Full text : 15.1935/36, 7-12 (0015)

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Sänger-Zeitung des Gaues Westmark.

Nr. 12

nachtsmotette und eine Trauermusik, beide achtstimmig a cappella und
von dugßerordentlicher Schönheit. Die Stücke sind soeben bei C. F.
Peters in Leipzig erschienen.
Der Chorgau Berlin-Kurmark wählte als Gemeinschaftshöre
 aus: Gräbners „Jubilate“ und „Opfer“, Reins „Erde“ und Her⸗
ann Simons „Das Letzte“. Sämtliche vier Nummern erschienen in
ber von Dr. Walter Loit herausgegebenen „Landchor-Reihe“.
Bruchs Chorwerk Schön Ellen“ bringt der Volkschor
Wermelskirchen heraus, den „Frithjof“, das bekannteste Chorwerk
Max Bruchs, die Deutsche Arbeitsfront — NS. Gemeinschaft „Kraft
durch Freude“ in Landshut.
Aus Hermann Grabners „Fachelträger-Liedern“
kamen Auch du mußt mit“, „Blumen in Nürnberg“ und „Facke l⸗
räger“ auf dem 11. Badischen Sängerbundesfest zur Aufführung.
Ferner gelangt „Opfer“ in einem Sonderkonzert auf dem „Gau—
sängerfest Franken“ in Nürnberg zum Vortrag. Den „Lichtwanderer“
hringt Studienrat Peter Jansen in Essen mit dem Eisener MGV.
herdus,

— Furch die Art des Textes bestimmten — Saäatzes nicht im Har—
monischen verhaftet und hieraus allein bestimmt. Rhythmisch ist das
Werk scharf profiliert und besonders sinngestaltend deklamiert. Die
architektonische Anlage ist trotz klanglicher Weiträumigkeit kon—
zentriert stilvoll. Auch der Bläsersatz — eine Musik für sich — ist
zon bedeutender Wirkung, musikalisch empfunden, nicht begleitend und
tützend. Die Aufführung des Werkes verlangt nebst einen sicher
utonierenden, gutbesetzten, fülligen Männerchor ein gewandt musi—
zierendes, bewegliches Blasorchester, das erhöhten technischen Anforde⸗
ungen Genüge zu leisten vermag. Zu Großaufführungen, besonders
am Tage der Arbeit, ist das Werk sehr zu empfehlen.
K. Gödtel.
Hans Gansser: 1. Deutschland erwache! Gedicht von Dietrich
Fchart, das erste Gedicht der nationalen Bewegung. 1922 Adolf
Zitler gewidmet. 2. Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten. Worte
don Goethe. Beide Schöpfungen dieses alten Kämpfers um das neue
Ddeutschland sind für Solo oder kleinen Chor, im Wechselgesang mit
zroßem Chor und Orchester oder Blasmusik, besonders geeignet für
estliche Anlässe, vaterländische Feiern. Der Verlag Lausch u. Zweigle,
Stuttgart, Königstraße 35, der beiden Kompositionen sinnvolle Aus-—VVV

die Richtlinien des zwischen dem DSB. und dem Deutschen
Musikalienverlegerverein abgeschlossenen Vertrag und gewährt die
darin vereinbarten Nachlässe.

Hans Langs gemischte Chöre, „Deutsches Brot“ und
Sonnenwende“ sind als Massenchöre auf dem „Gausängerfest Franken
13360 vorgesehen. Bei der gleichen Veranstaltung erscheint in einem
Sonderkonzert die „Totenfeier“. Alle drei Chöre sind der von Dr.
Valter Lott herausgegebenen „Landchor“-Reihe entnommen.
Der Reichssender Breslau brachte am 17. Oktober die Uraufführung
ron Fritz Reuters „Spiel vom deutschen Bettel—
nann“, kein Oratorium für gemischten Chor und Orxchester. Die
-Zchlesische Presse äußerte sich begeistert über das Werk.
Richard Wetz' 3. Plalm für gemischten Chor gelangt
zurch den Volkschor Bielefeld zur Aufsührung. Seine Kleift⸗Ouver⸗
cüre“ bringen das Leipziger Gewandhaus und die Bremer Philhar⸗
onische Gesellschaft. Den „Gesang des Lebens“ bringt der Essener
NGEVB. unter Siudienrat Jansen, das gemischte Chorwerk „Hyperion“,
der Musikverein Vsnabrück unter Willi Krauß und der Volkschor
Sielefeld. Seine drei gemischten Chöre. op. 56. führt der Sindekrana
Zeilbronn auf

Die Kemenate, 185 deutsche Volkslieder für drei- und vier—
timmigen Frauenchot, leicht gesetzt von Franz Willms, B. Schotts
Zöhne, Maing, 0,60 Mark. Eine ausgezeichnete Auslefe wertvollften
»eutschen Volksliedgutes zur Berherrlichung von Frühling und
Zommer. von Freundschaft und Treue, von Liebeslust und Liebesleid,
»on Mutter und Kind, von Sehnfucht und freudiger Beglückung. In
illen deutschen Gauen sprudelte der Quell dieser Lieder: Tirol,
Zessen, Thüringen, Ostpreußen, Franken, Rheinpfalz, Schlesien,
Sschwaben, Bergisch Land, Litauen! Das feine Werkchen wird Frauengefangvereinen,
 Mädchengruppen und Frauenichulen wesentliche
Ddienste leisten können.

Richard Wagnersthegatralische Sendung, von Prof.
Ir. Franz Rühlmann. Mit 28 Abbildungen auf 10 Kunsttafeln,
»rosch. 4,.755 Mk., in Leinen geb. 6,50 Mk. Henrny Litolfs Verlag
ßraunschweig. Es ist bleibendes Verdienst unseres Führers, den einst
»on der Judenpresse niedergeknüppelten deutschesten unferer Meister,
kichard Wagner, entscheidend für das feelische Wiederaufbauwerk an
inferem Volke wiedererweckt zu haben. In diesem Werk zeigt der
achkundige Verfasser, daß es liberaliftisch, individualistisch gedacht ist,
Wagner als Dichter, als Komponist, als Dichterkomponist, als Künder
zines neuen Opernstiles anzusprechen, daß er vielmehr der leiden⸗
chaftliche Kämpfer für das deutsche Kulturtheater war,
dem das Theater als Ganzes im Brennpunkt seines Schaffens
sag. Im Lichte dieses Buches wird deutlich, daß Wagner die
heatralische Sendung des deutschen Volkes, die mit Gottiched anhub,
neifterhaft erfüllt hat. Das Werk wendet fich in seiner anschaulichen
ßestaltung und fefselnden Darstellung an jeden Kunstfreund und kann
»eshalb auch in den Kreisen unserer Sängerführer lebendigsten Echos
gewiß sein Denn gerade heute wieder bat ein weitblichender Führer
den mahnenden Appell Wagners aufgegriffen: „Wenn ihr wollt, so
habt ihr eine deutsche Theaterkunst!“
Neue Noten. Aus dem Verlag Anton Böhm & Sohn, Augsburg:
l. Hans Gebhard: Arbeit „Pack zu“, 2. Hans Gebhard: „Nichts kann
uns rauben.“ 3. Hugo Herrmann: „Bekenntnis.“ Brauchbore und
keine großen Anforderungen fstelenden Werke, die eine gute Vor⸗
schulung für die heutige Männerchorliteratur sind. Geeignet für
kleine, strebsame Vereine. 4. Louis Dité: „Denn nicht.“ 5. Louis
dits: „Die schönste Jagd.“ 6. Louis Dité: „Kurz ist der Mai.“
hertonungen, wie „ermann Löns“ Texte es vertragen. Uebermäßige
Züßlichkeiten sind vermieden und eignen sich als leichtere Musik für
ztleine Vereine. 7. Franz Burkhart: „Bergarbeiterlied.“ 8. Hugo
Zderrmann: „Lobgefang.“ 9. Hermann Maria Wette: „Was die
kẽrdennot besiegt“, Zynlus von fünf vierstimmigen Männerchören,
4) „Turnerlied⸗, b) „Morgenlied', e) Das Licht durchströmt die
Kelte, d) „Denk es, o Seele!“, e) „Was die Erdennot besiegt“.
Thöre, die sich schon Jahre mit den Problemen in der Männerchor—
iteratur auseinandersetzen, finden hier weiteren geeigneten Stoff.
Rur für gut geschulte und große Vereine geeignet. 10. Hans Albert:
Der unbekannte Soldat.“ Männerchor a cappella, Baritonsolo,
ẽinzelsprecher, der eigenartige Wege geht. Der sich immer wieder⸗
dolende Mollakkord erinnert an die mahnenden Trommelwirbel in
zinem Trauerzug, in die dann als Lichtblick das Baritonsolo gestellt
st. Wenn es auch nicht schwer ist, so würde ich es doch nur großen
ind guten Vereinen empfehlen. 11. Christoph Lorenz Kagerer:
„Deutsche Seele.“ Männerchor à cappella oder mit Orchester⸗ bzw.
dlavierbegleitung, sehr zu empfehlen für große Vereine, die diese
Art schon gepflegt haben. 12. Markus Koch: „ßSymne am Deutsch⸗
and.“ Männerchor, Bariton und Blechblasorchester. Ein Werk, das
värmstens empfohlen werden kann als Massenchor für alle vater⸗
ändischen und sonstigen Feiern. G. H.

Bruno Stürmer vollendete soeben sein „Requiem“. Das
Abendfüllende Werk ist erschienen für vier Solisten, gemischten Chor
und Orchester. Die Uraufführung findet am Karfreitag 1936 unter
Leitung von Staatskapellmeister Dr. Robert Laugs in Kasfel statt.
das Werk wird im Verlage von P. J. Tonger, Köln, herausgegeben.
Das Musikantenleben“ von Bruno Stürmer für
Mannerchor und Orchester, welches auf der vorjährigen Nürnberger
Sangerwoche mit starkem Beifall auijgenommen wurde, hatte auch bei
einer letzten Aufführung durch den Hamburger Lehrergesangverein
einen großen Erfolg.
Die „Werkreihe für Feiergestaltung“ aus dem gleichen
Berlage wendet sich an alle, denen die bisher üblichen Formen
mufikalischer und dichterischer Mittel nicht mehr genügen: an die
deutsche Staatsjugend, an den Arbeitsdienst, an die Wehrmacht, an
Chorvereine und Schulen. Die ersten Veröffentlichungen der Werk—
teihe sind: „Bauernkantate“, Text von Eberhard Wolfgang Möller,
Musik von Hermann Unger, „Junges Bekenntnis“, ein chorisches
Spiel von Herbert Napierfky,. Seldenfeier“, „Die Fahne“, „Sonn⸗
wendfeier“, drei chorische Spiele von Rolf Wägele mit begleitender
Musik von Hugs W. Schmidt, „Flamme glüh auf!“, ein chorisches
Spiel für die Sonnenwende von Herbert Napiersän mit Musik von
Karl Foltz.
Das Oratorium „Der große Kalenders von Hermann
Reutter kam nunmehr auch in Arnsberg i. W. unter Leitung von
MNusikdirektor Hanns Kirchhelle zu einer so erfolgreichen Aufführung,
daß eine Wiederholung im Juni stattfinden wird. Auch anlößlich der
Reichstagung des Reichsverbandes der gemischten Chöre Deutschlands
in Bremen wird am 19. Mai der Volkschor Bremerhaven das Ora⸗—
lorium nochmals zur Aufführung bringen.
Auf dem 1. Niederbergischen Musikfest in Langenberg am W. und
26. Mai wird u. a. auch die Chorgemeinschaft „Feilige Namen“
von Ludwig Weber aufgeführt.
„Arbeit“, Dichtung von E. v. Wildenbruch, für Männerchor und
Blasorchester, komp. von Ed. Bornschein, Saarbrucken. Ein ernst 31
nehmendes Werk, das in der Reihe der vielen Werke gleichen und
khnlichen Titels mit an erster Stelle genannt werden muß. Der
Thorfatz weiß die Klangmöglichkeiten des Männerchors sinnvoll in
den Dienst der Ausbeutung des Dichterwortes zu stellen. Es ist wohl
nicht einfach in seinem harmonischen Bau, die Modulationsstellen
erfordecn eine beftimmte musikalische Intelligenz und Sicherheit. Von
kongenioler Eindringlichkeit sind die motivischen Strecken, von
welchen besonders die in gebalklter Kraft gehaltene Schlußfigur die ein—
zelnen Teile (z. B. „fäe, du Sämann, Ks-Dur — E-Moll-Dominante
— O·Dur) konzentrierte Wirkung bedeutet. Die Stimmenführung ist
frei von billigen Wendungen und ist trotz des allgemein homophonen

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