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Sänger-Zeltung des Gaues Westmark.
Selte 2
erstenmal seine Orgel und während leise die Weise eines Weihnachts⸗
liedes durch den Raum gieht, stirbt der Meister entsühnt und glücklich,
„Maria und der Schmied“ von Heinrich Burhenne. Das Spiel ist
ꝛine Weihnachtslegende und erinnert an Max Mells Apostelspiel,
Maria kommt in ihrer schweren Stunde zu einem Schmied, der, ver—⸗
oittert über die Welt, nur noch Nägel schmiedet, um alle Wunder⸗
zläubigen ans Kreuz zu schlagen. Seine gelähmte und blinde Tochter
zjesundet, als sie das Tuch des Kindes berührt. Da wird der Schmied
pieder ein gläubiger Mensch, er nimmt das Kind der Maria in sein
haus auf. Das Spiel verlangt 2 männliche und 2 weibliche Spieler
und wird gewiß einen starken Eindruck hinterlassen. Beide Spiele
ind im Verlag Eduard Bloch-Berlin erschienen.
Ein ernstes Spiel aus dem gleichen Verlag ist „Die Geburt des
Kindes“ von P. Charlot. Darsteller sind der Tod, der ewige Wan—
derer, der Engel des Advent, der Mann, die Frau, der Sternträger
und Kinder. Der ewige Wanderer möchte sterben, aber ihn allein
äberläßt der Tod der Pein des Lebens. Der Tod höhnt ihn: Alle
Menschen wollen sterben, sie suchen mich, den Tod. Der Wanderer
schlägt ihm vor, ihn auch zu erlösen, wenn es einen Menschen gebe,
der nicht sterben wolle, selbst nicht in größter Pein. Die Kraft einer
Mutter ist es, die weiß, daß ihrem Sohne ein junges Leben erblüht,
sie widersteht dem Tod, und der ewige Wanderer wird durch die
Beburt des Kindes erlöst. Das Spiel ist auch unter den denkbar
infachsten Bühnenverhältnissen zu spielen. Seine Stärke liegt im
zesprochenen Wort und in der großen Eindringlichkeit.
Christgeburtspiele zur Darstellung in der Kirche. Hier will ich
inter den vielen Spielen dieser Art nur einige wenige nennen. Sie
ringen alle in den verschiedensten Wandlungen das Spiel von der
Zeburt Jesu in ihren einzelnen Bildern: Verkündigung, Wanderung,
die Hirten auf dem Felde, im Stall zu Bethlehem und die Anbetung
der Weisen. Diese Spiele sind Erneuerungen alter Weihnachtsspiele.
Die Sprache ist schlicht und klar, man darf darin nicht Theaterspielen
wollen. Was uns diese Spiele besonders geeignet erscheinen läßt,
ist die Fülle alter Weihnachtslieder, die unseren Thören auch in dieser
Zinsicht dankbare Aufgaben zuweist. Manche Lieder können durch
indere ersetzt werden. Die Textbücher enthalten nähere Spielanwei—
fungen, da unmöglich auf die Geftaltung jedes einzelnen Spiels hier
ingegangen werden kann. Wo man nur Theater spielen will, lasse
nan die Finger von solchen Werken, sie erfordern das Miterleben
Aler Spielenden; denn sie sind alle gus dem stärksten Erlebnis ent⸗
tanden: Die nachfolgenden Spiele sind alle erschienen im Verlag
rangen⸗Müller, Berlin 8W 11, Anhalterstraße 8.
„Altdeutsches Krippenspiel“. nach einer Handschrift, aus dem
5. Jahrhundert von Willh Arndt. Ein Buch 270 RM., 10 Rollen je
i80 RM. Darsteller: 19 männliche, 10 weibliche Versonen. Dauer
zwei Stunden.
„Der Menschensohn“, das Weihnachtssingspiel der Streiffelder
Roiksschulen von Joseph Bauer. Ein Buch 185 RM., 6 Rollen je 1,10
RM. 28 männliche, 8 weibliche Darsteller. Dauer zwei Stunden.
.Das Christgeburtspiel“ von Fritz Weege. Darsteller: 8 männliche,
lweibliche Person. Dauer 1Stunde. Aufführungsrecht: 1 Buch
35 RM. .9 Rollen je 1,10 RM. J
Das Spiel von Bethlehem“ von Gustav Grund. Darsteller: 6 männ⸗
liche. 4 weibliche Personen (bei Doppelbesetzungen). Dauer 1 Std.
Aufführungsrecht: Ein Buch 1.33 RMi, 109 Rollen je 1,10 RM.
Und nun an die Arbeit! Seien wir auch hier die Künder eines
neuen! Unsere Chbre sind gar oft die alleinigen Vermittler deut⸗
chen Kulturgutes auf dem Lande. Wir haben auch hier eine große
ufgabe, unserer Gemeinschaft auf dem Dorfe und in der Stadt
wieder das Erlebnis der deutschen Weihnacht nahezubringen. Für
unseren Dienst am Laienspiel aber sei es ein verheißungsvoller An⸗
sang; denn in der Weihnachtszeit sind die Herzen der Menschen
empfänglicher für das Gute und Reine. Nützen wir darum diese
seelische Bereitschaft unserer Mitmenschen, um ihnen zum erstenmal
in Soiel darzubringen, das, in der Seele des Volkes verwurgelt,
aus ihr entsprossen, wieder die Seelen bewegt, dann haben wir auch
hier den rechten Weg beschritten. J
Kaäarl Müller, Olsbrücken (GPfalz).
mangelt es nicht, wir haben davon einen reichen Schatz, und es ist
durchaus verfehlt, wenn man ßleurt man müsse zu gemachten Neu—
schöpfungen greifen. Soll ein kleines Orchefter die Feler verschönern,
dann lasse man es unsichtbar spielen, die Töne werden um so hehrer
in die Herzen dringen; spielt aber um alles nur keine Weihnachts⸗
liederpotpourris. Gedichte sind ebenfalls fsehl am Platze, unsere Mit—
glieder sind keine Vortragskünstler, außerdem hören nur die nächsten
Berwandten zu. Ich denke mir den Verlauf einer heutigen Weih—
nachtsfeier etwa so:
Nach einer stimmungsvollen Einleitung durch ein unsichtbares
Orchester oder einen Chor folgt das Spiel von Heinz Steguweit
„Petermann schließt Frieden“, ein Gleichnis vom deutschen Opfer.
(Siehe Spielbesprechung.) Dann liest ein besonders dafür Geeigneter
das „Weihnachtsmärchen des 50. Regiments“ von Walter Flex. Hier
kann man Orchester und Chor ebensalls zur Vertiefung heranziehen.
Als Abschluß bringt man das starke Spiel von Karl Jacobs: „Das
Jesuskind in Flandern.“ So hat man eine Feier von tiefstem
Eriebnisinhalt gestaltet und gleichzeitig dem Geschehen der Weihnacht
tiefen Sinn verliehen, der in unsere Zeit erlebnisnahe hereinreicht.
Um nun bei der Zusammenstellung einer Feier allen behilflich zu
sein, sollen einige Sptele, die sich für uns besonders eignen, solgen.
Weihnachtsspiele:
„Petermann schließt Frieden“ oder Das Gleichnis vom deutschen
Opfer, ein Weihnachtsspiel von Heinz Steguweit. Der Kriegsfeiwillige
Petermann glaubt nicht an den unversöhnlichen Haß des Gegners;
am Heiligen Abend übersteigt er die Brustwehr des Schützengrabens,
geht mit einem brennenden Christbaum den feindlichen Linien ent—
gegen und wird abgeschossen. Sein Tod ist Symbol für das Sterben
der vielen, die glaubten, für eine bessere Zuzunft zu sterben. Darum
ragt das Spiel in unsere Zeit mit seinen Schlußworten: „Wer sich
opfert, wird auferstehen, Deutschland wird auferstehen!“ — Das
Spiel fordert 4 männliche Darsteller, ist erschienen in der Hanseatischen
Verlagsanstalt Hamburg und kostet 0,80 RM. Zur Aufführung sind
fünf Rollenbücher zu beziehen. Die Berliner Mundart wird am
besten in die schriftdeutsche Sprache übertragen, da das Spiel sonst
unecht wirkt.
In dem gleichen Verlag ist auch das deutsche Weihnachtsspiel „Das
Jesuskind in Flandern“ von Karl Jacobs erschienen. Es ist ein eigen—
williges Spiel, das das Weihnachtsgeschehen in die niederdeutsche
dandschaft stellt. Die Sprache ist hochdeutsch, das, was uns Jacobs
zu sagen hat, ist einfach und klar, die Gestalten des Spiels sind
natürlich, so daß Bilder von eindringlicher Innigkeit, gepaart mit
niederdeutscher Herbheit, entstehen. Das Weihnachtsevangelium erlebt
hierin eine Erneuerung im Sinne deutschen Wesens. Erforderlich sind
s0 männliche und 5 weibliche Darsteller. Das Aufführungsrecht wird
durch Bezug von 15 Exemplaren zu je 1,40 RM. erworben. Für
Laienspieler, die mit dem nötigen Ernst arbeiten, bietet sich hier
reine dankenswerte Aufgabe.
„Das Lied der Weihnacht“, ein Spiel um „Stille Nacht, heilige
Nacht“ von Walter Eckart, erschienen bei Langen-Müller Berlin. Das
Spiel rankt sich um die Entstehung des Weihnachtsliedes „Stille
kacht, heilige Nacht“. Es ist aber nicht zu verwechseln mit Mach—
werken, die den gleichen Stoff behandeln. Der Schöpfer des Liedes,
Lehrer Gruber, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Aus Barm—
herzigkeit hat er ein fremdes Paar in seine Wohnung aufgenommen.
Der christlichen Nächstenliebe steht die Hartherzigkeit seiner Mit—
bürger gegenüber. ÄAber am Heiligen Abend bricht das Eis, als die
junge Frau des Fremden einem Kind das Leben schenkt. Und aus
diesem weihevollen Geschehen erwächst das unsterbliche Lied der
deutschen Weihnacht. Das Aufführungsrecht wird erworben durch den
Bezug eines Buches zu 1,35 RM. und 6 Rollenbücher zu je 1.10 RM.
Mitwirkende: 12 männliche. 8 weibliche Versonen. 83 Kinder. Dauer
124 Stunde.
„Die Orgel“, ein Spiel um die Weihnachtszeit von Felix Albrecht
in drei Akten. Der Orgelbauer Steffen baut für eine Stadt eine
Orgel. Der Teufel versucht ihn, und unschuldig muß der Meister in
den Schuldturm. Sein Altgeselle vollendet das Werk des Meisters
und löst den Pakt mit dem Teufel. Als der Meister am Heiligen
Abend körperlich und seelisch gebrochen wieder heimkehrt, tönt zum
Zeitungswarte?
Achtung!
1. Ab 1. Oktober 1985 sind sämtliche Aenderungen im Zeitungsbezug (Adresse — Stückzahl) spätestens bis
18. des Monats zu melden. Später einlaufende Aenderungs-Meldungen können erst im folgenden Monat
herücksichtigt werden Diesbezügliche Zuschriften nicht an Druckerei oder Geschäfts⸗
stelle, sondern an untenstehende Adresse.
Sämtliche Zahlungen, für die ja besondere Rechnungsstellung folgt, müssen, im Interesse der finangiellen
Verpflichtungen der Verlagsleitung ihren Gläubigern gegeñüber, pünktlich und unter Benützung der
mitgebrachten Zahlkarte erfolgen.
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Hans Gümbel
Verlagsleiter
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Niederauerbach bei Zweibrücken.
Die Geschäftsstelle des Sängerbundes Westmark zieht die restlichen Zeitungsgebühren bis 1. Oktober
tO85 von den Abonnenten der Saar-Sängerzeitung noch ein.