Full text : 24.1919 (0024)

Ar.
sei frist- und formgerecht. Das Gericht habe festgestellt,
daß Holthaus bei der Verteilung der Häute eine Reihe
ron Lederfabrikanten erheblich bevorzugt habe. Dfür seien
ihnt über 200000 Mark zugeflossen.. Diese Zuwendungen
zweien strafbare Schmiergelder. Holthaus habe ein unlauteres
Verhalten gegen diejenigen Lederfabrikanten betätigt, welche
hm keine Schmiergelder zahlten. . Angesichts Ger großen
Vertrauensstellung, in der er wichtige öffentliche Interessen
wahrzunehmen hatte, bedeute sein Verhalten eine außersrdentlich
 schwere Verletzung von Treu und. Glauben. An
sich war daher die vom Staatsanwalt beantragte Gefängnisstrafe
 durchaus am Platze. Trotz allem habe Holthaus
aber nach dem eidlichen Zeugnis berufener Personen, u. a.
jes Aufsichtsratsvorsitzenden Staatsministers a. D. von
Möller, eine für die Kriegswirtschaft sehr nutzbringende
Fätigkeit entfaltet. Dies habe das Gericht in weitestgehen dem
Maße zu seinen Gunsten berücksichtigt. Demnach sei auf
lie nach dem Gesetz zulässige höchste Geldstrate von 5000
Mark erkannt worden. Außerdem aber gemäß dem Antrag
tes als Nebenkläger zugelassenen Vereins gegen das Bestechungsunwesen
 auf amtliche Publikation des Urteils in
jer Zeitschrift „Die Lederindustrie‘“. Auch die mitanzeklagien
 Lederfabrikanten waren sämtlich zu verurteilen. Es
wurde erkannt gegen den Fabrikanten Wilhelm Feldmann
In Berlin auf 2000 Mark Geldstrafe, gegen den Fabrikanten
Jacob Victor II in Heilbronn auf 2000 Mk. Gelistrafe
und gegen den Gerbereibesitzer Christian Schaefer in Flamersheim
 auf 1000 Mk. Geldstrafe. Die von diesen Personen
 an Holthaus gezahlten Schmiergelder in Höhe von
16230 Mk. wurden dem Staat verfallen erklärt. -—- Der
Verein gegen das Bestechungsunwesen hat gegen das Urteil,
soweit die Entscheidung des Reichsgerichts angerufen, als
s. E. gegen Holthaus auf Einziehung der gesamten Schmieryelder
 in Höhe von 200000 Mk. zu erkennen ist.

saar-Wirtschaftezeitung

KR

Brasilien.
Entschädigung von Deutschen.. Die brasijanische
 Regierung hat nach le Bresil vom 9. 11. den
Zesitzern einer deutschen Brauerei in Rio de Janeiro eine
Entschädigung von £ 10200 gezahlt, weil am Tage der brasijanischen
 Kriegserklärung an Deutschland das Grundstück
vom Pöbel geplündert worden war. (0.-D.).

Tschecho-Slowakei.
Glasindustrie im Isergebirge. Das nörd-‚öhmische
 Industriegebiet des Isergebirges macht gegenwäriz
 eine Krise durch, wie sie seit dem Bestehen dieser. Inustrie
 noch nicht zu verzeichnen war. Es liegen wohl
jele Aufträge vor, aber es mangelt einerseits an Rohglas,
ndererseits auch an Chemikalien, wie Soda, Braunstein
ısw. Den kleineren Heimwerkstätten hingegen fehlt es an
’etroleum und Kohle zur Verarbeitung des Glases. In der
Cristallglasindustrie häufen sich die Aufträge Jerart, daß viele
Irzeuger auf ein Jahr und länger mit Aufträgen versehen
ind. Die Beleuchtungsglasbranche schöpfte bisher noch immer
us den früheren Lagerbeständen. Die ständig wachsende
Jachfraze führte auch zum Auskaufe aller zreifbaren Voräte.
 Erhöhte Lohnforderungen der Lampenarbeiter machen
sunmehr auch eine weitere Steigerung der Warenpreise notvendig.
 Die COlasperlenbranche, die durch den Krieg fast
sanz lJahmgelegt war, ist nach dem kurzen Aufschwung
m Vorjahr nun ebenfalls in die eigenartige Zwangsperiode
seraten, wo fast alle Perlsorten begehrte Artikel bilden, aber
leshalb schwer erzeugt werden können, weil es an Olas und
Zrennstoffen fehlt. Schmelz, Stifte und Rokailleperlen lsssen
ich in Unmengen absetzen. Auch in diesem Gewerbe strebt
jie Arbeiterschaft Lohnerhöhungen an. Die Ringherstellung
‚eigt den gleichen Aufschwung. Auch hier haben wir für
lie Folgezeit mit Warenwertsteigerungen zu rechnen, da
lie Grundlöhne für gewöhnliche Perlen 72 v. H., tür harte
Farben 100 v, H. Zuschlag erfahren. Für Schlögelringe setzte
ran je nach dem Muster 60, 80 und 100 Heller mit 20
”, H. Zuschlag für Zeugabnützung fest. Die Schwarzbijoutejebranche
 weist nur einen schleppenden Geschältszang aut,
veil noch immer das sogenannte Kugelglas in zu geringen
Jualitäten zur Verfügung steht. In den meisten Artikeln
st aber sonst fortgesetzte Nachfrage. Viele Erzeuger trachen
 den Warenanforderungen in der Weise nachzukommen,
{aß sie die am Lager befindlichen Bestandteile verwerten
ınd aufarbeiten. Das Geschäft der Glasknopfindustrie stuckt
‚eit einiger Zeit, Das allgemeine Interesse, das Auslandzunden
 aber für greifbare Lagervorräte an den Tag legen,
äßt eine baldige Belebung erwarten. Hauptsächlich werden
zlatte Knopfsorten wieder stark bevorzugt. („Prager Tagslatt‘“‘
 vom 6. 11.) (Nachr. f. Hadl.. Ind. u. Landw.}

Wirtfchaftlicher Nachrichtendien[}
Belgien.

Zuckerrübenernte. Nach einer Meldung des
Peuple vom 20. 11. ist die belgische Zuckerrübenernte
Jurch das anhaltend schlechte Wetter und die große Kälte
sehr zurückgeblieben; etwa noch ein Viertel der gesamten
Srnte lagert in der Erde. Falls die Kälte, wie zu befürchten
war, angehalten hätte, würde dies ein wahres Desaster
Yır die Zuckerversorgung bedeutet haben, ganz. abgesehen
‚on dem großen Schaden für die Landwirtschaft. Glückicherweise
 hat der Schnee die Früchte vor dem Erfrieren
geschützt, und wenn das jetzige günstige Wetter einige
Zeit anhält, kann man mit einem guten Resultat der Ernte
rechnen. (0.-D.)

Luxemburg.
Eisenerz-Ausfuhr. Wie die Independance Belpe
vom 18. 11. mitteilt, wurde durch großherzogliches Dekret
som 30. Oktober 1919 die Ausfuhr von Eisenerzen und Gußsisen
 nach Frankreich, Belgien und Deutschland untersagt.
Nunmehr wird durch ein neues Dekret dieses Verbot vom
30. Oktober aufgehoben und der Markt wieder freigegeben.
(0.-D.)
Schweiz. |
Petroleumvorkommen. In einem soeben erschienenen,
 von A. Heim und A. Hartmann verfaßten Werk
äber das Vorkommen. von Petroleum in der Schweiz. wird
4. In em Uitvoer vom, 12. ..11, mitgeteilt, daß es ‚eine
wenig bekannte Tatsache ist, daß in der. Schweiz im allzemeinen
 und im Genfer Kanton insbesondere reiche Petroleumvorkammen
 vorhanden : sind. . Hunderttausende Tonnen
Petroleum der besten Qualität sollen darauf warten, angebohrt
 zu werden. (0.-D.}

Polen.
Ein Erdölamtin Warschau ist am 1. 10. 19 bei
Jjem Schatzministerium in Tätigkeit getreten. Das Amt soll
He gesamte polnische Erdölwirtschaft regeln. Die eine Hälfte
ler Petroleumerzeugung ist für die Ausfuhr bestimmt, die
ındere für ‚die Bedürfnisse der ‚einheimischen Bevölkerung
and der Industrie. („Katolik‘“ vom 13. 11.) (Nachr. f. Hdl.,
Id u Landw.}

Einleitung N
ge[chäftlicher Verbindungen,
Zur Anbahnung geschäftlicher Verbindungen haben sich
jie unten genannten Firmen an die Handelskammer gewandt..
 Da es uns ‚nicht zusteht, einer derartigen rein geschäftlichen
 Vermittlungstätigkeit von Fall‘ zu Fall nachzugehen,
 so wird mit Bekanntmachungen dieser Art lediglich
 ein ganz unverbindlicher Hinweis erteilt und kann daher
jan Geschäftsherren die Pflicht eigener Prüfung der Ver-
            
Waiting...

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