Full text : 15.1935/36, 7-12 (0015)

Seite 60

Sanger⸗Zeitung des Gaues Westmark.

Nr. 10

aufgegeben werden. Kreis-Kassenführer Reuter erstattete einen kurzen
Kaffenbericht und forderte die Vereine zur pünktlichen Ueberweisung
der Bundesbeiträge auf. Die Arbeit des Bundes sei in Frage ge—
stellt, wenn die Beiträge nicht pünktlich bezahlt werden. Kreisführer
Broß erinnerte an die große Aufgabe, die der Deutsche Sängerbund
zu erfüllen habe. Die Abhaltung von Schulungslagern für Chor—
dirigenten koste zwar viel Geld, komme aber jedem Verein und
seinen Sängern zugute. Auch den Chormeistern unseres Kreises
empfahl er, an einem derartigen achttägigen Schulungslager teilzu—
nehmen, die den einzelnen nur wenige Kosten auferlegen, für die
VBereine aber von großem Wert sind. MGBV. Filzen brachte als Ein—
jage „Bauernlied“ von W. Rein, „Chor der Winzer“ von Gerstner
und „Moselkanon“ (Vinum Noselanum) von W. Rein. Kreischor—
meister Speicher gab alsdann noch einige Anregungen über Pro—
jrammgestaltungen für Konzerte und Vereinsabende. Durch Einübung
ziniger Kanons zeigte er, wie auch die Zuhörer bei der Abwicklung
des Programms mitwirken können und wie durch solche allgemeinen
Besänge Stimmung und Begeisterung den Vereinsabend beherrschen
wverden. Nachdem MGBßV. Filzen als Schlußchor das Lied „O Deutsch⸗
ijand“ von Rein vorgetragen hatte, dankte Kreisführer Groß dem
Verein für die wirklich schöne Umrahmung der Tagung und die gute
Programmgestaltung. Als nächsten Tagungsort bestimmte er Wolf.
Nach einem dreifachen „Sieg-Heil“ auf Führer und Vaterland und
dem Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes schloß er die
anregend verlaufene Tagung. M.
Gelegentlich des Wertungssingens der Gruppe 2 hatte die Sänger⸗
kreislestung Bernkaftel zu einer öffentlichen Singstunde unter dem
Stab von Gauchormeister Beck auf den historischen Marktplatz einge⸗
laden, die sich eines sehr guten Besuches erfreute. Besonders die
restlose Beteiligung der BDM.Gruppe Bernkastel zeigte die Ver—
bundenheit des deutschen Liedes mit den Gliederungen der Partei.
Dem immer näher rückenden Erntedankfest entsprechend wurden in

der Hauptsache Lieder zur Verherrlichung des deutschen Bauern ge—
sungen, die in den Mauern dieser alten Moselstadi einen starken
Widerhall fanden. Eines konnte mit großer Freude festgestellt wer—
den: Daß in Bernkastel der Boden gut vorbereitet ist für ein Singen
in der ganzen Volksgemeinschaft.

Rreis Saarburg.

Der neue Geist, der bestimmt nicht zuletzt in die Reihen der Ge—
angvereine Einzug genommen hat, hät auch daselbst neues Leben
and neue Kraft geschaffen, um getreu den Richtlinien des großen
Ddeutschen Sängerbundes mitzuhelsen an der Vollendung des deut—
chen Aufbauwerkes. Gerade im Kreise Saarburg, dem Nach—
»arkreis des früheren Saarsängerbundes, hat sich nach dessen Uni—
»ildung so manches auf dem Gebiete des Sängerwesens geändert.
Das ergibt sich recht deutlich aus den Versammlungsergebnissen der
inzelnen Vereine, insbesondere aber auch des Sängerüreises selbst.
dreissängerführer P. Weber, Saarburg, lud die Delegierten der
dreisvereine zu einer Tagung ein. Obwohl sich dieselbe eines an sich
zuten Besuches erfreute, so war doch leider festzustellen, daß noch
richt in allen Vereinen die große Bedeutung der kulturpoutischen
LIufgaben der Gesangvereine im neuen Deutschland recht erkanni ist,
»enn sonst wären auch diese Vereine vertreten gewesen. Kreissänger«—
ührer Weber behandelte eingangs die Frage der Beitragszahlung
»er Vereine. Er begeichnete es als eine lebenswichtige Notwendigzeit,
 die Gaubeiträge pünktlich abzuführen, ohne die es dem Gau
Vestmark nicht möglich ist, die umfangreichen Arbeiten durchzuführen.
dann wurde das diesjährige Wertungssingen in seinen Einzelheiten
»esprochen. An demselben nehmen nur acht Vereine teil, doch ist
zu erwarten, daß angesichts des im Aufstieg begriffenen Sänger—
vesens im Kreise Saarburg mit einer größeren Beteiligung für das
zommende Jahr zu rechnen ist. Das diesjährige Wertungssingen soll
ẽnde November in der Kreisstadt stattfinden. Weiterer Gegenstand
ausführlicher Besprechungen war die große Sängerkundgebung1
in Saarbrücken. Kreissührer Weber erläuterte genau die Ausfüllung
der Fragebogen zwecks Notenbestellung und mahnte zur pünktlichen
Durchführung derselben. Nach Erledigungg einzelner Kreisangelegen⸗
heiten sprach Kreischormeister Klein, Saarburg, über die kultur⸗
politischen Aufgaben unserer Gesangvereine und die Ziele der deut—
schen Sängerschaft im neuen Deutschland. Dabei gab der Redner
einen umfassenden Bericht über seine Teilnahme am Schulungslager
in Annweiler. Die Aufgaben der Gesangvereine seien heute nicht
mehr in der Pflege der Geselligkeit zu erblicken, sondern in erster
Linie müßten die Vereine sich in den Dienst des Staates stellen und
mit diesem gehen. Die Vereine dürfen nicht mehr an dem alten fest⸗
halten, so sagte Kreischormeister Klein, sie müssen mit dem neuen
Beist, der im Volke wach geworden ist, mitgehen, und so auch im
Lied die neue Richtung einschlagen. In der Frage des Nachwuchses
in den Gesangvereinen erklärte der Redner, daß zuerst in jedem
Verein mustergültige Ordnung und Disziplin geschaffen werden muß,
alsdann werde sich die Jugend bei uns wohl fühlen. Auf alle Fälle
müsse aber auch mit den rolitischen Formationen engste Fühlung auf—⸗
genommen werden, damit auch diese nicht fernstehen bleiben. D.

Sterbetalel.

Jakob Rieth, Ehrenmitglied des MGBV. Güchenbach
und Gründer des MGV. Hilschbach⸗giegelhütte
im Jahre 1898, gestorben am 21. Oktober im
Alter von 72 Jahren.
Peter Ginsbach, aktives Mitglied des Sängerbund
Germania 18583, mit Frauenchor, Saarbrücken,
gestorben am 10. Oktober im Alter von
62 Jahren.
Anton Merz, inaktives Mitglied der Sängervereini⸗
gung 1848 e. V. Saarlouis 1, gestorben im
Alter von 74 Jahren.
Christian Schuler, inaktives Mitglied der Sänger—
vpereinigung 1848 Saarlouis 1, gestorben im
Alter von 36 Jahren.
Walter Lonsdorfer, aktives Mitglied des MGBV.
Picard, gestorben im Alter von 19 Jahren.
Johann Scholtes, Ehrenmitglied des MGB. Leiwen,
gestorben im Januar 19385.
Johann Steffes, Ehrenmitglied, Mitbegründer und
40. Jahre aktiver Sänger des MG6V. Leiwen,
gestorben am 10. Febr. im Alter von 77 Jahren.
Benedikt Weis, Ehrenmitglied, 84 Jahre aktiver
Sänger des MGV. Leiwen, gestorben am
14. Oktober im Alter von 582 Jahren.
Beorg Schäfer, inaktives Mitglied der Sänger⸗
dereinigung Heusweiler, gestorben am W. Sep⸗
tember.
Jakob Glaser, aktives Mitglied des MGBV. Froh⸗
sinn, Saarbrücken 1.
Beorg Diener, autives Mitglied des MGB. Froh⸗
sinn, Saarbrücken 1.
Johann Morbe, inaktives Mitglied der Sünger⸗
vereinigung 1848 e. V. Saarlouis, gestorben im
Alter von 31 Jahren.
Ambrofius Arnold, aktives Mitglied und stellv.
Führer des MGV. Heimatliebe Püttlingen, ge⸗
storben am 1. November im Alter von 88 Jahren.
kLudwig Jentes, Ehrenmitglied des Sängerbundes
Germania 1858, mit Frauenchor, Saarbrücken,
gestorben am 6. Dezember im Alter von
81 Jahren.
Heinrich Kreutzberger, Ehrenmitglied des MGV.
Walpershosen, gestorben am 22 Oklober im
Alter von 78 Jaͤhren.
Peter Brüchk, Ehrenmitgiied des MGßV. Walpers⸗
hofen, gestorben am 8. November im Alier von
62 Jahren.
—A
Bau. Kreis und Verein bewahren den heim⸗
egengenen Sangesbrüdern ein ehrenvolles Ge⸗
dächtnis

KRreis Saarbrücken.

Der Halberger „Sängerbund“ hatte über die Pfingst—⸗
feiertage den Männergesangverein „Eintracht“ Holzheim bei Diez
a. d. Lahn, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft verbindet, zum
Gegenbesuch als Gäste. Am Pfingstsamstagnachmittag wurden die
Sangesbrüder von Holzheim am Bahnhof Brebach empfangen. Mit
dem „Liede „Saarland ist freit begrüßte der Halberger Saͤngerbund
die Gäste, und der Vereinsführer hieß sie in einer kurzen Ansprache
herzlich willkommen. Der Gästeverein sang das Lied „Mein Vater—
land“ und Sangesbruder Gref vom Männergesangverein „Eintracht“
Holzheim dankte für den herzlichen Empfang. Mit der Musik der
NSKK.Kapelle ging es zum Vereinslokal, wo die Quartierverteilung
erfolgte. Pfingstsonntagmorgen wurde ein Rundgang in die Um—
gegend und nach Saarbrücken gemacht, bei dem Stadtoberamtmann
Staps in liebenswürdiger Weise die Führung übernahm. Abends
fand im Evangelischen Gemeindehaus in Brebach unter Mitwirkung
der beiden Vereine und der NEKK.-Kapelle ein Heimatabend statt,
der einen schönen Verlauf nahm. Beide Vereine sangen gemeinsam
die Mahnung und das Lied der Bauleute unter der sicheren Stab—
führung von Chorleiter Dernbach des MGV. „Eintracht“ Holzheim.
Beide Lieder fanden großen Beifall. Den größten Teil des Abends
füllten die Gäste aus. Sämtliche Chöre standen auf hoher Stufe und
ernteten stürmischen Beifall. Ganz besonders gefiel das Lied „Mädchen
meiner Seele, bald verlaß' ich dich‘ und „Wieland der Schmied“ mit
Klavierbegleitung. Fräulein Wilhelmine Gref, die Tochter des
Vereinsführers, war dem Chor ein dezenter und sicherer Begleiter.
Auch die Darbietungen von Fräulein Gref in Gesang waren aus—
gezeichnet und erzielten ebensfalls starken Beifall. Auch der Hal—
berger „Sängerbund“ erzielte unter Oberlehrer Neu mit seinen beiden
diedern „Psalm der Arbeit“ und „Lumpenliedchen“ großen Beifall.
Nach Ueberreichung eines Bildes, die Burg Ardeck vorsteilend, durch
den Vereinsführer von Holzheim überreichte der Vereinsführer von
Brebach eine Hitlerplakette (eine Werksarbeit der Halberger Hütte)
mit herzlichem Dank für das Bild. Mit einem dreifachen Siegheil
auf unseren geliebten Führer und Reichskanzler ging man zum Tanz
über, der sich bis in die frühen Morgenstunden hinzog. Am Pfingfimontag
 gab es noch ein gemütliches Beisammensein bis zur Abfahrt,
die leider allzu früh erfolgte. Die Sänger vom Halberger Sänger—
hund danken unseren lieben Freunden von Holzheim herzlich für ihr
dierherkommen. Hoffentlich hat es ihnen auch bei uns gefallen.
Bir sagen daher auf frohes Wiedersehen! A.
er Sit. Bhanner Sängerbund“ Saarbrüchen3
mit BSepitember 1935 hat Herr Karl Keuper. Altenwald⸗
* den Noroein übernomme«
            
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