Full text : 15.1935/36, 7-12 (0015)

Sanger⸗Zeitung des Gaues Westmark.

„Suchende“ nun auf die „Reise“ begeben, und das
Sicht“, d. h. die Gemeinschaft der „Brüder“, die Loge
uchen. Ein Freund“ führt ihn, durch alle „Ver⸗
suchungen“ und Gefahren“ hindurch, bis er endlich an
bder Pforte des Tempels ankommt. Eiehe Irnperssut
bon Mozart: „Dann wandelt er an Freundes and
dergnügt“'und froh ins bessere Land.“ Nach einem ge⸗
heimnisvollen Frage⸗ und Antwortspiel zwischen den
bor der Tür Stehenden und dem Aufseher im Tempel,
das fich in bestimmten, Redewendungen, agic den in
den Zunften einst uhlichen, bewegt, öffnet sich dem
Wanderer“ die Pforte des „Tempels“. Von dem mit
heatralischer Pracht ausgestatteten Raum und den an
den Wänden ent⸗
ang sitzenden
Brüdern nimmt
er noch nichts
wahr, da ihm ja
noch die Augen
derbunden sind.
Nach der „Reise“
nach den vier
Himmelsrichtun⸗
gen und anderen
zeremonien zur
Abrichtung“ des
angehenden
„Lehrlings“, wo⸗
bei der am Bo⸗
den liegende Tep⸗
pich mit dem
Tempel Salo⸗
mons und ande⸗
ren symbolischen
zeichnungen, wie
Winkel und Zir⸗
kel, behauener
und unbehauener
dubus, Kelle und
Richtscheit, Sonne
und Mond nebst
dem Davidsstern u. a. m. eine besondere Rolle spielt, erfolgt
die Vereidigung. Wir geben hier den Wortlaut eines sol⸗
chen Eides in seiner ganzen Ungeheuerlichkeit deshalb
wieder, weil man daraus ersehen kann, wie berechtigt die
Frage ist, ob Mozart eines natürlichen Todes gestorben sei.
Freimaurereid.
„Ich gelobe und schwöre im Namen des Allerhöchsten
Baumeisters aller Welten, daß ich nie die Geheimnisse,
Zeichen, Griffe, Worte, Lehren, und Gebräuche der Brü—
der Freimaurer entdecken und, darüber ewiges Still⸗
schweigen beobachten werde. Ich verspreche und gelobe
zu Gott, daß ich weder mit der Feder, mit Zeichen,
Worten und Gebärden etwas davon verraten, noch schrei⸗
ben, graben in Stein oder Metall oder drucken lassen
werde, weder von, dem, was mir bis jetzt anvertraut
wurde noch inigehunst bekannt gemacht werden wird.
Ich verbinde mich dazu, bei der Strafe, welcher ich mich,
wenn ich nicht Wort halte, unterwerfe, nämlich, daß
mnan mir die Lippen mit einem glühenden Eisen ab—
brenne, die Hand abhaue, die Zunge ausreiße, die
Burgel abschneide und endlich meinen Körper in einer
Loge der Brüder Freimaurer während der Arbeit und
Aufnahme eines neuen Bruders —F— Schande meiner
Untreue und zum Schrecken der übrigen aufhänge, ihn
nachher verbrenne und die Asche in die Luft streue, damit
nicht eine Spur übrigbleibe von dem Andenken meiner
Verräterei. So wahr mir Gott helfe und sein heiliges
Fvangelium.“
Bes Todesfstrafe wird also dem künftigen Bruder
Freimaurer verboten, die heise der Loge irgend⸗
wie preiszugeben. Nun reichen sich die Brüber die Hand
zum Bunde, d. h. zur Bruderkette ehe „Brüder reicht
die Hand zum Bunde?“), dem „Lehrling“ wird die Binde
abgenommen, er wird in die Bruderkette eingereiht,
vährend ein im „Westen“ des Tempels stehendes Har—
monium feierlich erklingt.
Nun, erkennt der neue „Bruder“ zum ersten Male
seine Genossen: er sieht manchen uin in
brüderlichem“ Bunde mit der namhaäaften Judenschof

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Nr. 8
seiner Heimat. Im Osten des Raumes thront der
„Meister vom Stuhl“ auf dem altarähnlichen Aufbau,
neben ihm die Ehrenmeister. In die Wand ist das elek—
trisch beleuchtete sog. „Auge Gottes“, das gleichseitige
Dreieck mit einem Auge, eingelassen, unter dem in ova⸗
lem Rahmen drei Rosen, das Sinnbild des Meisters
oom Stuhl, prangen.
Es ginge über den umgang eines Aufsatzes hinaus,
vollten wir uns nun noch mehr verbreiten über die
verschiedenen Grade, die „Arbeit“ der Freimaurer, ihre
seltichen Machenschaften, ihre internationale Ver⸗
ochtenheit mit Weltfinanz, Judentum, Marxismus usw.
Was zur Untersuchung des Schicksals Mozarts nötig ist,
wurde I
weitere inter⸗
essante Enthül⸗
lungen findet
man in den Bü—⸗
chern Wichtl, Die
Beltfreimäurerei.
und Hasselbacher,
kntlarvte und
Freimaurerei.
War Mozart
Mitglied
riner Loge7?
Mozart, am
27. Januar 1756
in Salzburg ge⸗
oren, gehörte um
1780 in Wien der
Freimaurer⸗Loge
„Zur gekrönten
Hoffnung“ als
Hitglied an. Nohl
schreibt in der bei
Reelam erschiene⸗
nen Mogzart⸗Bio⸗
graphie: „Wir
finden ihn denn
auch in Wien
chon bald in diesem Orden, und so ernst ist ihm vor allem
zese Lehre von dem heiligenden Wesen des Todes als
dem „wahren Endzweck unseres Lebens“ und dem Sinn⸗
hild der stets zu verwirklichenden Selbsthingabe, daß er
aicht nachläßt, bis der Vater ebenfalls dem Orden beigetre⸗
ten ist. Ihre geßegetige Korrespondenz über diesen Ge⸗
genstand ist freilich () von ihnen vernichtet worden.“ ¶)
Wenn die Freimauͤrerei etwas so Erhabenes und Hei⸗
igendes ist, weshalb wird dann von den, Brüdern ver⸗
angt, daß sie Briefe darüber vernichten? Daß dies eine
horschrift der Logen ist, ergibt sich aus den 8 170 im
handbuch für die Brüder der Großen Landesloge der
Freimaurer von Deutschland: „Wenn ein Bruder mit
zem Tode abgeht, so hat die Loge sich den maurerischen
Nachlaß des Verstorbenen, Bekleidung, Bücher, Schrif⸗
en usw. von den Hinterbliebenen zurück erbitten.
Jeder Bruder hat bei Lebzeiten — zu sorgen, daß
die auf Freimaurerei bezuͤglichen Gegenstände seines
Nachlasses an die Loge zurückgelangen.“ Eine solche Be⸗
timmung steht ebenso wie der oben angeführte furcht⸗
zare Eid in einem unerklärlichen Widerspruch zu der
on Rohl mit etwas verdächtiger Beflissenheit heraus⸗
zestellten „Idee der Freimaurerei, daß die 8 Ge⸗
horenen durch ernste Prüfung (siehe den oben beschrie⸗
zenen Hokuspokus bei dieser „ernsten Prüfung“) ihr
öheres unsterbliches Teil und damit ihr Glück ge⸗
vbinnen“ oder „daß seine (des Freimaurerordens) sitt⸗
liche Tendenz (⸗ Absicht) die höchsten Tugenden des
Thristentums zu verwirklichen trachtete, Reinigung des
Zemütes durch Selbstopfer und tätige Hilfe gegen alles,
vas Mensch heißt.“ Nohl fragt: „Wie sollte da nicht eine
Ratur wie die Mozarts zugleich von allen Seiten für
diese Bestrebungen eingenommen gewesen sein?“
Was von ege— schönen, die wahren Ziele der Frei⸗
naurerei nur verschleiernden Redensarten und vor allem
don der „tätigen Hilfe gegen alles, was Mensch weit,
zu halten ist, das hat Mozart im letzten Jahr seines
debens und an seinem frühen Ende erfahren müssen.
Er hat es erlebt, daß „die höheren Mächte. .. über
unserem Leben walten“. wie Nohl schreibt. (Forts. folgt.)

Tempel in der Freimaurerloge Libanon
            
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