Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

gerze⸗s⸗
4 —XIL 320
8

4

4

5ñ—
26
Monats )) schritt
des Baues XIII des D. 5.B. Westmark.
RNund 1300 Vereine mit no ooo Mitgliedern. Herausgegeben im Auftrage des Baues
von Walther Stein. — Druck u. Vertag der Buch- u. Runstoͤruckerei Gebr. Hofer AG. Saarbrücken u. Völklingen.
Jelenhon Amt Saarbrücken 22015. Amt Völklingen 13. — Bezugspreis für Mitglieder 10 Ruf. für Nichtmitglieder 28 Ruf.
Ur. 5

— — —

15. Jahrgang

Die Ostmark grüßt die Westmark.

*— ersten Male seit seinem Bestehen hielt der
Deutsche Sängerbund seinen Sängertag in
aunserer Ostmark und zwar in Königsberg ab. Wir
hatten die Freude, Sängergäste aus allen Teilen unseres
lieben Vaterlandes in unserer Kantstadt zu begrüßen.
Sie kamen aus den Gauen der maiestätischen Alpen
und vom meerumspülten
Nordseestrand, von den
biel besungenen Gegen⸗
den am Rhein und aus
den weiten Ebenen der
Elbe und Oder. Mit
besonderer Freude er⸗
füllte es uns, daß auch
Brüder aus dem Aus⸗
lande an unserer Ta⸗
gung teilnahmen, so aus
Oesterreich, Polen, Lett⸗
land und Estland. Nach
den Beratungen, die
nicht nur Organisations⸗
fragen des großen Deut⸗
schen Sängerbundes
regelten, sondern auch
ziel⸗ und richtunggebend
für unsere Arbeit sind,
haben wir versucht, un⸗
sern Gästen die Ssch ön⸗
heiten unserer Hei—
mat zu zeigen. Sie
wurde ja lange Zeit
als „Stiefkind“ unseres
Vaterlandes betrachtet. Exst seine Vorpostenstellung im
Kriege, als es den Anlauf der russischen Dampfwalze auf⸗
hielt, ferner die Zerstörungen und Leiden, die es in der
Zeit des Einbruchs der Russen erlitt, machten es man⸗
chem, dessen Heim im Herzen Deutschlands durch den ost⸗

preußischen Wall gesichert wurde, erst recht klar, von welch
unschätzbarem Wert diese abgelegene Provinz für das
Reich ist. Wir zeigten unsern Gästen die Sehens wür—⸗
digkeiten unserer Stadt, die ein amerikanischer
Weltreisender als eine der schönsten Städte der Welt
bezeichnete. Wir führten Sie zur Steilküste der Ostsee
nach Rauschen, wo das
Meer in seiner Ewig⸗
keit, Erhabenheit, Un⸗
endlichkeit in gleich⸗
mäßigem Rhythmus
seine Melodie singt.
Wir brachten sie ins
verträumte Masuren,
zu der satten Schön⸗
heit der oberländischen
Seen, die in ihrer
Unberührtheit, Stille
und Einsamkeit auf
jeden Reisenden einen
tiefen Eindruck machen.
Aber niemand würde
den herben Ernst des
ostpreußischen Men⸗
schen verstehen, wenn
er nur die Naturschön⸗
heiten dieses Landes
bewundert hat. Grenz⸗
landschicksal hat in
Ostpreußen Denkmäler
ernsten Geschehens er⸗
richtet. Unsere Gäste
sahen die gewaltige Marienburg, bei der jeder Stein
eine ernste Predigt von Kampf und Not verkündigt.
Tief ergriffen waren unsere Gäste von dem gewaltigen
Tannenbergdenkmal, das sich auf einer blutgetränkten
Höhe inmitten weiter Gräberfelder erhebt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.