Nr. 12
Sänger-Zeitung des Gaues Westmark.
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Festblätter
kär das Deutsche Sängerbundeskest in Breslau.
Kulturpolitische Fragen und Grenzlandbelange wichtigster Art waren
maßgebend dafür, daß auf der bedeutsamen Sängertagung des DSoB.
in Dortmund, im Jahre 1988, der Blickpunkt der deutschen Sänger⸗
schaft ganz ftark nach Osten gerichtet wurde. Die ungeheure Be—
deutung dieser Ostschau und Ost-Orientierung umreißt das Wort einer
führenden Persönlichkeit ganz klar: „Eine Prüfung für die welt⸗
geschichtliche Reife des deutschen Volkes als Staatsvolk wird es sein,
zbes versteht, sich den Osten und damit die Wurzel seiner Reichs—
araft zu erhalten! Das Verständnis für diese Ostfrage, für die sich
bereits in Tortmund die Gauleitung des schlesischen Sängergaues mit
aller Kraft und Verantwortungsfreudigkeit einsetzte, ist in den letzten
Jahren erfreulicherweise gewachsen.
Auch weite Kreise der deutschen Sängerschaft werden heute den
Befchluß der Dortmunder Tagung, das gewaltige 12. Deutsche Sänger—
bundesfest im weit vorgeschobenen Ost-Grenzland stattfinden zu lassen,
in seiner ganzen tiefen Bedeutung würdigen.
uUm allen Teilnehmern an dem Bekenntnisfest des Deutschen
Sängerbundesfestes in Breslau die Tage im schlesischen Grenzland
wirklich zu einem Erlebnis zu gestalten, ist eine eindringliche Vor⸗
bereitung durch wertvolles Schrifttum unerläßlich. Diese wichtige
Aufgabe sollen die in Vorbereitung befindlichen „Festblätter für das
2. Deutsche Sängerbundesfest“ erfüllen. Sie erhalten den Titel: Der
Ruf zum 12. Deutschen Sängerbundesfest in Breslau 1937. Diese
Festblätter werden in zwölft Heften immer wieder den Ruf erschallen
sassen Kach Ostland woĩlen wirfahren!“ Sie werden in
— — Bebilderung
Undrücklich für unser schönes Schlesien werben und mit sach—⸗
aundigen Artikeln, aus der Feder führender Schlesier, ein Spiegel
deutschen Wesens und deutscher Kunst im Grenzland Schlesien sein.
Die ganze Schönheit der schlesischen Lande, die einen Freiherrn
.Ecchendorff begeisterte, die ein Gerhard Hauptmann und ein
Zermann Stehr preisen, soll darin aufblühen und Tausenden eine
ffenbarung werden. Die auf Kunstdruckpapier mit Vierfarbendruck⸗
imschlagbildern erscheinenden Hefte werden mit hochkünstlerischen,
nodernen Aufnahmen in die Gebiete der Anschlußreisen führen. das
herrliche Riesengebirge, das tannendurchrauschte Glatzer und Walden—
zurger Bergland, die weiten Gebiete der Sudeten, die schlesischen
weltbekannten Heilbäder, Oberschlesien, das Land der Hochöfen und
Schächte, die blutenden Grenzen Schlesiens zeigen, die Kenntnis von
Land und Leuten vermitteln und unvergeßliche Erinnerungen von
dem Lande schaffen, das Friedrich der Große die Perle in der Krone
Preußens nannte. Es ist ganz selbstverständlich, daß dem deutschen
Lied und seiner Pflege in Vergangenheit und Gegenwart und all
den Zeitfragen deutscher Sängerarbeit ein breiter Raum agewidme“
iein wird.
„Der Ruf“ zum 12. Deutschen Sängerbundesfest wird als „Amt—
liches Organ“ sür das Fest natürlich eine besondere Würdigung der
Feststadt Breslau mit Abbildungen aller Feststätten bringen
und fortlaufend Berichte über die Arbeit der einzelnen Ausschüsse
erstatten. Die zwölf Hefte werden Wegweiser, Berater und wertvolle
Erinnerungsgabe für jeden einzelnen Sänger bedeuten. —
Sie werden das urdeutsche Gesicht Schlesiens zeichnen, Wesen, Wert
und Aufgabe dieses bedeutsamen Grenzlandes klar herauszustellen
suchen und damit hoffentlich dazu beitragen, ein gewisses Vorurteit
zegen den Osten zu beseitigen, seine Schönheiten kennenzulernen uno
zie Bedeutung dieses Grenzlandes in der Südostecke des deutschen
Baterlandes im Rahmen der gesamten „Deutschen Frage“ zu wür—
digen. Am Anfang des neuen Jahres wird allen Vereinen die erste
Rummer der Liefserung mit einem ausführlichen Anschreiben, das
alles Wissenswerte enthäli. zugehen. Es wird als Ehrenpflicht
rachtet, daß jeder Verein, außer den Einzelstücken für die Festteil—
iehmer, mindestens eine Lieferung für sich bezieht, da ja „Der Ru
Irgan für alle amtlichen Mitteilungen zum Feste ist. Der Preis für
zas Heft bei freier Zustellung wird 50 Pfennig betragen. Teil—
zahlung für die Gesamtlieferung wird den Bezug erleichtern helfen.
stöge der Gedanke verantwortungsbewußter Mitarbeit am Gelingen
»es ersten großen Deutschen Sängerbundesfestes im neuen Deutsch—
and es jedem Vereinsführer zur freudigen Pflicht machen, mit allen
Kräften für den „Ruf“ innerhalb der Sängerreihen zu werben.
Fritz Moh.
Hon vt oder Ostene
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Was ein Konzert ist, weiß jeder Sänger denn die —
— sa, man kann sagen — aͤlle Vereine haben schon ein Chor⸗
konzert gegeben. Es singen nur der veranstaltende Verein und
dielleicht“ noch einige Solisten, während die Konzertbesucher
zuhören.
Bei der „Offenen Singstunde“ dagegen singen alle Anwesen⸗
den. Es singt' der Leiter derselben vor, und alle singen mit.
duf diese Weise sollen die zeitgemähen Lieder in die Volks⸗
gemenschaft hineingetragen werden, was ja der Hauptzweck
der Gesangvereine in der Zukunft sein wird. Daß man für
die Sffene Singstunde nur einstimmige Lieder und Kanons
nehmen kann, ist ganz selbstverständlich. Der Erfolg der
ffenen Singitunde hängt entscheidend ab von der Werbe⸗
ätigket der Veranstälter, und von der Geschicklichkeit )es
deiters derselben Es muß also die Zeit des Beginnens gqut
ekannt sein, und der musikalische Leiter muß etwas Humor
desißen und muß es veistehen, die Masse für das Singen zu
nteressieren und zu begeistern. Die Bekanntmachung ge⸗
schieht'am besten in der Volbsschule bei den Kindern. Mar
zann es aber auch machen, wie wir es bei dem letzten
Schulungslager in Annweiler in der Pfalz gemacht haben
mil Rosenthal-Heinzel als Leiter. Wir waren 68 Mann. In
drei Gruppen eingeteilt marschierten wir durch die Straßen
bon Annweiler und sangen unsere Marschlieder. Von Zeit
zu Zeit blieben wir stehen und riefen im Sprechchor: „Hallo,
Zalio. Wir singen jetzi auf dem Kirchplatz — kommt alle!“
In einer halben Stunde waren wir alle am Kirchplatz an—⸗
zekommen, hinter uns her zogen schon die Kinder. Auch die
Erwachsenen kamen, und in kurzer Zeit war aus der neu⸗
gierigen Menschennienge eine nach vielen Hunderten zäh—⸗
ende fingende Volksgemeinschaft geworden. Der Erfolg war
sehr gut und die Veranstaltung fuͤr uns Chorleiter ein Er—
ebnis Es war eine Freude, alt und jung so begeistert
fingen zu hören. Sehr gut eigneten sich die Lieder, die der
XB. in seinen 11 Liederblättern herausgegeben hat, und die
fehr billig sind. Ich nenne: Kameraden, wir marschieren, Nur
die Tat macht frei, Weit laß die Fahnen wehen Eiedblatt 5)
dder Der Jager in dem grunen Wald, Soldat, du bist mein
Kamerad CE. Bl. 8). Der Erfolg einer Offenen Singstunde,
die auch in einem Lokale abgehalten werden kann, hängt.
wie oben schon angedeutet, hauptsächlich von der Geschicklichkeit
des Leiters ab. Steht ein solcher nicht zur Verfügung. dann
asse man besser die Finger davon.
Es drängt sich die Frage auf: Sollen wir jetzt nur Offene
Singstunden geben, und darf man kein Kongert mehr ver⸗
anstalten? Der Ofsenen Singstunde ist oft der Vorzug zu
Feben, weil die Volksgenossen zum Mitsingen angeregt wer—
hen, und weil durch das Text- und Klangerlebnis dieser
Kampf⸗ und Marschlieder neue Kräfte und Begeisterung bei
Hhnen wachgevufen werden und sie so in den Genuß des
Zingens überhaupt kommen. Wir haben es dann auch in der
Zand, dem Volke unsere Lieder zu übermitteln und da—
zurch unfere Daseinsberechtigung nachzuweisen. Wer ein
Konzert haben will, der kann es tun. Der DsB. hindert ihn
nicht. Rofenthal-Heinzel sagte im Gegenteil, daß ein gutes
Konzert besser ist als eine schlechte Offene Singstunde und um—
ekehrt. Bei der derzeitigen Konzertmüdigkeit eines großen Tetles
der Volksgenossen lohnt es sich oft nicht. ein Konzert zu der—
Inftalten. Versuchen wir also einmal die Offene Singstunde!
ReinhardWelter, Oberbexbach
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—;X Mißheschick und gleiche Not
süßt hell uns sehen, daß wir Brüder sind,
ßt hell uns sehen, daß die Pflicht gebeut,
durch Hilje joll gemildert unser Hchmerz,
wurch Beistand unsre Last erleichtert sein.
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