Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

—ARu rr'las x FülüllllllIhlllshhhj, Sänugerzeitung UIIIIIIIIIIIIIIIhlhe:. zlsuüttizhp Seite 89
wod — Behörden finden, als es bis jetzt meist der
Fall ist.
Der geplante letzte Vortrag von Gauchormeister Rosental—
deinzel über Volksmusikarbeit im DSB. mußte der fort—
geschrittenen Zeit wegen vertagt werden. Staatsanwalt
Baatz gab der Tagung mit begeistertem Sieg-Heil auf den
Führer den würdigen Ausklang.
Der Abend des Deutschen Kulturtags brachte, ebenfalls
im Festsaal der Stadthalle, ein Festkonzert, in dessen erstem
Teil fünf Königsberger Vereine unter dem beschwingenden
Stabe von Rosental-Heinzel vereinigt, interessantes neu—
zeitliches Liedgdut zum Vortrag brachten: Georg Böttcher:
Der Pflüger; Karl Schüler: Schwur und Gebet; Hermann
Erdlen: Richtung; Hermann Simon: Schwur; Georg
Böttcher: Wir schlagen den Amboß; Gerhard Schwarz:
Wir schreiten Kolonnen; Karl Schüler: Was du auch tust
und Kurt Bißmann: Feiger Gedanken, freilich durchaus
onzertant, ohne sich etwa — wozu hier Gelegenheit ge—
zeben wäre — zu einer Gemeinschafts-Weihestunde zu er—
heben. Im zweiten Teil stellte Professor Firchow mit dem
trefflich gestaltenden Gemischten Chor des Lehrergesang—
dereins, der den 112. Psalm von Händel und das Schick—
falslied von Brahms zum Klingen brachte, seine Meisterschaft
in der straffen und beseelten Chordirektion unter Beweis
Am Vormittag des solgenden Tages folgte in der
Stadthalle unter dem Vorsitz zunächst von Bundesführer
Meister, alsdann von Bundesschatzmeister Dr. Herrmann
der Ordentliche Sängertag 1935 des D.S.B. Der Bundes—
führer erstattete in großen Zügen den Jahresbericht,
Bundesgeschäftssührer Plonka den Geschäftsbericht, Bundes—
schatzmeister Dr. Herrmann den Kassenbericht. Es folgten
der Bericht der Revisoren und die Entlastung des Bundes—
führers. In Abänderung der Satzung der „Stiftung Sänger—
dank“ wurde der Stiftungsvorstand von 5 auf 3 Mitglieder
zerabgesetzt. Auf Vorschlag des Bundesführers wurde zu
dessen Stellvertreter Oberbürgermeister Memmel, als
rächster Tagungsort Hamburg gewählt. Mit besonderem
Nachdruck erfolgte die Marhiseg ssfir Vas Mundosfost in

Fahrt durch den Duzkanal.
Mit dem dritten Vortrag wartete Prosessor Dr. Fritz
Stein, der Leiter des Amtes für Chorwesen und Volks—
musik in der Reichsmusikkammer, auf, Er verbreitete sich
eingehend auf Grund tiefgründiger Kenntnis und reicher
Ersahrung über den Chorgesang in der Zeitenwende, über
die volkscümliche Musikpolitik im neuen Deutschland. In
einer Zeit, in der der organische Ganzheitsbegriff sich sieg—
haft auf allen Gebieten des politischen, des völkischen
uͤnd geistigen Lebens durchsetzt, ergibt sich die Forderung
einer einheitlichen Gestaltung auch unseres deutschen Chor—
gesangwesens ganz von selbst — einheitlich in der gesin—
iungsmäßig nationalen Voraussetzung, einheitlich auch in
der volkhaft bedingten künstlerischen und organisatorischen
Zielsetzung. Kaum seine andere menschliche Betätigung ver—
mag so wie das Chorsingen das Gefühl der Zusammen—
gehörigkeit im Dienste einer Idee, eben das Gemeinschafts
erlebnis, zu vermitteln. Es gilt auch hier das Gebot der
großen geschichtlichen Stunde zu erkennen, jetzt, da unser
Volk sich auf allen Gebieten auf seine Kräfte besinnt. Im
neuen deutschen Volksstaat kann und wird der Chorgesang
diese wahre Volksmusik, an erster Stelle im Geltungsbereich
der Musikpflege stehen, wenn wir nur wollen. Es geht jetz
um die Zuͤkunft des deutschen Chorsingens. Und so, müssen
alle egosstischen Sonderwuͤnsche, Geltungsbedürfnis und
Ehrgeiz einzelner Dirigenten und Chöre, in der großen
Voltsbewegung zurücktreten hinter der großen Aufgabe der
Schaffung seiner nationalen Einheitsfront des deutschen
Thorgesangwesens. Professor Stein sieht in den Gesang—
bereinen bedeutsame Kulturorganisationen, die sowohl große
deutsche Kunst der Vergangenheit konzertant zu pflegen
saben, wie sie sich auch der Aufgabe unserer Zeit keines—
'alls entziehen dürfen, das einfache. Volkslied, das ein—
stimmige Lied der marschierenden Kolonnen und der poli⸗
tischen Jugend mit verständnisvoller Hingabe zu tragen.
Ihre Aufgabe ist wertvollste Volkstumsarbeit. Bei der
wirtschaftlichen Not der deutschen Chöre müsse unbedingt ge—
s'ordert werden, daß ihre bedeutsamen nationalen Leistungen
weit mehr noch Würdigung und Förderung der staatlichen

MBü —,,,.»,edreeee—,eee—et0ü©r eeeeecqe

— — — —E 2* —
Der Remter im Hochschloß der Marienburg.

— —
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.