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ihrer Kirchen sprachen wir schon, sie ist unausschöpfbar
sir den Freund der Kunstgeschichte. Aber gerade das
Bürgerhaus zeigt hier eine Kunstfreudigkeit, die einem
allenthalben aus prächtigen
Barockgiebeln, aus schön ver⸗
zierten Portalen grüßt. Hier
st der Sitz eines reich⸗
blühenden Uterarischen Le—
bens. Ein sinnender, ge—⸗
dankentiefer Menschenschlag
ringt hier nach dem Aus—
e seiner Seele, seiner
eit.
Nirgends gehen wohl Altes
und Reues so harmonisch in⸗
einander über wie in Bres—
lau. Sind auch die Fesseln
ihrer engen Altstadt längst
schon gesprengt, so bleiben
doch ihre schönsten Reste er—
halten, gleichsam als fester
Kern für alles, was neu
wird und werden muß.
Rings um die Altstadt zieht
sich der fischreiche Stadt⸗
graben mit seinen schö—
nen Promenaden, bekrönt
vom köstlichen Gipfel der
Liebichshöhe. Wir durchwan⸗
dern die lebendige Schweid⸗
nitzerstraße mit ihren lok⸗
kenden Geschäften, verweilen
an der ehrwürdigen Kirche
von Dorothea und Corpus
Christi, beide dem 14. Jahr⸗
hundert entstammend, stehen
staunend vor der lärmum⸗
tobten Ruhestätte des Gene⸗
rals v. Tauentzien mitten
im Großstadtbetriebe. Das
mächtige Turmhaus des
Postschechamtes, die schlichte
Sänger-Zeitung des Gaues Westmark.
Nr. 12
Sachlichkeit des neuen Stabsgebäudes zeigen, daß hier
die moderne Zeit festen Fuß gefaßt hat. Das beweisen
auch die sonnigen Neusiedlungen rings an der Peripherie,
jede eine Stadt für sich.
Und Parks und Sportplätze
bekunden die Fürsorge fuͤr
das Wohl der Massen. Im
Stadion endlich werden diese
Ideen zusammengeballt zu
ihrer leßten Konsequenz.
Die Gralskupnel der
Jahrhunderthalle,
eingebettet in den zauber—
haft schönen Park vonScheit—⸗
nig, liegt zentral inmitten
des Messepavillons und von
Anlagen. Unweit davon der
Zoologische Garten mit rei⸗
chem Tierbestand.
Das ist Breslau, die Fest⸗
stadt für das 18. Deutsche
Sängerbundesfest im Jahre
1937, unter den deulschen
Großfstädten wahrlich nicht
die geringste. Und der Dich⸗
ter hat recht, wenn er rüh⸗
mend von ihr fagt:
Im Alten wurzelnd, Neuem
eng verbündet,
Geht unbeirrt den Weg sie
—X
Wem graue Vorgeit mancher
Stein hier kündet —
Sie hat sich immer blüten⸗
reich erneut!
Schweidnitzerstraßke in Breslau.
Martin Selt, Breslau.
Ausschreiben zur Schaffung neuen Lied- und Thorgutes
kür das 12. D5B. Fest in Breslau 1037.
Der Deutsche Sängerbund hat sich entschlossen, unsere deutschen
Komponisten zum Schaffen auf dem Gebiete des Chorgesanges
anzuregen und ihre angenommenen Werke gelegentlich der im
Jahre 1937 beim Breslauer Sängerbundesfest zu erwartenden
dien Heerschau deutscher Sänger zu tönendem Leben zu
ringen.
Es ergeht hiermit im Benehmen mit dem Berufsstand der
deutschen Komponisten, Fachschäft A in der RMK. an alle deut⸗
schen Komponisten die Aufforderung, Chorkompositionen aller
Art und jeden Umfanges fowie beliebiger Stimmenzusammen,
setzung bis spätestens züm 81. Mai 1936 an die Geschäfisstelle des
Deutschen Sängerbundes, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 123
nusenden. Lieder und Chöre für Männerchor werden bevor
zugt.
Es wird zur Bedingung gemacht, daß nur Manuskripte oder
im Druck befindliche Kompositionen, die noch nicht erschienen
ind, eingesandt werden; die von dem Prüfungsausschuß an—
genommenen Werke dürfen vor dem Bresliauer Sängerfest nicht
öffentlich aufgeführt werden.
Am jeder Einseitigkeit vorzubeugen, wird bestimmt, daß
deutsche Dichtung aus allen Zeiten vertont werden kann, wena
sie in ihrer Grundhaltung in die jetzige Zeit paßt. Besonders
exwünscht sind Werke, die sich für eine nationalsozialiftische
Feiergestaltung (Tag der nationalen Arbeit, Erntedankfest usw)
zignen. Alle hierzu erforderlichen Hilfsmittei, wie Orchester,
Solisten, Sprechchor usw. können herangezogen werden. Werke
nit Orchester geringen Umfanges haben keine Aussicht auf An—
nahme, weil ihre spätere Verwendungsmöglichkeit zu begrengt
erscheint.
Der Deutsche Sängerbund hat einen fünfgliedrigen Prüfungs.
ausschuß, bestehend aus den Herren Musikdirektor Fritz Binder⸗
stürnberg, Prof. Dr Hugo Holle Stuttgart. Vrof De Oberber—
eck-Weimar, Prof. Dr Hermann Unger-Köln und Dr. R. Werner⸗
Frankfurt (Main) mit der Durchsicht der eingesandten Werke
eauftragt und bei, der Auswahl dieses Prüfungsausschusses be⸗
sonderen Wert auf erfahrene Chorpraktiker gelegt.
Das Prüfungsgeschäft soll so gefördert werden, daß die Er⸗
gebnisse bis spätesiens zum 1. Juli 1936 vorliegen. Die An⸗
iahme eines Werkes durch den Prüfungsausschuß bedeutet für
en Deutschen Sängerbund noch nicht die Verpflichtung, dasselbe
heim Breslauer Sängerbundesfest auch aufführen zu laffen. Dies
nuß unter allen Umständen von der Voraussehung abhängig
zemacht werden, daß sich die erforderliche Anzahl von Vereinen
zur Uebernahme der gestellten Aufgaben bereit erklärt.
Deutsche Komponisten, die bereit sind, Werke zur Prüfung
zinzusenden, wollen bei der Geschäftsstelle des Deutschen Sänger-»undes
einen Vordruck anfordern, der auszufüllen ist und dem
rinzureichenden Werke beizufügen ist.
Das Aufführungsamterial ist den mitwirkenden Vereinen vom
Komponisten oder vom Verleger kostenfrei, aber nur leihweise
zur Verfügung zu stellen. Sofort nach der Breslauer Urauf⸗
ührung ist es von den Vereinen an den Lieferer in gutem Zu⸗
tande zurückzugeben. In besonderen Fällen kann vom Deut⸗
chen Sängerbund auf Antrag der Komponisten ein Zuschuß zu
den Herstellungskosten des Äufführungsmaterials eines nicht
derlegten Werkes gewährt werden.
Die kurze Zeit, die dem Prüfungsausschuß zur Verfügung
teht, macht es erforderlich, daß die Partituren in dreifacher Aus⸗
ertigung zur Vorlage kommen. Bei umfangreichen Werken
zann die Einsendung,einer Partitur, mindestens aber mit einem
dlavierauszug, auf Antrag gestattet werden. Unleserliche oder
iur schwer leserliche Partituren können an den Prüfungsaus—
chuß nicht weitergeleilket werden. F
Albert Meister;, M.d. R. Bundesführer.