Seite 70 Ili nn pph Sängerzeitung IIIIIIimin “usphhi“ Nr. 4
der Erziehung berichten die Aufsätze „Die deutsche Schrift“ In der politischen Monatsübersicht schreibt der bekannte
und „Die Sprache des ewigen Deutschtums“. Politiker Dr. J. v. Leers über das gesamte politische Ge—
Der Bildschmuck des Heftes ist ebenfalls auf das Grund⸗ schehen der Zeit und das Wollen des jungen Deutschlands,
hema „Erziehung“ abgestellt. Otto Ditscher erfreut durch vährend in der kritischen Uebersicht „Die Wacht im Westen“
ein graphisch ausgezeichnetes Kinderbildnis, Adolf Dörner das kulturpolitische Leben in Pfalz und Saar beleuchtet
durch ein Mädchenbildnis. Auf zwei Seiten weiterer Bilder vird. Auch hier hat sehr oft die junge Generation zur kri—
sind Schülerzeichnungen abgebildet, die das Erlebnis des ischen Stellungnahme und zu neuen kulturpolitischen
neuen Deutschland üunter den Themen „Sonnwendfeier““, AMeußerungen das Wort, wie überhaupt die ganze Zeit—
„Winterhilfswerk“, „Die Grenze fällt“ und, „Aufmarsch chrift von einem starken jugendlichen Impuls getragen ist
am 1. Mai“ wiedergeben. Ein Viersarbendruck nach einem
Bemälde von Hermann Croissant zeigt eine Pfalzfrühlings—
landschaft, die gleichsam Symbol für das erwachende
deutsche Volk und für die junge Generation ist, der das Heft
zugedacht wurde.
Erziehung aus dem Geist der Landschaft, das heißt
Fruchtbarmachung der kulturpolitischen Kräfte des wesi—
deutschen Raums für die Gestaltung der Zukunft und der
rommenden Generation.
Aus der Musfsikwelt.
Verbandstagung der evangelischen Kirchenmusiker Rhein⸗
liands und Westfalens in Düsseldorf. In Düsseldorf fand
die 34. Verbandstagung der evangelischen Kirchenmusiker
Rheinlands und Westfalens statt, zu der eine Reihe Ver—
treter kirchenmusikalischer Interessenten erschienen war. Durch
die Neuordnung der kulturellen Verhältnisse in Deutsch—
and, in Sonderheit infolge der Eingliederung des Ver—
handes in die Reichsmusikkammer war die Klärung, ver—
chiedener Fragen notwendig, die dadurch Schwierigkeiten
nacht, daß der größte Teil der evangelischen Kirchen—
musiker nebenamtlich tätig ist. Die vom Vorsitzenden, Kirchen—
musikdirektor Beckmann, Essen, geleitete Hauptversammlung
konnte neben Erledigung der finanziellen Notwendigkeiten
noch keine restlose Klarheit schaffen, es sind weitere Ver⸗
handlungen nötig. Enge Beziehung zur eigentlichen Musik—
arbeit, die ja auch im Zeichen des Umbruchs und der
Vertiefung auf ihre wesentlichen Aufgaben sich befindet
und vom musikalischen Erleben an sich den Weg zum
Dienst am Wort in erhöhtem und eindeutigem Maße finden
soll, schuf ein richtungsklarer Vortrag von Dr. Emi lie
Schild über den heutigen Stand der Musikästhetik, der
darin gipfelte, daß Muͤsik aus der bloß äfthetischen Be—
vertung heraus gelöst wird und in innige Beziehung zum
deben und kulturformalen Absichten der neuen Gemein—
chaft zu treten hat, wobei nicht uͤbersehen werden braucht,
daß alle große Musik über das Persönliche hinaus Aus—
druck allgemein gültiger Haltung war. Zur praktischen
Anregungsarbeit wurde reichlich Gelegenheit geboten. So
stellte ein festliches Kirchenkonzert eine Bach'sche Kantate
„Wer nur den lieben Gott läßt walten“, aufgeführt vom
Kirchenchor der Matthäikirche unter der zielvollen Leitung
don Walter Köhler) der kleinen Abendmusike, Christe, der
du bist der helle Tag“ des modernen Mufikers Hugos
Distler instruktiv gegenüber. Ebenso zeigten uraufgeführte
gedankenreiche Choralpartituren des Organisten Albert Thate
und Choralvorspiele von Distler, Huth, David und Pepping
Kirchenmusikdirektor Otto Klein) die Grundhaltung und
formale Willensrichtung der werdenden jungen Kirchenmusik,
die bei aller noch spürbaren Problematik konsequent zu
dem Choral als Keimzelle des gottesdienftlichen Musi—
zierens zurückfindet. Liturgische Feiern und ein liturgiich
ausgestatteter Gottesdienst (Stadkorganist Kurt Beer) so—
wie Besichtigungen kirchenkünstlerischer Einrichtungen taten
das Ihrige, die Tagung, die eines besseren Besuches würdig
gewesen wäre, anregend und fruchtbar zu gestalten. E. S.
Unser ständiger Musikmitarbeiter Dr. Fritz Stege wurde
in den Verwaltungsbeirat der Reichsrundsuͤnkkammer be—
rufen. Dr. Stege gehört bereits dem Verwaltungsbeirat der
Reichsmusikkammer an und leitet daselbst den Rundfunk—
ausschuß.
Armin Kuab vollendete soeben eine neue Komposition:
Frühlingskantate „Grüß Gott, du schöner Maie“ nach alten
Volksliedern und Texten für Jugendchor, Einzelstimmen,
Sprecher, Blockflöte und Geige. Das Werk wird im Verlag
B. Schott's Söhne, Mainz, erscheinen.
Graeuer's „Marien⸗Kautate“ ging neuerdings von Ber—
lin aus als Reichssendung unter Leitung von Dr. Ludwig
Mayer über alle deutschen Sender, Für die nächste Spielc—
zeit ist bereits starke Nachfrage nach dem Werk.
Die Singakademie in Danzig hat unter Leitung von
Musikdirektor Koenenkamp am Karfreitag das nachgelassene
Iig Mater“ von Peter Cornelius zur Erstaufführung
gebracht.
Brüder in Not! Der Reichssender Leipzig wird am
3. Juli, etwa 18.50 Uhr, die Uraufführung“ seiner Hör—
folge „Brüder in Not — Schicksal der deutschen Kolonisten
an der Wolga“ bhringen. Verfasser ist der im Saarland
und der Westmark bestens bekannte Dozent Heinrich Werle
in Leipzig.
Auch in diesem Jahr kam das volkstümliche Oratorium
Die heilige Elisabeth“ von Joseph Haas mehrfach zur
Aufführung; in Augsburg und Meiningen fanden Auf—
ührungen in größerem Raähmen statt.
Hermannu, Simon schrieb die Chöre und Begleitmusik
zu einem Hitlerjugendspiel von Hermann Roth, das zu
pfingsten bei der Düsseldorfer Tagung der Reichsjugend—
ührung auf der Golzheimer Heide ürgufgeführt wurde Aus
dem Reichschorfest in Bremen am 17. Mai wurden zwei
Massenchöre von Hermann Simon aufgeführt. Der Berliner
Rundfunk brachte Simons Musik zu Goethes Faust, ferner
die Komposition zu der Funkdichtung „Weg ins Wunder“
Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr.
serber fand zu Pfingsten in Freiburg i. Br. ein Ale—
mannisches Handharmonika-Volksmusikfest statt, verbunden
mit Wertungsspielen. Das Musikfest wurde durch den Rund—
sunk übertragen und von der For-Filmgesellschaft für die
Wochenschau gufgenommen. Die Komponisten Hugo Her—
mann, Kurt Herold. E. Köhler und Ernst Kohler vbildeten
das Preisgericht.
Der neuen Fahne.
Prolog.
Du altes Banner bist uns Freund gewesen,
der unsrer Seelen Buch gelesen.
Du weißt die Allgewalt,
du kennst der Herzen Drang,
der unsern Mund zu tausend Liedern zwang.
Du hast gelauscht, als wir der Heimat sangen,
die uns in selgen Fesseln hält;
du hast gerauscht, als wir mit heißen Wangen
dem Land, das uns das teuerste der Welt,
dem deutschen Vaterland, vertraute Grüße brachten
und Männerschwur, sein Heil als unseres zu achten!
Du bist ein Freund gewesen, der mit uns zu Höhen schaute,
mit uns nach Sternen griff und der mit uns vertraute.
daß es gelänge, sie herabzuholen.
Sie blaßten fort, — von Nacht und Not gestohlen.
And doch — aus Nacht brach Licht. Aus Kummern kam uns Kraft!
Das Volk ward eins, sein Notgeschick zu wenden!
Drum lassen wir dich, Freund, aus unsern Händen
und fassen gleichen Schritt und gleicher Fahne Schaft,
marschieren mit Leier und Schwert als Wehr,
sKameraden, im großen, im jauchzenden deer!
Ueber uns kreisen Räder der Sonnen
Um uns springen verschüttete Bronnen
In uns ein Glauben und ein Gebet:
Deutschland besteht!
Adolf Laub.
Odernheim (Pfalz).