Full text : 15.1935/36, 1-6 (0015)

. miilsllhhhl Sängerzeitung lIlß: Ius Seite 69
geschaffen. Nach seinem Tode standen diese Menschen vor
dein Nichts. Da halsen sie und ihre Frauen sich mit der
Ansertigung von Pantoffeln und Filzschuhen. So ent—
standen im Laufe der Zeit aus den Anfängen der Heim—
arbeit über kleine Schuhmacherei-Betriebe riesige Schuh—
industrien in Pirmasens und seiner nächsten Umgebung.
Den traurigen Zeiten geistiger Unduldsamkeit und der
uropäischen Religionswirren verdankt unsere Heimat das
Entstehen blühender Textilindustrien. Hugenottische Flücht—
linge waren es, die von dem pfälzischen Kursürsten in
der Psfalz, namentlich in Lambrecht, angesiedelt wurden.
Der Tuchmacherei kundig, gründeten sie musterhafte Be—
triebe und damit war der Grundstein zur Entwicklung
der pfälzischen Textilindustrie gelegt. Heute arbeiten Tau—
sende Pfälzer Männer und Frauen in Spinnereien und
Webereien. Lambrecht, Kaiserslautern, Neustadt und Zwei—
bhrücken liesern die verschiedensten Textilsen lin Form von
Tuchen, Kammgarnstosfen, Trikotwaren, Baumwollstosfen
Wäsche, Filzen, Watte usw.J.
Selbstverständlich verdankt auch eine Reihe von In—
dustrien den natürlichen Gegebenheiten des Landes ihre
Entstehung. So vor allem die pfälzische Holzindustrie und
die Papierwirtschaft. In Sägewerken, Kisten-, Möbel- und
Bürstenfabriken sowie in bedeutenden Fabriken verarbeiten
odiele tausend Menschen die Gabe der Natur.
Der wechselvolle geologische Aufbau der Pfalz bildete
die Grundlage zu einer ausgedehnten Industrie der Steine
und Erden. In der Gegend um Grünstadt, Eisenberg und
Hettenleidelheim hat der Reichtum an Tonerde und Klebe—
sand eine vielgestaltige Industrie erstehen lassen, deren
feuerfesten Erzeugnisse und Chamottewaren bedeutende
Ausführartikel sind. Bei Altrip und Jackgrim stehen Ziege—
leien auf den alten Arbeitsplätzen römischer Töpfer, wie
zahlreiche Funde beweisen. Zwischen Deidesheim und Forst
zsieht mitten durch das Rebgeläunde eine schwarze Draht—
eilbahn ihre vollen und leeren Wägelchen. Am Glan aber
ind die Hartsteinbrüche keine Besonderheit mehr. Aus
zahlreichen Abbauten der Porphyrhügel gehen die pfäl—
sden Pslastersteine ins Ausland, namentlich nach Holland
— — — uind Belgien.
vhot. Alfred Gerspach, Yceunadt a. o. ꝙ. Die reiche aedwirhe iche ree d gn rief
zese Erx if —— hp s- eine ausgedehnte Nahrungs- un enußmittelindustrie ins
Ahvdlese Erfuge ubch dttgrnnen ihres Uesprungz. ihntn et
Von einzigartiger Bedeutung ist die pfälzische Schuh⸗ ren her die pfälzische Tabakindustrie und die
ndustrie. Ganze Gegenden leben von diesent Industrie- e pfatische Industrie ist so vielseitig, daß unmöglich
‚weig. Viele wird die Tatsache überraschen, daß fast die —— — Weereonte
Zälfte aller in Deutschland hergeftellten Schuhe aus der *de inzeleit igeha. en Werden rann, dbe
dalz ein Drittel dieser Schuühe“ wiederum altlein aus der ungeheure Bedeutung des Verlustes weiter Absatzgebiete
Schuühmetropole Pirmasens stammt. Gerade die bedeutende ennt, der, mag die, Tatsache bewundern, daß die
* 37 * Pfälzer trotz allerbitterster Not und Leiden
Entwicklung der Schuhindustrie legt ein beredtes Zeugnis I„de
* 2—— — — mise irre wurden in der unsterblichen Treue
für den Unternehmungsgeist des pfälzischen Menschen ab. —— —
die wirtschaftliche Not war es ehedem, die die Pirmasenser 8 * 8 — vHe h Panus
diesem Beruf zuführte. Einst hatte Ludwig IX., von er marr ded Reimes! Sepp Keller,
dessen-Nassau sich eine zahlreiche Garde riesiger Soldaten Neustadt a. d. Hardt.
dem Geist der Lanoͤsch
Erziehung aus dem Geislt der Lanoͤschafl.
Hie ——— „Die nee w) 7 nr Noe stellt den 8* Ie eg in der Veae sun
A gespannten kulturpolitischen Schau nicht bloß in ihren »esonders in der politischen Bedeutung des westdeutschen
ean Textteilen, sondern auch in einzelnen Sonder- Raums, das Methodische und Formale liegt im besonderen
nummern sämtliche Kulturgebiete behandelt, widmet ihr Wesen des westmärkischen und im besonderen Maße des
e dem edontennder Sw egüer dem Thema ennntischen und pfälazisch-saarländischen Menschentums
„Erziehung aus dem Gei er Landschaft“. beschlossen.
Daß auch die Erziehung wesentlich aus den Grundkräften —9 iftasal
der —AR aus Stammestum und Bluterbe gespeist wird, — Fen ee Buhrastgheit gen en Wesstas vleeez
ist eine Grunderkenntnis der Pädagogik überhaupt, die ubta in * shreibt Bito — — —— sud⸗
inter der neuen nationalsogiglistischea Sinngebung unmite zWestnart eeeee —
— eutsche Schriftsteller in einem längeren Aufsatz. Michael
elbarer und vertiefter in den Blickpunkt der Betrachtung aͤcuten ee Sie Gometschete alErziehnngs
gerückt ist. Die Westmark und insbesondere das Gebiet von b ring deeh, professor Diuheln Ladehn baͤnnt
Psalz und Saar, muß us ihren Tulturporitischen Auf— —* e ze — eg in einen Auffaätz über
gaben auch eine eigene Sinngebung des erzieherischen Vor— — Kudd enn —V—— dges de —*8*
zangs sinden, und je mehr der deutsche Westen kulturell abtischen an selbst Mannhein Heidelberg und Frank—
ind volkstumsmäßig seine eigene Aufgabe erfaßt, desto mehr 5 Frre sie Finen nem en da be
nuß auch die Forderung nach bestimmten stofflichen und . — 385 st. *J Fei
5J 5— 376 annten Reisenden und Forscher, Albert Schweitzer schil—
methodischen Gesichtspunkten in Erziehung und Schule ge— ein“ Aüfsage zu“ vefsen 6o Geburtgag Aldert
*Das Aprilheft der Westmark, Monatsschrift für deutsche zchweitzer als Erzieher“. Weitere Aufsätze über die „Ju—
Kultur, Westmart-Verlag, Neustadt a. d. H., Jahresbezugs⸗ endliche Persönlichkeit“ und, Jugend erlebt Volksschicksal“
preis 11, — RM., für Mitglieder der NS.Kulturgemeinde eigen, wie die Jugend im Gestalten der neuen Zeit steht.
6, — RM. leber Schrift und Sprache als Mittel des Unterrichts und

—
            
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