Umsatz erreichte die Höhe
‚on ungefähr 25 Millionen Kronen.“ (Vgl. „W. N.“ SS
17146.) 20M
‚Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidning‘, Gothenburg,
vom 2. Dezember 1919. (Ww. N.)
L 3
EL
Schweiz.
Nur Schweizer Waren für die uächste
Mustermesse. „Die vierte Schweizer Mustermesse
findet in Basel vom 15. bis 29. April 192C
atatt. Der nationale Charakter der Mustermesse wird beibehalten.
Um die Herkunft der ausgestellten Waren genau
zu prüfen, sollen die Kontrollkommissionen mit besonderen
Befugnissen ausgestattet werden. Auf diese Weise ist volle
Sicherheit gegeben, daß an der Messe nur schweizerische
Waren angeboten werden. Die Zulassungsbedingungen haben
nsofern eine Verschärfung erfahren, als Vertreter oder Agenlen
nur dann zur Messe zugelassen werden, wenn sie eine
schriftliche Erklärung des Fabrikanten vorlegen, daß er mit
der Ausstellung seiner Waren durch die Vertreterfirma ein-/erstanden
ist.‘ 21 M
‚Schweizerisches Handelsamtsblatt‘, Bern, vom 10. Nov. 19190,
(Ww. N.)
Japan.
Zum Handel mit Deutschland. „Im Juli ist
‚ine große Anzahl japanischer Industrieller, Kaufleute und
lournalisten nach Deutschland abgereist. Sie hatten große