Seite 90 I unnn Sängerzeitung IIIIli..
Breslau. Rektor Brauner setzte sich warm für das Lied im
Auslanddeutschtum ein. Einen bedeutsamen Ausklang fand
der Delegiertentag durch einen temperamentvollen Vortrag
»on Rosenthal-Heinzel, der auf diese Stunde verschoben
verden und mit Rücksicht auf die knappe Zeit leider auch
hier wesentliche Kirzung erfsahren mußte. Seine Ausfüh—
rungen galten der musikalischen Praxis und der Bildung
des Chorleiters in Schulungslagern.
Zahlreiche Sängerveteranen aus allen deutschen Gauen,
unter ihnen auch die Delegierten der Westmark, benutzten
die Gelegenheit zu Besichtigungssahrten durch die Ostmark:
mit Autobussen nach Palmniken zum Besuch der Bernstein—
verke, von hier über Warnicken nach Bad Rauschen, Abend
an der samländischen Steilküste der Ostsee. Am folgenden
Tage Bahnfahrt von Königsberg über Zinten, Heilsberg
— wo der örtliche MGV. herzlichst Gruß im Lied entbot —
Bischofsburg, Sensburg nach Nikolaiken, wo uns wieder
warmer sangesbrüderlicher Empfang zuteil wurde. Ein
Motorschiff brachte die Reisegesellschaft durch die Wunder—
welt der Masurischen Seen nach Seebad und Kurhaus
Rudezanny, nach Tisch mit der Bahn nach Hohenstein und
mit Autobussen zum Tannenberg-Nationaldenk—
mal, für die meisten Teilnehmer wohl Höhepunkt der
Oftlandfahrt! Kranzniederlegung am Sarge des verewigten
Reichspräsidenten Feldmarschalls v. Hindenburg und am
Fhrenmal sür die gefallenen Sänger,. unter trefflicher Füh—
—VVVV
Masurischer See.
cung Besfichttgung der gewaltigen weihevollen Denkmal—
anlage, des ruhmvollen weitausgedehnten Schlachtfeldes mit
seinen Grabmalen gefallener deutscher und russischer Krieger
noch in ernstem Sinnen ein Rückblick über die in Voll—
mondlicht steil aufragenden Türme des Weihtums der Ost—
nark, nein Deutschlands, dann Rückfahrt über Hohenstein
nach Allenstein zur Uebernachtung. Am Morgen des fol—
jenden Tages führte uns der Zug über Osterode nach
Tharden. Dann ging es mit Motorboot wieder über Ma—
surische Seen, durch den romantischen Duzseekanal nach
Maldeuten, und von hier nach freundlicher Rast im Vogel—
sang bei Elbing mit der Bahn nach Marienburg. Hier
zezeugten in einer herzandringlichen machtvollen Kund—
jgebung Ostpreußens Sänger in weihevollen vaterländischen
Chören und ihr Sprecher in begeisterter Rede die unlös—
dare Verbundenheit der Ostmark mit dem deutschen Reich.
Im Remter der Marienburg entwickelte nach trefflichen
Chören stellvertretender Bundesführer Oberbürgermeister
Memmel in ergreifender Ansprache die vaterländische Be—
deutsamkeit des deutschen Liedes, der deutschen Männer—
höre. Dann hielt die gewaltige Burganlage der ehrwür—
digen Marienburg selbst ihre markige, steinerne, stumme
Rede von deutscher Siedlungs- und Kolonisationsleistung im
Osten, von großer deutscher Vergangenheit und von der
Forderung deutschen Heldentums von einst
für das Deutschland von heute und morgen!
Tiefergrifsen tauschten die deutschen Sängerführer aus
Nord und Süd und Ost und West noch Handschlag und
GBruß — dann brachten die Nachtzüge sie wieder ihrer
Ddeimat entgegen .....
Die Westmärk grüßt dankberfüllt die Ostmark! Einein—
halbtausend Kilometer trennen uns. Aber
wir stehen unter den Schwingen des gleichen
Adlers. Wir horchen auf die Stimmeée des
einen Führers. Wir sprechen eine Sprache. Wir
singen ein Lied. Wir denken einen Gedanken.
Unser derp kennt nur einen Takt, jeder Herz
schlag heißt Deutschland! Walther Stein.
dase Tannenberadenkmal.
———— * — ————
khrenmal für die Gefallenen des Sängerbundes Ostpreußen
im Tannenberg⸗Nationaldenkmal.