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Sãnger⸗Zeitung des Gaues Westmark.
Sekle
Bannerübergabe. / Singende Stadt.
Rämpfende—6
Bannerübergabe — Sin—
gende Stadt — Kämp⸗—
ende Heimat! So lesen
vir in der Vortragsfolge
ür die große Kundgebung des
Sängergaues Westmark 1936
n Saarbrücken. Wir werden
gleich erkennen, daß unsere
vSauführung ganz neue Wege
eschreitet. Sie löst die Banner⸗
übergabe aus den Fesseln
scchablonenhafter Reden und
repräsentativen Gepränges, sie
läßt die Feststadt nicht nur
mnehr oder minder konzertante
deschliffene Chöre hören, sondern macht sie selbst in
illen ihren Schichten singend, sie rückt der Saarheimat
noch einmal eindringlich und herzerhebend in Wort und
Klang vor die Seele, daß sie in schwerer Zeit trotz Be—
drückung und Verlockung kämpferisch gerade gestanden
iein der Verteidigung ihres natürlichen Rechtes: deutsch
zu sein.
So stehen wir also auch hier vor Feierstunden in
des Wortes tiefster Bedeutung, vor Erlebnissen, die von
innen gestaltet, die Herzen aller Volksgenossen be—⸗
wegen werden, vor Eindrücken, die nicht so bald wieder
vom Lärm des Tages überklungen werden können.
Eröffnet wird die Bannerübergabe durch Fanfaren.
Sie sollen, wie es in den Tagen des Mittelalters vom
Stadtturm aus geschah, das ganze Volk aufrufen, Anteil
zu nehmen an der Freude der Sänger, seiner Sänger.
Wir wollen alle Volksgenossen in unser Fest einbe—⸗—
ziehen, die Freude teilen, die unser Herz höher schlagen
läßt. Dann folgt ein von Bläsern begleiteter Männerchor
„Wir“ von Hans Heinrichs — Kampfansage an das
liberalistische, selbstsüchtige und selbstzufriedene Ich! Nun
dollzieht sich schlicht die Uebergabe des Sängergau—
banners durch den Sängergauführer an den Oberbürger—
meister der Feststadt. Anton Bruckners Männerchor mit
Bläsern „Das deutsche Lied“ bedeutet für die
Sänger Bekenntnis und Doine zugleich, die deutsch⸗
bölkische Aufgabe als das Herzstück der Sängerbewegung
zu pflegen. Das Glockenspiel des Rathauses, ein
en es Geschenk der Auslandsdeutschen an die ge—
chichtlich denkwürdige Westmarkstadt, spannt in weihe—
vollem Ausklang die völkische Gemeinschaft weit über
den Rahmen von Heimat und Vaterland in alle Welt
bis weit nach Uebersee, wo Deutsche wohnen!
Diese festliche Einstimmung soll nun weiterklingen in
der „Singenden Stadt“. Offene Singestunden auf
den verschiedenen Plätzen Saarbrückens rufen alles zu
freudigem Mitmachen zusammen: Männer und Frauen,
Jungen und Möädel, groß und klein, jung und alt,
arm und reich, hoch und niedrig! Ein Lied — ein
Polk! Ein Volk — ein Lied! Auch die vermeintlich Un—
nusikalischen sollen Kommen: sie werden vielleicht eines
Besseren belehrt. Wir beginnen allesamt mit dem „Deut—
schen Sängerspruch“ von Methfessel. Dann trägt eine
zleine Gruppe Waldemar v. Baußnerns „Heiliger
Rame“ vor — aber nicht, um der Menge etwos vorzu—
ingen, sondern um sich singend, nicht sprechend einzu—
ühren. Viel Freude wird dann gewiß allen Beteiligten
das neuere Volkslied „Kein schöner Land“ bereiten, das
nit allen erarbeitet werden soll. Nach kurzen Worten
eines Sprechers folgt die Erarbeitung eines zeitgemäßen
uind sinnvollen Kanons und als Abschluß der Männerchor
„Deutschland“ von Walter Rein.
Als Höhepunkt folgt am Abend die Feierstunde!
Kampfder Heimat. Die Einleitung gibt „Arbeiter
tind wir alles von H. Kohlund. Dadurch werden auch die
Häste aus der Ferne mit dem Menschen vertraut gemacht,
der dieses harte, aber kostbare Stückchen deutscher Erde
in schwerer Zeit fünfzehnjähriger Bedrückung und Schi—
kzanen in vorbildlicher Haltung gegen fremde Macht—
ansprüche verteidigt hat. Um den Aermsten unter ihnen,
dem wackeren Kumpel, Dank abzustatten, folgt das
„Bergarbeiterlied“ von W. Hensel. Ein Sprecher trägt
„Heimat“ von J. Ruster vor und stimmt dadurch den
Männerchor „O Heimat, mein Saarland“ von J. Schwarz
ein. Die Notwendigkeit, dieses Erbe auch für die Zu—
zunft zu sichern, klingt aus dem Kinderchor „Deutsches
Saarlied“ von Walter Rein. Als Krönung und Abschluß
reiht sich die „Saarkantate“ von H. Erdlen würdig an.
dieses Werk für Gemischten, Kinder- und Männerchor.,
Solis, Orchester und Volksgesang will alle Teilnehmer
erfassen und beteiligen. Alle werden freudig in das Trutz—
lied des Saarvolkes „Deutsch ist die Saar“ einstimmen
uind für alle Zeiten das Gelöbnis wiederholen: „So laßt
uns in den Himmel schrei'n, wir wollen niemals Knechte
ein!“ Sie werden in diesen Erlebnissen gewiß nicht Kon—
sehen, sondern Feierstunden, Weihestunden. Und
ange noch wird in allen Herzen der Treuschwur nach—
klingen: „Wir wollen niemals Knechte sein!“
Qeorg Hitzelberger.
Söngermahnung 1030: SBaarbe
—X
Ihr Pälzer Sänger werre's all nn wisse,
daß mer das Johr no Saarbricke vre misse.
E jeder Verein dut jo schun fleißig iwe,
Un die Sänger sin debei mit Luscht un Liewe.
Es gebbt ken Wettschtreit wie vor Johre,
Die Sache han heitzetag ihr Reiz velore!
Nur das scheene deitsche Lied gilts heit zu pflege
Un a bei uns Sänger die Volksgemeinschaft zu hege.
Drum dun eier Stuͤhl e bische zämmeriche,
Un iwe nur fleißig for nunner no Saarbricke.
Die fremde Deiwel sin do unne jetzt veschwunn,
Un unner unsrer liewe deitsche Sunn,
Do komme mer zesamme an de freie Saar,
Wo die Losung heist; Deitsch immerdar!
Mir wolle uns an ebbes Großes wage,
Nämlich es deitsche Lied ins Volk enin ze trage!
inge solls aus unsre frohe Sängerkehle
Un em Volk vun unserm deitsche Vaterland vegehle.
Aus der betribte, kranke Herze,
Solls vetreiwe Leid un Schmerze!
Drum solle die Sänger iwe un schpare,
Daß jeder kann no Saarbricke fahre.
No Saarbricke an de schtolze, freie Saar,
Dort wolle mer unner de Losung singe: Deitsch immerdar!
Heinrich Pauly.
—
ãanger! Sopart fur Saarbrucken! Spart fur Breslau!
V Bekennt Euch zur Arbeit Cures Gaues! Uergeßt darüber aber
nicht die gemeins ame Sache, den Deutschen Sanger-Bund!