Full text : 15.1935/36, 7-12 (0015)

Seite 76

Sänger⸗Zeitung des Gaues Westmark

Nr. 14

esun

—

⸗

Der Preis für Ersatz-⸗Ehrennadeln Firegt von jetzt ab für
goldene 0.70 RM. und für silberne 0.50 RM.

Kreisberichte. Die außerordentliche Ausdehnung des Gau—
zebiets der Westmark, aber nicht minder auch der national—⸗
ozialistische Erziehungsgedanke, das Einzelne in den Dienst
des Ganzen zu stellen, machen es hinfort der Schriftleitung
unmöglich, Veranstaltungen von Einzelvereinen anders als im
Rahmen der Kreisberichte wiederzuspiegeln. Die
Kreispressewarte wurden deshalb auf dem Songertag
in Blieskastel, hernach aber noch verschiedentlich persönlich, mi
den Richtlinien für die Abfassung von Kreisberichten versehen.
Das Material ist also an diese zu senden. Nur die Vor⸗
ragsfolgen von Konzerten, Feierstunden, Kundgebungen,
Iffenen Singestunden, Heimat-, Unterhaltungs⸗ und Familien—
benden bitte ich auch an mich einzusenden. Aber über außer⸗
ewöhnliche Veranstaltungen, die von beispielhafter Bedeutung
ür den ganzen Gau sind, können auch in Zukunft besondere
Aufsätze gebracht werden. Kreise und Vereine wollen doch
»grauf achten, ob von ihnen Kreisberichte erscheinen. Sie
zönnen dann sehen, welche Pressewarte es mit ihrem Amt
»rnust nehmen, und welche der Ermunterung bedürfen oder gar
Wbaureif sind Stein.

Das neue Jahrbuch des DSB. ist erschienen! Es muß von
alien Saängerführern und Vereinen, möglichst auch von den
Sangern sofort bestellt werden. Wir werden auf den reichen
Inhaäͤlt in einem besonderen Aufsatz zurückkommen.

Breslau ruft! Der Bundesführer des Deutschen Sänger—
bundes, Oberbürgermeister Meister⸗Herne, wendet sich in
inem Aufruf zur Jahreswende an die deutschen Sänger. Nach
einem Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 1935 gibt er
Kichtlinien für die Arbeit im neüen Jahre und führt u. a. aus:
Fin großes Ziel steht uns vor Augen; Das 12. Deutsche
Sängerbundesfest 1937 in Breslau, das gleich⸗
zeitig die Feier des 75jährigen Bestehens unseres Bundes sein
vird. Die Bundesführung hat in Verbindung mit dem Gau
Schlesien im DSB. den Rahmen für eine großzügige Durch⸗
führung des Bundesfestes bereits bestimmt. Nunmehr ist der
Weg frei, mit allen — Kräften die Vorbereitungen
für' das Fest zu fördern Der musikalische Aufbau des Festes
vird der Bedeutung des DEB. entsprechen und die Forderungen
unserer Zeit erfüllen. Das Breslduer Fest ift für den DeB
eine besondere Verpflichtung, ist es doch das erste deutsche
Zängerbundesfest im nationasozialistischen Deutschland. Es soll
und muß deshalb eine Heerschau der Sänger aller
deutschen Bauf und, der auslandsdeutschen
Sänge, werden. Wir wollen zeigen, daß wir alle von dem
einen Willen und von der einen Aufgabe beseelt sind: mit⸗
zuarbeiten durch das Lied an der Gestaltung des neuen
deutschen Menschen. Wir erwarten, daß unsere Vereine und
Sänger in bisher nicht erlebter Zahl Breslau besuchen und
durch ihre Mitwirkung dem Feste einen Widerhall verschaffen,
der unferen, DeB, ols Kulturoxganisation des
Dritten Reiches der ganzen Welt kundtut.

sRreis Daun.
Am 17. November fand das letzte Gruppensingen für das Jahr 1935
in Jünkerath statt. Zum Gruppensingen waren die Männergesang⸗
»ereine von Jünkerath, Hillesheim und Birgel erschienen. Unentschul⸗
zigt fehlten die MGV. von Lissendorf, Kerpen und Niederehe. Es wurde
im 15 Uhr vom Kreissängerführer Dr. Masson aus Daun mit dem
zeutschen Gruß eröffnet. Gauchormeister Beck, der über 280 Kilo—
neter weit her von Homburg Saar gekommen war, um sich von der
Irbeit der Vereine in der üußersten Gauecke zu überzeugen, sprach
on der echten Volksgemeinschaft, die so recht beim offenen Singen
zum Ausdruck komme. In dem großen Saale, der zur Hälfte mit
Zangesbrüdern und zur Hälfte mit anderen Volksgenossen gefüllt
var, herrschte echte deutsche Fröhlichkeit. MGV. Sillesheim, sang
zuerst „Ich hört ein Vöglein pfeifen“, dann sang MGV. Jünkerath
Wer will unter die Soldaten“. Die ganze Gruppe trug unter der
zeitung des Kreischormeisters Imig vor „Wo gen Himmel Eichen
ragen“, Die Freude am Singen kam so recht zum Ausdruck, als der
Zaͤuchormeister mit allen im Saal Versammelten in offener Sing—
tunde das Lied „Du alte deutsche Bauernschaft“ aus dem Liederblatt
„Bauer und Ernte“ (herausgegeben von DEB.) einübte. Außerdem
wurde der Kanon „NReues Brot im neuen Jahr, segne Gott uns
immerdar“ gesungen, Besonders gefiel das von Gauchormeister Beck
zeschaffene Marschlied „ßoch im Wind die Fahnen wehen“, das von
allen Anwesenden mitgesungen wurde. Zum Schluß fand eine Sänger⸗
ehrung statt. Vom MGV. Jünkerath für 25jährige aktive Mitglied—
schaft“ Karl Gräf, Matthias Adams, Michel Leuschen, VPeter Michgelis;
für b0jährige Mitgliedschaft: Peter Kleintz. Vom MGßW. Birgel für
z0jährige Mitgliedschaft: Peter Krump J. Die frohen Stunden, die
wir Sänger mit unseren geladenen Volksgenossen in ungezwungener
deutscher Fröhlichkeit verlebten, klangen aus in einem Sieg Heil auf
den Führer und dos Deutschlandlied

Sterbetafel.

Peter Zentes, aktives und Ehrenmitglied des
MGV. St. Johanner Sängerbund, Saar—
brücken 8, gestorben am 16. November im
Alter von 68 Jahren.
Johann Gabriel, Ehrenmitglied des MGV. Güchen⸗
bach, gestorben am 19. Dezember im Alter von
79 Jahren.
Thristian Gabriel, passives Mitglied des MGV.
Büchenbach, gestorben am s19. Dezember im
Alter von 72 Jahren.
Friedrich Schumacher, Ehrenmitglied des MGV.
Neurath-Eifel, gestorben am 5. Dezember im
Alter von 89 Jahren.
Nikolaus Maler, inaktives Mitglied des MGV.
Flora⸗Sangeslust Völklingen, gestorben am
2. Dezember im Alter von 40 Jahren.
Beorg Nieser, Ehrenführer des MGV. Concordia
Waldsee, gestorben im Mai 19385 im Alter von
53 Jahren.
Johann Nieser, Ehrenmitglied des MGB. Concordia
Waldsee, gestorben am 31. Dezember 1935 im
Alter von 79 Johren.
Adam Kinader, aktives Mitglied und Begründer
des MGV. Liederkranz Ensheim, gestorben im
Alter von 75 Jahren
Johann Gauer, aktives Mitglied des MGV. Lieder⸗
kranz Ensheim, gestorben am 29. Dezember
1935 im Alter von 64 Jahren.
Peter Hassel, Ehrenmitglied und langjähriges
aktives Mitglied des MGV. Gumbweiler,
zestorben am 26. Dezember im Alter von
30 Jahren.
Stumm schläft der Sängerttt
GBau, Kreis und Verein bewahren den heim⸗
gegangenen Sangesbrüdern ein ehrenvolles Ge⸗
dächtnis!

Trifelskreis.
Wenn von sieben Gruppenpressewarten fünf beharrlich „schweigen“,
d. h. keine Berichte einsenden, dann könnte man daraus wohl auf
Stilstand, Rückgang oder gar schlimmere Dinge schließzen. Doch dem
ist nicht so. Wir machen darum unseren säumigen Pressewarten ihr
so schweres und recht arbeitsreiches Amt so leicht als möglich und
berichten für sie: Die Jahresarbeit in allen Chorvereinen gilt der
gründlichen Vorbereitung auf die große Sängerkundgebung in Saar⸗
brücken“ Nachdem in äußerft gut besuchter Arbeitstagung der Amts⸗
walter die Vorarbeiten erledigt waren, konnte nach einiger (aller—⸗
dings unverschuldeter) Verspätung das Notenmaterial in Empfang
genommen und mit den Proben begonnen werden. In manchen
Thorvereinen herrscht bereits „Hochbetriebt für Saarbrücken, be⸗
fonders in gutbesetzten und neugeitlich geleiteten Chören. Hie und da
haben die Sängerzahlen erfreulicherweise zugenommen; daneben ist
auch manche Ruckwärtsbewegung noch nicht zum Stillstand gekommen.
Wir glauben, daß das zur Jaohreswende durchgeführte dreitägige
Schulungslager (mit Rosenthal-Heinzel) in Bergzabern für ein neues
Thorsingen stärkste Auftriebe geben und manchen bisherigen „passiven
Widerstand“ gegen das Kulturprogramm des DSEB. überwinden wird.
In einigen Vereinen nimmt die Zusammenarbeit mit der RS,⸗
Kulturgemeinde verheißungsvolle Bindungen an, besonders in Heimat⸗
und Dichterabenden des Volksbildungsverbandes. In Landau werden
neben den Kirchenchören sämtliche Männerchöre, wieder den. Ge⸗—
mischten Chor des Konzertringes (vormals „Musikverein“) bei der
Aufführung eines zeitgenössischen Oratoriums unterstützen.
Ueber den Nichtabdruck der Hinweise der Deutschen Sängerbundes⸗
korrespondenz in den Tageszeitüngen wird manche Klage geführt. Wir
sind der Ueberzeugung. daß heimatlich gebundene Nachrichten, seien
es nun Vorhaben oder Geschehnisse, bei den Schriftleitungen größeren
Anklang finden, als die mehr allgemein gehaltenen kurzen Artikel
der DeEge Doch müßte unbedingt erreicht werden, daß wenigstens
die für unsere Westmaͤrkverhältnisse zutreffenden und geeigneten Hin⸗
weise des DEB. abgedruckt werden. Die Grupenpressewarte wollen
falis sie bis dorthin noch leben) ihrem nächsten Vierteljahresberich!
hre Erfahrungen über die Mitaärbeit der Tagespresse deisugr

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